Netzwerke Die 15-Milliarden-Dollar-Frage
Demnächst startet das Internet-Portal Facebook auch in Deutschland. Doch hat Gründer Marc Zuckerberg die Idee nur geklaut?
Eine Geschichte wie die von Facebook ist nur in den Studentenbuden von Harvard denkbar. Im ersten Jahr leben alle noch zusammen, rund um den Harvard Yard. Danach ziehen sie in verschiedene
houses,
die munter konkurrieren und deren Bewohner oft wenig Kontakt zueinander halten. 2003 wollten ein paar Computerfreaks unter den Studenten diese Grenzen aufheben. Drei bastelten eine Website namens ConnectU. Ein anderer namens Aaron Greenspan schuf die Seite houseSYSTEM.
Beide boten eine Plattform, auf der alle Harvard-Studenten Fotos, Steckbriefe, Nachrichten austauschen konnten. An beiden Projekten arbeitete auch ein gewisser Marc Zuckerberg mit, damals gerade im zweiten Studienjahr. Doch nach ein paar Monaten stieg er aus – und startete wenig später eine eigene Website. Die hieß Facebook und bot: eine Plattform, auf der alle Harvard-Studenten Fotos, Steckbriefe, Nachrichten austauschen konnten. Klang irgendwie vertraut. Als Greenspan davon hörte, schrieb er Zuckerberg eine böse E-Mail. Der antwortete kühl: »Ich habe erst überlegt, mit euch zusammenzuarbeiten. Aber dann wollte ich es doch lieber alleine machen.«
Heute, vier Jahre später, gilt Zuckerberg mit Facebook als der Internetpionier schlechthin. Von ConnectU oder houseSYSTEM spricht niemand mehr. Facebook hat 46 Millionen aktive Nutzer und wächst rasant. Gerade verkaufte Zuckerberg 1,4 Prozent seines Unternehmens für 240 Millionen Dollar an Microsoft – was rein rechnerisch einen Gesamtwert von rund 15 Milliarden Dollar ergibt.
Klar, dass das bei den ehemaligen Mitstreitern für Frust sorgt. Aaron Greenspan hat ein 306 Seiten starkes Buch über die »wahre Entstehungsgeschichte von Facebook« verfasst – und führt einen Interview-Kleinkrieg gegen Zuckerberg. Die ConnectU-Gründer zogen sogar vor Gericht. Sie werfen Zuckerberg vor, ihre Programmcodes gestohlen zu haben. Der Prozess geht gerade in die nächste Runde.
Doch es geht wohl nicht nur um Geld, sondern auch ums Prinzip. Wo die Besten jedes Jahrgangs zusammenkommen, ist der Wettstreit um den ersten Platz besonders ausgeprägt. Und spätestens seit Bill Gates und sein Klassenkamerad Paul Allen in ihrer Harvard-Bude das Konzept für Microsoft entwarfen, gilt eine erfolgreiche Unternehmensgründung als ultimatives Statussymbol. Der einstige Studienabbrecher Gates erhielt dafür sogar die Ehrendoktorwürde. Zuckerberg führt seinen Entschluss, es als Unternehmer zu versuchen, auf eine Rede von Gates zurück.
Die Business-Welt hat ihren Favoriten im Streit um die Facebook-Vaterschaft längst ausgemacht. Die
Financial Times
lobte Zuckerberg. Es profitiere nicht unbedingt der Erfinder einer Idee am meisten – sondern derjenige, der sie am aggressivsten ausschlachte. Vielleicht hat er das ja von seinem Idol Bill Gates gelernt. Das Basics-System, mit dem Gates das Microsoft-Imperium begründete, stützte sich ebenfalls auf die Vorarbeit anderer: zweier Informatikprofessoren aus Dartmouth, die bereits in den 1960er Jahren die erste Basic-Programmiersprache entwickelt hatten.
- Datum 28.01.2008 - 12:07 Uhr
- Quelle ZEIT Campus 01/2008
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LolFacebook wäre nicht der einzige, der etwas geklaut haben könnte.Vgl. z.B. den witzigen Film über das sog. "StasiVZ" (ps: der Begriff ist nicht von mir) bei YouTube ;-)http://de.youtube.com/wat...und den aufschlussreichen Artikel in der Netzzeitunghttp://www.netzeitung.de/...Bin jetzt mal gespannt, ob die zu Holtzbrinck gehörende ZEIT diesen Kommentar bringt.
muhaha, bevor facebook sich auf den weg nach deutschland macht, noch n bisschen gegenwind erzeugen damit des eigene studivz auch die nr.1 bleibt!
KARMI carries ON
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Wer sich im Internet entbloesst, wird es spaeter bitter bereuen.
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Achtung. Hund namens Howdy entlaufen.
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