Homosexualität "Scheiß Lesbe!"Seite 3/3
Ich will mich nicht vorstellen mit »Guten Tag, mein Name ist Maren Lachmund, ich bin lesbisch«. Und wenn ich mich doch oute, will ich mir weder das blöde »Du doch nicht!« anhören noch dumme Verkupplungsversuche mit Hetero-Kommilitonen erleben!
Viele Heterosexuelle scheinen ja tatsächlich zu glauben, Homosexuelle seien grundsätzlich polygam. Wenn ich eine Kommilitonin zur Begrüßung freundschaftlich umarme, wird das schnell aufgegeben, sobald ich mich oute. Wenn ich mich mit einem Mädchen anfreunde, kann ich eigentlich nur alles falsch machen: Sobald ich mich als Lesbe zu erkennen gebe, denkt sie, ich will was von ihr, egal, ob ich es gleich sage oder erst später.
Zugegeben, im Kosmos Uni ist die Ablehnung oft nur unterschwellig zu spüren. Nicht unbedingt Hass oder Homophobie führen zu dieser Haltung. Sie erklärt sich hauptsächlich aus Dummheit, Unkenntnis und totaler Überforderung, wenn bestehende Geschlechts- und Sexualidentitäten plötzlich ins Wanken geraten.
Doch auch an der Uni gibt es direkte Angriffe. Immer wenn einem Gegenüber im Streit kein schlimmeres Schimpfwort einfällt, sagt er: »Scheiß Lesbe!« Und dann sind da noch die dummen Sprüche und Anspielungen: Kritisiere ich die Theorie eines Mannes, kann es passieren, dass mir jemand vorwirft, ich sei voreingenommen. Die krude Logik: Klar, dass die keinem Mann recht gibt! Gebe ich der Position einer Frau den Vorzug, geht das Gejohle erst recht los. War ja klar, die Männerhasserin!
Ich komme gut mit Scherzen über mich klar, aber ich möchte nicht nur über meine Sexualität definiert werden. Vor allem sollen meine Meinungen und Argumente ernst genommen werden und nicht in Situationskomik untergehen. Gefühlte und tatsächliche Intoleranz mögen sich voneinander unterscheiden, für den Ausgegrenzten sind sie gleich schlimm.
Ich lebe als Lesbe in einer Gesellschaft, die mit meiner Sexualität immer noch ein Problem hat, obwohl sie zu mindestens fünf bis zehn Prozent aus Homosexuellen besteht. Zählt man noch Trans- und Bisexuelle hinzu, ist unsere Minderheit gar nicht so klein. Gesetzlich ist die Gleichstellung zwar auf dem Papier versprochen– in der Praxis muss die Mehrheit Toleranz aber erst noch lernen. Das gibt es auch an der Universität– dem Ort, der immer vorgibt, ganz anders zu sein. Von wegen.
Maren Lachmund, 20, studiert im dritten Semester Philosophie-Künste-Medien an der Universität Hildesheim. Sie ist seit zweieinhalb Jahren mit ihrer Freundin zusammen, mit der sie auch zusammenwohnt.
- Datum 08.02.2008 - 09:39 Uhr
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- Quelle ZEIT Campus 01/2008
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seite1"jeder glaubt, dass er alles über den anderen erfahren muss, schon beim ersten Treffen"mag skurril klingen, falls man links daneben eine Foto + Namen sieht.seite 1- ....Weil mir die dummen Sprüche meist türkischer Jungs die gute Laune verderben..-.....Die unverbesserlichen Türkenjungs in der Stadt sind das eine...Anbei das Abstrakt des Artikels :.Studenten gelten als besonders tolerant. Doch sind sie das wirklich? Nein, sagt unsere lesbische AutorinSeite eins reichte dann auch. Ist das ein Satireartikel? Wenn ja, dann
eher schwach und bitte ins betreffende Verzeichnis verschieben,
ansonsten kaum zu glauben.markus
Das Recht sich frei zu entfalten schließt leider das Recht auf Sympathie und Verständnis nicht mit ein. Was gibt´s also zu beklagen?
ist immer zuerst ein Mangel an eigener sexueller Identität. Homophobie ist nicht umsonst der "Normalfall" in in islamischen Kreisen mit ihrer repressiven, menschenverachtenden Haltung zu Sexualität. Und es sind sehr oft die schwächlichen, unattraktiven Single-Männer, die mit offen vor sich hergetragenem Schwulenhass, Verdächtigungen über sich zuvorkommen wollen, die sie wohl auch selbst anstellen.
Keine Frage, dass es die (fast) gedankenlose Homophobie, von der die Autorin berichtet, auch an Unis gibt, wo man sie nicht zu allererst vermuten würde. Und keine Frage, dass solche dummen, hingeworfenen Bemerkungen schmerzen, gerade weil klar ist, dass hier (meist) keine verletztende Absicht spricht, sondern schlicht und einfach tief in Denk- und Redeweisen eingewachsene Vorurteile und Ablehnung dessen, was anders ist als das, was man kennt.Aber darauf mit dem Rückzug ins Schneckenhaus zu reagieren, ist gefährlich, weil es den eigenen psychischen Innendruck nur noch verstärkt und den anderen die Auseinandersetzung mit ihrer Gedankenlosigkeit oder ihren Vorurteilen erspart.Und ebenso muss man aufpassen, nicht in paranoideWahrnehmungs- und Argumentationsmuster zu verfallen. Natürlich findet die Psychologen-Freundin "in ihrer veralteten Prüfungsliteratur [...] noch Experimente zur »Heilung« von Homosexualität mittels Elektroschocks" - aber doch nicht, weil das der aktuelle Stand der Wissenschaft wäre, sondern weil Studenten auch die Geschichte ihrer Disziplin verstehen müssen, einschließlich dessen, was daran diskreditiert ist. Einen Text auf eine Literaturliste zu setzen, heißt doch nicht, ihn damit implizit zu autorisieren - Studenten müssen lernen, dass das, was ihn Büchern und Artikeln steht, nicht deshalb schnon 'stimmt', sondern dass es das ist, worüber kritisch nachzudenken ist. Sonst verfehlen sie das Ziel eines Hochschulstudiums.Und natürlich regt ein "Skript [...] zu der Diskussion an, ob Schwule Kinder adoptieren dürften, das sei doch schädlich für das Kind, oder?" Aber doch nicht, um das als die Wahrheit in der Sache hinzustellen, sondern um die Studenten herauszufordern, Argumente zu finden, mit denen sich die Behauptung diskutieren lässt.Hinter der Kritik der Autorin in diesem Absatz ihres Textes steckt nicht nur ihre eigene Geschichte von Verletzungen, sondern auch ein eigenartig naives Wissenschaftsverständnis, das davon auszugehen scheint, dass Unis ihren Studenten in erster Linie die richtigen Erkentnnisse in die Köpfe zu gießen haben, wo ihre Aufgabe doch darin liegt, die Studenten in die Lage zu versetzen, die Wahrheitsansprüche von Aussagen kritisch zu beurteilen.
Also, die Autorin ist jetzt im 3. Semester, "geoutet" hat sie sich anscheinend schon im ersten, imho ein Fehler. Ich habe selber bekannte die schwul sind, und das habe ich von Anfang an wenn nicht gewusst, aber geahnt, obwohl sie sich bei mir nie "geoutet" haben. Im neuen Kollektiv erzählt man ja auch nicht welche Pronodarstellerin oder Fussballmannschaft man mag, weil das auch solche Sachen sind, mit denen man sich schnell Feinde machen kann. Aber nein, statt einfach "nein, ich habe keinen Freund" zu sagen (obwohl das auch Wahrheit gewesen wäre) muss man unbedingt alle über sein Schwulsein informieren. Statt bestimmte Sachen zu verschweigen oder das unangenehme Thema zu wechseln (gehört eigentlich auch zur Toleranz), spuckt man - wohlwissend über mögliche Konsequenzen - alles raus und wundert sich dann warum alle so feindselig sind.Wenn die Autorin und ihre Freundin beide Geisteswissenschaften studieren, dann sollten sie schon einiges über menschliches Verhalten wissen - ob das gut oder schlecht, ob im Sinne des Antidiskriminierungsgesetzes oder nicht - es gibt halt Dinge, über die man lieber schweigen soll, zumindest am Anfang. Wenn dich aber alle schon kennen und dich ohne Vorurteile als einen Menschen, als eine Person einschätzen können, dann brauchst du dich vielleicht nicht mehr zu outen.PS. Wenn ich in einem Artikel über meine glückliche Ehe auch ein Foto von mir und meiner Frau im Bett zeigen würde (wie die Autorin in diesem Artikel), wäre ich bestimmt auch auf Inakzeptanz gestoßen.
(entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/jk)
(entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/jk)
Schwache These, wenn man Ihre These umkehrt, heisst Sie, dass Kinder von heterosexuellen Eltern nur heterosexuell werden. Wie erklaeren Sie sich, dass sich manche Personen trotzdem zum eigenen Geschlecht hingezogen fuehlen?Was ist fuer Kinder wohl besser, in einem Waisenhaus grosszuwerden, oder zwei homosexuelle Adoptiveltern zu haben?
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