Beschäftigung Stell! Mich! An!
Leiharbeit klingt nach Ausbeutung. Doch die Leiharbeitsfirmen sagen, sie böten ein Sprungbrett in den Beruf. Unser Autor macht den Selbstversuch
Keiner hat auf mich gewartet, ich bin trotzdem gekommen. Ohne Termin. Die junge Frau am Empfang der Leiharbeitsfirma Manpower mustert mich kurz, überrascht von dem plötzlichen Besuch ist sie nicht. Ich stehe in einem schlichten Großraumbüro am Berliner Kurfürstendamm und stelle mich vor: Schnedler, elf Semester Journalistik, Zeitungsvolontariat, Diplom, auf der Suche nach einer festen Stelle. Das genügt. Mein Einsatzgebiet steht ohnehin schon fest. »Käme auch ein Callcenter für Sie in Frage?«, will die Frau wissen. »Wenn die Konditionen stimmen«, antworte ich ausweichend. Damit bin ich eine Runde weiter.
Es ist mein erster Schritt in eine Branche, die umstritten ist wie kaum eine andere: die Leiharbeit. Das Geschäft hat einen miserablen Ruf – gegen den die Branche mit der immer gleichen Botschaft ankämpft: Leiharbeit sei keine Notlösung mehr, sondern ein Sprungbrett, der schnelle Weg zum Wunschberuf. Neuerdings behaupten die Werbestrategen sogar, gerade Akademiker könnten über Leiharbeit den Berufseinstieg schaffen: Erfahrung sammeln, Projekte machen, sich Arbeitgebern empfehlen.
Ich habe meine Zweifel daran, trotzdem sitze ich kurz darauf vor der Rekrutierungschefin. Sie kenne die schwierige Arbeitsmarktlage für Journalisten, sagt sie, und verstehe, dass ich mich nach Alternativen umsehe. Manpower arbeite nur mit seriösen Callcentern, in denen die Arbeitsbedingungen ständig kontrolliert würden – bis zur Zahl der Rollen unter den Bürostühlen.
»Ich könnte Sie mir gut bei einem unserer Kunden vorstellen, einer großen Immobilienfirma.« Sie hofft, dass ich anbeiße. Händeringend suchen Unternehmen wie Manpower nach Mitarbeitern, die Branche wächst wie kaum eine andere. Laut der Bundesagentur für Arbeit gab es im Juni letzten Jahres 730.000 Leiharbeiter, knapp ein Viertel mehr als im Jahr davor.
Aber das Callcenter einer Immobilienfirma? Ein Sprungbrett sieht anders aus. Ich soll Ausbildung und Diplom vergessen, Leute anrufen und Häuser anpreisen. Arbeitsmarktforscher kennen die Gefahr, dass Akademiker in der Leiharbeit keine adäquaten Jobs finden. »Zeitarbeitskräfte werden häufig unter ihrer Qualifikation eingesetzt«, sagt Claudia Weinkopf von der Universität Duisburg-Essen.
Die Werbung der Leiharbeitsfirmen klingt anders. Sie präsentieren sich auf Karrieremessen, bieten Workshops an Universitäten an und schalten großformatige Anzeigen. Nach dem Versuch bei Manpower stoße ich in einer Tageszeitung auf die Annonce der AZGmbH, einer mittelständischen Leiharbeitsfirma. Sie sucht in Berlin einen Onlineredakteur, um ihn an die Betreiber eines Internetfinanzportals zu entleihen. Ich bewerbe mich. Auch dem Marktführer Randstad schicke ich meine Unterlagen, genau wie dem zweitgrößten Unternehmen, Adecco.
Welche Hoffnungen manche Akademiker in die Leiharbeit setzen, erfahre ich in München. Auf Deutschlands größter Zeitarbeitsmesse suchen Tausende Bewerber nach Jobs. Wer studiert hat, bekommt eine Liste mit rund 45 Unternehmen, die Akademiker suchen: Ärzte, Juristen, Botaniker oder Raumfahrttechniker.
Für sie alle kennt die Liste einen passenden Verleiher, und dem winkt ein einträgliches Geschäft: In der Branche kassieren die Verleiher durchschnittlich das Zweieinhalbfache des Stundenlohns des Leiharbeiters. Billiger als Festangestellte sind Leiharbeiter also selten. Trotzdem leihen Unternehmen ihre Mitarbeiter gern, denn Leiharbeitern können sie jederzeit kündigen.
Constanze Spreewald* ist eine der Bewerberinnen. Die 34-jährige Ägyptologin hat promoviert und mehrere Jahre in Kairo geforscht. Seit Monaten schreibt sie Bewerbungen, bislang ohne Erfolg. »Ich hoffe, dass ich Kontakt zu verschiedenen Unternehmen finde. Daraus soll dann aber auch eine Festanstellung werden«, sagt sie. Die monatelange Arbeitslosigkeit hat ihre Ansprüche schrumpfen lassen. Für den Einstieg sei eine Stelle als Teamassistentin in Ordnung. Dass viele Firmen mit dieser Stellenbezeichnung verschleiern, dass eigentlich eine Sekretärin gesucht wird, weiß Constanze. »Man muss aufpassen, dass man sich nicht zu weit unter seinen Möglichkeiten einstellen lässt.«
Meine eigene Jobsuche kommt nicht so richtig in Schwung. Die Münchner Messe hatte kein Angebot für mich, und bei der AZ GmbH lande ich nach einem telefonischen Vorstellungsgespräch in der Datenbank. Die Stelle als Onlineredakteur bekommt ein anderer.
Auch Randstad lässt mich warten. Ich rufe an, werde vertröstet, rufe wieder an. Nach zwei Monaten dann eine Einladung zum Gespräch. Bevor ich aber einen Disponenten treffen darf, soll ich bei einem Onlinetest beweisen, dass ich Word, Excel und Powerpoint beherrsche. Das klingt simpel, wird aber zum Desaster. Ich kann keine Serienbriefe erstellen, versage bei der Umsatzberechnung im Tabellenblatt »Quartalsergebnisse« und scheitere, als ich ein Organigramm erweitern soll. Mein Testergebnis ist vernichtend.
Adecco lädt mich persönlich zu einem »Bewerbertag« ein, aber auch der bringt mich nicht weiter. Kein Adecco-Mitarbeiter will mit mir sprechen. Stattdessen sitze ich im Flur und starre auf Fragebögen. Wie fit bin ich bei der Tabellenkalkulation? Na ja. Kann ich stenografieren? Nein. Softwarekenntnisse bei der Lohn- und Gehaltsabrechnung? Null. Mein Studium, Volontariat und journalistische Praktika quetsche ich schließlich in die Rubrik »Sonstiges«. Das Standardformular und ich passen nicht zusammen. Auf Akademiker wie mich scheint Adecco nicht vorbereitet zu sein. Wie wollen sie mich da »passgenau« weitervermitteln?
»Mit den Bewerberbögen fragen wir Grundkenntnisse ab und machen uns ein erstes Bild von den Bewerbern«, rechtfertigt sich später eine Unternehmenssprecherin. Der Fragebogen könne natürlich nicht das persönliche Gespräch ersetzen.
Ich warte auf eine Einladung, doch es tut sich monatelang nichts. Dabei bin ich mit meinem Abschluss kein Exot: Schon fast jeder vierte ihrer Leiharbeiter habe studiert, sagt Adecco – und es würden mehr. Adecco läge damit deutlich über dem Schnitt: Marktforscher beziffern den Anteil der Akademiker unter allen Leiharbeitern auf gut zehn Prozent. Die Bundesagentur für Arbeit, die mit anderen Daten rechnet, geht von rund sieben Prozent aus.
Nur eines stellen sie alle fest: Der Markt für ausgeliehene Akademiker wächst. Zum Beispiel hat sich in den vergangenen fünf Jahren der Anteil der von Leiharbeitsfirmen gemeldeten Stellen für Dolmetscher und Übersetzer verdreifacht, sagt die Bundesagentur für Arbeit.
Dafür gibt es mehrere Gründe. Markus Promberger, Arbeitsmarktforscher der Bundesagentur, spricht von »Sättigungstendenzen« auf dem Markt für herkömmliche Leiharbeit. Buchhalter, Maler, Lagerhelfer und Putzfrauen werden zur Genüge verliehen, die Firmen müssen sich neue Zielgruppen und Geschäftsfelder suchen.
Außerdem darf seit der rot-grünen Arbeitsmarktreform von 2004 ein Leiharbeiter zeitlich unbegrenzt an ein Unternehmen ausgeliehen werden. Damit lohnt es sich für die Firmen, studierte Leiharbeiter für qualifizierte Jobs über mehrere Monate einzuarbeiten.
Andere Unternehmen sind dazu übergegangen, vakante Stellen zunächst für ein paar Monate mit Leiharbeitern zu besetzen. Eine »ausgelagerte Probezeit« nennt das die Hamburger Personaldienstleisterin Heidrun Jürgens. »Leiharbeit mit Übernahmeoption« heißt das Modell. Die Vorteile für die Unternehmen: Sie können die Bewerber erst einmal unverbindlich testen und auf einen Schlag die Probezeit verdoppeln, denn kein Gesetz zwingt sie, die Leiharbeit anzurechnen. Und sie sparen sich die lästige Kündigung. »Die unangenehmen Gespräche führt dann nicht der Kunde, sondern wir«, sagt Jürgens.
Die Vorteile der Firma sind die Nachteile der Leiharbeiter. Manfred Lohre* kennt ihn gut, diesen Druck, irgendwo Fuß fassen zu wollen, aber nicht zu können. Der Diplom-Ingenieur arbeitet schon seit vier Jahren als Leiharbeiter für Siemens, mittlerweile könnte er sich schon wie ein Siemensianer fühlen, sagt er. »Aber man ist doch nur Mitarbeiter zweiter Klasse.«
Das sieht er jeden Monat auf seinem Konto: Er verdient nur etwa zwei Drittel von dem, was seine festangestellten Kollegen bei Siemens bekommen: brutto fast 1000 Euro weniger im Monat. »Natürlich ist das nicht motivierend, wenn man weiß, dass andere Leute die gleiche Arbeit machen, aber dafür viel mehr Geld bekommen«, sagt er. Für ihn könnte sich die Leiharbeit als Sackgasse erweisen, er ist schon über 50. »Wenn ein Ingenieur nach drei oder vier Jahren immer noch Leiharbeiter ist, dann wundern sich Personalchefs und fragen sich, ob es ein Problem gibt«, sagt Promberger.
Für mich hat Randstad mittlerweile eine Akte angelegt. Mein Scheitern beim Onlinetest sei nicht so dramatisch, hat man mich im Vorstellungsgespräch beruhigt. Aber: »Es wird darum gehen, Kompromisse zu machen.«
Welche Zugeständnisse erwartet werden, erfahre ich einige Zeit später. Die AZ GmbH, von der ich seit Monaten nichts mehr gehört habe, meldet sich plötzlich auf meinem Handy. Ein großes Gebrauchtwagenportal im Internet suche einen Content-Manager als Urlaubsvertretung. Losgehen soll es schon ein paar Tage später, nach zwei Monaten sei Schluss. Ich schaue mir die Seite im Internet an, und nach ein paar Klicks weiß ich, dass ich für meinen alten Polo, Baujahr 1995, noch ungefähr 1200 Euro verlangen könnte. Schön und gut – aber wie soll ich als Journalist beim Autoverkauf helfen?
Das wäre dann wohl der »Jedermann-Arbeitsmarkt«, wie Markus Promberger von der Bundesagentur ihn genannt hat. Auf der einen Seite des Arbeitsmarktes, sagt er, gebe es Absolventen mit begehrten Qualifikationen, wie zum Beispiel Ingenieure oder Betriebswirte. Normalerweise finden sie auch so einen Job. »Sie können aber von der Leiharbeit profitieren, wenn sie individuell etwas schlechtere Arbeitsmarktchancen haben.« Wer also mäßige Noten habe, kaum Berufserfahrung oder eine seltene Fachrichtung, der könne so den Einstieg schaffen. »Auf der anderen Seite gibt es die Absolventen von Exotenfächern oder eher marktfernen Fächern«, fügt Promberger hinzu. Die landeten dann oft im »Jedermann-Arbeitsmarkt«.
Bin ich als Journalist etwa »marktfern«? Ich soll das Onlineportal bei der Einführung einer neuen Software unterstützen und alte Ratgebertexte renovieren. Dafür bekäme ich einen exakt auf die zwei Monate befristeten Vertrag bei der AZ GmbH. Der brächte mir 1317 Euro netto im Monat, für eine Vollzeitstelle. Ein Blick in den Tarifvertrag zeigt: Damit würde ich sogar zu den Besserverdienern gehören. Andere Firmen starten mit einem Stundenlohn von 5,77 Euro. Meiner soll immerhin bei 9,16 Euro liegen.
Leiharbeitsfirmen sprechen gerne davon, dass man auch mal einen Schritt zurück gehen müsse, um dann zwei nach vorn in eine Festanstellung zu machen. Ich überlege nur kurz, bevor ich der AZ GmbH absage. Wenn eine Stelle überhaupt keine Perspektive bietet, dann bleibt es beim Rückschritt.
Als mich mein Randstad-Disponent anruft, rechne ich schon gar nicht mehr mit einer echten Chance. Er habe die Anfrage einer großen PR-Agentur in Berlin, Marktführer im Bereich der politischen Kommunikation. Die Agentur betreue ein Magazin des Deutschen Bundestags, plane Kampagnen für die Bundesregierung oder arbeite für die EU-Kommission.
Wenig später sitze ich tatsächlich im Vorstellungsgespräch. Die Agentur hat einen repräsentativen Backsteinbau unweit der Spree bezogen, im Konferenzraum laufen auf kleinen Monitoren die Weltnachrichten von CNN und BBC ohne Ton. Mir gegenüber sitzen ein Redakteur und eine PR-Beraterin. Sie verblüffen mich: Hier geht es gar nicht um Leiharbeit, sondern um eine Festanstellung. Wenn man offene Stellen zu besetzen habe, fordere man auch Profile von Personaldienstleistern an, erklären sie mir. Mein Profil scheint ihnen gefallen zu haben.
Ob ich mir als Journalist denn überhaupt vorstellen könne, für eine PR-Agentur zu arbeiten, fragt mich die Beraterin. Ich müsse Abschied nehmen von unabhängiger Berichterstattung, denn letzten Endes entscheide nur die Zufriedenheit des Kunden über die Qualität eines Textes. »Solange Sie nicht für einen russischen Oligarchen arbeiten, hätte ich damit kein Problem«, sage ich. »Auch das hatten wir schon«, antwortet sie kurz.
Ich soll in der Redaktion eingesetzt werden und für Publikationen schreiben, die die Agentur im Auftrag des Bundesinnenministeriums erstellt, erklärt der Redakteur mir. Ausgerechnet PR für Schäuble, denke ich. Einen Jahresvertrag und 2300 Euro brutto pro Monat soll ich dafür bekommen, nach einem halben Jahr werde das Gehalt noch einmal überprüft. Einen Tag Bedenkzeit handele ich aus.
Fünf Monate sind vergangen, seit ich die Bewerbungen abgeschickt habe. Damit steht fest: Ein schneller Weg zum Job war die Leiharbeit für mich nicht. Das Resultat der Suche: Eine Bewerbung war ein totaler Flop, eine zweite hätte mich beinahe zum Gebrauchtwagenspezialisten gemacht. Mit der dritten Bewerbung hatte ich schließlich einen Glückstreffer – den Job in einer Agentur, deren Namen ich vorher nicht einmal kannte.
Das ist wohl die wichtigste Lehre: Wer einen großen Verteiler für seine Bewerbung sucht, der findet ihn bei den Leiharbeitsfirmen. Mehr als eine Ergänzung zur eigenen Jobsuche darf man aber nicht erwarten. Die angebotenen Stellen sind meistens Kompromisse, eine Garantie für einen Job gibt es nicht – und wer schließlich doch eine Stelle bekommt, spürt den ständigen Druck von kurzen Kündigungsfristen und zweitklassiger Bezahlung.
Jeder, der sich bewirbt, braucht außerdem den Mut, dubiose oder unverschämte Angebote einfach abzulehnen. Schwarze Schafe gibt es genügend, und manchmal ist die Grenze zur Ausbeutung fließend.
Ich selbst werde nicht im Callcenter antreten. Aber auch die Sicherheitspolitik des Innenministers werde ich nicht bewerben: Der Agentur sage ich ab. Schon vor einigen Wochen habe ich an der Universität Hamburg unterschrieben, als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Die Stelle habe ich ohne Leiharbeitsfirmen gefunden, aber sie ist ähnlich prekär: befristet, viel Arbeit für wenig Geld, Zukunft ungewiss.
* Namen von der Redaktion geändert
- Datum 21.05.2008 - 05:46 Uhr
- Quelle ZEIT Campus 03/2008
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Offensichtlich hat sich in wenigen Jahren etwas geändert. Meine persönlichen Erfahrungen im Jahre 2004 und 2005 mit Leiharbeitsfirmen waren anderer Art. Ende 50, Arbeitslos, ReNo-Gehilfe mit Bürovorsteher-prüfung, über 30-jährige Tätigkeit als Bürovorsteher. Vorsprache bei den Leiharbeitsfirmen auf den "Schautagen" bei der Arbeitsangentur. Es wurde sofort abgewinkt, kein Markt für solche oder ähnliche Tätigkeiten. Eines muss aber einem immer klar sein. Das "Sprungbrett" in die feste Beschäftigung gibt es wohl nur im handwerklichen Bereich und nicht bei der Dienstleistung.
Vor einigen Wochen hat "Sozialdemokrat" Scholz in trauter Zusammenarbeit mit England das EU-Gesetz verhindert, das Arbeitgebern die Gleichbehandlung von Festangestellten und Leiharbeitern nach 6 Monaten vorgeschrieben hätte. Die gute Entschuldigung für England ist der komfortable Mindestlohn dort...
Die Leiharbeit ist der Preis für einen umfassenden Kündigungsschutz. Die wilden Zeiten werden erst dann vorbei sein, wenn der Arbeitsmarkt in Zukunft leergefegt sein wird - vor allem bei Akademikern deutet es sich bereits an. Die Leiharbeit kann die Arbeitswelt bereichern - allerdings muss klar sein, dass gleiche Arbeit auch mit gleichem Lohn entlohnt werden muss. Auch umfassende Regelungen zum Arbeitsschutz sind notwendig. Unfälle sind bei Leiharbeitern wesentlich häufiger als bei Festangestellten. Wir können die aktuellen Probleme durch gesetzliche Regelungen für Praktikantenstellen und Leiharbeit lösen oder darauf hoffen, dass die Ressource Mensch in Zukunft wesentlich knapper und dadurch wertvoller wird. Dann wird der Wettbewerb um diesen Wirtschaftsfaktor (und nicht Kostenfaktor) und die Abstimmung mit den Füßen zu einem Ende dieser Zustände führen - zumindest im qualifizierten Bereich der Arbeitswelt.Leider werden einfach Tätigkeiten mit geringem Bildungsstand quch in Zukunft nicht begehrter werden - alleine der demografische Wandel wird zu einer Entspannung des Sektors der Geringquaualifizierten führen - ich denke hier wird die Leiharbeit auch in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen.
Mit welchen Erwartungen geht ein Journalist zu einer Zeitarbeitsfirma? Um eine Stelle zu bekommen, die seinem typischen Berufsbild entspricht? Warum sollte eine Zeitung oder ein sonstiger journalistisch tätiger Arbeitgeber einen Zeitarbeiter einstellen? Wo es doch Heerscharen von freien Mitarbeitern gibt, die vermutlich für ein paar Euro Artikel schreiben und das ganz ohne Einschaltung von irgendwelchen "teuren" Zeitarbeitsfirmen. Das beste Beispiel ist doch genau dieser Artikel, der damit reichlich naiv und weltfremd wirkt. Aber Hauptsache, man hat mal ein paar nichtssagende Seiten irgendwo untergebracht und ein paar Euro damit verdient...
Wer einmal aus seinem akademischen Beruf raus ist, ist es für immer. Das Studium war dann eine Fehlinvestition, die den Betreffenden teuer zu stehen kommt: für andere Jobs überqualifiziert, im erlernten Beruf chancenlos.
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