Laufbahn Das Katastrophenmädchen
Sarah Wiener, 45, hat weder Schulabschluss noch Ausbildung – dafür aber drei Restaurants. Hier erzählt sie, wie sie wurde, was sie ist. Ein Protokoll
Als Kind wollte ich Schauspielerin werden. Jeden Tag habe ich vor dem Badezimmerspiegel geprobt.
Mit neun Jahren habe ich Till Eulenspiegel in einer Schulaufführung gespielt. Theater war das einzige Fach, das mir in der Schule Spaß machte.
Mit elf Jahren bin ich von einer Waldorfschule auf ein Wiener Mädcheninternat gewechselt. Aber da war ich schon so verdorben, dass ich auch keine guten Noten mehr bekam. Mehr als andere Kinder hätte ich früh feste Regeln gebraucht.
Mit 16 Jahren habe ich die Schule geschmissen. Ich habe in Landkommunen in Kärnten gelebt, danach bin ich nach Südfrankreich zum Schafehüten gegangen. Die Arbeit einer Schäferin hatte ich mir idyllisch und romantisch vorgestellt. Doch dann musste ich Ställe ausmisten und Zäune bauen. Trotzdem habe ich ein paar Monate durchgehalten, ich wollte schließlich nicht gleich einknicken.
Mit 17 Jahren bin ich nach Berlin gezogen. Dort besaß mein Vater ein Restaurant. Zuerst versuchte ich es noch mal mit der Schule und gab nach sechs Monaten wieder auf. Ich war wirklich ein Katastrophenmädchen: Ich war Kellnerin, später dann Küchenhilfe im Restaurant meines Vaters – der erste Job, der mit Kochen zu tun hatte. Das war gar nicht meine Leidenschaft, doch zum Essen hatte ich schon immer eine besondere Beziehung. Ich habe nie Cola getrunken oder Fertigprodukte gegessen.
Mit 23 Jahren bekam ich meinen Sohn. Wir lebten anderthalb Jahre von Sozialhilfe, bis ich eine Stelle als Sekretärin bekam.
Mit 26 Jahren habe ich eine Stellenanzeige gelesen: »Kreuzberger Werbeagentur sucht junge Köchin« – ich bekam den Job. Doch irgendwann fand ich es langweilig, immer für dieselben drei Personen zu kochen.
Mit 28 Jahren habe ich mich mit einer Cateringfirma selbstständig gemacht und Filmcrews bei Dreharbeiten beliefert. Dafür kaufte ich mir einen alten Küchenwagen der NVA. Wenn ich schon selbst keine Schauspielerin war, wollte ich zumindest für welche kochen – Tilda Swinton war der erste Star, den ich versorgte. Was bei Schauspielern immer ankam: exotische Früchte und Süßes. Damals hatte ich erstmals den Willen, etwas wirklich durchzuziehen. Jetzt war ich richtig erwachsen.
Mit 37 Jahren habe ich mein erstes Restaurant eröffnet: das Speisezimmer in einem Hinterhof in der Berliner Chausseestraße. Inzwischen sind zwei weitere in der Hauptstadt hinzugekommen.
Mit 41 Jahren spielte ich in der Dokumentation Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus die Rolle der strengen Küchenmamsell. Die Produzenten hatte ich schon öfter beliefert, und sie haben mich vorgeschlagen. Zunächst dachte ich, das sei ein Big Brother- Verschnitt, und lehnte zweimal ab. Beim dritten Mal habe ich zugesagt. Die Serie hat mir ungeheuren Spaß gemacht. Und sie war der Startschuss für meine TV-Karriere. Bald darauf trat ich zum ersten Mal bei Kochen bei Kerner auf.
Mit 44 Jahren drehte ich für Arte Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener – eine Entdeckungstour durch die regionalen Küchen Frankreichs. Nun träume ich davon, mehrere Monate in China zu verbringen. Schon als Kind habe ich wahnsinnig gern chinesisch gegessen.
Protokoll: Fabian Reinbold
- Datum 10.07.2008 - 14:04 Uhr
- Quelle ZEIT Campus 04/ 2008
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Herzlich willkommen in China ! Wenn Sie sich usere Essenkultur erkundigen wollen. Nur chinesische Essen ist ein Kultur die auf bereite Hintergrund stuztzet und fuer deutsche ein Herausfoerdung. Den schnellste Weg in ChinaKultur einzugehen ist mein Kolumn in "Zeit" zu lesen, erspart damit viel Zeit.
Es gibt ein Stadt in der naehe von Shang Hai, die fuer deren Westsee beruehmt ist, da hat feinste Essen.Die heisst Hang Zhou.
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