FKK Gegen die Nacktwächter
Die Frauenbewegung »Bara Bröst« kämpft in Schweden für nackte Busen in Badeanstalten – nun wollen die Studentinnen auch die EU überzeugen
Anfang Oktober sorgte die 22-jährige Sanna Ferm in einem Malmöer Schwimmbad für einen Eklat: Mit nackten Brüsten, nur mit Bikinihöschen bekleidet, stieg sie mit sechs Freundinnen ins Becken. Gespräche verstummten, Badegäste starrten, die Schwimmbadleitung stellte sie vor die Wahl: Bikini-Oberteile anziehen oder gehen. Die Mädchen verließen das Bad – und verlangten an der Kasse barbusig ihr Geld zurück.
Seit dem Herbst vergangenen Jahres sorgen die Aktivistinnen von Bara Bröst (»nackter Busen«) für Aufregung in Schwedens Schwimmbädern. Aus Ärger darüber, dass ihre Freundin Ragnhild Karlsson wegen Oben-ohne-Badens aus einem Schwimmbad geschmissen wurde, protestiert die rund 50-köpfige Gruppe gegen den Bikini-Zwang und fordert: Oben ohne für alle! Wo »Männer legal oben ohne rumlaufen, soll es auch für Frauen erlaubt sein«, heißt es in dem Manifest der Aktivistinnen.
Ihre Gegenspieler sind der Oberbademeister von Malmö, Bengt Nielsen, und der schwedische Ombudsrat, die das Oben-ohne-Baden nicht erlauben wollen. Für die öffentliche Nacktheit von Frauen und Männern gebe es eben unterschiedliche Normen, argumentieren sie.
»Typisch männliche Totschlagargumente«, entfährt es Sanna. Sie sitzt mit Ragnhild am WG-Tisch, an der Wand hängt ein Kunstdruck, der Eierstöcke zeigt. »Sie sagen, dass es mehr Vergewaltigungen geben könnte«, sagt Sanna und schüttelt den Kopf. Dabei offenbare schon die Argumentation eine falsche Sichtweise. »Man sieht weibliche Brüste nur in sexualisierten Situationen, in Pornomagazinen, in der Werbung, beim Sex«, sagt Ragnhild Karlsson. »Wir wollen einfach so baden können, wie Männer es auch tun.«
Die Schwimmbad-Stürmungen in Stockholm, Malmö und Lund fanden in der schwedischen Presse viel Resonanz. Sogar Radiostationen aus Kolumbien, den USA und Irland riefen an; einige halten die Gruppe fast für eine »Volksbewegung«. Ragnhild schließt daraus: »Die Reaktionen zeigen, dass wir eine wichtige Frage ansprechen.«
Anfang Januar feierten die Studentinnen einen ersten Erfolg: Die Kleinstadt Sundsvall hat nun das erste »Topfree-Schwimmbad« Europas. »Wir wollen aber nicht um jede einzelne Schwimmhalle kämpfen müssen«, sagt Ragnhild. Eine allgemeingültige Regel müsse her, für alle Städte. Das EU-Gesetz ermögliche theoretisch das Baden oben ohne. Um es durchzusetzen, fliegt sie demnächst mit einem Malmöer Grünen-Abgeordneten nach Brüssel, um mit Beamten der EU über die nackten Busen zu sprechen.
Im Blog von Bara Bröst haben mittlerweile über dreihundert Besucher Solidarität bekundet, auch viele Männer. »Die sind engagiert«, sagt Sanna. Dass sie sich schlicht über die halb nackten Frauen im Schwimmbad freuen, will sie nicht ausschließen: »Na klar, einige von denen wollen einfach nur Busen sehen.«
- Datum 22.07.2008 - 18:10 Uhr
- Quelle ZEIT Campus 04/ 2008
- Kommentare 42
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Also das erstaunt mich jetzt. Sogar in Wien, das ich im Vergleich zu Schweden für relativ prüde gehalten habe, ist sogar in den öffentlichen (und in den meisten privaten) Bädern seit vielen Jahren "oben ohne" gestattet. Und wird auch von Damen, die nicht dem gängigen Barbie-Ideal entsprechen, oft und gerne genützt.Jedenfalls wünsche ich den Aktivistinnen diesbezüglich viel Erfolg! "Bara Bröst!"(pgr)www.gegenpopulismus.at
in Hallenbädern ist "oben ohne" untersagt.Ansonsten möchte auch ich den Damen meine Unterstützung aussprechen; was sie fordern, ist nur recht und billig und vor allem wollen sie niemanden dazu zwingen, barbrüstig baden zu dürfen, sie fordern nur gleiches Recht für alle.Gruß aus dem 8. Bezirk, geschätzter Dapeda!
in Hallenbädern ist "oben ohne" untersagt.Ansonsten möchte auch ich den Damen meine Unterstützung aussprechen; was sie fordern, ist nur recht und billig und vor allem wollen sie niemanden dazu zwingen, barbrüstig baden zu dürfen, sie fordern nur gleiches Recht für alle.Gruß aus dem 8. Bezirk, geschätzter Dapeda!
in Hallenbädern ist "oben ohne" untersagt.Ansonsten möchte auch ich den Damen meine Unterstützung aussprechen; was sie fordern, ist nur recht und billig und vor allem wollen sie niemanden dazu zwingen, barbrüstig baden zu dürfen, sie fordern nur gleiches Recht für alle.Gruß aus dem 8. Bezirk, geschätzter Dapeda!
Mit der gleichen Begründung sollten Männer, die von sadistischen Vorgesetzten zum Anlegen eines Würgestricks (vulgo: Kravatte) gezwungen werden, die gleiche Argumentation anführen: Entweder die Frauen auch oder niemand. Lernt von den Schwedinnen!Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
In den nordischen Ländern, spz. Schweden, haben Frauen eine andere Mentalität. Sie verfügen über eine hauchdünne Sensibilität dafür aber eine harte, fast männliche Lebensart. Somit ist eine natürliche Schamgrenze nicht vorhanden. Die kann man (Gott sei Dank) nicht auf andere Länder übertragen. Im übrigen sind sicher einige Busen sehenswert. Bei den meisten sieht man lieber weg.
In den nordischen Ländern, spz. Schweden, haben Frauen eine andere Mentalität. Sie verfügen über eine hauchdünne Sensibilität dafür aber eine harte, fast männliche Lebensart. Somit ist eine natürliche Schamgrenze nicht vorhanden. Die kann man (Gott sei Dank) nicht auf andere Länder übertragen. Im übrigen sind sicher einige Busen sehenswert. Bei den meisten sieht man lieber weg.
wird Schwimmbäder mit Kopftuchzwang inkl. Männerausschluss geben. Da haben die barbusigen Damen eine echte Herausforderung. Meinen Segen haben sie jedenfalls.
Übrigens, wenn da so ein Kurzdenker daher kommt und sagt, es werde wegen der barbusigen Damen zu mehr Vergewaltigungen kommen, argumentiert er u.a. wie manche Kopftuch-Fetischisten, die da meinen, man müsse die Männer vor islamischen Haar schützen, damit sie nicht vergewaltigen. Eigentliche müsste man/frau doch die Männer wegsperren oder ihnen Augenbinden verpassen. Nicht wahr?
Sex, bzw. Erotik spielt sich im Kopf ab und hat viel mit Phantasie zu tun. Besonders bei Männern. Bei jenen, die immer nur verhüllte Frauen zu Gesicht bekommen, sorgt bereits der Anblick eines nackten Schenkels für eine enge Hose. Einem Nudisten fällt der besagte Schenkel gar nicht auf. Vom Busen ganz zu schweigen, weil Nacktheit nicht (unbedingt) mit Sex, dzw. der Bereitschaft für sexuelle Handlungen assoiziert wird und lediglich 0,1% tatsächlich unter der Rubrick "Augenweide" einzusortieren ist.In welcher Gruppe jetzt tatsächlich die Gefahr einer potentiellen Vergewaltigung höher ist, überlasse ich jetzt der geneigten Sicht der Leser.Zetti
Sex, bzw. Erotik spielt sich im Kopf ab und hat viel mit Phantasie zu tun. Besonders bei Männern. Bei jenen, die immer nur verhüllte Frauen zu Gesicht bekommen, sorgt bereits der Anblick eines nackten Schenkels für eine enge Hose. Einem Nudisten fällt der besagte Schenkel gar nicht auf. Vom Busen ganz zu schweigen, weil Nacktheit nicht (unbedingt) mit Sex, dzw. der Bereitschaft für sexuelle Handlungen assoiziert wird und lediglich 0,1% tatsächlich unter der Rubrick "Augenweide" einzusortieren ist.In welcher Gruppe jetzt tatsächlich die Gefahr einer potentiellen Vergewaltigung höher ist, überlasse ich jetzt der geneigten Sicht der Leser.Zetti
Ja, schoen dieses Engagement. Man sollte den engagierten Frauen Respekt zollen. Oder sollte man? Es scheint ja nicht wirklich ein sehr konfliktreicher Schauplatz zu sein, auf dem die Damen sich zum Tummeln entschlossen haben. Ich wuerde mir wuenschen, dass andere Themen, die Gleichberechtigung und Ausgrenzung in vielfaeltiger Form beinhalten, aehnlich motivierte Streiterinnen finden wuerden. Aber beim Einsatz fuer tatsaechlich benachteiligte gesellschaftliche Gruppen wie Alte, psychisch Kranke, koerperlich und geistig Behinderte, Auslaender, reicht es vielleicht nicht, gewisse Koerperteile in den Raum zu stellen und der Bewunderung zu harren (ob des Engagements, natuerlich!). Aber nu, vielleicht muss man ja heutzutage schon zufrieden sein, wenn ueberhaupt noch irgend jemand gegen irgend etwas aufbegehrt und nicht nur die naechste Ego-Befriedigung im Kopf hat. Man muss mit dem Material arbeiten, das da ist.
Stimmt vollkommen. Barbusige oder ganz nackte Frauen sind eher ein downturn, die Vergewaltigungsgefahr gleich Null. Bekleidete Frauen, wenn auch minimal, sind viel attraktiver.
Es ging mir eigentlich nicht darum, wie Frauen im Allgemeinen auf Männer attraktiver wirken.
Allerdings, wenn Ihre These zutreffen sollte, dann müsste Allah den Koran umschreiben, denn dann schützt das Kopftuch die Frauen ja gar nicht, wie es Allah eigentlich gerne hätte. Entweder hat Allah gepfuscht oder der Prophet hat nicht richtig zugehört
Es ging mir eigentlich nicht darum, wie Frauen im Allgemeinen auf Männer attraktiver wirken.
Allerdings, wenn Ihre These zutreffen sollte, dann müsste Allah den Koran umschreiben, denn dann schützt das Kopftuch die Frauen ja gar nicht, wie es Allah eigentlich gerne hätte. Entweder hat Allah gepfuscht oder der Prophet hat nicht richtig zugehört
Es ging mir eigentlich nicht darum, wie Frauen im Allgemeinen auf Männer attraktiver wirken.
Allerdings, wenn Ihre These zutreffen sollte, dann müsste Allah den Koran umschreiben, denn dann schützt das Kopftuch die Frauen ja gar nicht, wie es Allah eigentlich gerne hätte. Entweder hat Allah gepfuscht oder der Prophet hat nicht richtig zugehört
Hey ich finds toll, wie alle vom Oben-Ohne Artikel gleich zum Kopftuch brainstormen. Ist aber ein anderes Thema finde ich. Menschen die ihre Oberweite unter Bikinioberteilen verstecken tun das meist nicht aus religiösen Gefühlen heraus, sondern wegen anerzogener Scham.
Ich hab nix dagegen schöne Brüste zu sehen. Im Kino kommen die ja auch nicht mehr. Da waren die 80er Jahre ein Paradies gegen. Behaarte Straßenarbeiter können von mir aus auch rückenfrei Ballkeider tragen, da hätte ich auch nichts dagegen. Unter unserer Kleidung sind wir ja alle nackt.
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