Friedrich Hegel Genius c. t.
Der Student Georg Wilhelm Friedrich Hegel ist mit Hölderlin und Schelling befreundet, fällt aber selbst kaum auf. Was wäre heute aus diesem verborgenen Genie geworden?

Der deutsche Philosoph Georg Wilhelm Friedrich Hegel
Die Hegels sind keine genialen Leute.Sie sind Pfarrer, Schreiber und Advokaten aus der Steiermark und Kärnten, einer bringt es zum Bürgermeister von Großbottwar. Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der am 27. August 1770 in Stuttgart geboren wird, setzt diese Familientradition fort: Auch er gibt sich bieder, hegt seinen Genius im Verborgenen, ja, er hat Mühe, ihn überhaupt zu finden.
Nach allem, was man weiß, war Hegel ein fleißiger Schüler, unauffällig, gutwillig, bemüht, er schlug nicht über die Stränge. Doch ein fleißiger Schüler zu sein ist damals die Regel, man hat den Kindern noch nicht beigebracht, dass sich das Aufbegehren lohnt. Hegel besucht die Lateinschule in Stuttgart, geht dann aufs Gymnasium und macht 1780, ohne Aufsehen, die Reifeprüfung.
Während seines Philosophie- und Theologiestudiums am berühmten Tübinger Stift fällt Hegel weniger durch intellektuelle Leistungen auf als vielmehr durch seine gesellige Art. Er gilt als trinkfest, und wenn Kommilitonen etwas an ihm loben, ist es sein hintergründiger Humor.
Einer von Hegels ersten Biografen, der Philosoph Karl Rosenkranz, schreibt 1844: »Man fand an ihm damals nichts besonders Geistreiches heraus. Seine Jugendbekannten in Schwaben waren erstaunt, als er sie später mit seinem Ruhm überraschte. Das hätten wir, hieß es, vom Hegel nimmer gedacht! So gerne er auch mit jungen Damen verkehrte und so gut er gelitten war, so wenig glückte ihm doch bei ihnen. Alle diese Umstände vereinigten sich, ihm eine etwas schwerfällige Außenseite zu geben, ihn älter erscheinen zu lassen, als er war. Er bekam daher im Stift den Spitznamen: der alte Mann.«
Für Genialität sorgen in Tübingen zunächst nur die Freunde Hegels: der Dichter Friedrich Hölderlin etwa oder der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, den man für ein Wunderkind hält. Während einige Studienkollegen bereits auf den Höhen der zeitgenössischen Philosophie wandeln, übt sich Hegel noch in aufmerksamer Zurückhaltung; bei Diskussionen hört er lieber zu, als selbst das Wort zu ergreifen.
Nach zweijährigem Studium wird er 1790 zum Magister der Philosophie ernannt; drei Jahre später legt er sein theologisches Examen ab. Das Abschlusszeugnis, das man ihm ausstellt, entspricht zwar der listigen Unauffälligkeit, für die er in Tübingen bekannt ist, ist jedoch besser, als es Rudolf Haym, ein anderer Biograf Hegels, beschreibt: »Seine Lehrer gaben ihm das Zeugnis mit auf den Weg, dass er ein Mensch mit guten Anlagen, aber mäßigem Fleiß und Wissen, ein schlechter Redner und ein Idiot in der Philosophie sei…«
Im Herbst 1793 tritt Hegel eine Hauslehrerstelle in Bern an. Von dort aus unternimmt er im Sommer 1796 mit drei anderen Hauslehrern eine vierzehntägige Wanderung durch die Berner Ostalpen. Für seine Begleiter ist dieser Marsch Erholung; Hegel indes muss sich zwingen mitzulaufen. Seinem Reisetagebuch nach zu urteilen, fehlt ihm jede Beziehung zur Natur; der romantischen Naturschwärmerei, die in jenen Tagen in Mode kommt, gewinnt er nichts ab.
- Datum 12.12.2008 - 13:00 Uhr
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- Serie Ehemaligenverein
- Quelle ZEIT Campus 06/2008
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Was steht da über Hegel?
1770 geboren.
1780 bereits Abitur.
Und 1790 - nach zwei Jahren Studium - Magister.
Mit 10 Jahren Reifeprüfung? Na, meine Gratulation an diesen normal fleißigen Schüler, kein Wunder, dass jene Zeit so viele kluge Köpfe hervorbrachte!
Und dann acht Jahre Urlaub, bis er sich zum Studium entschloss?
Nein, ich möchte eher davon ausgehen, dass er 1788, und nicht 1780, zu seiner Reifeprüfung kam.
Nein, ich schlag das jetzt nicht extra im Lexikon nach, das ist eigentlich Aufgabe des Artikelverfassers. :-)
Hegel, säße er heute vis á vis Jauch, würde die 300 Euro-Frage "Wie heißt der Mann von Madonna?" gar nicht verstehen. Auch nicht, wenn man ihm vier Antworten vorgäbe.
Und vice versa: Er würde heute über die Phänomenologie des Geistes II. oder andere philosophische Aspekte Auskunft geben können - egal, ob dies nun die 32.000 oder die 1.000.000 Euro-Frage wäre.
Ob er sich ansonsten in einer Zeit des Dschungelcamps und des DsdS-Spektakels wohl fühlen würde, darf bezweifelt werden. Fernsehtauglich ist auch Sloterdijk nicht, er übernimmt beim ZDF die Nachtschicht - quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
würde auch heute wieder bejubelt werden und könnte seine Hegelei, seinen hohlen Wortkram, seine leeren Worthülsen, mit denen kein nicht komplett desorganisierter Geist ebbes anfangen kann, erneut unter dem tosenden Beifall des insipiden Pöbels zur öffentlichen, abscheulichen Aufführung bringen, welche schon bald, nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Erde, einen noch nie dagewesenen Ruhm erzeugen würde.
Hegel würde seinen morgigen Todestag mit Rum begießen und anschließend würde er zugeben, dass der intelligente Philosoph Arthur Schopenhauer in allem Recht gehabt habe. Allerdings ist das nur hypothetisch, da Hegel, wie wir ja alle wissen, tot ist und nicht mehr lebendig wird. Vielleicht gehe ich morgen an seinem Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin vorbei und lege ein paar Gänseblümchen nieder. Wahrscheinlich mache ich dann auch noch Halt am Grab des ehemaligen Bundespräsidenten Rau, der sich diese letzte Ruhestätte ausdrücklich gewünscht hatte.
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'Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.'
Hegel würde seinen morgigen Todestag mit Rum begießen und anschließend würde er zugeben, dass der intelligente Philosoph Arthur Schopenhauer in allem Recht gehabt habe. Allerdings ist das nur hypothetisch, da Hegel, wie wir ja alle wissen, tot ist und nicht mehr lebendig wird. Vielleicht gehe ich morgen an seinem Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin vorbei und lege ein paar Gänseblümchen nieder. Wahrscheinlich mache ich dann auch noch Halt am Grab des ehemaligen Bundespräsidenten Rau, der sich diese letzte Ruhestätte ausdrücklich gewünscht hatte.
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'Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.'
Hegel würde seinen morgigen Todestag mit Rum begießen und anschließend würde er zugeben, dass der intelligente Philosoph Arthur Schopenhauer in allem Recht gehabt habe. Allerdings ist das nur hypothetisch, da Hegel, wie wir ja alle wissen, tot ist und nicht mehr lebendig wird. Vielleicht gehe ich morgen an seinem Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin vorbei und lege ein paar Gänseblümchen nieder. Wahrscheinlich mache ich dann auch noch Halt am Grab des ehemaligen Bundespräsidenten Rau, der sich diese letzte Ruhestätte ausdrücklich gewünscht hatte.
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'Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte.'
Ich denke für Hegel gilt das, was für alle erleuchteten Geister gilt:
Indem man sucht menschliche Erkenntniß und Einsicht zu fördern, wird man stets den Widerstand des Zeitalters empfinden, gleich dem einer Last, die man zu ziehen hätte, und die schwer auf den Boden drückt, aller Anstrengung trotzend. Dann muß man sich trösten mit der Gewißheit, zwar die Vorurtheile gegen sich, aber die Wahrheit für sich zu haben, welche, sobald nur ihr Bundesgenosse, die Zeit, zu ihr gestoßen sein wird, des Sieges vollkommen gewiß ist, mithin, wenn auch nicht heute, doch morgen.
Hegel, wie andere große Denker, sind jeder für sich einmalig. Die ganze Geschichte der Philosophie, nach und vor ihnen, kann an das Denken eines jeden von ihnen gemessen werden, das heißt ja ein großer Philosoph zu sein. Jede Denkfigur ist eine intensive Singularität. Deswegen kann kein Student heute, wie gestern oder morgen, das sein oder das werden, was Hegel war. Es ist vielmehr ein Irrsinn es zu wollen.
Der Artikel beklagt sozusagen, dass die heutigen eher auf die Verpackung achten als auf den Inhalt. Genauso gilt es für die Eigenschaften, die im Artikel genannt werden. Das ist nur Verpackung. Geht man in den Inhalt, zeigt sich Hegels Einmaligkeit, Nicht-widerholbarkeit.
Na ja, für Schopenhauer gilt wohl das gleiche Urteil, das schon Marx über Auguste Comte gefällt hat: "Un nain à côté de Hegel"!
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