Mensagespräch mit Götz Alsmann Solidaritätsliederabend
Der Entertainer Götz Alsmann singt, spielt Klavier und hat immer ein Zimmer frei. Ein Gespräch über Marx, Mao und Musik, in dem seine Frisur völlig unerwähnt bleibt

"Zimmer-Frei"-Moderator Götz Alsmann
Dr. Götz Alsmann, 51, nennt sich selbst »das älteste Wunderkind des deutschen Fernsehens«. Wenn er nicht gerade für die Fernseh-WG der Sendung Zimmer frei einen neuen Mitbewohner sucht, tourt er mit seiner Swingband durchs Land und moderiert alles, was ihm über den Weg läuft. Eigentlich wollte er Ethnologie und Archäologie studieren, entschied sich doch für Musikwissenschaft und grub statt Knochen Jazzplatten für seine erste Radioshow aus. Ein großer Mensa-Fan war er nie. Überliefert ist sein Satz: »Sieht nach Regen aus, ist aber der Kaffee«, der angeblich in der Münsteraner Mensa das erste Mal fiel.
ZEIT CAMPUS: Herr Alsmann, wie heißt die Hauptstadt von Kirgistan?
Götz Alsmann: Bischkek. Hieß früher Frunse, benannt nach dem alten Kampfgefährten von Lenin.
ZEIT CAMPUS: Und die Nachbarstaaten von Tadschikistan?
Alsmann: Afghanistan, China, Usbekistan (überlegt und schiebt in der Luft imaginäre Länder über eine Karte) – und wieder Kirgistan. Das ist so klein, man unterschätzt das immer.
ZEIT CAMPUS: Man sagt Ihnen ja ein erstaunliches Gedächtnis nach, nicht nur für Asien. Benjamin von Stuckrad-Barre hat über Sie geschrieben, Ihr größtes Talent sei es, jederzeit einen Scherz machen zu können, den jeder kennt, den aber keiner parat hat.
Alsmann: Ich habe bei ihm ja immer den Eindruck, dass er sich selbst meint, wenn er über andere schreibt.
ZEIT CAMPUS: Wie steht es mit dem Gedächtnis in Bezug auf »Zimmer frei«?
Alsmann: Sehr unterschiedlich.
ZEIT CAMPUS: Was war zum Beispiel das Furchtbarste, was Sie vor der Kamera essen mussten?
Alsmann: Der Kabarettist Wilfried Schmickler hatte sich ein Essen gewünscht, das hieß »Sauerloch«: ein Vulkan aus Kartoffelpüree mit einem See aus Tütensoße in der Mitte. Das war eine der Sendungen, in denen ich nichts gegessen habe.
ZEIT CAMPUS: Ist der Koch dann beleidigt?
Alsmann: Der war beleidigt, dass er das kochen sollte.
ZEIT CAMPUS: Der unmusikalischste Gast?
Alsmann: Alice Schwarzer. Sie hat gesagt, sie wolle Triangel spielen, und hat damit den Fehler gemacht, den alle machen: Sie halten die Triangel nicht für ein Musikinstrument. Sie stand da, ich habe etwas gespielt, und sie hat irgendwann einfach draufgehauen. Das war ziemlich, also: Donnerwetter! Verona Feldbusch war ähnlich, sie hat La Cucaracha – na, »gesungen« kann man nicht sagen, »sabotiert« trifft es besser. Sie hat eigentlich die ganze Sendung sabotiert.
- Datum 19.03.2009 - 10:41 Uhr
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- Serie In der Mensa mit
- Quelle ZEIT Campus, 18.02.2009
- Kommentare 5
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Kompliment, ein sehr kurzweiliges Interview!
Dr. Götz Alsmann halte ich heute noch für maßlos unterschätzt. Was der alles weiß, was der alles kann und wie der Musik macht - wer kann das denn noch!? So leicht und locker, nie verbiestert. Nie mit erhobenem Zeigefinger. Swing... ing... ing...
Als man noch bunte Abende im Radio übertrug, wäre er der richtige Moderator gewesen. So angenehm konservativ mit seiner uralten Mao-Gesinnung. Und heute? Wer erlaubt sich im Radio oder Fernsehen noch eine eigene Meinung? Das konjunktivistische Zeitalter - man sollte, man müsste, man könnte ja mal... - einfach furchtbar!
Nichts gegen Gottschalk: Aber Alsmann ist besser.
Nichts gegen Harald Schmidt (von Pocher ganz zu schweigen!): Aber Alsmann ist besser.
Nichts gegen Justus Frantz: Aber Götz Alsmann ist besser.
versteht es zu amüsieren und gilt als recht guter Musiker ... warum nur fühle ich mich dann so oft von ihm mächtig genervt? Muss wohl an mir liegen.
Die Antwort hat aber mal wieder Witz:
"ZEIT CAMPUS: Einer, der in einer Killer-WG wohnt. Alsmann: Das tue ich ja bereits."
Knüppel
P.S. mir gefällt Götz Alsmann immer dann am besten, wenn er andere ausreden läßt, was allerdings selten zu beobachten ist ...
und zwar am Sonntag, 28.09.08, als Theo Dorn in Zimmerfrei war. Ein intellektueller Höhenflug, den Götz wohl faszinierte :o))
Gebt dem Alsmann ein Klavier und ein Mikrofon! Dann macht er eine Stunde. Zwei Stunden! Drei Stunden! Vier Stunden! Ohne Unterbrechung! Der braucht, um eine Sendung zu füllen, keine weiteren oberflächlichen Talks.
Ansonsten, Knüppel, bin ich auch eher fürs Ausreden. Das soll jetzt aber keine Ausrede sein... ,-)
und zwar am Sonntag, 28.09.08, als Theo Dorn in Zimmerfrei war. Ein intellektueller Höhenflug, den Götz wohl faszinierte :o))
Gebt dem Alsmann ein Klavier und ein Mikrofon! Dann macht er eine Stunde. Zwei Stunden! Drei Stunden! Vier Stunden! Ohne Unterbrechung! Der braucht, um eine Sendung zu füllen, keine weiteren oberflächlichen Talks.
Ansonsten, Knüppel, bin ich auch eher fürs Ausreden. Das soll jetzt aber keine Ausrede sein... ,-)
und zwar am Sonntag, 28.09.08, als Theo Dorn in Zimmerfrei war. Ein intellektueller Höhenflug, den Götz wohl faszinierte :o))
Götz Alsmann widmet sich mit seiner Band einer Musik, die man, wie er selbst sagt, als verklungen bezeichnen muss. Auf seiner Webseite kann man unter der Rubrik Jazzschlager des Monats einige Originalaufnahmen von Künstlern hören, von denen viele heute vergessen sind. Beispielsweise Gitta Lind mit ihrem Lied Ein Traum aus dem Jahre 1952. Alsmann über Lind:
Gitta Lind (1925 - 1974) war die Verkörperung dessen, was Schlagersängerinnen in anderen Zeiten als der unseren können mussten, um Erfolg zu haben. Als ausgebildeter Opernsopran mit viel versprechenden Karriereaussichten, konvertierte sie zur leichten Muse, wo sie mit ihrer unglaublichen Stimme und ihrem oft
ungewöhnlichen Repertoire auf sich aufmerksam machte.
Ich finde es großartig, dass Götz Alsmann auf dieses zu Unrecht vergessene Repertoire aufmerksam macht und es in seinen Konzerten in eigener Bearbeitung präsentiert. Götz is great!
Gebt dem Alsmann ein Klavier und ein Mikrofon! Dann macht er eine Stunde. Zwei Stunden! Drei Stunden! Vier Stunden! Ohne Unterbrechung! Der braucht, um eine Sendung zu füllen, keine weiteren oberflächlichen Talks.
Ansonsten, Knüppel, bin ich auch eher fürs Ausreden. Das soll jetzt aber keine Ausrede sein... ,-)
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