Wirtschaftskolumne Gewinn mit Eis-Dealen

In welche Firmen soll ich bloß mein Geld investieren? Das fragt sich unser Kolumnist Mister Moneypenny

Ich habe ein Laster. Ich wette. Nicht um Geld, sondern um Eiskugeln. Jedes Wochenende tippe ich mit meinem besten Freund Björn, wie die Spiele der Bundesliga ausgehen. Der Gewinner bekommt eine Kugel Eis, am Saisonende wird aufsummiert und aufgegessen. Das Problem ist, dass ich mehr und mehr verfette.

Regelmäßig falsch liege ich bloß bei meinem Lieblingsverein. Wie jeder Fan überschätze ich die eigene Mannschaft. Träfen meine Tipps ein, der VfB Stuttgart wäre seit zehn Jahren ununterbrochen Meister.

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Es gibt diese Überschätzung auch bei Geld. Privatanleger kaufen meist Wertpapiere aus dem eigenen Land, weil sie glauben, deren Risiken besser beurteilen zu können. Das ist der Home Bias . Natürlich fährt man eher schlecht, wenn man sein Geld in einer Region bunkert, und sei es die Heimat.

Dass es anders geht, haben drei US-Forscher beschrieben. Sie haben den Alumni Bias entdeckt: Amerikanische Fondsmanager investieren vor allem in Firmen, deren Führungskräfte sie über die Uni kennen. Das lohnt sich. Mit diesen Aktien erzielen sie im Schnitt eine um mehr als acht Prozent höhere Rendite.

Irgendwo muss noch mein altes Uni-Jahrbuch liegen. Ich sollte mal wieder reinschauen. Vielleicht kann ich den einen oder anderen ja zum Eis einladen.

»Mister Moneypenny« heißt eigentlich Marc Brost. Der 37-Jährige ist Wirtschaftskorrespondent der ZEIT. Für ZEIT CAMPUS beleuchtet er, warum wir in Sachen Wirtschaft so irrational handeln

 
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