Zulieferer Auf der Suche nach dem perfekten Plopp
Autos haben einen eigenen Sound. Wie dieser die Kaufentscheidung beeinflusst, verrät Christof Köster im Interview
ZEIT CAMPUS: Herr Köster, Sie sind beim Automobilzulieferer Witte Automotive für das Sounddesign verantwortlich. Wie klingt die perfekte Heckklappe?
Christof Köster: Sie macht ein sattes, dumpfes Geräusch, wenn sie zufällt. Damit wird ein gewisser Wert verbunden. Wenn eine Heckklappe sehr hohe Töne von sich gibt oder noch etwas nachschwingt, hört sich das weniger wertig an. Schlösser beeinflussen das Geräusch der gesamten Klappe. Deshalb erwarten unsere Kunden, dass sich unsere Schließsysteme auch gut anhören.
ZEIT CAMPUS: Ist es nicht das Wichtigste, dass eine Heckklappe gut schließt?
Köster: Natürlich, die Sicherheit ist die Grundvoraussetzung und kommt an erster Stelle. Über das Sounddesign können sich die Automobilfirmen aber voneinander absetzen.
ZEIT CAMPUS: Merkt der normale Autofahrer da wirklich einen Unterschied?
Köster: Unbewusst sicherlich: Wenn er die einzelnen Teile eines Fahrzeugs – Türen, Kofferraum, Blinker – ausprobiert und sich das Ganze billig anhört, beeinflusst das die Kaufentscheidung. Ich kenne das von mir selbst. In einem Fahrzeug, in dem die Tür mit einem satten Plopp ins Schloss fällt, fühle ich mich auch sicherer.
ZEIT CAMPUS: Doch das ist ein Trugschluss. Schließlich ist der dumpfe Ton extra designt.
- Datum 22.07.2009 - 10:06 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.06.2009 Nr. 04
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