Berufseinstieg Live auf SendungSeite 2/2

Und so stand ich plötzlich ohne jede TV-Moderationserfahrung auf der Jubiläumsfeier eines Hamburger Kinos. Mit Einspielfilm, einem Talkgast und ungewohntem "Knopf im Ohr" war ich "live on air". Auch das hat gut geklappt, obwohl ich – rückblickend betrachtet – von den Tücken des TV-Geschäftes wenig Ahnung hatte. Im Fernsehen muss ein Reporter ja nicht nur ein gutes Interview führen, sondern dabei auch in die richtige Kamera blicken, nicht zu viel herumzappeln, darauf achten, dass auch der Gast im Bild ist, die Zeitvorgaben der Regie beachten und so weiter.

Nach einem Jahr als Reporterin wurde ich zur Anchor-Woman des Hamburg Journals befördert, und von dort kam ich dann zur ARD- Tagesschau. Seit dem 18. März 2008 präsentiere ich die Hauptausgabe um 20 Uhr, und in gewisser Weise war das wieder ein erstes Mal, denn plötzlich lastete der Druck auf mir, vor zehn Millionen Menschen zu sprechen. Albträume im Vorfeld, zitternde Knie – alles inklusive. Doch auch hier half mir das, was ich an dem Morgen, an dem Kai von Bargen verschlief, gelernt habe: Ruhig bleiben! Ausatmen, mit beiden Beinen erden und mit Tunnelblick auf die Sache konzentrieren – Techniken, die ich später noch in Seminaren vertiefen konnte. So bin ich zumindest gut vorbereitet. Denn erste Male gibt es immer wieder.

Protokoll: Maren Soehring

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service