Geisteswissenschaften Grund zum Heulen?

Germanisten und Philosophen haben es heute in der Arbeitswelt schwerer als andere Akademiker. Wie Geisteswissenschaftler trotzdem glücklich werden können.

Geisteswissenschaftler verdienen in der Regel weniger als Ingenieure. Nicht alle sind darüber betrübt

Geisteswissenschaftler verdienen in der Regel weniger als Ingenieure. Nicht alle sind darüber betrübt

Ein Witz geht so: Zwei Männer sitzen an einer Kreuzung. Da kommt ein Reisender des Weges. Er spricht sie freundlich auf Englisch an: Wo bitte der Weg in die nächste Stadt sei? Die Männer verstehen nicht. Da versucht es der Fremde auf Italienisch und Französisch, auf Russisch, Slowakisch und Chinesisch, schließlich auf Hochbalinesisch. Kopfschütteln. Enttäuscht kehrt der Fremde um. "Der konnte aber viele Sprachen", sagt schließlich einer der Männer. "Na und – hat’s ihm was genützt?", sagt der andere und zuckt mit den Schultern.

Es könnte auch ein Witz über Geisteswissenschaftler sein, die ins Berufsleben starten. Ihr fachliches Wissen interessiert in der Wirtschaftswelt oft keinen. Darauf, argumentieren Optimisten, komme es ja auch gar nicht an; vielmehr hätten Geisteswissenschaftler die viel gerühmten "Schlüsselqualifikationen". Sie können sich schnell neues Wissen erschließen, können kommunizieren, organisieren und analysieren. Damit bringen sie genau das mit, was in der globalen Wissensgesellschaft gefragt ist, die den klugen Umgang mit immer neuen Fragen verlangt und nicht das Abrufen fester Wissensbestände.

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Warum Geisteswissenschaften? Sechs gute Gründe

Weil man nur Dinge, die man gern macht, auch gut macht. Ingenieure verdienen besser? Doch deshalb ist ein Ingenieurstudium nicht automatisch die bessere Alternative. Wer etwas nicht aus Interesse, sondern aus vermeintlicher "Vernunft" studiert, hält das Studium seltener durch. Aber: Nicht jeder, der Geisteswissenschaften studiert, tut dies aus Begeisterung, wie gerne unterstellt wird. Wer merkt, dass er nur aus Unschlüssigkeit da ist, sollte noch mal über seine Fächerwahl nachdenken.

2.

Was Erfolg ist, muss jeder für sich selber wissen. Geld jedenfalls finden Abiturienten, die sich für Geisteswissenschaften entscheiden, weniger wichtig als andere. Studenten der Geisteswissenschaften sagen auch seltener als andere, dass sie studieren, um eine gute Stelle zu bekommen. Aber: Es gibt einen Unterschied zwischen "nicht superviel verdienen müssen" und "kaum etwas verdienen". Gerade in den begehrten Bereichen Medien und Kultur kommt Letzteres immer wieder vor.

3.

Weil man die Welt so besser versteht, jedenfalls ein bisschen. Denn die Geisteswissenschaften analysieren das menschliche Treiben aus der Distanz, sie eröffnen neue Perspektiven auf Gewohntes. Aber: Nicht jede Vorlesung erfüllt diesen schönen Anspruch. Herausgelöstes Klein-Klein muss man sich jedoch nicht bieten lassen; die "Sinnfrage" darf jeder Student stellen.

4.

Weil man sich so schön überlegen fühlen kann und zum Beispiel mit Schiller über den karriereorientierten "Brotgelehrten" spotten kann, "der nur darum die Kräfte seines Geistes in Bewegung setzt, um dadurch seinen sinnlichen Zustand zu verbessern und eine kleinliche Ruhmsucht zu befriedigen". Aber: Den Job müssen später viele in der Welt der Brotgelehrten finden. Da kann sich das Überlegenheitsgefühl schnell ins Gegenteil wandeln.

5.

Weil es auch jemanden geben muss, der die Dinge verkompliziert. Einen Sachverhalt aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, Dinge hinterfragen und vorschnelle Lösungen kritisieren, das können Geisteswissenschaftler besonders gut, und sie machen es gerne. Damit nerven sie andere; und das ist auch gut so!

6.

Weil das mit den Schlüsselqualifikationen kein billiger Trost ist, sondern wirklich stimmt: Dass sie Geisteswissenschaftlern beim Start ins Berufsleben helfen, zeigen Studien. Aber: Ansehen kann einem diese Fähigkeiten keiner. Man muss erst mal die Gelegenheit erhalten, sie unter Beweis zu stellen.

Geisteswissenschaftler sind in dieser Perspektive die Avantgarde am Arbeitsmarkt der Wissensgesellschaft; die Unternehmen müssten sie demzufolge eigentlich umwerben und bestens entlohnen. Tun sie aber nicht, im Gegenteil. Geisteswissenschaftler haben es bei Berufsstart und Karriere viel schwerer als zum Beispiel Betriebswirte und Ingenieure. Das ist nicht nur eine Sorge von Eltern und Großeltern, die zu viel über taxifahrende Germanisten gelesen haben. Es ist die Realität.

Als das Hochschul-Informations-System in Hannover Absolventen aller Fachrichtungen zehn Jahre nach Studienende befragte, wie es ihnen ergangen sei, zeigte sich: Die Geisteswissenschaftler verdienten ein Viertel weniger als der Schnitt der Absolventen und weniger als die Hälfte von dem, was der durchschnittliche Wirtschaftsingenieur aufs Konto bekommt. Ein Viertel der befragten Geisteswissenschaftler arbeitete in einem Job, in dem ein Hochschulabschluss nicht die Regel ist, und empfand die berufliche Position als nicht angemessen.

Leser-Kommentare
  1. Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen und Polemik. Danke, die Redaktion/se.

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    Lieber Zaitberg
    Eines beherrscht aber jeder Geisteswissenschaftler garantiert besser als Ihre Wenigkeit: Die deutsche Orthographie.
    Grüße von einer Sozialwissenschaftlerin

    "Eine Wahrheit wird nämlcih immer verschwiegen: Geisteswissenschaftler sind überdruchschnittlich oft Nichtskönner und Faulpelze."

    Hahahahaha. Lange nicht mehr so laut gelacht. Hier sieht man nur wieder, wie die Geisteswissenschaften systematisch von der Gesellschaft entwertet worden sind. Ich weiß nicht was Sie studiert haben, aber zumindest kann ich Ihnen schon mal eine fantastisch eindimensionale Sicht auf die Welt bescheinigen.

    Zum Thema: Ich habe selber acht Monate suchen müssen, um am Ende in die wunderbare Welt der Wirtschaft aufgenommen zu werden. Ich hatte erwartet, dass mehr als ein Arbeitgeber zumindest eine gewisse Neugier bei meinem ungewöhnlichen Lebenslauf entwickeln würde (mehrere Sprachen, zwei Jahre im Ausland studiert und gearbeitet, 1.7 Abschluss). Offensichtlich zieht sich das Gedankengut, dass sich auch in den Kommentaren teilweise widerspiegelt durch die Personalabteilungen deutscher Unternehmen. Am Ende glaube ich aber auch, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Mir wurde die Bedeutung von Praktika, Praxiserfahrung und ähnlichem einfach nicht vermittelt (weder in der Uni, noch von Familie oder Freunden).

    In meinem Unternehemen sehe ich bereits jetzt, wo meine Stärken in Zukunft zum Tragen kommen. Ich bemitleide weniger uns Geisteswissenschaftler, als die vielen Unternehmen, die aufgrund ihrem mangelnden Mutes zur Alternative sehr viele gute Köpfe einfach nicht bei ihrer Auswahl berücksichtigen und sich somit selber schaden.

    „einen Diplom-Nichtskönner, den man bestenfalls zum Schreiberling verwenden kann.“

    Staunen Sie ruhig, aber eben das Schreiben ist DIE geisteswissenschaftliche Tätigkeit. Bestenfalls ist also das Optimum.

    Dass Sie das nicht verstehen, erklärt auch, warum Sie die Entlohnung der Geisteswissenschaftler im Vergleich zu Gesellen/Facharbeiter_innen im TVÖD als ungerechtfertigt empfinden.

    Vielleicht überschätzen Sie Ihre Fähigkeiten und sind doch nicht in der Lage, die Arbeit eines Geisteswissenschaftlers angemessen zu beurteilen? Vielleicht fehlt Ihnen das Rüstzeug dazu?

    Ja, so ist es wohl: Geisteswissenschaftler sind Faulpelze; folglich sind BWLer Blender und Ausländer nehmen den Deutschen die Arbeitsplätze weg. Ich bin - gelinde gesagt - erschrocken über diese beschränkte und von Vorurteilen behaftete Denkweise.

    ...als Magister der Geographie/Germanistik hat es mich in den Marketing-Bereich verschlagen. Beharrlichkeit, Phantasie und die erlernte Möglichkeit, Sachverhalte passend zu beschreiben bzw. zu entwickeln, haben zu einem - zumindest für mich - erfolgreichen Weg verholfen. Merkwürdig waren die sog. Wirtschaftswissenschaftler, die mir auf dem beruflichen Weg begegnet sind, gleich ob als Geshäftsführer oder als sog. Direktoren.

    Alle waren in ihren beruflichen Expertisen Marketingexperten, eine genaue Vorstellung bei konkreter Themenbearbeitung hatten sie jedoch nie. Die Krönung war ein Herr, der einst Philosophie studierte, sich aber später "Richtung WW entschied, weil Geld verdient werden musste". Soziale Inkompetenz, fehlende Phantasie und Politiker ähnliche Sprachblasen begleiteten dann das Tagesgeschäft.

    Eines ist ganz sicher: Die mehr und mehr Consultant-BWL/VWL dominierte Berufsszene schützt ihre Pfründe und lässt naturgenmäß Andersartiges nicht gelten. Deshalb kann ich nur an die Geisteswissenschaft(ler) appellieren, nie aufzugeben und immer den Weg zu gehen, der individuell Spaß macht, aber auch mit Inhalten gedanklich-phantasievoller Art verknüpft ist.

    Denn nur Phantasie und Ideen bringen eine Gesellschaft weiter, Sparer, oder worthülsenerzeugende Wirtschaftler weniger...

    Lieber Zaitberg
    Eines beherrscht aber jeder Geisteswissenschaftler garantiert besser als Ihre Wenigkeit: Die deutsche Orthographie.
    Grüße von einer Sozialwissenschaftlerin

    "Eine Wahrheit wird nämlcih immer verschwiegen: Geisteswissenschaftler sind überdruchschnittlich oft Nichtskönner und Faulpelze."

    Hahahahaha. Lange nicht mehr so laut gelacht. Hier sieht man nur wieder, wie die Geisteswissenschaften systematisch von der Gesellschaft entwertet worden sind. Ich weiß nicht was Sie studiert haben, aber zumindest kann ich Ihnen schon mal eine fantastisch eindimensionale Sicht auf die Welt bescheinigen.

    Zum Thema: Ich habe selber acht Monate suchen müssen, um am Ende in die wunderbare Welt der Wirtschaft aufgenommen zu werden. Ich hatte erwartet, dass mehr als ein Arbeitgeber zumindest eine gewisse Neugier bei meinem ungewöhnlichen Lebenslauf entwickeln würde (mehrere Sprachen, zwei Jahre im Ausland studiert und gearbeitet, 1.7 Abschluss). Offensichtlich zieht sich das Gedankengut, dass sich auch in den Kommentaren teilweise widerspiegelt durch die Personalabteilungen deutscher Unternehmen. Am Ende glaube ich aber auch, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Mir wurde die Bedeutung von Praktika, Praxiserfahrung und ähnlichem einfach nicht vermittelt (weder in der Uni, noch von Familie oder Freunden).

    In meinem Unternehemen sehe ich bereits jetzt, wo meine Stärken in Zukunft zum Tragen kommen. Ich bemitleide weniger uns Geisteswissenschaftler, als die vielen Unternehmen, die aufgrund ihrem mangelnden Mutes zur Alternative sehr viele gute Köpfe einfach nicht bei ihrer Auswahl berücksichtigen und sich somit selber schaden.

    „einen Diplom-Nichtskönner, den man bestenfalls zum Schreiberling verwenden kann.“

    Staunen Sie ruhig, aber eben das Schreiben ist DIE geisteswissenschaftliche Tätigkeit. Bestenfalls ist also das Optimum.

    Dass Sie das nicht verstehen, erklärt auch, warum Sie die Entlohnung der Geisteswissenschaftler im Vergleich zu Gesellen/Facharbeiter_innen im TVÖD als ungerechtfertigt empfinden.

    Vielleicht überschätzen Sie Ihre Fähigkeiten und sind doch nicht in der Lage, die Arbeit eines Geisteswissenschaftlers angemessen zu beurteilen? Vielleicht fehlt Ihnen das Rüstzeug dazu?

    Ja, so ist es wohl: Geisteswissenschaftler sind Faulpelze; folglich sind BWLer Blender und Ausländer nehmen den Deutschen die Arbeitsplätze weg. Ich bin - gelinde gesagt - erschrocken über diese beschränkte und von Vorurteilen behaftete Denkweise.

    ...als Magister der Geographie/Germanistik hat es mich in den Marketing-Bereich verschlagen. Beharrlichkeit, Phantasie und die erlernte Möglichkeit, Sachverhalte passend zu beschreiben bzw. zu entwickeln, haben zu einem - zumindest für mich - erfolgreichen Weg verholfen. Merkwürdig waren die sog. Wirtschaftswissenschaftler, die mir auf dem beruflichen Weg begegnet sind, gleich ob als Geshäftsführer oder als sog. Direktoren.

    Alle waren in ihren beruflichen Expertisen Marketingexperten, eine genaue Vorstellung bei konkreter Themenbearbeitung hatten sie jedoch nie. Die Krönung war ein Herr, der einst Philosophie studierte, sich aber später "Richtung WW entschied, weil Geld verdient werden musste". Soziale Inkompetenz, fehlende Phantasie und Politiker ähnliche Sprachblasen begleiteten dann das Tagesgeschäft.

    Eines ist ganz sicher: Die mehr und mehr Consultant-BWL/VWL dominierte Berufsszene schützt ihre Pfründe und lässt naturgenmäß Andersartiges nicht gelten. Deshalb kann ich nur an die Geisteswissenschaft(ler) appellieren, nie aufzugeben und immer den Weg zu gehen, der individuell Spaß macht, aber auch mit Inhalten gedanklich-phantasievoller Art verknüpft ist.

    Denn nur Phantasie und Ideen bringen eine Gesellschaft weiter, Sparer, oder worthülsenerzeugende Wirtschaftler weniger...

    • diskus
    • 16.09.2009 um 12:10 Uhr

    Leider hat mir in meinem nicht-geisteswissenschaftlichen Studium nie jemand beigebracht, mich schnell in neue Inhalte einzuarbeiten oder Aussagen kritisch zu hinterfragen. Über meine Ziele im Leben habe ich als Informatiker eigentlich auch nie nachgedacht, schliesslich reicht das Geld ja für das aktuelle World-Of-Warcraft-Abo. Na da bin ich aber froh, dass ich in meinem drögen, abwechslungsarmen und völlig lebensfremden Job, in dem ich genau das mache, was ich auch schon 6 Jahre im Studium gemacht habe, wenigstens genug Geld verdiene, um den nächsten Termin beim Zahnarzt bezahlen zu können...
    Mal im Ernst: ich bewundere die Geisteswissenschaftler in meinem immer für ihre Kreativität, Spontanität, Vielseitigkeit und ihren guten Geschmack, aber Reflektiererei über sich selbst und den Rest der Welt als Schlüsselqualifikation und/oder Hauptaufgabe eines Geisteswissenschaftlers zu verkaufen, das ist dann doch ein bissel knapp, oder?

    • Kenjin
    • 16.09.2009 um 12:16 Uhr

    Wenn ich Philosophie studiere, dann mit dem Ziel spaeter auch mein Brot mit der Philosophie zu verdienen. Es stimmt mich persoenlich traurig, dass diese Geisteswissenschaft so imens an Stellenwert verloren hat. Ganz besonders sieht man dies, zumindest in meiner Stadt, in den verschiedenen Buchhandlungen. Die Regale, frueher einmal gut bestueckt, werden nun immer kleiner und kleiner. Frueher fuenf Reihen, heute nur noch eine. Niemanden interessiert sich mehr fuer eine Wissenschaft, die eigentlich jeden etwas angeht, die sich so tief mit uns selbst beschaeftigt wie keine andere.

  2. Lieber Zaitberg
    Eines beherrscht aber jeder Geisteswissenschaftler garantiert besser als Ihre Wenigkeit: Die deutsche Orthographie.
    Grüße von einer Sozialwissenschaftlerin

    Antwort auf "Eine Runde Mitleid"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • drelux
    • 17.09.2009 um 14:35 Uhr

    Liebe amelia_s,

    offensichtlich beherrscht nicht jede Sozialwissenschaftlerin die deutsche Orthographie perfekt. Ich hätte Ihren Kommentar so geschrieben:

    __________________
    Lieber Zaitberg,
    eines beherrscht aber jeder Geisteswissenschaftler garantiert besser als Ihre Wenigkeit: die deutsche Orthographie.
    _________________

    Drei Fehler in diesem kurzen Text!

    Grüße von einem, der keine Geisteswissenschaften studiert hat.

    • Loki45
    • 17.09.2009 um 15:09 Uhr

    Diese Antwort ist einer Sozialwissenschaftlerin unwürdig, sie sollten mangelnde Orthografiekenntnisse und Tippfehler zu unterscheiden wissen!

    Todo claro?

    • drelux
    • 17.09.2009 um 14:35 Uhr

    Liebe amelia_s,

    offensichtlich beherrscht nicht jede Sozialwissenschaftlerin die deutsche Orthographie perfekt. Ich hätte Ihren Kommentar so geschrieben:

    __________________
    Lieber Zaitberg,
    eines beherrscht aber jeder Geisteswissenschaftler garantiert besser als Ihre Wenigkeit: die deutsche Orthographie.
    _________________

    Drei Fehler in diesem kurzen Text!

    Grüße von einem, der keine Geisteswissenschaften studiert hat.

    • Loki45
    • 17.09.2009 um 15:09 Uhr

    Diese Antwort ist einer Sozialwissenschaftlerin unwürdig, sie sollten mangelnde Orthografiekenntnisse und Tippfehler zu unterscheiden wissen!

    Todo claro?

  3. Wo haben Sie diese angebliche "Wahrheit" her? Wohl nicht aus wirklicher Erfahrung mit geisteswissenschaftlichen Studiengängen. Dann wüssten Sie nämlich, dass man gerade dort mit bloßem Auswendiglernen nicht weit kommt, sondern die Themen wirklich verstehen, reflektiert beurteilen, zueinander in Verbindung setzen und eigene Meinungen dazu entwickeln und darstellen können muss. "Durchmogeln" kann man sich vielleicht noch zu Anfang des Bachelorstudiums, wo man in Klausuren in Massenvorlesungen leider oft nur die vom Professor zuvor referierten Inhalte wiedergeben muss. Aber probieren Sie mal diese Strategie in einer Hausarbeit, in der Sie die Positionen Nietzsches und Schopenhauers zum Thema Mitleid vergleichend darstellen und kritisch betrachten sollen. Was einem das bringt? Für den bloßen Beruf erst einmal wenig bis gar nichts, sofern dieser nicht mit den Inhalten zu tun hat. Dafür entwickelt man günstigenfalls eine eigene, fundierte Meinung in dieser Frage, an der man sich in künftigen Lebenssituationen orientieren kann. Denn nicht für die Schule, und ich füge hinzu: und auch nicht für die Firma, sondern für das Leben lernen wir. Und in selbigem ist vieles wichtiger, als wieviel Geld man auf dem Konto hat. Wenn ich mich gerade aus Ihrer Sicht als typischer "Nichtskönner" präsentiert haben sollte, seine Sie versichert: Dieses "Nichts" ist ein sehr volles, wenn man es nur aus einem anderen Blickwinkel betrachtet.

  4. "Eine Wahrheit wird nämlcih immer verschwiegen: Geisteswissenschaftler sind überdruchschnittlich oft Nichtskönner und Faulpelze."

    Hahahahaha. Lange nicht mehr so laut gelacht. Hier sieht man nur wieder, wie die Geisteswissenschaften systematisch von der Gesellschaft entwertet worden sind. Ich weiß nicht was Sie studiert haben, aber zumindest kann ich Ihnen schon mal eine fantastisch eindimensionale Sicht auf die Welt bescheinigen.

    Zum Thema: Ich habe selber acht Monate suchen müssen, um am Ende in die wunderbare Welt der Wirtschaft aufgenommen zu werden. Ich hatte erwartet, dass mehr als ein Arbeitgeber zumindest eine gewisse Neugier bei meinem ungewöhnlichen Lebenslauf entwickeln würde (mehrere Sprachen, zwei Jahre im Ausland studiert und gearbeitet, 1.7 Abschluss). Offensichtlich zieht sich das Gedankengut, dass sich auch in den Kommentaren teilweise widerspiegelt durch die Personalabteilungen deutscher Unternehmen. Am Ende glaube ich aber auch, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist. Mir wurde die Bedeutung von Praktika, Praxiserfahrung und ähnlichem einfach nicht vermittelt (weder in der Uni, noch von Familie oder Freunden).

    In meinem Unternehemen sehe ich bereits jetzt, wo meine Stärken in Zukunft zum Tragen kommen. Ich bemitleide weniger uns Geisteswissenschaftler, als die vielen Unternehmen, die aufgrund ihrem mangelnden Mutes zur Alternative sehr viele gute Köpfe einfach nicht bei ihrer Auswahl berücksichtigen und sich somit selber schaden.

    Antwort auf "Eine Runde Mitleid"
  5. „einen Diplom-Nichtskönner, den man bestenfalls zum Schreiberling verwenden kann.“

    Staunen Sie ruhig, aber eben das Schreiben ist DIE geisteswissenschaftliche Tätigkeit. Bestenfalls ist also das Optimum.

    Dass Sie das nicht verstehen, erklärt auch, warum Sie die Entlohnung der Geisteswissenschaftler im Vergleich zu Gesellen/Facharbeiter_innen im TVÖD als ungerechtfertigt empfinden.

    Vielleicht überschätzen Sie Ihre Fähigkeiten und sind doch nicht in der Lage, die Arbeit eines Geisteswissenschaftlers angemessen zu beurteilen? Vielleicht fehlt Ihnen das Rüstzeug dazu?

    Antwort auf "Eine Runde Mitleid"
  6. Ich habe Geisteswissenschaften studiert, noch auf Magister, und rate jedem davon ab! Studiert, was der Markt fordert, fertig. Es ist nicht Reflektieren kann man auch in der Freizeit, das wird aber nicht bezahlt. Es ist einfach nicht schön, von 1000 Euro netto zu leben, egal wie toll der Job doch ist. M.E. ist das schon eine Art Selbstverblendung, für wenig Geld so viel zu arbeiten und sich davon auch noch erfüllt zu fühlen.

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