Biologiestudium Mit lautlosen Killern im Labor
Doreen Muth, 27, arbeitet für ihre Doktorarbeit mit den Erregern von Sars und Ebola. Im Hochsicherheitslabor hat sie zunächst vor etwas ganz anderem Angst – zu ersticken.

Wie ein Michelin-Männchen fühlt sich Doreen Muth in ihrem mit Luft gefüllten Schutzanzug
Lautlose Killer - so hieß der Untertitel zum Film Outbreak, den ich mit 16 gesehen habe. Ein tödliches Virus bricht aus; Dustin Hoffman und Rene Russo kämpfen als hoch spezialisierte Wissenschaftler um das Leben der Menschen in einer Kleinstadt. Das Virus droht binnen 48 Stunden alle Amerikaner zu töten. Um mich herum gruselten sich alle, ich aber saß im Kinosessel und dachte: Mit den gefährlichsten Viren der Welt arbeiten, das will ich auch!
Zehn Jahre später stehe ich das erste Mal tatsächlich vor der Schleuse zu einem Hochsicherheitslabor. Ein weißer Kunststoffanzug bedeckt meinen Körper, am Ohr hängt ein Headset, über das ich mit Kollegen in Kontakt stehe. Meine Hände schwitzen. Sie stecken in drei Paar Handschuhen: zweien aus dünnem, einem aus festerem Gummi, so ähnlich wie Spülhandschuhe. Schützen soll mich dieser Aufzug vor Ebola: Das Virus aus Afrika führt zu Fieber und schweren inneren Blutungen, die neun von zehn Infizierten töten. Hinter der Labortür wird es in kleinen Röhrchen tiefgekühlt gelagert.
"Die Arbeit im Labor kann belastend sein, aber Sie müssen sich keine Sorgen machen", hatte mein Chef beim Bewerbungsgespräch für meine Promotion beim Hamburger Bernhard-Nocht-Institut gesagt. "Die Schutzanzüge und Sicherheitsvorkehrungen minimieren jedes Risiko." Ich fühle mich gut geschützt, absolut sicher sein kann man aber nie: Eine erfahrene Kollegin hat sich bei einem der seltenen Tierversuche im Hochsicherheitslabor mit einer Nadel gestochen; tagelang war unklar, ob sie sich mit Ebola angesteckt hatte. Zum Glück ist alles gut gegangen. Aber das hat mich schon mitgenommen. Die Schweinegrippe kommt mir im Vergleich damit ziemlich harmlos vor.
In meiner Doktorarbeit geht es um Sars. Das Virus wurde von Fledermäusen auf Menschen übertragen, und ich untersuche, welche Veränderungen im Erbgut diesen Wechsel des Wirts ermöglicht haben. Um einen Vergleich zu haben, beobachte ich auch, wie gezüchtete Fledermauszellen auf das Ebolavirus reagieren. Zur Vorbereitung habe ich die wichtigsten Handgriffe drei Monate lang geübt. Ich habe ein Handbuch über das Verhalten im Labor auswendig gelernt und bin noch mal über alle Sicherheitsvorschriften belehrt worden. Als Neuling muss ich außerdem einige Male bei den Arbeiten im Hochsicherheitslabor zugucken, drei Tage vor meinem eigenen Experiment begleite ich eine Kollegin.
- Datum 09.11.2009 - 10:28 Uhr
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- Serie Das erste Mal
- Quelle ZEIT CAMPUS 06/09
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Man gewinnt eine andere Perspektive zur medizinischen Forschung, wenn man bedenkt, daß am Ende wohl 95 % der Weltbevölkerung aus wirtschaftlichen Gründen nicht an den Ergebnissen teilhaben, sondern mit Homöopathie, Bachblüten und anderer billiger Scharlatanerie abgespeist werden.
Oh, ich vergaß, die Aufklärung ist ja gottlob überwunden. In unserer Zeit der neuen $piritualität ist es ja die "Menschlichkeit" und nicht die Wirkung der Medizin, was zählt. Nieder mit den Laborfrankensteins! Lang lebe das Gesundbeten!
... Herr Westerwald! Viel Glück und Erfolg wünsche ich Frau Muth. Das sind die wahren Helden unserer Tage, sie gehören ins Rampenlicht, als Gegengewicht zu den neuen Medizinheiden.
... Herr Westerwald! Viel Glück und Erfolg wünsche ich Frau Muth. Das sind die wahren Helden unserer Tage, sie gehören ins Rampenlicht, als Gegengewicht zu den neuen Medizinheiden.
... und viel zu kurz.
Sowas könnte man doch hier ruhig öferts bringen.
... Herr Westerwald! Viel Glück und Erfolg wünsche ich Frau Muth. Das sind die wahren Helden unserer Tage, sie gehören ins Rampenlicht, als Gegengewicht zu den neuen Medizinheiden.
super sache - spannend und vorbildlich für junge mädchen in ihrer berufswahl. ich nehmen an die dame hat medizin oder biologie studiert? mehr davon!
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