Wirtschaftskolumne Auf den Hund gekommen
Auch wenn MBA-Absolventen der Gier abschwören: Unser Kolumnist Mister Moneypenny vertraut eher einem Hund.
In Harvard schwören sie jetzt der Gier ab. Das Image von MBA-Absolventen hat in der Finanzkrise ja ziemlich gelitten, und weil ein mieses Image schlecht fürs Business ist, verpflichten sich die Absolventen der Harvard Business School nun öffentlich, der Gesellschaft zu dienen. Sie wollen Gutes tun. Immer schön sauber bleiben.
Glaubt man dem Wissenschaftler Paul Glimscher, dann ist das nur ein netter Versuch. Glimscher kennt sich aus mit der Gier. Er weiß, wo im Hirn sie zu Hause ist – und wie fest sie dort sitzt. Der Neuroökonom an der New York University untersucht in seinem Labor die Gehirnströme von Studenten, um herauszufinden, wie sie wirtschaftliche Entscheidungen treffen. Fragt er sie etwa, ob sie einen geringen Geldbetrag sofort kassieren wollen oder einen höheren Betrag später, nehmen die meisten das schnelle Geld. Die Messungen zeigen, dass eine bestimmte Stelle in ihrem Hirn dabei besonders durchblutet wird. Ob das durch einen Schwur aufgehalten werden kann?
Trotzdem, sogar Hollywood denkt um. "Gier ist gut", tönte Michael Douglas noch als Gordon Gekko im Oscar-prämierten Film Wall Street. Und: "Wenn du einen Freund brauchst, kauf dir einen Hund." Demnächst soll Wall Street II in die Kinos kommen. Ganz ohne Gier. Dafür in einer Nebenrolle: ein Hund.
"Mister Moneypenny" heißt eigentlich Marc Brost. Der 38-Jährige ist Wirtschaftskorrespondent der ZEIT. Für ZEIT CAMPUS beleuchtet er, warum wir in Sachen Wirtschaft so irrational handeln
- Datum 11.11.2009 - 16:28 Uhr
- Serie Mister Moneypenny
- Quelle ZEIT CAMPUS 06/09
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