Ingenieurstudenten Auf dem Weg nach oben

Ingenieurwissenschaften sind klassische Studiengänge für Aufsteiger: Jeder zweite Student hat Eltern, die selbst nie an der Uni waren.

Vom Hauptschüler zum Studenten, vom Metzgersohn zum Ingenieur: Kai Kahn will nach oben

Vom Hauptschüler zum Studenten, vom Metzgersohn zum Ingenieur: Kai Kahn will nach oben

Dass Kai Kahn einmal in der Hauptstadt studieren würde, damit hatte in seinem pfälzischen Heimatdorf niemand gerechnet. Der kleine Kai mit dem verschmitzten Lächeln, dachten die Nachbarn im 531-Seelen-Dorf Sessenbach, würde vielleicht einmal Metzger werden wie sein Vater, oder er würde in einer der vielen Keramikfabriken im Westerwaldkreis schaffen. Aber ein Studium? Das trauten sie eher seinem Kumpel Stefan zu, der auf dem Gymnasium Einsen und Zweien sammelte und dessen Vater Diplom-Bauingenieur war. Bei Kai dachte niemand daran. Und so sah es zunächst tatsächlich auch aus: Kai Kahn ging nach der neunten Klasse von der Hauptschule ab, machte im Nachbarort eine Lehre zum Elektroinstallateur und arbeitete danach ein Jahr in einer Elektrofirma.

Irgendwann wollte Kai Kahn nicht mehr "jeden Tag 12 bis 14 Stunden auf dem Bau rumschuften". Es wurde ihm "zu blöd, immer nur Löcher in die Wände zu kloppen und Drähte zu verlegen". Das kann doch nicht alles sein, dachte er. Kai Kahn ließ seinen Job und Sessenbach hinter sich. Er ging nach Berlin und zurück auf die Schulbank. Nach zwei Jahren auf der Technikerschule war er staatlich geprüfter Techniker. Das war besser – aber es war nicht genug.

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Kai Kahn wollte studieren. Aber nicht Philosophie, Politik oder Kunstgeschichte. Nichts Abgehobenes sollte es sein, sondern etwas Handfestes – "etwas, womit ich einen sicheren Job bekomme und später nicht auf jeden Euro schauen muss", wie er sagt. Er wollte Sicherheit. Deswegen schrieb er sich mit 22, sechs Jahre nach seinem Hauptschulabschluss, für Wirtschaftsingenieurwesen an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin ein.

Der Aufstieg Kai Kahns klingt wie eine Ausnahme. Tatsächlich aber hat jeder zweite Ingenieurstudent einen ähnlichen Weg hinter sich. "Die Ingenieurwissenschaften sind das Fach für soziale Aufsteiger", sagt der Soziologe Michael Hartmann. In keiner anderen Fachgruppe studieren so viele, deren Eltern Arbeiter, einfache Angestellte oder Migranten sind. Jeder vierte Ingenieurstudent ist ein Arbeiterkind. In Fächern wie Zahnmedizin ist es nur jeder zehnte, in Physik und Musik jeder siebte, hat die 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks ergeben. Oft sind die Nachwuchsingenieure die Ersten in ihrer Familie, die einen Campus betreten. Jeder zweite Ingenieurstudent hat Eltern, die selbst nicht studiert haben. "Gerade Arbeiterkinder sind in den Ingenieurwissenschaften öfter vertreten als in anderen Fächern", sagt Hartmann.

Über die Gründe für dieses Phänomen diskutieren Soziologen schon lange. Manche vermuten, dass Studenten, die aus Haushalten mit niedrigerem Bildungsstatus kommen, mit Zahlen besser umgehen können als mit Wörtern. "Wenn es für sie ein Handicap gibt, ist dies oft die Sprache", erklärt der Soziologe Michael Hartmann. In Arbeiter- und Migrantenfamilien werde häufig nur ein begrenzter Wortschatz vermittelt. Die Kinder brächten in Fächern wie Mathematik und Physik bessere Noten nach Hause als in Deutsch und Englisch. So war es auch bei Kai Kahn. Wegen einer Rechtschreibschwäche stand bei Deutsch und Englisch meist eine Fünf auf dem Zeugnis. In Mathe hingegen bekam er immer eine Zwei.

Ein anderer Grund ist die Anschaulichkeit. "Das Abstraktionsvermögen hat auch mit der sozialen Herkunft zu tun", sagt Hartmann. In Ingenieurfächern wird konkreter gedacht, das fällt vielen Bildungsaufsteigern leichter als die abstrakten Geisteswissenschaften. Fächer wie Maschinenbau haben sogar einen großen handwerklichen Anteil. Aufsteiger können dabei an Vorkenntnisse aus ihrer Familie oder einer Lehre anknüpfen, wie Kai Kahn, der auf dem handwerklichen Grundwissen aufbauen wollte, das er in Lehre und Ausbildung gelernt hatte. Aber er wollte auch etwas Neues lernen: das Kaufmännische. Also entschied er sich für Wirtschaftsingenieurwesen.

Die Idee mit dem Studium kam ihm auf der Technikerschule. Als er sich sicher war, nahm er den Telefonhörer und wählte die Nummer seiner Eltern in Sessenbach. Er war nervös – er ahnte, dass sein Vater, der Metzgermeister, skeptisch sein würde. Der Vater fragte: Hast du nicht schon genug gelernt? Reicht die Technikerschule nicht? Willst du nicht endlich mal was arbeiten? Ein Studium war für die Kahns eine ungewohnte Vorstellung. Weder Eltern noch Großeltern hatten je eine Hochschule betreten. Erst als Kai sagte, dass er mit einem Ingenieurabschluss immer einen Job haben würde, wurde der Vater milder. Und als er ein paar Wochen später das Wochenende in Sessenbach verbrachte, stimmte der Vater den Studienplänen zu: "In Ordnung, mach das!"

Mit dem pfälzischen Sessenbach hat die Provinzstadt Ar’ar im Norden Saudi-Arabiens wenig gemein. Trotzdem fand hier vor fünf Jahren ein ähnliches Gespräch statt. Walid Sadiq, damals 19 Jahre alt, musste den Vater überzeugen, ihn im fernen Deutschland studieren zu lassen. "Das können wir uns nicht leisten", sagte Walids Vater, der im örtlichen Krankenhaus als Laborant arbeitet. Walid sagte: "In Deutschland zahlt man keine Studiengebühren." Doch überzeugen konnte er den Vater erst mit seinem besten Argument: Er wollte nicht Soziologe oder Theaterwissenschaftler werden. Er wollte Ingenieur werden.

Ingenieur und Arzt, erzählt der heute 24-Jährige, seien in der arabischen Welt die beliebtesten Berufe, weil sie ein sicheres Einkommen versprächen. "Bei euch", sagt Walid Sadiq und meint die Deutschen, "studieren viele das, was sie interessiert. Bei uns studiert man das, womit man Geld verdienen kann." Das Ingenieurstudium gilt sowohl in Ar’ar als auch in der pfälzischen Provinz als etwas Handfestes. Walids Vater sah das ein und ließ seinen Sohn nach Deutschland fliegen.

Fragt man Walid, warum er Ingenieur werden wollte, sagt er nicht: Ich will eine Villa mit Pool. Oder: Ich will Chef von Siemens werden. Walid sagt: "Ich möchte einen Job, mit dem ich eine Familie ernähren kann." Auch Kai sagt: "Ich will einen interessanten, sicheren Job." Es sind kleine Träume, und sie sind typisch. "Studenten der Ingenieurfächer wollen berufliche Sicherheit. Sie sind nicht so karrierefixiert wie viele Betriebswirte", sagt Michael Hartmann. Für 88 Prozent der Ingenieurstudenten ist ein sicherer Arbeitsplatz wichtig oder sehr wichtig, und über berufliche Aussichten sind sie deutlich besser informiert als der Durchschnitt der Studenten. Das ergab eine Untersuchung von Konstanzer Soziologen.

So geht es auch Patrick Schumann. Der 20-Jährige studiert seit zwei Semestern Verkehrswesen an der TU Berlin, mit Schwerpunkt Luft- und Raumfahrtwesen. Als er in der 11. Klasse zu den Schülerinfotagen der TU ging, war er der Erste in seiner Familie, der einen Campus betrat. "Der Übergang von der Schule an die Uni war so ’ne Sache", sagt Schumann. "Ich hatte ja niemanden, den ich fragen konnte, wie das funktioniert." Wie man sich für eine Prüfung anmeldet, wie viel man in Vorlesungen mitschreibt, wie man eigenständig lernt – das stehe doch alles im Internet, hätten ihm die Damen bei der Immatrikulation gesagt. Alles stand aber nicht dort, etwa wie man mit einem Professor redet. Wer studierte Eltern hat, bei denen Professoren regelmäßig zum Abendessen vorbeikommen, trifft in der Uni den richtigen Ton. Bei den Schumanns kamen aber nie Akademiker zum Essen.

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Patrick Schumann sitzt mit seinem Vater auf dem orangefarbenen Sofa im Wohnzimmer. Sie teilen sich eine Zweizimmerwohnung in Mahlow, einem Örtchen am Südrand von Berlin. Tino Schumann, 46 Jahre alt, hat Kfz-Schlosser gelernt und ist Busfahrer bei den Berliner Verkehrsbetrieben. Trotzdem hat er seinen Sohn stets zum Studium ermutigt: "Du bist intelligent, mach was draus!" In der Schrankwand in Buchenfurnier verschwindet ein Dutzend Romane neben doppelt so vielen Glasvasen. Anders das Regal in Patricks Zehnquadratmeterzimmer. Dort quetschen sich die Lehrbücher aneinander: Physik für Ingenieure , Technische Mechanik , Integralrechnung I .

Tino Schumann, der Busfahrer, gibt seinem Sohn, dem Studenten, einen Klaps auf den Oberschenkel und sagt: "Ich bin froh, dass du’s geschafft hast." Dann muss er los, zum Arzt. Tino Schumann hat Rückenschmerzen, "das alte Busfahrerleiden". Er ist 46, verdient schlecht, überlegt sich, vielleicht noch eine Umschulung zu machen. So wie Kai Kahns Vater, der seine Arbeit als Metzger aufgeben musste, weil die Hüfte nicht mehr mitmachte. Er ist nach drei Herzattacken mittlerweile Frührentner. Studenten aus Arbeiterfamilien erleben häufiger, wie die Eltern in einer beruflichen Sackgasse enden und die Arbeitslosigkeit zuschlägt. Deshalb ist ihnen ein sicherer Arbeitsplatz so wichtig. Fragt man Patrick Schumann nach seinen Träumen, antwortet er: "Ich will, dass immer genug Geld für Urlaub da ist." Und: "Ich will einen interessanten, sicheren Job." Es ist der gleiche Satz, den zuvor Kai Kahn gesagt hat.

Vielleicht ist es das Bodenständige, an dem man Arbeiterkinder im Berufsleben erkennt, die Selbstverständlichkeit, mit der sie auch mal zupacken. Patrick Schumann möchte später Bauteile für Flugzeuge konstruieren, doch dabei will er nicht acht Stunden täglich am Computer sitzen. "Sich auch mal die Hände schmutzig zu machen, das gehört doch dazu", sagt Schumann. Den Satz könnte auch ein Busfahrer sagen. Kai Kahn möchte als technischer Einkäufer arbeiten. Er will nicht nur im Büro zu sitzen, sondern "auch mal in der Halle mitschaffen". Eine Stelle als Abteilungsleiter, das sei für ihn schon Karriere, sagt der ehemalige Hauptschüler aus Sessenbach. "Ganz nach oben zieht’s mich nicht." Wer schon so hoch geklettert ist wie Kai, will wahrscheinlich erst mal ankommen.

 
Leser-Kommentare
  1. [...]

    Es wird hier impliziert das der durchschnittliche Student der Ingenieurwissenschaften eine Person mit Sprachstörungen, starken Motivationsproblemen und einer geringeren Auffassungsgabe ist. Diese Menschen sind "Zahnmedizinern" und "Geisteswissenschaftlern" (natürlich) bei weitem unterlegen und deswegen wird auch jeder Handwerker vom Dorf Ingenieur.

    Ich selber studiere Mechanical Engineering, komme auch aus einem Dorf, habe vor dem Studium eine praktische Ausbildung absolviert und meine Eltern haben nie eine Hochschule besucht. Dennoch wurde ich durch meine Eltern von klein auf stark gefördert und auch in unserem Haus wird durchaus auch anspruchsvollere Literatur gelesen, eine vernünftige Sprache vermittelt. Im Abstraktionsvermögen stehen meine Eltern und vor allem ich vielen Absolventen anderer Fächer nicht im geringsten nach. Ich denke hier spreche ich auch für einen Großteil meiner Kommilitonen.

    Ich fasse diesen Artikel als eine tiefe Beleidigung auf und finde das der Autor sich ein Stück weit schämen sollte für eine derartige Darstellung. Man wird hier in Schubladen einsortiert in die man nicht gehört bzw. fehlt der nötige Respekt gegenüber Ingenieuren und deren Leistungen.

    [Gekuerzt, bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.]

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich kann dem obigen Kommentar nur recht geben. Ich habe selber Ingenieurwissenschaften studiert und danach in Mathematik promoviert. Inzwischen arbeite ich im Ausland. Auch bin ich der erste Akademiker in meiner Familie. An Ingenieurwissenschaften hat mich immer die Kombination von abstraktem Denken mit Anwendungen in realen technischen Problemen fasziniert.

    Es ist sehr offensichtlich, dass sich der Schreiber des Artikels niemals mit den Inhalten eines Ingenieursstudiums beschaeftigt hat. Dann haette er gemerkt, dass ingenieurwissenschaftliche Faecher ein deutlich hoeheres Abstraktionsvermoegen erforden als viele Geisteswissenschaften. Auch Kommunikationsfaehigkeit ist selbstverstaendlich. Mann kann als Ingenieur nur erfolgreich sein, wenn man gleichzeitig mit Theoretikern und Anwendern auf einem hohen Level kommunizieren kann. Uebrigens, in dem Land in dem ich arbeite hat man eine sehr hohe Meinung vom deutschen Ingenieursstudium, das sehr umfassend und theoretisch tiefgehend ist.

    Insgesamt ist es einer der schwaechsten Artikel, die ich seit langem auf Zeit Online gelesen habe und eine Beleidigung fuer jeden Ingenieursstudenten.

    • lepkeb
    • 07.11.2009 um 20:33 Uhr

    Der Artike bereit sie gut auf ihr Leben als Ingenieur vor.
    Schlecht bezahlt, von allen nur als nötiges Übel betrachtet und auch so entlohnt.

    Die Reaktion ist stark übertrieben, wer sich davon beleidigt fühlt, muss vieleicht mal darüber nachdenken, warum. Von Sprachstörungen war im Artikel nicht die Rede. Es ist nach meinen Beobachtungen schon so, dass sprachliche Ausdrucksfähigkeit bei Ingenieurstudenten nicht immer das größte Talent ist. Wo liegt da das Problem?
    Auch ich gehörfe exakt zur beschriebenen Klientel und finde die Aussagen treffend.

    • TDU
    • 09.11.2009 um 18:30 Uhr

    Nehmen Sie es nicht so schwer. Es ist halt einen Studie, die zu diesem Ergebnis kommt. Was juckts, wenn Herr Hartmann sein Haus ernergetisch aufmöbeln will, braucht er einen, der entweder die technischen Gerate vorkonstuiert hat, also einen Ingenieur oder einen technisch Versierten. Sollte einer von denn Sprachstörungen haben, müssen Sie halt aufmrksamer zuhören. Macht doch nichts.

    Woran ich viel mehr Anstoss genommen hätte, wäre der Vergleich zwischen Betriebswirten und Ingenieuren. Da wäre zumindest im Hinblick auf die Konstruktionsleistungen der Volkswirt angebrachter gewesen.

    übrigens bez all ihrer Antworten: Schon mal von der Unzulässigkeit der Induktion gehört?

    ......leider verhält es sich so, wie sadinoel es darstellt. Dies erlebte ich auch schon. Schon seltsam, wie das Ingenieurwesen durch manche Personen abgewertet wird. Da gibt es natürlich Baustellenton, rauh krakelende Bauarbeiter und der Maschinenbaustudent ist der "Schrauber", auch oft "Schmierölis" genannt. Solche Argumente entspringen Leuten, die seit der 10. Klasse keine Physik und seit der 11. keine Mathematik mehr kennenlernten. Das wird sich aber in den nächsten Jahren vermtlich geben, weil die praktische Bedeutung dieser Gebiete für jedermann offensichtlich werden wird.

    ......leider verhält es sich so, wie sadinoel es darstellt. Dies erlebte ich auch schon. Schon seltsam, wie das Ingenieurwesen durch manche Personen abgewertet wird. Da gibt es dann natürlich Baustellenton, rauh krakelende Bauarbeiter und der Maschinenbaustudent ist der "Schrauber", auch oft "Schmieröli" genannt und ähnlich klischeehafte Vorstellungen. Solche Argumente entspringen Leuten, die seit der 10. Klasse keine Physik und seit der 11. keine Mathematik mehr kennenlernten. Das wird sich aber in den nächsten Jahren vermutlich geben, weil die praktische Bedeutung dieser Gebiete für jedermann offensichtlich werden wird.

    Ich kann dem obigen Kommentar nur recht geben. Ich habe selber Ingenieurwissenschaften studiert und danach in Mathematik promoviert. Inzwischen arbeite ich im Ausland. Auch bin ich der erste Akademiker in meiner Familie. An Ingenieurwissenschaften hat mich immer die Kombination von abstraktem Denken mit Anwendungen in realen technischen Problemen fasziniert.

    Es ist sehr offensichtlich, dass sich der Schreiber des Artikels niemals mit den Inhalten eines Ingenieursstudiums beschaeftigt hat. Dann haette er gemerkt, dass ingenieurwissenschaftliche Faecher ein deutlich hoeheres Abstraktionsvermoegen erforden als viele Geisteswissenschaften. Auch Kommunikationsfaehigkeit ist selbstverstaendlich. Mann kann als Ingenieur nur erfolgreich sein, wenn man gleichzeitig mit Theoretikern und Anwendern auf einem hohen Level kommunizieren kann. Uebrigens, in dem Land in dem ich arbeite hat man eine sehr hohe Meinung vom deutschen Ingenieursstudium, das sehr umfassend und theoretisch tiefgehend ist.

    Insgesamt ist es einer der schwaechsten Artikel, die ich seit langem auf Zeit Online gelesen habe und eine Beleidigung fuer jeden Ingenieursstudenten.

    • lepkeb
    • 07.11.2009 um 20:33 Uhr

    Der Artike bereit sie gut auf ihr Leben als Ingenieur vor.
    Schlecht bezahlt, von allen nur als nötiges Übel betrachtet und auch so entlohnt.

    Die Reaktion ist stark übertrieben, wer sich davon beleidigt fühlt, muss vieleicht mal darüber nachdenken, warum. Von Sprachstörungen war im Artikel nicht die Rede. Es ist nach meinen Beobachtungen schon so, dass sprachliche Ausdrucksfähigkeit bei Ingenieurstudenten nicht immer das größte Talent ist. Wo liegt da das Problem?
    Auch ich gehörfe exakt zur beschriebenen Klientel und finde die Aussagen treffend.

    • TDU
    • 09.11.2009 um 18:30 Uhr

    Nehmen Sie es nicht so schwer. Es ist halt einen Studie, die zu diesem Ergebnis kommt. Was juckts, wenn Herr Hartmann sein Haus ernergetisch aufmöbeln will, braucht er einen, der entweder die technischen Gerate vorkonstuiert hat, also einen Ingenieur oder einen technisch Versierten. Sollte einer von denn Sprachstörungen haben, müssen Sie halt aufmrksamer zuhören. Macht doch nichts.

    Woran ich viel mehr Anstoss genommen hätte, wäre der Vergleich zwischen Betriebswirten und Ingenieuren. Da wäre zumindest im Hinblick auf die Konstruktionsleistungen der Volkswirt angebrachter gewesen.

    übrigens bez all ihrer Antworten: Schon mal von der Unzulässigkeit der Induktion gehört?

    ......leider verhält es sich so, wie sadinoel es darstellt. Dies erlebte ich auch schon. Schon seltsam, wie das Ingenieurwesen durch manche Personen abgewertet wird. Da gibt es natürlich Baustellenton, rauh krakelende Bauarbeiter und der Maschinenbaustudent ist der "Schrauber", auch oft "Schmierölis" genannt. Solche Argumente entspringen Leuten, die seit der 10. Klasse keine Physik und seit der 11. keine Mathematik mehr kennenlernten. Das wird sich aber in den nächsten Jahren vermtlich geben, weil die praktische Bedeutung dieser Gebiete für jedermann offensichtlich werden wird.

    ......leider verhält es sich so, wie sadinoel es darstellt. Dies erlebte ich auch schon. Schon seltsam, wie das Ingenieurwesen durch manche Personen abgewertet wird. Da gibt es dann natürlich Baustellenton, rauh krakelende Bauarbeiter und der Maschinenbaustudent ist der "Schrauber", auch oft "Schmieröli" genannt und ähnlich klischeehafte Vorstellungen. Solche Argumente entspringen Leuten, die seit der 10. Klasse keine Physik und seit der 11. keine Mathematik mehr kennenlernten. Das wird sich aber in den nächsten Jahren vermutlich geben, weil die praktische Bedeutung dieser Gebiete für jedermann offensichtlich werden wird.

  2. Ich kann dem obigen Kommentar nur recht geben. Ich habe selber Ingenieurwissenschaften studiert und danach in Mathematik promoviert. Inzwischen arbeite ich im Ausland. Auch bin ich der erste Akademiker in meiner Familie. An Ingenieurwissenschaften hat mich immer die Kombination von abstraktem Denken mit Anwendungen in realen technischen Problemen fasziniert.

    Es ist sehr offensichtlich, dass sich der Schreiber des Artikels niemals mit den Inhalten eines Ingenieursstudiums beschaeftigt hat. Dann haette er gemerkt, dass ingenieurwissenschaftliche Faecher ein deutlich hoeheres Abstraktionsvermoegen erforden als viele Geisteswissenschaften. Auch Kommunikationsfaehigkeit ist selbstverstaendlich. Mann kann als Ingenieur nur erfolgreich sein, wenn man gleichzeitig mit Theoretikern und Anwendern auf einem hohen Level kommunizieren kann. Uebrigens, in dem Land in dem ich arbeite hat man eine sehr hohe Meinung vom deutschen Ingenieursstudium, das sehr umfassend und theoretisch tiefgehend ist.

    Insgesamt ist es einer der schwaechsten Artikel, die ich seit langem auf Zeit Online gelesen habe und eine Beleidigung fuer jeden Ingenieursstudenten.

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    • gauss
    • 07.11.2009 um 21:14 Uhr

    Sie müssen dies verstehen, bei einer Zeitung arbeiten nun vor allem Geisteswissenschaftler, wenn man dies eine Wissenschaft nennen kann. In meinem Studium habe ich in meinem Nebenfach vor allem Leute kennen gelernt, die eine ruhige Kugel schieben wollten, und denen der Anblick eines Integrals die Schweißperlen auf's Gesicht zauberte.

    Deutschland sollte froh sein, dass es so fähige Ingeieure hat. Das sollte in der Zeitung auch einmal kund getan werden. Insbesondere die Unterschiede zwischen einem Ingeieur-Studium und einem Informatik-, Physik- oder Mathematik-Studium hätte man mal klar heraus arbeiten können, insbesondere die wesentlich höhere Fixierung auf Lösungen, statt auf formale Beweise.

    • gauss
    • 07.11.2009 um 21:14 Uhr

    Sie müssen dies verstehen, bei einer Zeitung arbeiten nun vor allem Geisteswissenschaftler, wenn man dies eine Wissenschaft nennen kann. In meinem Studium habe ich in meinem Nebenfach vor allem Leute kennen gelernt, die eine ruhige Kugel schieben wollten, und denen der Anblick eines Integrals die Schweißperlen auf's Gesicht zauberte.

    Deutschland sollte froh sein, dass es so fähige Ingeieure hat. Das sollte in der Zeitung auch einmal kund getan werden. Insbesondere die Unterschiede zwischen einem Ingeieur-Studium und einem Informatik-, Physik- oder Mathematik-Studium hätte man mal klar heraus arbeiten können, insbesondere die wesentlich höhere Fixierung auf Lösungen, statt auf formale Beweise.

    • lepkeb
    • 07.11.2009 um 20:33 Uhr

    Der Artike bereit sie gut auf ihr Leben als Ingenieur vor.
    Schlecht bezahlt, von allen nur als nötiges Übel betrachtet und auch so entlohnt.

  3. Sselten habe ich in der Zeit etwas derart [...] gelesen. Ich kann dem Autor nur etwas auf seinem Niveau erwidern: Geisteswissenschaften und Jura kann jeder durchschnittlich intelligente Mensch, Ingenieurwissenschaften und Mathematik dagegen nur wenige. Dass 25% der Ingenieure aus Arbeiterfamilien stammen dokumentiert, dass in "harten" Studiengängen mentale Fitness (auch als Intelligenz bekannt) verlangt wird. In den Geisteswissenschaften tummeln sich die Kinder derjenigen, die wissen, dass ein Studium eine wichtige Voraussetzung zum Eintritt in's Bürgertum darstellt. In den Ingenieurwissenschaften die Abkömmlinge derjenigen, die dieses soziale Metawissen nicht haben, jedoch die mentalen Voraussetzungen.

    [Gekuerzt, bitte bemuehen Sie sich, Ihre Kritik sachlich zu formulieren. Danke. /Die Redaktion pt.]

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    Sie sollten Ihre Art und Weise bedenken, mit der Sie der Kritik an Ihren Artikeln begegnen, zumal bereits die Vorkommentare mit der von Ihnen "gekürzten" Charakterisierung konform waren.
    Wer einen solchen Artikel veröffentlicht, sollte auch mit der Kritik daran umgehen können.

    Sie sollten Ihre Art und Weise bedenken, mit der Sie der Kritik an Ihren Artikeln begegnen, zumal bereits die Vorkommentare mit der von Ihnen "gekürzten" Charakterisierung konform waren.
    Wer einen solchen Artikel veröffentlicht, sollte auch mit der Kritik daran umgehen können.

  4. @ Andere Kommentatoren:
    Bitte jetzt hier nicht kindisch darüber streiten, welches Studium anspruchsvoller ist. Bei solchen Diskussionen brennen immer beide Parteien aus, ohne dass es irgendeinen Nutzen hätte.
    Aber was lepkeb's Einwand von unterbezahlten Ingenieuren angeht -- das möchte ich irgendwie nicht glauben. Ich studiere an einer TU und hier ist so gut wie jeder technische Absolvent noch im Jahr seines Abschlusses unter Vertrag und verdient irgendwo zwischen 40 und 50k€. Jedenfalls wenn man den eigenen Absolventenstatistiken traut ;) Von solchen Bedingungen können andere Studienrichtungen, zum Beispiel meine, nur träumen.

    2. Was der Artikel anspricht kann ich aber auch in meinem Studiengang (Psychologie) feststellen. Ich kann mit den Leuten, die erst eine Ausbildung gemacht haben oder über den 2. Bildungsweg oder als Quereinsteiger in den Studiengang kamen viel besser umgehen als mit solchen die direkt nach dem Abi "Hallo hier bin ich wo sind die College-Teenagerfilm-Partys?" riefen und angefangen haben zu studieren. Es ist natürlich nur meine eigene anektodische Erfahrung, aber wer sich irgendwo hochgearbeitet hat erscheint mir unaufgeregter, sachlicher, souveränder und hält sich nicht mit irgendwelchem Kleinscheiß (z.B. sich über Formalien empören) auf sondern macht einfach das, was er immer getan hat: eine weitere Station auf dem Weg zu seinem Lebensziel abarbeiten. Last but not least ist "Aufsteigen" immerhin auch eine sehr prägende Erfahrung.

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    1. Das Gehalt sollte in einem gewissem Zusammenhang zur tatsächlichen Leistung stehen.
    Und da werden Ings im Vergleich zu anderen Berufsgruppen (BWL;))tatsächlich schlecht bezahlt.

    2. Gerade als Psychologe sollten Sie wissen, dass es genug Studien gibt, die deutliche Unterschiede hinsichtlich des Leistungsvermögens der Studierendengruppen belegen.

    [...] Physiker, Mathematiker, Ings schneiden am besten ab...

    [Gekuerzt, bitte unterlassen Sie pauschal beleidigende Aeusserungen und bemuehen Sie sich allgemein um ein sachliches Diskussionsklima. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • lepkeb
    • 07.11.2009 um 22:54 Uhr

    Thakeshi sie kenne doch die Reihenfolge; Lüge; Notlüge, Statistik.
    40 und 50k€ ja die Märchen erzählen Professoren auch immer gerne. Ein anderer beliebter Spruch der Berrufsgruppe ist auch, in der freien Wirtschaft würde ich soviel mehr verdienen. Ein befreundeter Rektor hatte darauf hin gesagt dann gehen sie doch in die Privatwirtschaft, der Prof ist immer noch da.
    Fragen sie mal in der freien Wirtschaft tätige Ingenieure zwischen 33 -45 Jahren nach ihren Verdiensten und ihren Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da ergibt sich ein Bild des Grauens. Auch eine unverbindliche Anfrage bei einem Arbeitsvermittler wird ihnen die Augen öffnen.

    "Gerade Arbeiterkinder sind in den Ingenieurwissenschaften öfter vertreten als in anderen Fächern", sagt Hartmann
    Da wird Herr Hartmann recht haben, den die anderen wissen um die Arbeitsbedingungen als Ing. . Leider

    • TDU
    • 09.11.2009 um 18:41 Uhr

    Da kann ich ihnen aus Studentensicht Recht geben. Die Kommilitonen aus meinem Bekanntenkreis, die entweder vorher eine Lehre oder den zweiten Bildungsweg absolviert hatten, waren maßvoller beim Trinken aber auch bei der Freude an langen Gesprächen, aber beim Lernen nicht so maßvoll wie wir.

    1. Das Gehalt sollte in einem gewissem Zusammenhang zur tatsächlichen Leistung stehen.
    Und da werden Ings im Vergleich zu anderen Berufsgruppen (BWL;))tatsächlich schlecht bezahlt.

    2. Gerade als Psychologe sollten Sie wissen, dass es genug Studien gibt, die deutliche Unterschiede hinsichtlich des Leistungsvermögens der Studierendengruppen belegen.

    [...] Physiker, Mathematiker, Ings schneiden am besten ab...

    [Gekuerzt, bitte unterlassen Sie pauschal beleidigende Aeusserungen und bemuehen Sie sich allgemein um ein sachliches Diskussionsklima. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • lepkeb
    • 07.11.2009 um 22:54 Uhr

    Thakeshi sie kenne doch die Reihenfolge; Lüge; Notlüge, Statistik.
    40 und 50k€ ja die Märchen erzählen Professoren auch immer gerne. Ein anderer beliebter Spruch der Berrufsgruppe ist auch, in der freien Wirtschaft würde ich soviel mehr verdienen. Ein befreundeter Rektor hatte darauf hin gesagt dann gehen sie doch in die Privatwirtschaft, der Prof ist immer noch da.
    Fragen sie mal in der freien Wirtschaft tätige Ingenieure zwischen 33 -45 Jahren nach ihren Verdiensten und ihren Chancen auf dem Arbeitsmarkt, da ergibt sich ein Bild des Grauens. Auch eine unverbindliche Anfrage bei einem Arbeitsvermittler wird ihnen die Augen öffnen.

    "Gerade Arbeiterkinder sind in den Ingenieurwissenschaften öfter vertreten als in anderen Fächern", sagt Hartmann
    Da wird Herr Hartmann recht haben, den die anderen wissen um die Arbeitsbedingungen als Ing. . Leider

    • TDU
    • 09.11.2009 um 18:41 Uhr

    Da kann ich ihnen aus Studentensicht Recht geben. Die Kommilitonen aus meinem Bekanntenkreis, die entweder vorher eine Lehre oder den zweiten Bildungsweg absolviert hatten, waren maßvoller beim Trinken aber auch bei der Freude an langen Gesprächen, aber beim Lernen nicht so maßvoll wie wir.

    • gauss
    • 07.11.2009 um 21:14 Uhr

    Sie müssen dies verstehen, bei einer Zeitung arbeiten nun vor allem Geisteswissenschaftler, wenn man dies eine Wissenschaft nennen kann. In meinem Studium habe ich in meinem Nebenfach vor allem Leute kennen gelernt, die eine ruhige Kugel schieben wollten, und denen der Anblick eines Integrals die Schweißperlen auf's Gesicht zauberte.

    Deutschland sollte froh sein, dass es so fähige Ingeieure hat. Das sollte in der Zeitung auch einmal kund getan werden. Insbesondere die Unterschiede zwischen einem Ingeieur-Studium und einem Informatik-, Physik- oder Mathematik-Studium hätte man mal klar heraus arbeiten können, insbesondere die wesentlich höhere Fixierung auf Lösungen, statt auf formale Beweise.

  5. 1. Das Gehalt sollte in einem gewissem Zusammenhang zur tatsächlichen Leistung stehen.
    Und da werden Ings im Vergleich zu anderen Berufsgruppen (BWL;))tatsächlich schlecht bezahlt.

    2. Gerade als Psychologe sollten Sie wissen, dass es genug Studien gibt, die deutliche Unterschiede hinsichtlich des Leistungsvermögens der Studierendengruppen belegen.

    [...] Physiker, Mathematiker, Ings schneiden am besten ab...

    [Gekuerzt, bitte unterlassen Sie pauschal beleidigende Aeusserungen und bemuehen Sie sich allgemein um ein sachliches Diskussionsklima. Danke. /Die Redaktion pt.]

    Antwort auf "Zwei Anmerkungen:"
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    Ja natürlich...die Ingenieure und Mathematiker sind sind die Schlauesten von allen und die Psychologen haben nichts besseres zu tun, als den ganzen Tag empirische Belege für diese "Tatsache" zu suchen.
    Im Moment sieht es so aus: Maschinenbauabsolventen müssen unfreiwillig den Master machen trotz Bachelorarbeit bei Porsche weil überall Einstellungsstop herrscht. Die prophetischen Unkenrufe bezüglich Gehalt und Berufsaussichten von Studienfächern sollte man geflissentlich ignorieren und auf gar keinen Fall sollte man sein Studienfach in irgendwelchen Foren diskutieren, weil sich dort unter Garantie nur die tummeln, denen das alles nicht gefallen hat.

    Ja natürlich...die Ingenieure und Mathematiker sind sind die Schlauesten von allen und die Psychologen haben nichts besseres zu tun, als den ganzen Tag empirische Belege für diese "Tatsache" zu suchen.
    Im Moment sieht es so aus: Maschinenbauabsolventen müssen unfreiwillig den Master machen trotz Bachelorarbeit bei Porsche weil überall Einstellungsstop herrscht. Die prophetischen Unkenrufe bezüglich Gehalt und Berufsaussichten von Studienfächern sollte man geflissentlich ignorieren und auf gar keinen Fall sollte man sein Studienfach in irgendwelchen Foren diskutieren, weil sich dort unter Garantie nur die tummeln, denen das alles nicht gefallen hat.

  6. Man kann schon fast die Uhr danach stellen, wann unsere Ingenieure wieder gehuldigt oder von selbst ernannten Experten getreten werden.

    Pah!
    Wir sind alle so differenziert, dass diese Pauschalwerbung- oder beschimpfung fast schon peinlich ist.

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