Eignungstests Wie gut bin ich wirklich?

Intelligenz, Sprachgefühl, Persönlichkeit - alles wird heute penibel vermessen. Warum Tests so beliebt sind und worauf sie trotzdem keine Antworten geben.

Durch schlechtes Abschneiden in Tests sollte man sich nicht entmutigen lassen.

Durch schlechtes Abschneiden in Tests sollte man sich nicht entmutigen lassen.

Wer sich an der Universität des Saarlandes zum Deutschlehrer ausbilden lässt, muss sich einem ungewöhnlichen Test unterziehen. "Als der Herbststurm die Erde mit Hagelschloßen peitschte, erhielt er die Schreckensbotschaft", lesen die Studenten in einen Telefonhörer hinein. "Fassungslos suchte er einen Anfang, aber da war kein Lichtschein. Ein Bündel Mensch von schwefliger Gischt als Spielball hin und her geschleudert." Dem geradezu Stormschen Redefluss lauscht am anderen Ende ein Band, das später ausgewertet wird. Mit dem Test soll geprüft werden, ob die Stimmen der Studenten sich später im Chaos einer dreißigköpfigen Schulklasse werden durchsetzen können.

Immer im Mai und im November ist im Südwesten Deutschlands Testsaison für BWL-Aspiranten. Die Abiturienten, die zu Hunderten über Diagrammen und Texten brüten, wollen nicht etwa an eine exklusive Privathochschule oder gar zum Studieren ins Ausland. Sie hoffen, dass ihr Testergebnis ihnen bessere Chancen bei den Fachhochschulen in Pforzheim, Heilbronn oder Albstadt-Sigmaringen verschafft.

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Den Masterplatz für BWL an der LMU München wiederum erringt man nur, wenn der "Score" im GMAT, dem vor allem in den USA und Großbritannien verbreiteten General Management Admission Test, stimmt.

Die deutschen Hochschulen haben die Tests entdeckt. Es testen nicht mehr nur Mediziner, sondern auch Kommunikationswissenschaftler und Romanisten, Anglisten und Psychologen, Ökonomen, Ingenieure und Pädagogen. Baden-Württemberg verdonnert von 2011 an alle Bewerber für zulassungsbeschränkte Fächer entweder zum Auswahlgespräch oder zum Test. Und die Begabtenförderer der Studienstiftung des deutschen Volkes wollen, dass sich Bewerber vom nächsten Jahr an selbst vorschlagen können – auf der Grundlage eines Testes, der zurzeit erprobt wird. Der könnte eine große Dynamik entwickeln. "Wenn erst mal ein zuverlässiger Begabungstest vorliegt, werden sich die Universitäten die Finger danach lecken", prophezeit Gerhard Teufel, der Generalsekretär der Studienstiftung.

Per Test vermessen Hochschulen Abiturienten. Per Test vermessen Personalchefs Absolventen. Man sollte meinen, die Studenten hätten Tests gründlich satt. Doch die "Generation Pisa" scheint selbst vom Testvirus erfasst zu sein. Durch den "Studenten-Pisa" getauften Wissenstest des Spiegels klickten sich über eine halbe Million Menschen. Zum Spielplatz der Selbstvergewisserung hat sich das soziale Netzwerk Facebook entwickelt. Fast täglich sehen Studenten in den Statuszeilen ihrer Freunde neue Selbsttests auftauchen: "Wie Dieter Bohlen bist du? Wie viel weißt du über die Simpsons? What World Leader are you?« Bis hin zur selbstironischen Übersteigerung der Testo- manie: "Which Facebook Quiz are you?« Wir werden zu Voyeuren in eigener Sache, und der Computer ist unser Komplize.

Fragt sich: Woher kommt diese Testbegeisterung? Müssen sich Studenten vor dem Röntgenblick der Tester fürchten? Kann man Menschen überhaupt vermessen, kartieren und berechnen? Und wie ernst soll man Testergebnisse nehmen?

Warum Faszinieren uns Tests?

Auf die Frage, warum das Testen derart in Mode ist, gibt es banale Antworten (Menschen vergleichen sich gerne) und juristische Antworten (die Unis dürfen das jetzt), technische Antworten (das Internet macht es möglich) und organisatorische Antworten (Unternehmen müssen die Bewerberflut kanalisieren). Der Kern ist jedoch ein anderer. Tests passen vor allem deshalb so gut in die Zeit, weil die Deutschen misstrauisch geworden sind, misstrauisch gegenüber den Abschlüssen ihrer eigenen Schulen und Hochschulen und misstrauisch gegenüber dem eigenen Können. Wer heute studiert, kennt es nicht anders. In der Schule war er vielleicht bei einer Pisa-Runde dabei, an der Uni hört er, er absolviere mit dem Bachelor ja nur ein Schmalspurstudium, um dann nach dem Examen bei der Bewerbungstour seinen Abschluss anzupreisen. Professoren misstrauen dem Urteil der Lehrer, Chefs misstrauen Uni-Examen.

Vorbei die schöne Selbstverständlichkeit, mit der man mal vom Wert des eigenen Wissens ausging. Es ist bezeichnenderweise ein Test, der den Wendepunkt markiert: Pisa. Vor Pisa gab es allenfalls eine vage Ahnung, dass nicht alles an deutschen Schulen zum Besten steht. Nach Pisa gab es Zahlen und Rangplätze. Vor Pisa herrschte diffuses Vertrauen. Das Grundgefühl war: Es mag vielleicht Probleme geben, aber im Großen und Ganzen ist auf deutsche Bildung Verlass – ungefähr so wie auf deutsches Bier und auf deutsche Technik. Dieses Vertrauen ist gründlich dahin, nicht nur an den Schulen. Nun werden auch Studenten gefragt: Was kannst du eigentlich wirklich? Und sie fragen sich selbst: Wo stehe ich? 

Tests liefern in dieser Situation etwas Seltenes: Klarheit. Sie sagen nicht nur: So gut bist du. Sie definieren auch, was man können muss. Sie sagen: Wenn du das kannst, bist du gut. Dieses klare Urteil macht auch die Gaga-Tests im Internet so spannend. Das Schöne an ihnen ist: Wenn das Ergebnis nicht gefällt, ist eben der Test blöd. 

Müssen sich die Studenten vor Tests fürchten?

Aber im wirklichen Leben kann man das Ergebnis nicht einfach wegklicken wie ein Quiz auf Facebook. Im wirklichen Leben entscheiden Tests über Studienplätze und Jobs. Sie können Türen öffnen und zuschmettern. Nüchtern kommen sie dabei daher, so nüchtern wie ein Leitz-Ordner. Aber die Erfahrungen, die Menschen mit ihnen machen, sind es nicht. Manche leiden unter einer Testerfahrung noch Jahre später – so wie Kerstin Meinecke, 27. Kerstin spricht nicht gern darüber, und wenn, dann nur unter falschem Namen. Mit ihrer bunten Steinkette und den Leggings sieht sie aus wie eine Kunststudentin, die das Leben leichtnimmt. Wenn sie nachdenkt, wickelt sie ihre braunen Locken um den Zeigefinger und legt die Stirn in Falten. Plötzlich ist da etwas Ernstes in ihrem Gesicht, die Leichtigkeit ist weg. Während sie ihre Geschichte erzählt, wandern viele Haarsträhnen um ihren Finger.

Kerstin kann sich nicht vorstellen, jemals wieder einen Aufnahmetest zu bestehen. Nicht nach diesem Test für einen Studienplatz im Produktdesign an der Universität der Künste (UdK) in Berlin. Für Kerstin, ihren Kunstlehrer und ihre Freunde war immer klar gewesen: Sie würde ein künstlerisches Fach studieren. Ein Jahr lang arbeitete sie an ihrer Mappe, die ihr dann den Weg in die Testrunde an der UdK öffnete – ein großer Erfolg.

Als sie dann aber in der Prüfung saß, war auf einmal alles verkorkst. Schon während sie an den Aufgaben arbeitete, beschlich sie das ungute Gefühl, nicht zeigen zu können, was sie draufhat. Das dumme Gefühl wurde später zur Gewissheit: durchgefallen.

Diese zwei Tage, so empfindet sie es, haben ihr Leben verändert. Sie stürzte sich in ein Kunstgeschichtsstudium. Für Bewerbungen an anderen Kunsthochschulen hatte sie keine Kraft mehr. "Ich war so frustriert, und ich hatte ja schon ein ganzes Jahr mit Mappen und Aufnahmeprüfung verschenkt. Meine Freundinnen waren mittlerweile im dritten Semester." Dabei zweifelt sie nicht an ihrem Talent. Immer wieder rätselt sie, was sie hätte anders machen müssen, um ins Raster zu passen. Hadert und versucht, sich, das Hadern zu verbieten. Der Test war für Kerstin eine Erfahrung ohne Erkenntnis, die sie als undurchschaubar erlebte, eine riesengroße Entmutigung.

Dass es nicht immer so laufen muss, zeigt die Geschichte von Paul Neutzner, 27. Dabei enthält auch sie eine Enttäuschung. Nach dem Abi machte Neutzner den viertägigen Pilotentest der Lufthansa, der als einer der schwersten Tests überhaupt gilt. Als einer von zwei Kandidaten kam er in die Endrunde.

Im Simulator musste er einen Kurs abfliegen und dabei Vorgaben einhalten wie Geschwindigkeit und Höhe, die sich schnell änderten. "Eine typische Multitasking-Aufgabe. Es lief nicht so gut", erzählt er. Im Feedback-Gespräch erklärte man ihm später, dass er zu hektisch geworden war. "Klar war ich enttäuscht, aber ich hatte schon im Simulator das Gefühl, dass der Job mir vielleicht zu stressig werden würde und ich nicht die allerbesten Voraussetzungen für diesen Beruf mitbringe", sagt er. Er studierte Sportökonomie und arbeitet heute für die National Basketball Association in London: "Da bin ich auch viel unterwegs, dafür muss man kein Pilot sein."

Anders als für Kerstin Meinecke brach für Paul Neutzner keine Welt zusammen. Er profitierte sogar von dem Test, denn er lernte sich dadurch besser kennen. Rund die Hälfte der deutschen Studenten können Tests diese positive Seite abgewinnen und halten ihnen zugute, dass sie der besseren Selbsteinschätzung dienen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die das Hochschul-Informations-Systems Hannover für ZEIT CAMPUS durchführte. 

Dem Wunsch, sich besser kennenzulernen, kommen manche Hochschulen entgegen, indem sie kostenlose Internet-Selbsttests anbieten. Anders als bei Aufnahmetests, die über Wohl und Wehe entscheiden können, muss in diesem Fall niemand das Ergebnis offenlegen. Mithilfe sogenannter Neigungstests, wie sie zum Beispiel die Unis in Bochum und Hohenheim offerieren, können Abiturienten herausfinden, zu welchem Fach sie einen Draht haben. Die RWTH Aachen wiederum bietet für sechs Fächer Tests an, bei denen man nicht nur sein Interesse, sondern auch sein Talent prüfen kann. Obwohl solche Tests eigentlich für Abiturienten gedacht sind, können auch Studenten sie machen.

Wem nützen Tests? 

Die Rechtfertigung für Tests lautet oft, es gehe um die richtige "Passung". Passung bedeutet: Es soll zusammenfinden, was zusammengehört. Es soll keine Studenten mehr geben, die nach drei Semestern frustriert aufgeben, weil sie erst dann kapieren, dass ihr Fach ihnen nicht liegt. Keine Angestellten, die ihren Job hassen. Stattdessen wird die perfekte Liaison gesucht: Student und Fach, Angestellter und Beruf. Alle sind glücklich, und weil sie glücklich sind, sind sie auch gut. Passung ist ein schönes Wort, viel schöner als Selektion. Es suggeriert, dass es keinen Verlierer und keinen Interessengegensatz zwischen Tester und Getestetem gibt. Aber das stimmt nicht immer, auch wenn es manchmal auf den ersten Blick so aussieht.

Die Hochschulen etwa stehen unter Druck, die Zahl der Studienabbrecher zu senken. Sie können das tun, indem sie sich besser um die Lehre kümmern. Das ist mühsam. Sie können aber auch versuchen, das Problem über Eingangstests in den Griff zu bekommen. Aus Hochschulsicht ein verlockendes Mittel: die vielversprechendsten Studenten aussuchen, und schon hat man weniger Arbeit für die Profs, gute Ergebnisse – und ein gutes Image obendrein. Die Universität Freiburg trieb das Prinzip der Imagewerbung per IQ-Import auf die Spitze, als sie im Wintersemester 2007 Hochbegabte mit einem Intelligenz-Rabatt zu locken suchte. Frei nach dem Motto "Wer hat, dem wird gegeben" erließ sie Studenten mit einem IQ von über 130 die Studiengebühren – eine Praxis, die zu Protest und Gerichtsverfahren führte und mittlerweile eingestellt ist.

Ganz anders der Umgang mit Testergebnissen an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg. Dort machen die angehenden Informatiker, Technikjournalisten und Wirtschaftswissenschaftler in der Einführungswoche einen Eignungstest. Die Hochschule testet sie, um sie anschließend bei der Lernstrategie zu beraten. Auch der Saarbrücker Stimmtest dient nicht dem Rausschmiss, sondern der Beratung. Etwa 30 Prozent der Studenten fallen auf: Sie werden ins Stimmtraining geschickt.

Soll ich Testergebnissen glauben?

Aber wie glaubwürdig sind Testergebnisse überhaupt? Weiß ein erfahrener Personalchef nicht mehr als ein Test? Kann man das Potenzial eines Menschen röntgen wie seinen Körper? Gerne wird diese Frage beantwortet, als ginge es ums richtige Kreuzchen im Multiple-Choice-Bogen: richtig oder falsch, Riesenfortschritt oder Riesenschwachsinn?

Dabei gilt ganz simpel: Es gibt gut gemachte Tests und schlechte. Bei Assessment-Centern zum Beispiel sei die Qualität in den letzten Jahren "massiv gesunken", sagt der Eignungsdiagnostiker Heinz Schuler, Professor für Psychologie an der Universität Hohenheim. "Häufig leisten sie nicht mehr als ein normales Gespräch – obwohl sie dies sehr wohl können." Es kommt aber zweitens auch auf die Testart an. Persönlichkeitstests sind unter Experten stärker umstritten als Fähigkeitstests. Das Wichtigste aber ist drittens: Selbst da, wo Tests aussagekräftig sind, wissen sie nicht alles.

Studierfähigkeitstests zum Beispiel haben nach den Studien von Heinz Schuler, der über tausend Untersuchungen ausgewertet hat, eine Prognosekraft von etwa 25 Prozent. Das klingt nach wenig, ist aber "beachtlich", wie Schuler betont. "Es ist ein viel besserer Wert als bei Auswahlgesprächen." Doch was sagt dieser Wert aus? Jedenfalls wenig über den einzelnen Testteilnehmer. Er sagt nicht: Jeder, der den Test besteht, besteht das Examen. Oder: Jeder, der beim Test durchfällt, kann das Examen nicht bestehen. Oder: Ein gutes Testergebnis trug bei jedem Einzelnen zu einem Viertel zum Bestehen des Examens bei. Oder: Die Wahrscheinlichkeit, das Examen zu bestehen, wenn man den Test bestanden hat, ist um 25 Prozent erhöht. 

Er sagt: Wenn hundert Menschen einen Studierfähigkeitstest schreiben und dabei unterschiedlich abschneiden und diese hundert später Examensklausuren schreiben und unterschiedlich abschneiden, dann lassen sich die Unterschiede in den Ergebnissen zu etwa einem Viertel auf das unterschiedliche Abschneiden im Test zurückführen. Der Test "erklärt" die Abweichungen zu einem Viertel. Nicht mehr und nicht weniger.

Selbst der beste Test weiß nicht alles. Ein Test, der die Eignung fürs Medizinstudium misst, verrät nicht, ob jemand später ein guter Arzt sein wird. Und wer als Sieger aus einem Assessment-Center hervorgeht, ist später nicht unbedingt ein netter Kollege.

Auch der objektive Erfolg im Studium und im Beruf hängt von Faktoren ab, die man nicht testen kann. Heinz Schuler zählt eine ganze Kaskade von Eigenschaften auf, die in keinem Studierfähigkeitstest gemessen werden und trotzdem wichtig für ein erfolgreiches Studium sind: Gewissenhaftigkeit, Leistungsmotivation, Anpassungsfähigkeit, psychische Stabilität, Durchhaltevermögen, die Arbeitshaltung, das Interesse am Fach, die Verträglichkeit und die Lernbereitschaft. Und nicht zuletzt: die Qualität der Ausbildung und – Zufälle. Zudem liegt im Wollen oft schon ein bisschen Können. "You can get it, if you really want« ist mehr als nur eine Songzeile, der Satz ist wahr. "Wenn jemand etwas wirklich will und überzeugt ist von dem, was er tut, kann das vieles kompensieren", sagt Heinz Schuler. 

Tests mögen Wege verbauen oder erschweren. Eine unfehlbare Diagnose sind sie nicht. Negative Testergebnisse sollte man nicht als abschließendes Urteil, sondern als Forschungsauftrag in eigener Sache begreifen. Wo hat es gehakt und warum? Habe ich mich falsch eingeschätzt? Wo bin ich Illusionen aufgesessen? Sollte ich meine Ziele ändern oder an ihnen festhalten?

Dass man sich durch Tests nicht von seinem Traum abbringen lassen muss, zeigt das Beispiel des Bestsellerautors Jan Weiler (Maria, ihm schmeckt’s nicht!) . Nachdem er als junger Mann durch den Aufnahmetest der Deutschen Journalistenschule in München gefallen war, bewarb er sich wieder. Und wieder. Und wieder. Einmal überstand er nicht mal die erste Runde. Doch beim vierten Mal klappte es. Heute sitzt Jan Weiler in der Auswahljury.

Welche Tests gibt es?

Kenntnistests fragen Erlerntes ab (Beispiel: Sprachtest, Allgemeinbildungstest). Fähigkeitstests (zum Beispiel der Medizinertest) prüfen unter anderem das logische Schlussfolgern oder das räumliche Vorstellungsvermögen. Neigungstests ergründen Interessen und Erfahrungen, etwa um die Studien- und Berufswahl zu erleichtern.

Lernen hilft bei Kenntnistests. Für Fähigkeitstests bringe Training dagegen nichts, sagen Testanbieter. Falsch, kontern kommerzielle Trainingsinstitute. Auf jeden Fall sollte man sich vorab mit der Art der Fragen vertraut machen. Die meisten Testveranstalter stellen dafür Aufgaben bereit. Tipp: nicht verwirren lassen, wenn die in den Aufgaben beschriebenen Zusammenhänge dem Alltagswissen widersprechen. Es zählt allein die innere Logik des Tests. Bei Multiple-Choice-Aufgaben mit nur einer richtigen Antwort sollte man auch ein Kreuzchen machen, wenn man ratlos ist. Manchmal hilft der Zufall.

Bei Assessment-Centern (AC), die als Tests im weiteren Sinne gelten können, kann sich Training durchaus auszahlen. Gut, wenn das AC für den Traumjob nicht das erste ist. Alle Gelegenheiten zum Üben nutzen!

Test-Tipps im Internet

Wie denken Studenten über Tests? Weitere Ergebnisse der repräsentativen Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) sind nachzulesen unter www.zeit.de/campus/getestet

Was will ich?

Allgemeine Orientierungstests bieten unter anderem die Unis Bochum und Hohenheim sowie ein Zusammenschluss norddeutscher Universitäten an
http://www.borakel.de
http://www.was-studiere-ich.de
http://www.selfassessment.uni-nordverbund.de

Will ich das?

Interesse und Talent für bestimmte Fächer kann man bei den Netztests der RWTH Aachen und der Universität Freiburg prüfen. Die RWTH hat Tests für Informatik, Elektrotechnik und Technische Informatik, für Maschinenbau, Physik und Psychologie im Programm, die Universität Freiburg für Anglistik, Informatik und Geografie
http://www.assess.rwth-aachen.de
http://www.psaw.uni-freiburg.de

Will ich Lehrer werden?

Die Antwort leichter machen soll das Portal Career Counceling for Teachers, zu dem auch ein Test gehört
http://www.cct-germany.de

 
Leser-Kommentare
  1. Endlich hat mal breitgefächerte Plattform ausgesprochen, was sich viele nicht zu sagen trauen: Tests sind so relativ! Meine Erfahrung lehrt mich, sehr sensibel die Frage nach dem "wie gut bin ich wirklich" auszuwerten. Denn es kommt immer wieder auf den Zusammenhang an. Und Fachbegriffe gehören übersetzt, Grafiken erklärt und ungewünschte Ergebnisse so gedeutet, dass Chancen entstehen, aber keine Depressionen ausgelöst werden. Ich wünsche mir weniger Testgläubigkeit, mehr Gnade der Psychologen und mehr Lockerheit bei Teilnehmern - dann sind Tests in allen Bereichen der Bildungs- und Arbeitswelt ein probates Mittel um sich besser kennen zu lernen.

  2. Die Leute sind ja eher arbeitsfaul. Entweder findet man die Tests in entsprechenden Büchern oder bekommt sie von höheren Semestern. Auch für die überschätzten Assessment Center kann man sich vorbereiten. Das Problem bei der Geschichte ist, dass Rankings die Relevanz verschieben. Sie gaukeln vor, bestimmte Faktoren seien wichtig, andere nicht. Man optimiert sich dann auf diese Faktoren hin, um besser im Ranking dazustehen, ohne konkret etwas verbessert zu haben. Siehe Unis und Uni-Rankings, bei denen die Zeit ja auch gern mitmacht.

  3. zu solchen Unfug sagen? Tests abgeschafft? Es gibt Bereich, da ist D Spitze, aber sicher nicht dort, wo regelmäßig die Leistung nicht überprüft wird

  4. Hier wird schon lange alles getestet...

    GCSE... AS-level, A2-Level...

    Und das Ergebnis:
    Das Land geht vor die Hunde...

    (von Deutschland nach England umzuziehen war ein großer Fehler - nach dem Bachelor bin ich hier raus)

    • Manu84
    • 01.12.2009 um 9:37 Uhr
    5. Mensa

    Da gibts doch auch diesen Möchtegernhochbegabtenverein, der asich mit seiner Intelligenz aufplustert. Und damit prahlt, dass alle Mitgleider ja den IQ-Test bestanden hätten und damit wesentlich intelligenter seien als ihre Mitmenschen. Und damit ganz deutlich zeigen, dass sie nur unsicherer sind; wer wirklich intelligent ist, hat es nicht nötig, sich so einem Verein anzuschließen und weiss auch, dass prahlen mit der eigenen Intelligenz eventuell auch zu Neid führt. Und weiss auch, dass jeder irgendwann auf 130 IQ-Punkte kommt, wenn er die Tests nur ordentlich übt.

  5. 6. Pisa

    Leider wird die Pisa Studie immer und immer wieder als "Paradebeispiel" angeführt. Dabei ist doch (zumindest bzgl. der ersten Pisa-Studie) längst bekannt, dass die Kriterien tendenziös gewählt waren und bei der statistischen Auswertung handwerkliche Fehler gemacht wurden. Schade, dass dermaßen unzuverlässige Daten immer noch bemüht werden...

  6. 7. Also

    mir wurde mein ganzes Leben lang immer nur gesagt, wie doof ich bin, jedenfalls in Deutschland. Das fing in der Grundschule an mit dem Musiklehrer, der mich aus dem Unterricht geworfen hat, weil ich angeblich seine schönen deutschen Volkslieder zu schlecht singen würde. Meine Grundschullehrerin hat mich ständig wegen zu schlechter Grammatikkenntnisse nachsitzen lassen. In Mittel- und Oberstufe interessierte sich niemand wirklich dafür, ob man was gelernt hat oder nicht. Und an der Uni war es besonders perfide: da wurde einem nie mitgeteilt, was man für eine Prüfung wirklich lernen mußte! Die Noten wurden dementsprechend als willkürlich empfunden, ob Note 1 oder Note 4, konnte man weder vorher prognostizieren noch hinterher begründen...
    Erst an einer amerikanischen Uni hab ich dann gelernt, dass es auch anders geht...

  7. "Selbst der beste Test weiß nicht alles. Ein Test, der die Eignung fürs Medizinstudium misst, verrät nicht, ob jemand später ein guter Arzt sein wird."
    Das stimmt. Das tut aber auch kein Abiturdurchschnitt, etc. Im Grunde kann die Universalisierung solchen Ansprüchen generell nicht gerecht werden, denn es ist ja das Individuum, das am Ende die Leistungen erzielen soll.
    Da stoßen die Test dann auch auf ihre Grenzen, denn sie versuchen Normen für etwas zu schaffen, für das es keine allgemeingültigen Normen gibt. Was ist gut? Was ist wichtig für den späteren Job? All das sind doch teilweise oder gänzlich subjektive Wahrnehmungen, die man selbst, aber auch der Professor oder spätere Arbeitgeber individuell stellt und bewertet.

    Natürlich können Tests dabei unterstützend sein, aber eben nicht als nec plus ultra. Der Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten dabei ja sehr ausführlich und ausgiebig. Wichtig finde ich es aber - wie auch erwähnt, aber ich stelle es nochmal heraus -, dass natürlich ein Unterschied zwischen den Facebook- und Freizeittests besteht, die auf eine angebliche Persönlichkeitsidentifizierung abzielen (fast schon Orakel- und Horoskopgleich), und solchen, in denen die Leistung von einer Stunde manchmal maßgeblich für den späteren beruflichen und persönlichen Werdegang sind. Druck und Spaß sind dabei ja ganz unterschiedliche Motivatoren.

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