Berufserfahrung Das prima Praktikum finden

Welche Stelle passt zu mir? Und wie bekomme ich sie dann auch? Eine Anleitung in fünf Schritten

Viele offene Türen: Das passende Praktikum zu finden ist kein Glücksspiel

Viele offene Türen: Das passende Praktikum zu finden ist kein Glücksspiel

Schritt 1: Herausfinden, wo man überhaupt hinwill

Bevor man mit der Suche beginnt, sollte klar sein, in welche Richtung sie gehen soll. Es hilft oft, wenn man für sich vorher eine berufliche Vision formuliert. Etwa: "Ich will Redakteur beim ZDF werden." Davon ausgehend, können dann Ansprüche an das Praktikum abgeleitet werden: Was für Erfahrungen will ich machen? Welche Abteilungen möchte ich kennenlernen? Was muss ich tun, um meinem Traumberuf näher zu kommen? Hat man diese Orientierung, fällt die Suche nach dem Praktikumsplatz leichter. Anhand der selbst formulierten Ziele kann man Branchenführer durcharbeiten oder das Internet durchsuchen. Darüber hinaus bieten immer mehr Hochschulen eigene Praktikumsbörsen an. Bei der Suche sollte man beachten: Nicht immer bietet die größte und bekannteste Firma der Branche auch das beste Praktikum. Gerade bei kleineren Betrieben haben Praktikanten oft viel mehr Freiheiten und Verantwortung für eigene Projekte.

Anzeige

Schritt 2: Vor der Bewerbung Kontakt zur Firma aufnehmen

Zur Hintergrundrecherche kann ein kurzer Anruf im Sekretariat des Wunschbetriebs nützlich sein. Die Sekretärin kennt den Betrieb schließlich am besten. Sie weiß auch, wo Praktikanten eingesetzt werden und ob die Plätze nicht schon auf Monate im Voraus vergeben sind. Oder ob nicht gerade zu einer bestimmten Zeit oder in einer speziellen Abteilung ein Praktikant abgesprungen ist – dann kann man sich gezielt daraufhin bewerben und hat meist weniger Konkurrenten.

Zum Bestellen im ZEIT-Shop bitte auf das Cover klicken

Zum Bestellen im ZEIT-Shop bitte auf das Cover klicken


Jetzt am Kiosk: ZEIT Campus Ratgeber Berufseinstieg

Wie meistere ich ein Vorstellungsgespräch? Wie kann ich im Berufsalltag überzeugen, ohne arrogant zu wirken? Welches ist die richtige Kleidung für eine erfolgreiche Zukunft? Das ZEIT CAMPUS Sonderheft "Berufseinstieg" gibt umfassende Ratschläge und zeigt Möglichkeiten auf, die Hürden leichter zu nehmen.

Schritt 3: Die Bewerbungsmappe mit Unterlagen zusammenstellen

In die Mappe gehören auf jeden Fall ein Lebenslauf (keinesfalls mehr als zwei Seiten), Zeugnisse, eventuell Arbeitsproben und ganz wichtig – das Anschreiben. Es sollte an eine bestimmte Person gerichtet sein (Personalchef, Abteilungsleiter) und muss den künftigen Chef davon überzeugen, dass man sich mit der Firma und den Tätigkeitsbereichen auseinandergesetzt hat. Außerdem sollte daraus hervorgehen, warum man für die Stelle geeignet ist. Personalchefs hassen nichts mehr als Massenbewerbungen. In vielen Betrieben hat sich die Form der Onlinebewerbung bereits durchgesetzt, besonders bei Praktikumsplätzen. Einige Unternehmen haben Onlineformulare auf ihren Internetseiten, mit deren Hilfe man die benötigten Dateien einfach nur noch hochladen muss. Andere Firmen wünschen sich aber immer noch die klassische Bewerbungsmappe per Post – weil sie in bestimmten Fällen als repräsentativer und hochwertiger gilt. Wer sich online bewirbt, dem sollte klar sein, dass an elektronische Bewerbungen mittlerweile dieselben formellen Maßstäbe angelegt werden wie an klassische Bewerbungen.

Schritt 4: Mit dem Chef der Personalabteilung sprechen

Manche Arbeitgeber führen Vorstellungsgespräche für Praktikumsplätze durch, die jedoch meist nicht so tückisch sind wie jene für Ausbildungsplätze oder Jobs. Die meisten Firmen wollen in solchen Gesprächen lediglich die Ernsthaftigkeit der Bewerbung und eine gewisse Grundsympathie ergründen. Deswegen ist es sinnvoll, sich im Vorfeld Gedanken zu machen, was man auf die Fragen des Chefs antworten will: Warum will ich gerade in diesem Betrieb ein Praktikum machen? Was spricht für mich als Praktikant? Welche Interessen und Kenntnisse habe ich, und wie kann ich sie einbringen? Ansonsten gilt: höflich bleiben, nicht schauspielern und auf einen angemessenen äußeren Eindruck achten. Zum Bewerbungsgespräch darf es auch mal ein Sakko oder eine Bluse sein. Hauptsache, es passt zu dem jeweiligen Unternehmen – und in Banken gelten da andere Standards als in Werbeagenturen. Wenn man es bis ins Vorstellungsgespräch geschafft hat, fällt die Entscheidung in der Regel recht schnell, oft wird die Zusage noch an Ort und Stelle erteilt. Wenn es heißt: "Wir melden uns bei Ihnen", muss das allerdings noch kein schlechtes Zeichen sein. Wichtig: Normalerweise meldet sich die Firma zuerst. Nachfragen sollte man erst nach mehreren Wochen Wartezeit.

Schritt 5: Vorbereitungen für das Praktikum treffen

Vor allem bei längeren Praktika mit einer Bezahlung von über 400 Euro monatlich braucht man seine Papiere: Sozialversicherungsausweis (gibt es über die Krankenkasse), Lohnsteuerkarte (beim Einwohnermeldeamt) und Studentenausweis sind oft Pflicht. Auch einen Nachweis seiner Krankenversicherung sollte man rechtzeitig anfordern. Im Einzelfall hilft eine Nachfrage beim Praktikumsbetrieb, welche Unterlagen benötigt werden. Befindet sich der Praktikumsplatz in einer anderen Stadt, sollten etwa sechs Wochen vorher die Umzugsvorbereitungen beginnen. Für die eigene Wohnung lässt sich ein Zwischenmieter finden. Bei der Wohnungssuche in der neuen Stadt helfen Websites wie studenten-wg.de , die WG-Börse des Asta oder der Betrieb. Manchmal gibt es Praktikantenwohnungen, oder der Praktikumsvorgänger sucht einen Nachmieter. Zum Weitersurfen: Die bekannteste Plattform für die Praktikumssuche ist www.monster.de

 
Leser-Kommentare
    • lepkeb
    • 25.01.2010 um 19:29 Uhr

    "Was muss ich tun, um meinem Traumberuf näher zu kommen? "
    Hoffen das die Eltern in D-land genug Vitamin-B besitzen und keine Praktika machen, da diese meist vollwertige Arbeitsplätze ersetzen und den Firmen billige AK bescheren und es kaum zu festen Arbeitsverhältnissen führt; Stichwort Generation-Praktikum.
    Oder ins Ausland gehen.

    • sps74
    • 25.01.2010 um 22:10 Uhr

    So ein Heft braucht man, wenn man sich absichern will, dass man nicht einen vollwertigen Arbeitsplatz ersetzt.

    Das Führen des Hefts und die Unterzeichnungspflichten sollten meiner Meinung nach auch im Praktikumsvertrag vermerkt werden.

    Bei Langzeitpraktika muss das Geld natürlich für den Lebensunterhalt ausreichen. Man sollte nie ein unterbezahltes Praktikum annehmen, wenn man keine andere Einnahmequelle hat, wie etwa Bafög oder Arbeitslosengeld.

    Und wer ein Praktikum nutzt um bloss die Lücken im Lebenslauf zu füllen und dabei Arbeitskräfte ersetzt, schadet dem eigenen Berufsstand. Solche Zeiten sind besser investiert, indem man trotz Überqualifikation vorübergehend doch einen anderen Job annimmt. Für Arbeitgeber zählt oft die Lebenserfahrung mehr als mehrere Praktika, die eher den Eindruck vermitteln, man ruhe sich gerne aus, statt echte Arbeit anzupacken.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service