Doping Wettlauf im Labor

Analytiker gegen Athleten: Wie ein Biochemiker gegen Doping kämpft

Ob Biathlet oder Fußballer: Doping-Fälle hat es mittlerweile in fast allen sportlichen Disziplinen gegeben

Ob Biathlet oder Fußballer: Doping-Fälle hat es mittlerweile in fast allen sportlichen Disziplinen gegeben

Mario Thevis hat sich schon mit finnischen Skilangläufern und griechischen Gewichthebern Wettkämpfe geliefert. Er war bei Olympia in Athen dabei, in Turin und in Peking, im Februar wird er zu den Winterspielen nach Vancouver fliegen.

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Thevis läuft in einem Rennen, das nicht im Stadion ausgetragen wird, sondern im Labor: Mit aufwendigen Methoden sucht er im Urin und im Blut von Sportlern nach verbotenen Substanzen. Seine Befunde können entscheiden, ob Medaillen aberkannt und neu verliehen werden. Thevis hat Karriere gemacht im Kampf gegen Doping.

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Seit drei Jahren ist Thevis Professor für präventive Dopingforschung an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Er ist 36, der Wettlauf, in dem er sich nun verausgabt, ist schon ein paar Jahre älter. Es ist ein Wettlauf zwischen gedopten Sportlern und Biochemikern.

Der Startschuss fiel im Jahr 1968 mit den ersten Dopingkontrollen bei Olympischen Spielen. Mehr und mehr Sportler schluckten damals anabole Steroide, um ihre Muskeln schneller wachsen zu lassen. Da allerdings für die Steroide kein zuverlässiger Test existierte, wurde nur ein schwedischer Fünfkämpfer des Dopings überführt: Er hatte zur Beruhigung zwei Gläser Bier getrunken. Die ersten Runden, so muss man wohl sagen, haben die Dopingjäger verloren.

Leser-Kommentare
  1. 1. Sparen

    Den ganzen Zirkus könnte man sich sparen: einfach Doping freigeben. Das würde auch die Heuchelei angenehm verringern. Jeder Sportler sollte mit seinem Körper machen dürfen, was er will.

    • Ranjit
    • 29.12.2009 um 17:00 Uhr

    "Den ganzen Zirkus könnte man sich sparen: einfach Doping freigeben. Das würde auch die Heuchelei angenehm verringern. Jeder Sportler sollte mit seinem Körper machen dürfen, was er will."

    Stimmt schon. Nur stellt sich die Frage wozu dann noch Sport ansehen? Es wird dann ja aus einem Wettkampf der Athleten immer mehr ein Wettkampf der Sportmedizinier, Ausrüstungshersteller und Pharmaunternehmen.

    Das ist auf Dauer natürlich auch eine Perspektive. Es treten dann eben nicht mehr nationale Teams an, sondern die Teams verschiedener Pharmakonzerne. Wie im Rennsport treten dann Firmenteams gegeneinander an.

    Das die Sportler starke gesundheitliche Schäden eingehen müssen ist zwar bedauerlich, aber dafür werden sie ja auch im verleich zur restlichen Bevölkerung stark überproportional entlohnt. Die Angehörigen eines im Einsatz getöteten Bundeswehrsoldaten bekommen weit weniger als ein Spitzensportler pro Jahr verdient.

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    Bei der Formel 1 sieht man auch nur hochgezüchtete Maschinen mit einem Anteil an menschlichen Fähigkeiten. Dasselbe hätte man meiner Ansicht nach, würde man das Doping freigeben.

    Bei der Formel 1 sieht man auch nur hochgezüchtete Maschinen mit einem Anteil an menschlichen Fähigkeiten. Dasselbe hätte man meiner Ansicht nach, würde man das Doping freigeben.

  2. Doping zu legalisieren ist ja mal wert überlegt zu werden. Das dies alleine Entscheidung der Sportler ist, wage ich stark zu bezweifeln.

    Jahrelang hat man nun schon trainiert, ein gewisser Ehrgeiz wurde gefördert, der Sprung in den Kader ist geschafft. Wenn es dann heißt, LEGALE leistungssteigernde Mittel zu konsumieren, ist das nur logisch. Das professionelles Training heute unter medizinischer Steuerung geschieht ist kein Geheimnis.

    Der Sportler muss Management, Funktionären, Trainern und Ärzten vertrauen, die zeigen ihm den Weg zur Spitze, er selbst kann das alleine doch gar nicht leisten. Gleichzeitig schläft die Konkurrenz nicht und holt sich selbst unsaubere, pharmazeutische Hilfe (vielleicht vom gleichen Arzt!). Da kann der Profi nicht zurückstehen und sagen: "Ich bin Letzter, was soll`s? Hauptsache gesund!".

    Leistungssport ist auch so schon keine besonders gesunde Sache und die Athleten riskieren in den meisten Disziplinen sehr viel. Unfälle, Abnützungserscheinungen usw.

    Dieses "Freigeben" würde bedeuten, daß die Sportler plötzlich beurteilen können, welche Präparate gut, wichtig und legal sind, um dann ihren Körper der Pharmaindustrie zum Fraß vorzuwerfen.

    Schützt die Sportler, bekämpft Doping!

  3. Bei der Formel 1 sieht man auch nur hochgezüchtete Maschinen mit einem Anteil an menschlichen Fähigkeiten. Dasselbe hätte man meiner Ansicht nach, würde man das Doping freigeben.

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