Tipps Das gehört zu einer guten Party!

Gute Musik, leckeres Essen und der ganze Rest: Vier Experten sagen, wie man besser feiert

Keiwan Mir Heidari: "Je besser die Party, desto versauter der Fußboden"

Scheiß auf die Deko und die ganzen Details. Das Wichtigste ist die Promo. Es müssen genug Leute kommen, und es muss die richtige Mischung sein. Man braucht Spießer, Partytypen, Freaks, von jeder Sorte ein paar. Das ist ganz wichtig, denn dann können die einen über die anderen ablästern. Wenn alle gleich aussehen, über wen sollten sie dann reden? Und man braucht natürlich Frauen. Gute Frauen. Ein paar brave Mädchen von nebenan, ein paar langweilige und ein paar aufregende. Ein paar Frauen sollten wie Models aussehen, aber man braucht auch hässliche Frauen. Denn Männer trauen sich ja nie, die Models anzusprechen. Die gehen zu den Hässlichen, weil sie sich denken, wenn ich da einen Korb bekomme, ist es nicht so schlimm. Wenn man die richtige Mischung hinkriegt, dann wird die Party gut. Partys, zu denen keiner kommt, sind die schlechtesten. Es gibt einen einfachen Test, wie gut eine Party war: den Blick auf den Fußboden am nächsten Morgen. Je besser die Party, desto versauter der Boden. Erst wenn alles voller Kippen, Limetten und Schmutz ist, hast du eine richtig geile Party hingelegt. Ich hab schon viele gute Partys erlebt, aber ich kann mich immer noch genau daran erinnern, wie es war, als ich mit siebzehn zum ersten Mal im Pacha auf Ibiza war. Das war eine der ersten großen Partys meines Lebens, und ich war irre beeindruckt von den Dragqueens, der Animation und dem ganzen Ambiente.

Keiwan Mir Heidari hat schon viele gute Partys gefeiert. Er ist Barmanager im Münchner Club P1

Martin Sass, DJ: "Man muss Hits spielen, die Leute wollen das"

Es gibt Leute, die sollten einfach kein DJ sein. Denn wer auflegen will, braucht Taktgefühl und ein Gespür für die Energie im Raum. Abgesehen davon sollte man aber auch ein paar Regeln kennen. Die zentrale Regel lautet: Man tastet sich von Lied zu Lied vor. Wenn Nirvana funktioniert, kann man danach zwar Guns N’ Roses spielen, aber keine R-n’-B-Schnulze. Nach Deichkind funktionieren die Beastie Boys oder Snap. Und nach Mary J. Blige geht immer James Brown. Früher konnte man auch noch Sachen spielen, die keiner kannte. Da war der DJ noch der Kanal, um an neue Musik zu kommen. Durch Jamba, den ganzen Kommerz und die Millionen Radiosender hat sich das verändert. Wenn du heute was spielst, was die Leute nicht kennen, gehen sie sofort eine rauchen oder aufs Klo. Die Leute wollen Hits. Wenn keiner tanzt, gibt es ein paar Notbremsen. So Klassiker-Clubhymnen. Die schlimmste ist M.O.P.s Ante up – das wurde gefühlt öfter gespielt als Michael Jacksons Bad. Wer das spielt, hat sich zwar ein bisschen zu schämen, aber es funktioniert. Besonders wichtig ist, dass man nicht die ganze Zeit brettert, sondern einen musikalischen Bogen hinbekommt. Gegen Ende macht man die Musik ein bisschen leiser – das merken die Leute gar nicht bewusst. Und spielt wieder ruhigere Sachen. Das extremste Rausschmeißerlied, das ich jemals aufgelegt habe, war Wind of Change. Danach war die Tanzfläche wirklich leer.

Martin Sass legt als DJ Mixwell für Jan Delay, Samy Deluxe und bei Aftershowpartys von Eminem und 50 Cent auf

Sylvia Dieckhoff, Haushaltsprofi: "Apfel-Tiramisu geht leicht und schmeckt fast jedem"

Als Vertreterin des Deutschen Hausfrauenbundes feiere ich zwar keine Studentenpartys, aber eins gilt immer: Irgendwann bekommen die Leute Hunger. Deshalb sollte man schmackhafte Leckereien anbieten. Im Backofen können mehrere Gerichte gleichzeitig gegart werden, etwa Flamm- oder Zwiebelkuchen, Aufläufe oder Chili con Carne. Diese Gerichte schmecken und lassen sich sogar in kleinen WG-Küchen optimal zubereiten. In großen Küchen kann man Freunde einladen und sich die Arbeit teilen. Naschkatzen empfehle ich meinen Lieblingsnachtisch: 150 g Löffelbiskuits in eine Form legen, mit 4 Esslöffeln Calvados und 6 Esslöffeln Apfelsaft beträufeln, 1 Glas Apfelmus und einen geriebenen Apfel daraufgeben. 250 g Magerquark, 250 g Mascarpone, ⅛ l Milch und 1 Esslöffel Zucker verrühren, 1 Stunde kühl stellen, auf dem Apfelmus verteilen und mit Kakao bestreuen. Dieser Nachtisch schmeckt fast jedem.

Sylvia Dieckhoff arbeitet beim Deutschen Hausfrauenbund. Sie ist Vorsitzende des Landesverbandes Schleswig-Holstein

Malte Pittner, Musiker: "Das Wichtigste: Ein Grill, Dosenbier und der Blick aufs Wasser"

Die perfekte Party ist einfach zu organisieren. Man braucht nämlich nicht viel: einen Schwenkgrill, eine Palette Dosenbier, viele liebe Menschen und das Wichtigste, den Blick aufs Wasser, etwa am Elbstrand in Hamburg. Die perfekte Party findet am Wasser statt, das ist der entscheidende Punkt. Man kann auf das Wasser rausgucken, Dosenbier trinken – und es gibt ja auch immer irgendwen, der ein paar Bahnen schwimmt. Später kann das Ufer zum Dancefloor werden, es ist ja genug Platz. Wenn niemand tanzen will, fängt meistens meine Schwägerin damit an. Die trägt oft so ein enges rotes Kleid, danach ist die Tanzfläche schnell voll. Strand, Wasser und Alkohol – das hat viel mit Jugenderinnerungen zu tun. Ich fühle mich immer noch sehr jugendlich, wenn ich mit einem Bier am Wasser sitze. Und wenn am Ende alle ihre leer getrunkenen Bierdosen mitnehmen, ist der Strand auch wieder schön für die nächste Party.

Malte Pittner ist Gitarrist der Band Texas Lightning (mit Olli Dittrich) und ehemaliges Mitglied von Deichkind

 
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