Besser feiern Wer kommt auf die Gästeliste?
Eine Party ist so gut wie die Menschen, die sie feiern. So lädt man die richtigen Gäste ein und verpflegt sie gut
Richtig einladen
Wen lade ich ein?
Natürlich alle, die man mag. Wer etwas größer feiert, sollte auf die Mischung achten. Türsteher haben eine Faustformel: Mehr Singles als Paare, mehr Frauen als Männer (siehe auch Seite 30). Die größte Gefahr bei jeder Einladung ist, dass niemand kommt. Eine Absagequote von mindestens 30 Prozent sollte man auf jeden Fall einplanen. Viele Absagen kann man verhindern, indem man ausdrücklich erlaubt, Freunde mitzubringen. So vermeidet man, dass ganze Cliquen zu anderen Partys überlaufen, auf denen sie als Gruppe erwünscht sind. Jede Clique hat einen oder mehrere Anführer. Gewinnt man diese für seine Party, zum Beispiel durch einen persönlichen Anruf, folgen die anderen von selbst. Man kann das Prinzip auf die Spitze treiben und sogar den Tag der Party danach auswählen, wann alle Cliquen-Anführer Zeit haben. Unbedingt dabei sein sollten Gäste mit Tanzlust und Eskalationswillen, um das Eis zu brechen. Aber Vorsicht: Bei allem Kalkül sollte man keine Menschen einladen, die einem unsympathisch sind. Schließlich ist man Gastgeber und kein Clubbetreiber.
Wie lade ich ein?
Massen-E-Mails, SMS und Flyer sind die Klassiker. Wer nicht immer die gleichen Gesichter sehen will, kann über Facebook oder StudiVZ unbekannte Freunde seiner Freunde mit einladen. Die sind nicht völlig fremd und integrieren sich von alleine. Mutige kündigen ihre Party auf Facebook als Veranstaltung an und werben mit offenem Haus und Freibier. Aber Achtung: Wer zu einer Massenparty aufruft, muss auch mit Massen rechnen. Für Fortgeschrittene und Poser: Gerüchte über berühmte Gäste streuen! Für Reiche: Die berühmten Gäste wirklich einladen! Paris Hilton nimmt nach eigenen Angaben zwischen 100.000 und 200.000 Euro pro Abend.
Für wann lade ich ein?
Wer für 20Uhr einlädt, riskiert, dass die pünktlichen Menschen drei Stunden warten müssen, bis um 23 Uhr die unpünktlichen kommen. Die Stimmung muss aber von Anfang an gut sein, sonst verschicken die Gäste Warn-SMS. Gute Freunde bitten, früher da zu sein. Dafür Pizza und Bier versprechen. Wenn dann die Mehrheit eintrifft, ist die Stimmung bereits locker. Zwischen 22 und 23 Uhr sendet der Körper Einschlafsignale. Hält man die Gäste über diesen toten Punkt bei Laune, sind sie die nächsten Stunden hellwach. Die Münchner Medizinerin Ildiko Meny sagt: Wer bis vier Uhr wach bleibt, kann die Nacht durchfeiern – ab dann produziert der Körper Aufwachhormone.
Richtig abfüllen
Trinken
Wie viel die Gäste trinken werden, kann man vorher ausrechnen. Laut Medizinern beginnt ab 0,8 Promille das Euphoriegefühl, das entspricht einem Konsum von mindestens zwei Flaschen Bier. Ab zwei Promille beginnt ein starkes Unwohlsein. Das entspricht fünf Flaschen Bier oder sechs Gläsern Wein. Man kann aber auch auf Erfahrungswerte bauen. Der Hamburger Caterer Sebastian Lenschow rechnet pro Kopf fünf Flaschen Bier, drei Gläser Wein und eine Flasche Wasser oder Softdrinks. Keiwan Mir Heidari, Barmanager in der Münchner Disco P1, plant vier Bier und einen halben Liter Wodka pro Person ein. Wer sicherheitshalber mehr im Haus haben will, als er braucht, kann im Getränkemarkt auf Kommission kaufen und das Übriggebliebene später zurückgeben. Für laute Partys sollte man mehr Getränke einplanen. Der französische Psychologe Nicolas Guéguen hat herausgefunden, dass ein hoher Geräuschpegel zum Trinken anregt. Während die Probanden bei 72 Dezibel im Schnitt pro Glas Bier eine Viertelstunde brauchten, tranken sie es bei 88 Dezibel in durchschnittlich 12 Minuten leer.
Tipp: Mediziner empfehlen, magnesiumreiches Wasser zu trinken. Das beugt dem Kater vor. Besonders viel Magnesium enthalten Sportdrinks.
Essen
Als Katerprophylaxe ist fettiger Fisch optimal, trotzdem sind Kartoffelsalat und Würstchen wahrscheinlich beliebter. Generell schmeckt alles besser, wenn man es mit Knicklichter-Besteck isst. Im Dunkeln leuchtet es wie Glühwürmchen (www.knixs.com). Wer tanzt, verbraucht um die 190 Kilokalorien in der Stunde, so viel stecken in einer Handvoll Kartoffelchips.
Tipp: Wer nicht genug Schälchen für den Nachtisch hat, kann sie aus Schokolade selbst herstellen. Dazu bläst man Luftballons auf, taucht sie zur Hälfte in geschmolzene Kuvertüre und lässt die Schokolade auf dem Ballon trocknen. Sticht man dann eine Nadel in den Ballon, bleibt nur die Schokoladenschale übrig. Wenn das Buffet leer ist, kann man den Gästen das Schokogeschirr zum Essen anbieten.
Rauchen
Auf keinen Fall das Rauchen ganz verbieten. Sonst verlagert sich die Party auf den Bürgersteig oder den Balkon. Eine Zigarette verursacht laut einer Studie in einem geschlossenem Raum zwei Liter Rauch. Wer den nicht einatmen will, kann sich einen Luftreiniger kaufen. Das ist ein Gerät, das wie eine Heizung aussieht und die Luft viermal so schnell von Tabakrauch befreit wie simples Lüften. Bei eBay gibt es gebrauchte Geräte ab 50 Euro.
Tipp: Gegen den Tabakgeruch am nächsten Morgen hilft eine Duftlampe mit fünf Tropfen Rosmarinöl oder Lemongrasöl oder eine Schale mit zwei Päckchen Vanillezucker.
- Datum 29.12.2009 - 17:45 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 01.12.2009 Nr. 01
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