Flirtcoach Sergej Linz erklärt, wie man erfolgreich anbaggert
So baggert man erfolgreich an
ZEIT CAMPUS: Herr Linz, Sie unterrichten Menschen im Anbaggern. Wie lernt ein Junge auf einer Party das schönste Mädchen kennen?
Sergej Linz: Einfach ansprechen. Selbst wenn Freundinnen drum rumstehen. Dann ist es sogar einfacher.
ZEIT CAMPUS: Aber dann kriegen die doch alles mit!
Linz: Umso besser, damit beweist man Selbstsicherheit. Man sollte dann mehr mit den anderen Frauen reden und die Zielperson leicht ignorieren. Zum Beispiel kann man so tun, als habe man ihren Namen vergessen. Dann fragt man mehrmals nach, während man sich die Namen ihrer Freundinnen sofort gemerkt hat. Oder man schließt die Zielperson ein wenig aus der Konversation aus. Dann wird sie selbst versuchen, sich ins Gespräch zu bringen. Und in dem Moment hat man sie am Haken!
ZEIT CAMPUS: Und wie lerne ich als Frau den schönsten Mann kennen?
Linz: Frauen, die Männer ansprechen wollen, haben es einfacher. Sie sollten aber nicht zu offensiv sein. Lieber nicht gleich sagen: Du gefällst mir! Sondern das Gespräch indirekt anfangen, zum Beispiel mit einer Bemerkung über ein auffälliges Detail in seinem Styling.
ZEIT CAMPUS: Was sind die besten Gesprächsthemen?
Linz: Jedenfalls nicht die Wirtschaftskrise oder die letzte BWL-Vorlesung. Besser eignen sich emotionale Themen, etwa Anekdoten von schönen Erlebnissen. Es geht darum, Emotionen auszutauschen, nicht Informationen. Bei Frauen muss man auf sogenannte Shit-Tests aufpassen. Wenn eine Frau fragt, ob man ihr was zu trinken holen kann, will sie nicht nur ein Getränk, sondern etwas über den Mann erfahren: Wie schnell geht er auf meine Wünsche ein?
ZEIT CAMPUS: Wie reagiert der Mann am besten darauf?
Linz: Mit Selbstbewusstsein. Es gibt Eigenschaften, die anziehend auf Frauen wirken. Sie mögen starke, dynamische, impulsive, nicht vorhersehbare Männer, die keine Angst haben, ihr Interesse zu signalisieren. Alphamänner eben.
ZEIT CAMPUS: Ach ja? Soll er ihr nun den Drink holen?
Linz: Natürlich. Aber nur weil er das will, nicht weil sie das will. Wichtig ist, dass der Mann ihr das Interesse danach wieder entzieht. So gibt er ihr das Gefühl, dass sie etwas dafür tun muss, um Aufmerksamkeit zu bekommen.
Sergej Linz arbeitet als Flirtcoach bei "Progressive Seduction". Er gibt bezahlten Unterricht im Anbaggern.
Die Fragen stellten Maren Keller und Alexandra Nina Schulz
- Datum 30.12.2009 - 15:31 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 01.12.2009 Nr. 01
- Kommentare 6
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







billige tricks für 14jährige.
;-)
...echtes Interesse!
Die erste Seite des Artikels war in gewissem Maße amüsant, die zweite mehr lächerlich.
Ach, wie ist die Welt doch so kompliziert!
Wer sich unter Menschen auf einer Party langweilt, ist entweder auf der falschen Party, oder hat sich das falsche Scheinselbst aufgebaut. Man könnte, nur so als Tipp, die Party verlassen, oder einfach mal (für die anderen überraschend) authentisch sein. Da wäre die Langeweile sehr schnell weg.
Und wer sein Gegenüber nicht auf Objektstatus reduziert, wie der Baggerfahrer auf Seite zwei, ist wesentlich interessanter, weil er nicht das gleiche Verhalten und den gleichen Sprachmüll absondert, wie die anderen Baggerfahrerauszubildnen.
Wer Einsam bleiben will, braucht nur absolut cool und desinteressiert auftreten und sich selbst für die/den Größte/n zu halten. Bei der nächsten Party, merken wir uns eben andere Filmstars, andere Gesten und Bewegungen, andere Plattkopfsprüche aus Privat-TV Comedys, die garantiert niemand kennt. Dann klappt das schon, mit dem süßen Knackarsch, der/die zu blöd ist, einfach mal die Maske abzunehmen.
Hach, was man nicht Alles von selbsternannten "Flirtcoaches" lernen kann:
1. Wir Frauchen wollen Aufmerksamkeit!
2. Und zwar von Alpha-Männern, die, von ihrem unwiderstehlichen Charme überzeugt, des Nachts auf die Jagd nach Weibchen gehen.
3. Wir gieren nach der Beachtung eines solchen Prachtexemplars und werden sofort eifersüchtig, wenn es sich mit einer unserer Freundinnen/Konkurrentinnen beschäftigt.
4. Dann verfallen wir in den Balz-Modus und lassen unsere Reize spielen.
5. Wenn das gewirkt hat, testen wir die Versorgerqualitäten des Männchens mit perfiden Tricks, denn jedes Weibchen sucht nach einem Ernährer und Beschützer.
6. Diese Taktik wird natürlich sofort durchschaut. Wo kämen wir hin, wenn ein Alpha-Männchen auf die Wünsche seines Zielobjekts eingehen würde! Gönnerhaft, wie es nun einmal ist, holt es dennoch einen Drink.
7. Dafür muss das Frauchen sich aber auch revanchieren! Umsonst gibt es nichts.
8. Wir, das oberflächliche Geschlecht, interessieren uns auch nicht für Männerkram wie Politik und Wirtschaft (ganz zu schweigen von sozialen, gesellschaftlichen oder philosophischen Themen). Nein, unsere kleinen Mädchenhirne wollen nur wissen, was dieser begehrenswerte Rudelführer in seinem aufregenden Alltag erlebt.
Danke an den Baggerführer und Alpha-Macho Sergej Linz, der uns das so schön erklärt hat!
Bei Frauen muss man auf sogenannte Shit-Tests aufpassen. Wenn eine Frau fragt, ob man ihr was zu trinken holen kann, will sie nicht nur ein Getränk, sondern etwas über den Mann erfahren: Wie schnell geht er auf meine Wünsche ein?
Ich würde irgendwie nie auf die Idee kommen, jemanden aufzufordern, mir was zu trinken zu holen. Den Wunsch muss derjenige schon selbst verspüren. Das ist doch wirklich ein Scheißtest.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren