Tatort Hörsaal
Tatort Hörsaal: Der stille Blick zum nächsten Tisch
Wohl nirgendwo ist die Versuchung zu schummeln so groß wie in Klausuren. Im Hörsaal herrscht gespannte Prüfungsatmosphäre, die richtige Antwort fällt einem nicht ein, und ein Blick zum Nachbarn oder auf den Spickzettel könnte weiterhelfen. Klar, das wäre nicht ganz ehrlich. Aber tun die anderen das nicht auch?
Donald McCabe, Management-Professor an der amerikanischen Rutgers University, untersucht seit fast 20 Jahren, wie viele Studenten der Versuchung erliegen. In Befragungen bat er an verschiedenen amerikanischen Universitäten um anonyme Geständnisse. Zwischen einem Viertel und zwei Drittel der Befragten geben serious test cheating zu und kreuzen an: Ja, ich gucke bei meinem Nachbarn ab. Ja, ich schreibe mir Spickzettel. Ja, ich helfe anderen in Klausuren mit der Lösung aus. Als Faustregel gilt: Je mehr an einer Uni gemogelt wird, desto akzeptierter ist es auch; jüngere Studenten schummeln mehr als ältere, schlechtere mehr als bessere.
Am bedenklichsten ist aber die Schlussfolgerung, die McCabe aus seinen Studien gezogen hat: Zwar kennen Erstsemester schon durch die Schule allerlei Schummeltricks; aber die Highschool sehen sie auch nur als lästige Pflicht auf dem Weg zum College. An der Uni erwarten sie dann eine andere Arbeitskultur, das »wahre Lernen« und sind deshalb zunächst bereit, auf ihre Spickzettel zu verzichten. Erst nachdem sie eine Weile beobachtet haben, wie hart die Konkurrenz um gute Noten ist und wie sehr ältere Studenten schummeln, geben sie ihre guten Vorsätze auf. Macht die Uni etwa alle zu Betrügern?
Zwischen der kleinen Schummelei und dem großen Fälschungsskandal scheinen doch Welten zu liegen. »Natürlich weiß ich auch, dass nicht jeder Abschreiber gleich ein Forschungsbetrüger wird«, sagt die Ombudsfrau Ulrike Beisiegel. Und nur ein Bruchteil der Studenten geht ja überhaupt in die Forschung, wo die skandalösen Fälle erst ihren Lauf nehmen können. »Aber die Gefahr, abzurutschen, ist größer, als man zunächst annehmen würde.«
Die Medizinstudentin Sandra spürt sie gerade. Sie möchte ihren richtigen Namen nicht nennen, denn sie bewegt sich derzeit in einer wissenschaftlichen Grauzone. Seit mehr als einem Jahr arbeitet sie neben dem Studium an ihrer Doktorarbeit über eine seltene Krankheit, sie muss Patienten Blut abnehmen und Schlussfolgerungen aus den gemessenen Blutwerten ziehen. »Es ist sehr schwer, passende Patienten zu finden, und ich bekomme unglaublichen Druck von meinem Betreuer«, erzählt Sandra. Er erwarte von ihr, die Patienten zu bedrängen, damit sie ihr Einverständnis für die Studie geben. Als Kontrollwerte für ihre Forschung sollen die Ergebnisse einer Vorgängerin ausreichen. »Dabei habe ich kein gutes Gefühl«, sagt Sandra, »eigentlich sollte ich eigenständige Kontrollen machen, um sicherzugehen, dass die Werte wirklich vergleichbar sind.« Sie hat das auch ihrem Betreuer gesagt, aber vielleicht nicht energisch genug.
Aber nun sitzt sie schon mehr als ein Jahr an ihrer Doktorarbeit und will das Ergebnis nicht mehr durch einen Konflikt gefährden. »Ich könnte mich auch dagegenstellen, aber mir wird vermittelt, dass man so nicht ans Ziel kommt.«
Ulrike Beisiegel kennt etliche solcher Fälle. »In der Medizin ist das leider keine Ausnahme«, sagt sie. Die Methode oder die Ergebnisse einer Studie verändern; wegsehen, wenn ein anderer fehlerhafte Daten verwendet – bei einer Umfrage unter jungen amerikanischen Biowissenschaftlern kreuzten 28 Prozent auf einer Liste mit solchen und weiteren Verhaltensweisen an: Das habe ich in den letzten drei Jahren schon getan. Bei älteren war es sogar jeder Dritte. Das Problem seien gar nicht so sehr die aufsehenerregenden Skandale, sagt Beisiegel: »Größeren Schaden für die Wissenschaft verursachen die alltäglichen Unredlichkeiten.« Den Grund dafür sieht sie in einer »ungesunden Beschleunigung der Wissenschaft«: Von den Forschern würden mehr Publikationen in kürzerer Zeit verlangt, sodass keine Zeit mehr bleibe zum Nachdenken. Also gebe man sich mit weniger zufrieden, Experimente würden nicht wiederholt, unklare Ergebnisse künstlich eindeutig gemacht. »Druck erzeugt Unredlichkeit.«
Kann man dagegen überhaupt etwas tun? Beisiegel und ihre Mitstreiter versuchen es. Ihnen geht es nicht nur darum, die großen Skandale aufzudecken, sie wollen die Atmosphäre an den Unis verändern – und Studenten dafür sensibilisieren, was Recht ist und was Unrecht auf dem Campus. Das Ombudsgremium hat dafür ein »Curriculum für gute wissenschaftliche Praxis« entwickelt, mit dessen Hilfe sich Studenten im Seminar auch mit den ethischen Aspekten der Forschung befassen sollen.
Wer ein Zitat von einem Plagiat unterscheiden kann, schreibt eher ehrliche Hausarbeiten. Wer weiß, was Professoren dürfen und was nicht, traut sich eher, Nein zu unlauterer Forschungspraxis zu sagen. Sandra, die Medizinstudentin, hätte gern energischer widersprochen, aber sie war sich selbst nicht sicher, wie unredlich die Methode war, die ihr Betreuer von ihr verlangte. Betrug war es nicht, und so hat sie sich schließlich gefügt. Mit einem schlechten Gefühl. »Ich mache es jetzt eben so, wie es von mir erwartet wird.«
- Datum 17.02.2010 - 15:32 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT Campus, 01.12.2009 Nr. 01/2010
- Kommentare 18
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:








an hochschulen werden ergebnisse frisiert,
in Arbeitsmarktinstituten Durchschnittsgehälter nach oben fantasiert,
in Unternehmen Geschäftspartner über die eigene Leistung getäuscht (Stichwort: Prinzipal-Agent),
in Kliniken unsinnige Knieoperationen durchgeführt,
von "schönheitskonzernen" kleinstmengen an billigen Inhaltsstoffen als wundermittel verkauft,
in Banken Berater unter Druck gesetzt, den Kunden Finanzprodukte zu verkaufen, die sie absolut nicht brauchen,
Die "Notlüge" als Grundlage unserer Selbstbetrugs-Gesellschaft.
Was an den Unis geschieht, ist Teil einer Gesamtsystematik.
wenn es nur ausdruck der gesellschaft insgesamt ist, wie mein vorredener im grunde treffend analysiert dann sollte es schnellstens heißen "Tatort Politik"!
wenn es nur ausdruck der gesellschaft insgesamt ist, wie mein vorredener im grunde treffend analysiert dann sollte es schnellstens heißen "Tatort Politik"!
wenn es nur ausdruck der gesellschaft insgesamt ist, wie mein vorredener im grunde treffend analysiert dann sollte es schnellstens heißen "Tatort Politik"!
Sicher ist Politik eine Seite des Problems.
So wäre es möglich bspw. gesetzlich festzulegen, dass Löhne nicht mehr geheim, sondern in der Stellenausschreibung und auch bei besetzten Stellen öffentlich sichtbar sein müssen
der das Gesundheitssystem so zu gestalten, dass Kliniken zur Deckung ihrer Kosten nicht zu solchen Maßnahmen greifen müssen (leichter gesagt als getan)
Kurz: die Politik sollte, wenn es umsetzbar ist, Regeln schaffen, damit sich der Ehrliche im Zweifelsfall nicht für den krummen Weg entscheidet.
Die andere Seite ist aber noch wichtiger: nämlich, dass jeder Einzelne auch eine Aufrichtigkeit zu sich selbst entwickelt, nicht zu betrügen, auch wenn dies in seinem Umfeld der offensichtliche Regelfall ist und andere dadurch Vorteile erzielen.
Es geht also um den "aufrechten Gang" jedes Einzelnen.
Sicher ist Politik eine Seite des Problems.
So wäre es möglich bspw. gesetzlich festzulegen, dass Löhne nicht mehr geheim, sondern in der Stellenausschreibung und auch bei besetzten Stellen öffentlich sichtbar sein müssen
der das Gesundheitssystem so zu gestalten, dass Kliniken zur Deckung ihrer Kosten nicht zu solchen Maßnahmen greifen müssen (leichter gesagt als getan)
Kurz: die Politik sollte, wenn es umsetzbar ist, Regeln schaffen, damit sich der Ehrliche im Zweifelsfall nicht für den krummen Weg entscheidet.
Die andere Seite ist aber noch wichtiger: nämlich, dass jeder Einzelne auch eine Aufrichtigkeit zu sich selbst entwickelt, nicht zu betrügen, auch wenn dies in seinem Umfeld der offensichtliche Regelfall ist und andere dadurch Vorteile erzielen.
Es geht also um den "aufrechten Gang" jedes Einzelnen.
Sicher ist Politik eine Seite des Problems.
So wäre es möglich bspw. gesetzlich festzulegen, dass Löhne nicht mehr geheim, sondern in der Stellenausschreibung und auch bei besetzten Stellen öffentlich sichtbar sein müssen
der das Gesundheitssystem so zu gestalten, dass Kliniken zur Deckung ihrer Kosten nicht zu solchen Maßnahmen greifen müssen (leichter gesagt als getan)
Kurz: die Politik sollte, wenn es umsetzbar ist, Regeln schaffen, damit sich der Ehrliche im Zweifelsfall nicht für den krummen Weg entscheidet.
Die andere Seite ist aber noch wichtiger: nämlich, dass jeder Einzelne auch eine Aufrichtigkeit zu sich selbst entwickelt, nicht zu betrügen, auch wenn dies in seinem Umfeld der offensichtliche Regelfall ist und andere dadurch Vorteile erzielen.
Es geht also um den "aufrechten Gang" jedes Einzelnen.
"Es geht also um den "aufrechten Gang" jedes Einzelnen."
Ja, genau!
"Stolz ist der unsichtbare Knochen, der den Hals gerade hält." (Stephen King → Zitat und kein Plagiat ;) )
Ich will damit nur sagen, dass sich die Ehrlichen gegenüber den Unehrlichen immer zurecht wohl fühlen können. Sie können stolz auf sich sein, was dem Betrüger wahrscheinlich nicht gelingt. Es ist ein verdammt gutes Gefühl, zu wissen, dass man immer aufrecht durchs Leben gegangen ist.
"Es geht also um den "aufrechten Gang" jedes Einzelnen."
Ja, genau!
"Stolz ist der unsichtbare Knochen, der den Hals gerade hält." (Stephen King → Zitat und kein Plagiat ;) )
Ich will damit nur sagen, dass sich die Ehrlichen gegenüber den Unehrlichen immer zurecht wohl fühlen können. Sie können stolz auf sich sein, was dem Betrüger wahrscheinlich nicht gelingt. Es ist ein verdammt gutes Gefühl, zu wissen, dass man immer aufrecht durchs Leben gegangen ist.
Tatort Gesellschaft würde es wohl eher treffen. Denn mehr oder weniger große Betrügereien trifft man ja in jedem bereich der Gesellschaft an. In der Wissenschaft, der Wirtschaft, der Politik, der Religion und wenn man mal ins Kleinste geht, findet auch jeder "Lügen" in seinem ganz privatem Umkreis.
Allerdings reicht es nicht aus nur festzustellen, was falsch ist, sondern es ist auch wichtig die Ursachen zu ergründen. wie im Artikel beschrieben, trägt zum Beispiel der Leistungsdruck seinen ganz eigenen Anteil an den unlauteren Methoden.
Das die note einer prüfung in einem der ersten Semester imensen Einfluss auf die Gesamtnote des Studiums haben soll, dass für diese Einzelnote unzählige Definitionen, Skripte usw. einfach nur auswendig gelernt werden müssen (etwas anderes wird ja mit [mulitple-choice] Klausuren nicht erwart- und auch nicht umsetzbar), verführt nunmal viele Studenten dazu, sich unerlaubter Hilfsmittel zu bedienen. wenn mann mehrere Prüfungen pro Woche schreibt, hat man garnicht die Möglichkeit, die Stoffmasse auswendig zu lernen. Da aber in den Prüfungen teilweise nahezu exakte Formulierungen aus einem Buch oder einem Skript verlangt werden, erfordert es ja fast schon den Betrug um bestehen zu können. (deswegen glaube ich aber auch, dass gerade die Prüfung im Hörsaal besonders von Betrug betroffen ist / mehr als Hausarbeiten etc.)
Wenn man etwas an diesen Umständen ändern will, dann muss man am Fundament des Studiums, der Uni und der Gesellschaft anfangen.
...können wir "Tatort Mainstream Medien" gleich hinzufügen...
Werter heco, ich stimme selbstverständlich mit Ihnen überein und ich denke es gibt sehr viele Lösungsansätze die aus irgendwelchen Gründen (Hauptsächlich Geld) nicht verfolgt werden... für den erstrebenswerten "aufrechten Gang" benötigt es einer grundlegenden Bewußtseinsänderung... Zu empfehlen ist an dieser Stelle die Botschaft des Songs "Michael Jackson - Man in the Mirror"
Um in einer Klausur zu betrügen, ist wesentlich mehr Geist und Geschick notwendig, als Seitenweise wertlose Daten auswendig zu lernen, die eh nach wenigen Tagen wieder vergessen werden. Was spricht also dagegen? Ich habe mehr Hochachtung vor demjenigen, der mit einem gewitzten Betrug seine 1 im Abi erreicht hat als vor dem, der sie mit strebsamem Auswendiglernen erarbeitet hat.
Auswendiglernen ist eben nicht etwas erstrebenswertes, sondern führt meiner Meinung nach eben in die entgegengesetze Richtung.
Zum einen ist es nicht "Verstehen" - also wenn jemand beim Physikabi sich aus Interesse wirklich mit dem Stoff auseinandergesetzt hat (und dann auch wirklich selbst kreativ Dinge weiter denken kann), anstatt Lösungschema auswendig runterzubeten. Wem es egal ist, ob es etwas versteht oder nicht, der ist, wenn das auswendiglernen nicht mehr reicht, eben auch zu Betrug bereit. Später ist es dann auch Alles OK, solange die Kohle für einen selbst stimmt.
Zum zweiten wird in Schule und Uni jemand natürlich durch Noten bestraft, wenn er nicht den "Stoff" noch zusätzlich blind paukt. Wenn Prüfungen nur multiple choice sind oder auswendiglernen von Power-Point-Phrasen bedeutet, dann sagt das ersten, dass das Bildungsystem leider zu sehr Anpassung belohnt, statt eigenem Denken. Wenn der Stoff unsinnig ist, dann wird man ihn auch nur pauken und schnell wieder vergessen - eindeutiges Versagen der Lehrkräfte.
Je mehr überzogener Leistungsdruck, also Prüfungen die kein Mensch ohne Betrug oder Absterben seines Soziallebens bewältigen kann, desto mehr wird leider Betrug zur Notwendigkeit, wenn man das nicht Studium komplett abbechen will.
Diesen Druck würde ich nicht nur "Leistungsgesellschaft" nennen, sondern auch "Scheinleistungsgesellschaft" - Hauptsache das Ergebnis erscheint anderen als gut und bekommt dafür Belohnung - Noten,Geld
Auswendiglernen ist eben nicht etwas erstrebenswertes, sondern führt meiner Meinung nach eben in die entgegengesetze Richtung.
Zum einen ist es nicht "Verstehen" - also wenn jemand beim Physikabi sich aus Interesse wirklich mit dem Stoff auseinandergesetzt hat (und dann auch wirklich selbst kreativ Dinge weiter denken kann), anstatt Lösungschema auswendig runterzubeten. Wem es egal ist, ob es etwas versteht oder nicht, der ist, wenn das auswendiglernen nicht mehr reicht, eben auch zu Betrug bereit. Später ist es dann auch Alles OK, solange die Kohle für einen selbst stimmt.
Zum zweiten wird in Schule und Uni jemand natürlich durch Noten bestraft, wenn er nicht den "Stoff" noch zusätzlich blind paukt. Wenn Prüfungen nur multiple choice sind oder auswendiglernen von Power-Point-Phrasen bedeutet, dann sagt das ersten, dass das Bildungsystem leider zu sehr Anpassung belohnt, statt eigenem Denken. Wenn der Stoff unsinnig ist, dann wird man ihn auch nur pauken und schnell wieder vergessen - eindeutiges Versagen der Lehrkräfte.
Je mehr überzogener Leistungsdruck, also Prüfungen die kein Mensch ohne Betrug oder Absterben seines Soziallebens bewältigen kann, desto mehr wird leider Betrug zur Notwendigkeit, wenn man das nicht Studium komplett abbechen will.
Diesen Druck würde ich nicht nur "Leistungsgesellschaft" nennen, sondern auch "Scheinleistungsgesellschaft" - Hauptsache das Ergebnis erscheint anderen als gut und bekommt dafür Belohnung - Noten,Geld
Auswendiglernen ist eben nicht etwas erstrebenswertes, sondern führt meiner Meinung nach eben in die entgegengesetze Richtung.
Zum einen ist es nicht "Verstehen" - also wenn jemand beim Physikabi sich aus Interesse wirklich mit dem Stoff auseinandergesetzt hat (und dann auch wirklich selbst kreativ Dinge weiter denken kann), anstatt Lösungschema auswendig runterzubeten. Wem es egal ist, ob es etwas versteht oder nicht, der ist, wenn das auswendiglernen nicht mehr reicht, eben auch zu Betrug bereit. Später ist es dann auch Alles OK, solange die Kohle für einen selbst stimmt.
Zum zweiten wird in Schule und Uni jemand natürlich durch Noten bestraft, wenn er nicht den "Stoff" noch zusätzlich blind paukt. Wenn Prüfungen nur multiple choice sind oder auswendiglernen von Power-Point-Phrasen bedeutet, dann sagt das ersten, dass das Bildungsystem leider zu sehr Anpassung belohnt, statt eigenem Denken. Wenn der Stoff unsinnig ist, dann wird man ihn auch nur pauken und schnell wieder vergessen - eindeutiges Versagen der Lehrkräfte.
Je mehr überzogener Leistungsdruck, also Prüfungen die kein Mensch ohne Betrug oder Absterben seines Soziallebens bewältigen kann, desto mehr wird leider Betrug zur Notwendigkeit, wenn man das nicht Studium komplett abbechen will.
Diesen Druck würde ich nicht nur "Leistungsgesellschaft" nennen, sondern auch "Scheinleistungsgesellschaft" - Hauptsache das Ergebnis erscheint anderen als gut und bekommt dafür Belohnung - Noten,Geld
...in Fällen wie dem von H. Schön besteht darin, dass anscheinend keine Prüfung seiner Veröffentlichungen erfolgte. Gerade von Magazinen wie "Nature" oder "Science" ist zu erwarten gewesen, dass sie Artikel nicht einfach durchwinken, nur weil sie "vom Schön" stammen.
Davon abgesehen: wieso soll die Uni der einzige Sektor sein, in dem nicht betrogen wird?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren