Absolventen Dreimal Grund zu Zuversicht

Warum Hochschulabsolventen trotz der aktuellen Wirtschaftskrise gute Chancen haben, einen Job zu finden.

Wer ein Studium abgeschlossen hat, darf zuversichtlich sein

Wer ein Studium abgeschlossen hat, darf zuversichtlich sein

Endlich geschafft – das Examen ist bestanden, die Lernerei vorbei, der Daumen drückt den Prosecco-Korken langsam gegen den Widerstand empor. Jetzt kann gefeiert werden! Oder lieber doch nicht? Zurzeit mischt sich in die Freude über die bestandenen Prüfungen oft Beklommenheit. Ausgerechnet jetzt fertig zu werden, in der tiefsten Rezession seit Gründung der Bundesrepublik, scheint ausgemachtes Pech zu sein. Wie soll man sich mit einem guten Gefühl bewerben, wenn alles abwärtszugehen scheint und nicht aufwärts?

Doch wenn Hochschulabsolventen ein realistisches Bild ihrer Lage bekommen wollen, sollten sie nicht nur auf allgemeine Arbeitsmarktzahlen achten. Das wäre so, als wählte man bei Google Maps den Städteüberblick, obwohl man eine einzelne Straße sucht. Man muss schon näher heranzoomen und genauer hinschauen. Dann sieht man schärfer – und bemerkt Entwicklungen, die Absolventen Mut machen.

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1. Akademiker sind seltener arbeitslos

»Für Akademiker allgemein sieht es am Arbeitsmarkt immer noch gut aus – auch für die Berufseinsteiger«, sagt Anja Kettner, Wissenschaftlerin am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit. Zwar waren 2009 gut sechs Prozent mehr Akademiker arbeitslos als 2008, doch insgesamt ist diese Gruppe mit 130.000 Menschen sehr klein. Hinter dem Anstieg im letzten Jahr verbergen sich viele Elektrotechniker und Maschinenbauer, da deren Branchen besonders stark unter der Krise leiden. »Diese Absolventen hatten es bisher sehr leicht, nun wird der Einstieg etwas holpriger«, sagt die Arbeitsmarktexpertin Judith Wüllerich von der Bundesagentur für Arbeit. »Sie müssen jetzt regional flexibel sein und sich auf eine etwas längere Suche einstellen. Grund zu Pessimismus gibt es aber nicht.« Aus vergangenen Wirtschaftskrisen wissen die Wissenschaftler zudem, dass es Akademiker stets am leichtesten hatten, schwierige Zeiten zu überstehen. Bei ihnen stieg die Arbeitslosenquote weniger stark als in anderen Gruppen. Aber kann man die Erfahrung aus der Vergangenheit auch auf die Zukunft übertragen? Anja Kettner ist optimistisch. »Ich bin überzeugt, dass Menschen mit einem Hochschulabschluss immer zu der Gruppe gehören werden, die vergleichsweise gut über Krisen hinwegkommt. Ein Studium lohnt sich. Dieser Satz gilt noch immer«, sagt sie.

Leser-Kommentare
  1. Der Artikel lässt mich sprachlos zurück.
    Beispiel: Zitat: Junge Juristen wiederum sollten sich bei Kanzleigründungen klare Ziele setzen und sich so schnell wie möglich spezialisieren, rät Christoph Hommerich vom Soldan Institut für Anwaltsmanagement. ZE
    Und was rät der Experte, wenn die Mandanten partout nicht die Probleme haben wollen, die der junge Jurist beseitigen könnte?
    Was tatsächlich hinter dem Artikel steckt, habe ich nicht erkannt. Wahrscheinlich soll irgend etwas promotet werden. Dazu müsste ich ihn aber ganz lesen. Meine Augen weigern sich aber.

  2. 2. "Job"

    Wäre es vielleicht möglich, das Wort "Job" nur dann zu verwenden, wenn man auch "Job" meint? Ein Akademiker, der Bratwürste verkauft, hat einen Job. Ein Akademiker, der in seinem Beruf arbeitet, hat keinen "Job".

    "Job" ist immer noch eine vorübergehende, häufig wechselnde, weitestgehend beliebige, oft schlecht bezahlte Tätigkeit, die jemand unabhängig von Ausbildung oder Karrierewünschen rein zum notdürftigen Gelderwerb ausübt. Für einen "Job" muß man nicht studiert haben.

    Dass "Job" und "Arbeitsplatz" heute oft weitestgehend bedeutungsgleich verwendet werden, liegt natürlich daran, dass immer mehr Menschen tatsächlich nur einen Job haben, anstatt einen Beruf auszuüben. Aber eine Aussage wie "Warum Hochschulabsolventen trotz der aktuellen Wirtschaftskrise gute Chancen haben, einen Job zu finden" sagt da sehr leicht das genaue Gegenteil aus, als sie vielleicht eigentlich meinen soll.

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    So habe ich das noch nie betrachtet. Denn schließlich sagt kein Mensch: "Guten Tag, ich heiße XY und mein Job ist Architekt." Oder: "Ich jobbe als Rechtsanwalt."

    Jetzt fällt mir erst auf, wie dumm die Bezeichnung "Job" für eigentlich jede Anstellung in einem Beruf - egal ob Bäcker, Handwerker oder Mediziner - doch ist! Eine an Kurzarbeit und Nebentätigkeit erinnernde Degradierung ist das, nichts weiter!

    Danke das Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben!

    So habe ich das noch nie betrachtet. Denn schließlich sagt kein Mensch: "Guten Tag, ich heiße XY und mein Job ist Architekt." Oder: "Ich jobbe als Rechtsanwalt."

    Jetzt fällt mir erst auf, wie dumm die Bezeichnung "Job" für eigentlich jede Anstellung in einem Beruf - egal ob Bäcker, Handwerker oder Mediziner - doch ist! Eine an Kurzarbeit und Nebentätigkeit erinnernde Degradierung ist das, nichts weiter!

    Danke das Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben!

  3. So habe ich das noch nie betrachtet. Denn schließlich sagt kein Mensch: "Guten Tag, ich heiße XY und mein Job ist Architekt." Oder: "Ich jobbe als Rechtsanwalt."

    Jetzt fällt mir erst auf, wie dumm die Bezeichnung "Job" für eigentlich jede Anstellung in einem Beruf - egal ob Bäcker, Handwerker oder Mediziner - doch ist! Eine an Kurzarbeit und Nebentätigkeit erinnernde Degradierung ist das, nichts weiter!

    Danke das Sie mich darauf aufmerksam gemacht haben!

    Antwort auf ""Job""
    • mhmmmm
    • 17.03.2010 um 12:27 Uhr

    Netter Artikel, frage mich bloß, wo die ihre Informationen herhaben. So wie ich das sehe versucht man so, die Hochschulabsolventen ruhig zu halten mit der Verlockung und Aussicht auf einen "Job". Grob geschätz haben nur 2-5% der Hochschulabsolenten aus meinem Bekanntenkreis eine Festanstellung bekommen. Der Rest ist meist Freiberufler oder Praktikant, Voluntät... Politisch richtig unruhig wird es sowieso erst in 5-6 Jahren, wenn die ganzen Bachelorstudenten auf der Straße stehen oder prekären Arbeitsverhältnissen nachgehen.

  4. Der vorliegende Beitrag ist für mich der reinste Hohn. Natürlich lohnt sich ein Studium, zumindest was die intellektuelle Bereicherung betrifft. Und diese möchte ich auch bei mir nicht missen. Geht es aber darum, nach Abschluß des Studiums einen adäquaten und gut bezahlten Job zu bekommen, so sieht die Sache bereits ganz anders aus. Irgendwie ist es schon merkwürdig, daß ich bei meinen bisherigen Bewerbungen stets ein Bewerber unter vielen gewesen bin. Wie genau kann das eigentlich sein, wenn die Chancen für Akademiker so derart rosig sind? Und der Fachkräftemangel sowie der demographische Wandel kurz bevorstehen? Und was genau wird aus den Leuten, die bisher abgelehnt wurden?

    Offenbar ist bezüglich dieses Berichtes ein Ausspruch richtig, der besagt: „Ich glaube Statistiken höchstens, wenn ich diese selbst gefälscht habe.“ Und offenbar hat man bezüglich dieses Berichtes wieder einmal höchstens Leute zu Wort kommen lassen, die bereits oder noch feste adäquate Jobs oder sichere adäquate Tätigkeiten besitzen. Andere arbeitslose Akademiker oder aber die Lage prekär beschäftigter Akademiker wurden jedoch außer Acht gelassen, was dementsprechend auch eine wirklich reizende Statistik ergibt. Eben die Illusion der schönen heilen Welt akademischer Vollbeschäftigung, welche von gewissen Kreisen und Lobbyisten ja mit allen Mittel aufrechterhalten werden soll.

    Weiter Teil 2

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    Wenn es natürlich eine sogenannte "brotlose Kunst" war, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Sie keinen Job finden. Man sollte bei der Berufsauswahl ruhig ein bißchen überlegen.
    Auch wenn Sie schlechte Studienleistungen gezeigt haben, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn es schwieriger ist, das wäre ja auch sonst unfair gegenüber den Leuten mit besseren Leistungen.

    Übrigens: Ich lebe z. Zt. in UK und hier ist die Bezeichnung Job überhaupt nichts ehrenrühriges - warum auch?

    Wenn es natürlich eine sogenannte "brotlose Kunst" war, dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn Sie keinen Job finden. Man sollte bei der Berufsauswahl ruhig ein bißchen überlegen.
    Auch wenn Sie schlechte Studienleistungen gezeigt haben, dürfen Sie sich nicht wundern, wenn es schwieriger ist, das wäre ja auch sonst unfair gegenüber den Leuten mit besseren Leistungen.

    Übrigens: Ich lebe z. Zt. in UK und hier ist die Bezeichnung Job überhaupt nichts ehrenrühriges - warum auch?

  5. Anstatt sich derartige, mittlerweile vollkommen abgedroschene und somit langweilige, Wiederholungen reinzuziehen, schlage ich vor, sich heute wie jeden Mittwochabend doch besser Science Fiction und Fantasy in RTL 2 anzuschauen. Und auch auf Pro 7, Tele 5 sowie auf Kabel existieren mittlerweile ja jede Menge Angebote, die weitaus anspruchsvoller und hochwertiger sind als die Fantay, die hier zuweilen geboten wird.

    Wer stattdessen oder zusätzlich jedoch die Wahrheit erfahren will der lese sich bitte unter

    http://www.taz.de/1/berli...

    den Bericht: „Schlechte Arbeitsbedingungen an der Hochschule“ durch. Und auch die sechs Berichte unter

    http://www.diaa.de/diaa/e...

    dürften in diesem Zusammenhang sehr interessant sein. Und wer sich dann auch noch über den Wert sogar naturwissenschaftlicher Abschlüsse informieren will, kann sich mit dem Anklicken meines Namens gerne weiter informieren. Zumal es hier neben einem von mir geschriebenen Leserartikel nebst vielen Kommentarten noch so manche weiteren Berichte, Kommentare und Links gibt, die zeigen, daß sich die Lage der Akademiker und Ingenieure nicht erst seit Beginn der Wirtschaftskrise drastisch verschlechtert hat. Es existieren hier sehr viele Beispiele arbeitsloser oder prekär beschäftigter Akademiker, die mit der Zeit leider immer wieder in den weiteren Pressemeldungen untergehen. Von einem gewissen Standpunkt aus gesehen ist dies aber auch nicht besonders schlimm.

    Weiter Teil 3

  6. Denn in Einem hat dieser Bericht vollkommen recht. Für den arbeitswilligen Akademiker gibt es an sich immer etwas zu tun. Und wenn es nur das Schreiben von Bewerbungen sowie diverse Bemühungen um Arbeit sind. Und, auch das ist richtig, im Vergleich zu so manchen Entwicklungsländern wird mit Hartz 4 in Deutschland auch immer noch überdurchschnittlich gezahlt. Ein Studium lohnt sich also tatsächlich, auch wenn sich so mancher arbeitslose und prekär beschäftigte Akademiker den Gewinn aus seinen Bemühungen wohl eher anders vorgestellt hätte.

    Dr. Jens Romba

  7. 1) Akademiker sind immer häufiger arbeitslos
    2) Es geht immer weiter abwärts
    3) Andere Faktoren zählen nicht
    Konsequenzen: den Prosecco vergessen, Rumänisch lernen

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  • Quelle ZEIT Campus 2/2010
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