Mensagespräch mit E. v. Hirschhausen "Schadenfreude geht immer"
Eckart von Hirschhausen ist heute der bekannteste Mediziner des Landes. Als Student musste er sich seinen Lebensunterhalt zusammenzaubern. Ein Gespräch über Rituale im Studium, das Sterben und die besten Arztwitze
© Hannes Magerstaedt/Getty Images

Der Kabarettist, Moderator und Autor Eckart von Hirschhausen
Eckart von Hirschhausen will nicht in der Mensa Kaffee trinken, sondern spazieren gehen. Ist gesünder, auch bei Interviews. Außerdem kann er so Heidelberg zeigen, die Stadt, in der er zum Dr. med. promovierte.
Arzt wurde er danach trotzdem nicht, sondern omnipräsenter Medizinunterhalter. Wenn er kommt, sind die Säle voll, die meisten Kleinkunstpreise hat er mittlerweile bekommen, und keiner verkaufte im vergangenen Jahr mehr Sachbücher als er. Außerdem hält er Vorlesungen über die richtige Kommunikation zwischen Arzt und Patient, seine Stiftung Humor hilft Heilen fördert das "therapeutische Lachen in Medizin, Arbeitswelt und Öffentlichkeit" – und obendrein moderiert er eine Talkshow.
ZEIT CAMPUS: Kennen Sie den? "Herr Doktor, Herr Doktor, ich kann in die Zukunft sehen."
Eckart von Hirschhausen: Nein.
ZEIT CAMPUS: Ihr Satz wäre: "Wann hat das angefangen?"
Hirschhausen: "Wann hat das angefangen?"
ZEIT CAMPUS: "Nächsten Donnerstag."
Hirschhausen: Okay. Sehr schön. Auch gut: "Herr Doktor, Herr Doktor, ich werde immer übersehen."
ZEIT CAMPUS: "Der Nächste, bitte."
Hirschhausen: Ich sehe, Sie kennen sich aus.
ZEIT CAMPUS: Patienten erzählen dauernd Ärztewitze. Gibt es bei den Ärzten auch Patientenwitze?
Hirschhausen: Nicht wirklich. Man erzählt sich Anekdoten über Dinge, die schiefgelaufen sind. Aber es gehört ja zur Natur des Witzes, dass er Angst abbaut. Das erklärt, warum es wesentlich mehr Witze über Ärzte als über Patienten gibt. Wir sind strategisch einfach in der besseren Position.
ZEIT CAMPUS: Der Arzt hat keine Angst vorm Patienten?
Hirschhausen: Doch, natürlich. Er hat immer Angst, dass er doof dasteht. Das hat sich durch das Internet radikal verschärft. Wer heute zum Arzt geht, hat schon seitenweise Fachinformationen gegoogelt, und kein Arzt kann alles wissen.
ZEIT CAMPUS: Daran tragen Sie mit Schuld. Sie bringen Medizin unterhaltsam auf die Bühne, auf dass das Volk was lerne.

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Hirschhausen: Das halte ich für einen guten Gebrauch dessen, was hier an der Uni in mich investiert wurde. Ich glaube außerdem, dass das klassische Arzt-Patienten-Verhältnis im 21. Jahrhundert nicht mehr funktioniert. Das "Ich habe den weißen Kittel, und du darfst froh sein, wenn ich mein Wissen mit dir teile"-Verhältnis. Das heißt aber in der Praxis, dass die Arztausbildung komplett am Thema vorbeigeht. Wir lernen sehr viel über sehr absurde Krankheitsbilder, aber extrem wenig über Kommunikation oder über Motivation.
ZEIT CAMPUS: Sie betreiben Präventionshumor.
Hirschhausen: Genau. Ich betrachte Medizin als die Wissenschaft vom inneren Schweinehund. Wir wissen doch eigentlich alle, was uns guttäte – aber warum tun wir es nicht öfter?
ZEIT CAMPUS: Gehen wir deswegen jetzt gerade spazieren?
Hirschhausen: Ja. Der Mensch braucht Bewegung und Licht. Außerdem gibt es die besten Gespräche nach Partys in der Küche und beim Spazierengehen.
- Datum 19.05.2010 - 17:55 Uhr
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- Serie In der Mensa mit
- Quelle ZEIT Campus 2/2010
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Herrn Hirschhausen bei seinen Auftritten zuzusehen, sei es bei Harald Schmidt oder sonstwo. Es ist irgendwie ein Humor für trockene Protestantentöchterwitwen, da fehlt vollkommen die Schärfe und die Lust am Zupacken. Alles so rund und weich und pilawahaft..Wenn er kommt mach ich aus !
In der Süddeutschen gab es neulich einen Artikel über diesen Humoriker, in dem stand, dass er es sich vor der Veröffentlichung eines Interviews vorbehalten würde, den gesamten Text zu redigieren. Außerdem sollte man doch gleich eine "Maske" zum Termin mitbringen. Die SZ war damit nicht einverstanden und verzichtete auf die Veröffentlichung der Einsichten des Doktors. Vielleicht sollte man hier ebenso verfahren?
...haben Sie mit Journalismus nichts am Hut. Bei den meisten ist es so dass sie das fertige Interview noch einmal sehen wollen, zumindest war esbei meinem Volontariat so - was auch verständlich ist: Bei dem Müll, der manchmal aus einem Interview gezogen wird. Dann lieber im Vorfeld Dinge anmerken, als nacher eine Gegendarstellung durchzubekommen, die dann eh keiner liest...
Warum man ihm das hier ankreidet ist mir schleierhaft...
...sondern die Süddeutsche Zeitung. Jedenfalls waren für diese die Bedingungen, unter denen sie das Interview drucken sollte, nicht akzeptabel. Aber vielleicht hat die größte deutsche Qualitätszeitung ja auch nichts mit Journalismus am Hut...
...haben Sie mit Journalismus nichts am Hut. Bei den meisten ist es so dass sie das fertige Interview noch einmal sehen wollen, zumindest war esbei meinem Volontariat so - was auch verständlich ist: Bei dem Müll, der manchmal aus einem Interview gezogen wird. Dann lieber im Vorfeld Dinge anmerken, als nacher eine Gegendarstellung durchzubekommen, die dann eh keiner liest...
Warum man ihm das hier ankreidet ist mir schleierhaft...
...sondern die Süddeutsche Zeitung. Jedenfalls waren für diese die Bedingungen, unter denen sie das Interview drucken sollte, nicht akzeptabel. Aber vielleicht hat die größte deutsche Qualitätszeitung ja auch nichts mit Journalismus am Hut...
...haben Sie mit Journalismus nichts am Hut. Bei den meisten ist es so dass sie das fertige Interview noch einmal sehen wollen, zumindest war esbei meinem Volontariat so - was auch verständlich ist: Bei dem Müll, der manchmal aus einem Interview gezogen wird. Dann lieber im Vorfeld Dinge anmerken, als nacher eine Gegendarstellung durchzubekommen, die dann eh keiner liest...
Warum man ihm das hier ankreidet ist mir schleierhaft...
Er hat schon recht damit, dass junge Menschen sich mit den Grenzen der Autonomie und des Lebens auseinandersetzen sollten. Aber, im Falle dass ich Hilfe nötig hätte, wären angeekelte, zwangsverpflichtete Schüler/innen und ihr entwicklungsbedingter Voyerismus das letzte, was ich brauchen könnte.
So wie "Little Britain"?? Da wundert mich gar nichts mehr dass die Leute über Hirschhausen nicht lachen - wenn sie intelligent verpackten Humor nicht kapieren und stattdessen untersten Brachialhumor bevorzugen.
Ach ja: EvH hatte schon vor den ganzen Sendungen als Kabaretist großen Erfolg und volle Säle...manchmal braucht es auch keine Sendungen...
Als Kritiker der Kritiker hier, wie Sie sich darstellen oder ev. als Angestellter des Hirschhausen-Clans stimme ich Ihnen voll zu mit Ihrer Aussage: Manchmal braucht es auch keine Sendungen.. Es wäre nur gut, wenn Ihr Gute-Laune-Terrorist Hirschhausen das auch selbst beherzigen würde!
Als Kritiker der Kritiker hier, wie Sie sich darstellen oder ev. als Angestellter des Hirschhausen-Clans stimme ich Ihnen voll zu mit Ihrer Aussage: Manchmal braucht es auch keine Sendungen.. Es wäre nur gut, wenn Ihr Gute-Laune-Terrorist Hirschhausen das auch selbst beherzigen würde!
Als Kritiker der Kritiker hier, wie Sie sich darstellen oder ev. als Angestellter des Hirschhausen-Clans stimme ich Ihnen voll zu mit Ihrer Aussage: Manchmal braucht es auch keine Sendungen.. Es wäre nur gut, wenn Ihr Gute-Laune-Terrorist Hirschhausen das auch selbst beherzigen würde!
Als glühender Verehrer von Mario Barth können Sie sich für EvH nicht erwärmen, das ist verständlich. Ihn aber, weil er ein klein wenig anspruchsvoll ist, gleich als Terroristen zu bezeichnen, ist nicht lieb.
Als glühender Verehrer von Mario Barth können Sie sich für EvH nicht erwärmen, das ist verständlich. Ihn aber, weil er ein klein wenig anspruchsvoll ist, gleich als Terroristen zu bezeichnen, ist nicht lieb.
...sondern die Süddeutsche Zeitung. Jedenfalls waren für diese die Bedingungen, unter denen sie das Interview drucken sollte, nicht akzeptabel. Aber vielleicht hat die größte deutsche Qualitätszeitung ja auch nichts mit Journalismus am Hut...
...für Qualitätsjournalismus bekannt...und was daraus geworden ist sieht man ja hier...also würde ich diesen Hammer nicht zu doll schwingen...
...für Qualitätsjournalismus bekannt...und was daraus geworden ist sieht man ja hier...also würde ich diesen Hammer nicht zu doll schwingen...
...für Qualitätsjournalismus bekannt...und was daraus geworden ist sieht man ja hier...also würde ich diesen Hammer nicht zu doll schwingen...
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