GeschlechterdebatteFrauen sind besser, Männer gewinnen

Was beide schon im Studium tun müssen, damit sie später mehr vom Leben haben. 48 E-Mails von Justus Bender und Inge Kutter von Justus Bender

Von: Inge. Betreff: Grüße an den Chauvi!

Justus, was war das denn?! Hast du gerade in der Konferenz wirklich gesagt, dass Männer und Frauen niemals gleich sein werden? Das kann nicht dein Ernst sein.

Von: Justus. Re: Grüße an den Chauvi!

Doch. Weil es nämlich so ist.

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Von: Inge. Re: Re: Grüße an den Chauvi!

Wir sind doch schon weit gekommen. Sieh dir nur mal die Unis an: Dort studieren inzwischen fast auf die Kommastelle genau 50 Prozent Männer und 50 Prozent Frauen.

Von: Justus. Re: Re: Re: Grüße an den Chauvi!

Ja, das ist aber auch alles. Die Gleichberechtigung endet, wenn alle anfangen zu arbeiten. Jeder glaubt doch, dass man alles erreichen kann, egal, ob Mann oder Frau. Aber das stimmt einfach nicht.

  Von: Inge. Re: Re: Re: Re: Grüße an den Chauvi!

Wieso nicht? Was Noten angeht, haben Frauen die Männer schon überholt: 2008 machten 33.500 Frauen ihr Examen mit einer Eins, das schafften nur 29.000 Männer. Warum sollten sie die Männer nicht auch im Beruf einholen? Die Studenten wiederum haben gemerkt, dass Karriere nicht alles ist. Denk an unsere ZEIT-CAMPUS-Umfrage von 2008, da sagten 71 Prozent der Männer, sie wollten später viel Zeit mit der Familie verbringen. Beide können jetzt alles haben, Beruf und Familie.

Von: Justus. Betreff: Grüße an die Träumerin!

Zeit Campus 2/2010
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Was ist dann damit: 83 Prozent der deutschen Frauen putzen zu Hause immer noch die Toilette. Das habe ich gerade in einer Studie des Statistischen Bundesamtes gelesen. Nur zwei Prozent der Männer bügeln zu Hause ihre Hemden selbst. Irgendwann landen Männer und Frauen doch wieder in den alten Rollen, das sehe ich traurigerweise gerade bei einer Freundin von mir. Sie hat Physik studiert, ein Topexamen hingelegt und drei Jahre lang in einer Unternehmensberatung gearbeitet. Jetzt hat sie ein Kind bekommen, steht jeden Tag in der Küche und rührt Babybrei. Ihr Mann schafft das Geld ran und sieht das Kind nur schlafend oder am Wochenende. Im Studium wollten die beiden alles anders machen als ihre Eltern. Heute sind sie genauso wie sie. Seit den fünfziger Jahren hat sich nicht viel geändert.

Von: Inge. Re: Grüße an die Träumerin!

Und ob sich seitdem was geändert hat! Bis Mitte der siebziger Jahre durften Frauen in Deutschland nur arbeiten, wenn sie dazu die Erlaubnis ihres Ehemanns hatten – stell dir das einmal vor! Mittlerweile können auch Männer Elternzeit nehmen, und es ist selbstverständlich, dass wir von einer Kanzlerin regiert werden. Ich gebe allerdings zu, dass das alles noch nicht genug ist. Auch mir sind gerade ein paar solcher Physikerinnen eingefallen, die einen Doktortitel haben und nun nichts tun, als zu Hause bei ihren Kindern die Windeln zu wechseln. Vielleicht sollten wir einmal rauskriegen, woran das eigentlich liegt.

Leserkommentare
  1. ...wäre meiner Meinung nach ein guter alternativer Titel für diesen Artikel. Die Argumente von Justus haben einfach Hand und Fuss, wie wohl fast jeder Mann zustimmen wird.

    Köstlich fand ich übrigens folgende Stelle:

    Justus: "Dann müssen Frauen eben lernen, in der Männerwelt klarzukommen."
    Inge: "Das versuchen sie ja Aber laut Knaths ändern Männer erst ab einem Frauenanteil von 30 Prozent ihren Kommunikationsstil."

    Justus sagt, dass es nun mal eine Männerwelt ist und sich Frauen darauf einfach einstellen müssen, ob ihnen diese Tatsache nun gefällt oder nicht.
    Und Inge antwortet dass die Frauen das ja versuchen - lässt dann aber sofort durchblicken dass sie ganz im Gegenteil erwartet dass die Männer sich ändern...

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  2. 2. teil 1

    ich bin auch der meinung, dass frauen, die sowie so mehr zeit mit windelwechseln, kochen und spielen mit den kleinen verbringen wollen und dementsprechend ihre studienfächer wählen sind selbst schuld, dass sie dann später ihre zeit mit windelwechseln, kochen und spielen verbringen und eben nicht in einer geschäftsleitung sitzen.
    jeder hat es prinzipiell erstmal selbst in der hand welche grundlagen er für seinen lebensweg legt, ob die umsetzung dann für alle gleich leicht wird ist eine andere frage.
    mein freund zum beispiel studiert soziologie und erziehungswissenschaften während ich medientechnik (bachelor of engineering) studiere und danach meinen master in medienmanagement machen möchte. ich möchte keine kinder und hoffe, dass ich später meinen unterhalt selbst erarbeiten kann und mir auch meine wünsche selbst erfüllen kann (meine reisen, ein auto u.s.w.)
    wenn man als frau lieber mehr zeit mit der familie verbringen möchte, dann ist das eine entscheidung die man trifft und mit der man leben muss aber man sollte sich dann nicht nachträglich darüber beschweren, dass der mann weniger zeit dafür hat, weil er das geld verdienen muss.

    2 Leserempfehlungen
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    Sie studieren "medientechnik" (wofür man nicht alles einen bachelor of engineering bekommt...) und danach "medienmanagement", wollen also anschließend Ihre Zeit mit
    "windelwechseln, kochen und spielen verbringen und eben nicht in einer geschäftsleitung sitzen" und wollen trotzdem keine Kinder?
    Es ist ja schön, dass Sie selbst ein Beispiel für typische Frauenstudienwahlen liefern, aber Ihrer Argumentation kann ich nicht folgen...
    Auch die Aussage, dass Ihr Freund "soziologie und erziehungswisssenschaften" studiert, ist ja ganz interessant, aber nicht gerade aussagekräftig in dem Zusammenhang. Ich bin verwirrt, fühle mich stark an Loriots Geschichte mit der Boutique in Wuppertal erinnert und hoffe, dass die Medien dann nicht irgendwann in eine solche Richtung gemanagt werden...

  3. 3. teil 2

    was ich unfair finde, ist der umstand der kürzlich auch in einem ZEIT artikel geschildert wurde, dass frauen erst dann wirklich im beruf aufsteigen, wenn sie aus dem gebärfähigen alter heraus sind, weil jeder frau der wunsch nach kindern und deren erziehung automat. unterstellt wird, was bei männern absolut nicht der fall zu seien scheint. aber ich sehe auch ein, dass für den arbeitnehemer das risiko dass eine frau in führungsposition sich doch noch fürs kindergroßziehen entscheidet und dann längere zeit ausfällt und danach vllt nur noch teilzeit arbeiten will. eine vertrakte situation.

  4. 4. achso

    achso und ja ich halte auch männern mal die tür auf, trage meine schweren taschen allein und wenn wir ausgehen bezahlen wir entweder getrennt oder wechseln und ab, ich will nicht wie ein unfähiges püppchen behandelt werden, sondern wie eine unabhängige selbstständige frau. man muss gleichberechtigung nicht nur wollen sondern auch praktizieren und zwar in beide richtungen!!!

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    Tür-Aufhalten und solcher Krams sind doch nun wirklich die absoluten Nebenschauplätze. Was hat das mit Gleichberechtigung zu tun?

    Und ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen - aber die wirklichen Konflikte beginnen erst, wenn selbige vorhanden sind. Erst dann zeigt sich, welche Absichtserklärungen nur Lippenbekenntnisse waren und dann kann(!) auch die harmonischste Partnerschaft in Machtkämpfe geraten.

    Ich erlebe immer wieder, dass junge Frauen der erstaunlichen Meinung sind, die Gleichberechtigung wäre doch hierzulande nahezu durchgesetzt und es bräuchte nur noch hier oder dort ein bißchen Feinschliff. Lachhaft und ziemlich an der Realität vorbei. Das merken die meisten allerdings, sobald Kinder auf dem Weg sind.

    Mein Mann - bin weiblich - ist übrigens jünger und "dümmer" als ich. Allerdings größer. Aber dagegen helfen ja Absatzschuhe ;)
    Ich muss jedoch anmerken, dass es für gut ausgebildete und selbstbewußte Frauen sehr wohl schwer ist, einen Partner zu finden. Die Aussage in einer der Mails, dass Männer nunmehr auch Partnerinnen "auf Augenhöhe" suchen, halte ich für die allergrößte männliche Selbsttäuschung. Vielleicht "in Sichtweite", aber weder "in" noch gar "über" Augenhöhe... Da muss frau schon lange suchen...

  5. Hallo Ihr lieben MännerFrauen

    Warum streitet Ihr eigentlich miteinander? Ist den von euch wirklich keinem bewusst, das eure Probleme vieleicht eine andere Ursache haben könnten, als die hier geschilderten...? Leben wir denn nicht in einer Gesellsschaft, in der sich Partner, welche sich für Kinder entscheiden vor dem Problem stehen, das es einen geben muss der sich mehr um die Kinder kümmern muss, und einen der sich um das Grundeinkommen kümmert? Beides ist für die Familie überlebenswichtig!!! Die Kinder brauchen liebevolle Fürsorge und die Familie das elendige Geld um über die Runden zu kommen... Wer denkt, das er Familie und Beruf miteinander vereinigen kann, wird sehr schnell an seine Grenzen stoßen... "Karriere machen" bedeutet doch mit beiden Beinen 120 - 150 % im Berufsleben zu stehen... Wie will Er/Sie dann noch viel Zeit für die Familie aufbringen? Was ist wenn das Kleine fiebert oder andere nette Kinderkrankheiten ausbrütet??? Supernanny gibts doch nur im privaten Fernsehen... Das schafft kein Normal - Sterblicher...
    In Zeiten, in denen Aktienunternehmen Renditen von mindestens 10% - 25%(siehe dt. Bank) erwirtschaften müssen, damit ein paar Leute die eh schon genug Geld zum Leben haben, noch mehr Geld zum Leben haben, wird doch jeder Drecksangestellte oder jedes arme Schwein was am Band steht, bis aufs Letzte ausgepresst werden. Effizienz, Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsvorteil usw, das sind doch die wahren Geißeln unserer heutigen Zeit...

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  6. ...Mittlerweile glaubt doch fast jeder diesen Schrott, und die wenigen die diesen ganzen Rassel durchschauen brauchen trotzdem Ihr armseliges Grundeinkommen. Leute, unser Problem ist nicht das andere Geschlecht(mal ehrlich ohne das andere Geschlecht wäre die Welt doch ziemlich Öde), das Problem ist doch das wir alle diesem verschissenen Leistungsgedanken unterworfen werden, und damit das, was wir wollen, nämlich Selbstbestimmung und Familienglück oder ähnliches niemals erreichen können. In Deutschland leben 80 Millionen Menschen und ein paar Zehntausend schaffen es, uns glauben zu lassen, das Mann/Frau Schuld daran hat, das wir uns nicht selbst verwirklichen können, das unsere Gesellschaft degeneriert, das wir trotzdem wie die Blöden zu Lidl und Schlecker rennen, obwohl wir wissen, das das genau die Unternehmen sind die diesem Renditescheiß unterwurfen sind.Wir wissen, die Leute die dort arbeiten, die modernen Sklaven sind, so wie fast jeder von uns... Warum spielen wir noch mit? Wo bleibt der soziale Groll? Warum lassen wir uns von Westerwelle einlullen und verbinden uns mit den Zehntausenden gegen uns selbst?
    Sind wir echt so blöd?
    Oder sind wir einfach doch nur so ausgepresst wie ein paar armselige Zitronen, schlaf wie ein Waschlappen der über der Badewanne hängt??? Sind wir wirklich schon so schwach??? Haben Sie schon so eine Macht über uns, gibt es denn keine starken freiheitsliebenden Menschen mehr... Wo seid Ihr Leute??? Wacht endlich auf!!! Die Welt braucht euch!!!

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    Zustimmung, jedoch liegt es nicht an der Blödheit, sondern schlicht an der Bequemlichkeit. Es ist immer bequemer, dass es so bleibt wie es ist. Kinder werden heute nicht mehr dazu erzogen so zu sein wie sie sind, sondern wie die Gesellschaft sie haben will. Das fängt an mit Logo,Ergo usw.. Wenn Du anders bist suggerieren Dir die Medien, bist Du out. Wenn Du nicht blabla an hast, bist Du out. Wenn Du nicht so aussiehst, bist Du out. Wenn Du nicht blabla konsumierst, bist Du out und so passen sich die lieben kleinen Medienmonster (sarkastisch)langsam dem Konsummonstrum an. Öfters mal mit den lieben Kleinen in den Wald gehen, hilft Wunder. Stöcke schneiden, Baumhaus bauen, aber Hilfe da sind ja die bösen Zecken. Auch so eine Medien Panikmache, damit der Mensch sich der Natürlichkeit entzieht.

    • Ete2
    • 19. April 2010 22:40 Uhr

    Auch ich muss hier zustimmen. Wir lassen uns alle von einer kleinen einflussreichen Schicht zu sehr beeinflussen. Und können von Glück reden, wenn das selber bemerken. Entziehen können wir uns dieser Gesellschaft aber leider nicht.

    Alternative Gesellschaftsmodelle haben ja auch in groß angelegten Feldversuchen (DDR, Sowjetunion) versagt, selbst im "kommunistischen" China findet jetzt Turbokapitalismus statt.

    Es ist somit sehr schwierig eine Alternative zu unserer Gesellschaftsform vorzuschlagen. Ich sehe somit nur Anpassungen des bestehenden Systems als möglichen Lösungsweg. Aber ein festgefahrenes System aus sich selbst heraus zu ändern mutet schwierig an.

    Ich bin nicht dafür, den Sozialismus (wieder) einzuführen. Aber Fakt ist, dass die Mehrheit der Menschen im Sozialismus ein sorgloseres Leben als im Kapitalismus führt und dass dort die Mann/Frau/Familie/Beruf-Thematik wesentlich weniger dramatisch existiert. Und jetzt komme mir niemand mit Stasi und eingeschränkten Grundrechten - das Dinge, die in der DDR falsch waren, haben aber nichts mit dem Sozialismus an sich zu tun.

    IMHO wäre es ein guter Lösungsansatz ideologiefrei und unvoreingenommen die positiven Aspekte der unterschiedlichen, vorhandenen Wirtschafts- und Gesellschaftskonzepte zu vereinen. Leider ist das aber nicht möglich, da die Entscheidungsträger in unserer aktuellen Gesellschaft Kapitalisten sind oder von Kapitalisten beeinflusst werden, die sozialistische Ideen scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

  7. in dem email-gespräch werden leider wieder die schönsten klischees-klassiker über männer und frauen wiedergegeben: "alle frauen wollen alphamänner", "frauen wollen eigentlich keine macht". du meine güte. wie kann man denn ernsthaft derartige allgemeinaussagen treffen (wenn nicht am stammtisch/im kaffeekränzchen)?
    ... gegen ende bekommt das gespräch dann doch noch die kurve, und wartet mit konstruktiven vorschlägen auf. und justus bender ändert plötzlich schlagartig seinen standpunkt, und denkt nun auch, dass dinge sich möglicherweise ändern lassen. how come ;-)

    p.s. herr bender, der satz "Dann müssen Frauen eben lernen, in der Männerwelt klarzukommen." ist, bei allem respekt, überheblich und unreflektiert.

    und zu guter letzt:
    inge kutter: "Dann müsst ihr dafür [ elternzeit ] kämpfen! Wenn es ums Gehalt geht, seid ihr auch keine Feiglinge. (...)"
    prägnant und treffend formuliert. danke für die argumentations-hilfe!

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  8. Genau das ist mein Thema! [...] Den Frauen ist nämlich gar nicht bewußt, daß sie auch mal 5 Arbeitstage hintereinander auf den obersten Sprossen einer Leiter stehen und 12-mm-Bohrungen durch Betondecken bohren müssten. Wie jetzt? Ausnahmen? Ok, dann gebe ich nach und gewähre den Frauen die Möglichkeit sich als Bergarbeiter zu betätigen. Was? Noch nicht das Richtige? Dann bleiben wir auf ebener Erde und bieten den Frauen mal die Führung eines just-in-time-Lkw zwischen den Werken der Automobilindustrie an. Immer noch nicht? Ja Frauen, wieviele Ausnahmen wollt ihr noch haben? Ihr habt nach Gleichheit geschrien. Wer gleich behandelt werden will muß auch gleiche Leistungen bringen.
    Und wenn die Damen ihre Forderungen relativiert haben kann ich sie auch als ebenbürtig akzeptieren.
    P.S. Natürlich liebe ich die Frauen - und nicht nur die.

    Vermeiden Sie diskriminierende Äußerungen. Die Redaktion/sh

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  • Schlagworte CDU | Chef | Familie | Karriere | Kindertagesstätte | Michael Hartmann
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