Maschinenbaustudium Vorsicht vor Klischees!

Ingenieure sind weltfremde Tüftler im Karohemd? Wir haben drei WM-Beteiligte gefragt, welche Vorurteile sie besonders ärgern.

Alle gleich? Über Maschinenbaustudenten und Ingenieure gibt es viele Vorurteile

Alle gleich? Über Maschinenbaustudenten und Ingenieure gibt es viele Vorurteile

»Ich finde es schade, dass Ingenieure immer noch den Ruf haben, allein in einer Kammer über ihren Entwürfen zu brüten. Unsere Fußballschuhe entwickeln wir in Teamarbeit; ich bespreche mich mit meinen Kollegen genauso wie mit externen Fachleuten. Die Konstruktion eines Schuhs ist immer ein Kompromiss zwischen verschiedenen Akteuren: Der Abnehmer möchte einen Schuh, der gut aussieht und sitzt, der Designer gestaltet den Schuh. Wir Ingenieure achten speziell darauf, ob sich Konstruktion und Design auch auf dem Spielfeld bewähren. Beeinträchtigt etwa eine besonders rutschfeste Sohle des Schuhs dessen Komfort oder Biomechanik? Wenn wir nicht alle gut zusammenarbeiten würden, müsste Mario Gomez seine Spiele barfuß bestreiten.«

Maik Dänhardt, 29, arbeitet als Sportingenieur bei Puma und hat den Fußballschuh von Mario Gomez mitentwickelt

»Es ist schon anstrengend, dass mich alle immer darauf ansprechen, dass ich in einem Männerberuf arbeite. Zugegeben, als wir das Dach des Stadions in Durban bauten, war ich auf der Baustelle und im Büro fast die einzige Frau – wenn ich die Putzfrau und die Sekretärin einmal ausnehme.

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Aber ich habe mich daran gewöhnt, überwiegend mit Männern zusammenzuarbeiten, und komme gut damit klar. Das liegt vielleicht daran, dass ich zwischen Ingenieuren aufgewachsen bin: Schon mein Vater war Bauleiter, und ich habe als Kind oft auf den Baustellen gespielt.

Es kann auch von Vorteil sein, als Frau in einem Männerberuf zu arbeiten. Ich empfinde das Miteinander als direkter als unter Frauen. Bisweilen kann man mit weiblichem Charme auch eine ganze Menge erreichen. Manchmal sogar mehr, als die Männer bemerken.

Natürlich habe ich mir in Südafrika dann doch mal eine Kollegin gewünscht. Nicht zuletzt weil man als einzige Frau immer unter besonderer Beobachtung steht und mehr leisten muss als die männlichen Kollegen. Wie schön, dass ich in meinem nächsten Projekt mit einer anderen Frau zusammenarbeite!«

Tanja zur Bruegge, 30, koordinierte als Wirtschaftsingenieurin für Pfeifer Seil- und Hebetechnik das Dach des Stadions in Durban

Leser-Kommentare
    • tasat
    • 15.06.2010 um 17:58 Uhr

    glatt ein, das bei ner WM schon mal ein Grossteil Asiens ohne Bild war, weil ein Techniker sein Handy an einer Steckdose aufgeladen hat :)

    • H.G.
    • 16.06.2010 um 8:54 Uhr

    Die Beispiele sind wohl eher "Robinsonaden" (seltene Ausnahmen) der Ing.-Tätigkeiten und treffen nicht die Wesenskerne. Die Redakteure sollten eher mal z.B. bei Bosch,Siemens,SMS,Conti,Aixtron, HochTief etc. recherieren

  1. Interessante Einblicke in den Arbeitsalltag von der WM betroffener Ingenieure.

    Ich stimme jedoch H.G. zu.
    Die Verbindung zur WM als aktuellem Thema war m.M. nach für dieses Thema nicht unbedingt nötig und hat dem Artikel einen überflüssigen Rahmen gesetzt. Hätte mich über einen längeren, allgemeinen Artikel gefreut, den ich anhand der Überschrift auch erwartet hatte.

    Grüße
    Ed

  2. Da mir diese Berufsbezeichnung neu ist, würde ich gern wissen, welche Studienrichtung Herr Dänhardt absolviert hat?

    Vielen Dank.

  3. ich finde es ausgesprochen bedenklich, wenn ein verantwortlicher bauleiter seine im kindesalter bfindliche tochter auf baustellen "spielen" lässt. ich hoffe, sein arbeitgeber bzw. er als selbständiger hatte eine gute haftpflichtversicherung.

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