Arbeitgeber Bank "Wir sind der Prügelknabe"
Wer will heute noch für eine Bank arbeiten? Das fragten wir Rolf Breuer, den ehemaligen Chef der Deutschen Bank.
© Arne Dedert/dpa

Der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer
ZEIT Campus: Herr Breuer, kennen Sie den Film "Wall Street" mit Michael Douglas ?
Rolf Breuer: Natürlich!
ZEIT Campus: Der Investmentbanker Gordon Gekko sagt darin: "Gier ist gut. Gier ist richtig. Gier funktioniert." War der Film näher dran am Geist der Branche, als viele dachten?
Breuer: Ja, Gordon Gekko ist kein Phantom. Ich weiß, dass es Banker gibt, die wirklich so denken, und das ist schrecklich. Ich möchte aber keine Namen nennen.
ZEIT Campus: Haben Sie früher auch so gedacht?
Breuer: Nein.
ZEIT Campus: Wir zitieren aus einem alten Geschäftsbericht der Deutschen Bank: "Auch im Jahr 2000 haben wir Verbriefungs-Transaktionen durch den Einsatz von Kreditderivaten durchgeführt. Dadurch haben wir das gebundene Kapital deutlich reduziert und Wachstumsspielräume geschaffen." Damals waren Sie Vorstandssprecher. Im Klartext hieß das: Volles Risiko voraus.
Breuer: Ich würde stärker differenzieren, welche Art von Wachstum gemeint war. Verbriefungen ermöglichen den Verkauf von Krediten an Anleger und schaffen Raum für neue Kredite, das ist, für sich genommen, nichts Schlechtes. Die Unternehmen brauchen Kredite, um wachsen zu können, das gilt damals wie heute.
ZEIT Campus: Derivate gelten aber als Ursache der Krise. Warum sollte ein Mensch für eine Branche arbeiten wollen, die durch ihr Verhalten weltweit 40 Billionen Euro und Millionen Arbeitsplätze vernichtet hat?
Breuer: Ich kann diese Bedenken verstehen. Ich hätte nie gedacht, dass wir Banker in Sachen Reputation mal auf einer Ebene mit den Politikern stehen würden. Das ist jungen Absolventen natürlich nicht entgangen.

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ZEIT Campus: Und Ihre Antwort?
Breuer: Man muss den Menschen erklären, dass Banken keine Erfindung des Leibhaftigen sind, um die Menschheit zu ärgern. Sondern dass wir Banken brauchen, die mit dem Geld ihrer Kunden arbeiten. Eine Bank kann kein Wasserwerk sein, wo das Geld ankommt und nur weitergeleitet wird wie Trinkwasser.
ZEIT Campus: Sie meinen, es reicht nicht, wenn Banken rentabel sind, sie müssen Profit machen.
Breuer: Richtig. Banken müssen mehr tun, als das Geld ihrer Kunden auf Sparkonten zu verzinsen und es zu einem höheren Zins an andere zu verleihen. Manche sehen den Fehler darin, dass wir mehr Geld verleihen, als wir eigentlich haben. Aber indem wir das tun, erzeugen wir einen Wachstumsimpuls für die gesamte Wirtschaft.
- Datum 26.05.2010 - 10:32 Uhr
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- Quelle ZEIT Campus 3/2010
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ist wohl auch so gemeint. Herr Breuer:"Sie ( die Baenker ) sind nicht richtig beaufsichtigt worden",und es gab eine Fuelle weiterer
Mitschuldiger."
Interessant zu lesen das die Elite des deutschen Kapitals sich wie Pupertierende gebaerden und nach Aufsicht verlangen.Keine Spur von gesellschaftlicher Verantwortung.
Aber das mit der Aufsicht ist natuerlich nur eine rhetorische
Figur dem momentanen Meinungstrend geschuldet.
Zitat: "Als Bankvorstand ist es aber schwer, zu sagen: Wir steigen aus. Es ging fünf Jahre gut, warum soll es nicht auch die nächsten fünf Jahre gut gehen? "
Genau dies sind die Argumente von Bankräubern.
Doch gibt es einen Unterschied: Wenn es für Bankräuber schiefgeht, landen sie im Gefängnis. Wenn es für die Herren Breuer und seine Kollegen schief läuft, bezahlt der Steuerzahler die Zeche nebst Abfindungen in zweistelliger Millionenhöhe.
Schuld an dem Desaster können nur die anderen sein. Welch dumme Idee, anderer Meinung zu sein.
habe ich nur noch Verachtung übrig. Eigentum verpflichtet steht in unserem Grundgesetz. Diese Leute wie Breuer oder A. werden doch im Grunde dafür bezahlt, sich wohlklingende und fachmännisch anmutende Erklärungen für das Abzocken der Gesellschaft auszudenken.
Herr Breuer beklagt sich über mangelnde Aufsicht. Diese Jungs (von Männern sind sie weiter entfernt als der nächste Fixstern) gebärden sich in der Tat wie pubertierende Teenager. Wenn Papa (Staat) nicht aufpasst, dann schlagen wir mal das nächste Schaufenster ein und klauen ein paar Juwelen.
Wie gesagt, mir bleibt nur noch Verachtung.
sind auch eher Thema von Gewerschaften. Darauf sind er und seinesgleichen auch nicht angewiesen.
"Wir dürfen nicht wieder in ein Desaster geraten,
in dem die Gesellschaft für den Schaden zahlt."
Der Witz des Jahrhunderts! Das ist so absurd, ich glaube es nicht, dass er es wagt es überhaupt auszusprechen. Es zu verhindern hat solange Banken existieren noch nie funktioniert. Sonst wäre es jetzt nicht wieder passiert und es wird auch immer wieder passieren. Nachdem mit den Schwellenländern neue Player die Bühne betreten haben, die noch weniger Ahnung haben als wir ist die Gefahr ja noch viel grösser, dass solche Spiralen immer wieder aufs neue enstehen. Wie kann man nur so blauäugig sein. Aber genau das ist wohl auch der Grund warum man Chef der Deutschen Bank wird und so einen gequirlten Blödsinn ablässt wie:
"Ich habe eine Idee, ich bin kreativ, mich interessiert mehr als mein bisheriger Job. Ich will mehr."
Bitte zahlt mir einmal seinen Bonus, damit ich mir keine Sorgen mehr wegen solchem Mist machen muss!
... zu fordern ist relativ leicht, wenn man soviel Geld hinterhergeworfen bekommt, dass man nicht mehr weiß wohin damit.
Einem Normalverdiener, dem die jährliche Preiserhöhung des ÖPNV die Entscheidung abnimmt, ob er sich zusätzlich zum dringend notwendigen Zahnersatz auch noch den (Vorsicht, Ironie!) völlig abwegigen Luxus einer Jahreskarte für's örtliche Sinfonieorchester leisten kann, kommt diese Frage evtl. etwas eher in den Sinn.
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