Philosophiestudium "Manchmal kommt dann ein Einfall"
In jeder Ausgabe besucht ZEIT CAMPUS eine Koryphäe ihres Fachs. Diesmal: den Philosophen Axel Honneth
ZEIT CAMPUS: Herr Honneth, wussten Sie, dass Sie der sechstwichtigste Philosoph Deutschlands sind?
Axel Honneth: Nein, wie kommen Sie darauf?
ZEIT CAMPUS: Die Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaft wertet Google-Treffer aus. Auf Platz eins liegt Habermas, Sloterdijk ist drei Plätze vor Ihnen, hinter Ihnen folgt Otfried Höffe. Würden Sie sich auch so einordnen?
Honneth: So in etwa vielleicht.
ZEIT CAMPUS: Können Sie selbst erklären, warum Axel Honneth ein wichtiger Philosoph ist?
- Axel Honneth
-
Lehrstuhl: Sozialphilosophie an der Uni Frankfurt am Main
Habitilation: "Kampf um Anerkennung" (1990)
Wichtigste Auszeichnung: "Adornos Nachfolger als Leiter des Instituts für Sozialforschung
Honneth: Das ist eine unangenehme Frage, aber gut: Ich bin bekannt für eine sogenannte Theorie der Anerkennung, das heißt, ich betrachte soziale Konflikte als einen Kampf um Bestätigung, Wertschätzung und Respekt. Ein gutes Beispiel sind die Bürgerrechtsbewegung in den USA oder die Frauenbewegung. Es ging vordergründig um materielle Forderungen: die Erlaubnis, als Schwarzer in eine Theatervorstellung zu gehen oder als Frau Politikerin zu werden. Eigentlich aber handelten diese Konflikte von einem Kampf um Anerkennung. Ich glaube, dass sich alle sozialen Konflikte darauf reduzieren lassen.
ZEIT CAMPUS: Und weshalb ist Ihre Theorie wichtig?
Honneth: Wahrscheinlich aus zwei Gründen. Erstens: Man kann mit ihr moralische Fragen besser als mit anderen Theorien auf unsere Lebenswirklichkeit beziehen. Zweitens: Sie ist auch für andere Disziplinen relevant, etwa für die Soziologie oder die Politologie.
ZEIT CAMPUS: Mit Ihrer Kritik an Ihrem Kollegen Peter Sloterdijk haben Sie kürzlich eine Debatte in den Feuilletons angestoßen. Sie warfen Sloterdijk vor, ein schlechter Philosoph zu sein. Warum?
Honneth: Methodisch sind seine Arbeiten eine Katastrophe, seine Argumente sind höchst zweifelhaft. Trotzdem wird er von einem großen Publikum ernst genommen. Er hat tiefreaktionäre Züge, die er mit einem radikalen Gestus verkleistert. Das macht mich nervös.
ZEIT CAMPUS: Sloterdijk hat Philosophie im Fernsehen populär gemacht. Schauen Sie sein »Philosophisches Quartett« manchmal?
Honneth: Ab und zu. Ehrlich gesagt finde ich die Sendung erbärmlich. Ich stamme aus einer Zeit, in der geisteswissenschaftliche Diskussionen in den Medien mehr Raum hatten und nicht auf schrille Thesen angewiesen waren, um die Quoten zu erhöhen.
ZEIT CAMPUS: Sie streiten mit Sloterdijk darüber, was gute Philosophie ist, die meisten Menschen wissen aber nicht einmal, womit sich Philosophen überhaupt beschäftigen. Kennen Sie dieses Gemälde hier?
ZEIT CAMPUS: So stellt man sich Philosophen vor, ein bisschen traurig, nachdenklich, einsam. Erkennen Sie sich in diesem Bild wieder?
Honneth: Eigentlich gar nicht. Es gibt einsame Phasen, aber die sind nicht traurig, sondern im Gegenteil die schönsten Phasen, da ich ungestört von Telefonaten und Sitzungen zum Nachdenken komme. Das eigentliche Denken macht wahrscheinlich nur zehn Prozent meiner Arbeit aus. Im Wesentlichen besteht diese Arbeit aus Schreiben, dem Zu-Papier-Bringen von noch unfertigen Gedanken.
- Datum 10.05.2010 - 16:09 Uhr
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- Quelle ZEIT Campus 3/2010
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Entfernt, da kein konstruktiver Beitrage. Die Redaktion/mk
Der Philosoph ist ein Wissenschaftler ohne Taschenrechner, der lächelt, wenn er das Wort "Wahrheit" hört und "Unsinn" denkt, wenn einer vom "Sinn" spricht.
Zur Aufgabe der Philosophen sei - an Karl Marx angelehnt gesagt: Die Philosophen haben die Welt immer nur anders interpretiert, es kommt aber darauf an, ihre Wechselwirkungen mit Ideen maximal zu steigern.
Um dieser Aufgabe der Philosophen gerecht zu werden, bedarf es einer geistigen Grundlage in Form einer operationalen Evolutionsprozess-Physik, die auch die 'Ziel'-Frage hinreichend beantwortet statt sie mit der Hypothese 'Der Evolutionsprozess ist zufallsgesteuert' aus dem Verkehr zieht. Ein Denker wie Goethe hätte sich dieser A8ufgabe schon längst angenommen.
ist Philosophie, die Wissenschaft, die sich darum kümmert (oder zumindest darum kümmern sollte), FRAGEN aufzuwerfen. Oft können diese nur durch andere Disziplinen beantwortet werden (wie im Bsp der Hirnforschung). Aber es war nie der Anspruch der Philosophie Fragen zu beantworten, sondern sie adäquat zu stellen... eine Infragestellung der Fragen, sozusagen.
Ws Philosophen also tun (zumindest in meinem Verständnis) ist andere Wissenschaften dazu zu bewegen, sich und ihre Erkenntnisse, als ein immerfort zu Hinterfragendes zu sehen.
Den Ansatz finde ich gut, Aphroditechen. Ich weiß noch nicht, ob man darin die passende Erklärung für die Philosophie gefunden hat. Es würde sich aber lohnen, ein paar Gedanken darüber zu verschwenden.
Zufällig habe ich gerade Platon ("Der Staat") angefangen zu lesen. In dem Thrasymachos den Sokrates kritisiert:
"Was für ein Geschwätz hält euch da so lange auf, Sokrates! Und wie einfältig benehmt ihr euch denn mit euren Verbeugungen voreinander! Wenn du schon wirklich das Wesen ges Gerechten wissen willst, dann frag nicht nur und lege deinen Ehrgeiz nicht auf die Widerlegung der Antwort - denn wisse wohl: fragen ist leichter als antworten! -, sondern antworte auch selber und sage einmal deine eigene Meinung über das Gerechte."
Am Ende des Gesprächswechsels dieser Außeinandersetzung mit der Kritik antwortet Sokrates dann:
"Wie könnte denn, mein Liebster [...] ein Mensch antworten, wenn er erstens nichts weiß, dies ja auch gar nicht behauptet, zweitens aber, sobald er etwas nur vermutet, es ihm verboten ist, seine Vermutung auszusprechen, verboten von einem nicht geringen Mann! Denn du behauptest ja, es zu wissen und es mitteilen zu können. Darum sperre dich nicht, erweise dich mir gefällig durch deine Antwort und neide auch deine Lehre nicht dem Glaukon hier und den anderen!"
Woraufhin Sokrates den Thrasymachos dazu bringt dessen Antwort zu äußern, ihn in der gerade kritisierten Weise korrigiert und neue Türen aufstößt.
Neue Erkenntnisse durch nicht aufhörendes Fragen?
Den Ansatz finde ich gut, Aphroditechen. Ich weiß noch nicht, ob man darin die passende Erklärung für die Philosophie gefunden hat. Es würde sich aber lohnen, ein paar Gedanken darüber zu verschwenden.
Zufällig habe ich gerade Platon ("Der Staat") angefangen zu lesen. In dem Thrasymachos den Sokrates kritisiert:
"Was für ein Geschwätz hält euch da so lange auf, Sokrates! Und wie einfältig benehmt ihr euch denn mit euren Verbeugungen voreinander! Wenn du schon wirklich das Wesen ges Gerechten wissen willst, dann frag nicht nur und lege deinen Ehrgeiz nicht auf die Widerlegung der Antwort - denn wisse wohl: fragen ist leichter als antworten! -, sondern antworte auch selber und sage einmal deine eigene Meinung über das Gerechte."
Am Ende des Gesprächswechsels dieser Außeinandersetzung mit der Kritik antwortet Sokrates dann:
"Wie könnte denn, mein Liebster [...] ein Mensch antworten, wenn er erstens nichts weiß, dies ja auch gar nicht behauptet, zweitens aber, sobald er etwas nur vermutet, es ihm verboten ist, seine Vermutung auszusprechen, verboten von einem nicht geringen Mann! Denn du behauptest ja, es zu wissen und es mitteilen zu können. Darum sperre dich nicht, erweise dich mir gefällig durch deine Antwort und neide auch deine Lehre nicht dem Glaukon hier und den anderen!"
Woraufhin Sokrates den Thrasymachos dazu bringt dessen Antwort zu äußern, ihn in der gerade kritisierten Weise korrigiert und neue Türen aufstößt.
Neue Erkenntnisse durch nicht aufhörendes Fragen?
Selten einen so engstirnigen, unreflektierten selbst ernannten Philosophen erlebt. Ich hoffe inständig das es am Interview lag, dass nichts auch nur ansatzweise respektables gesagt wurde.
Ein unbestechliches Indiz dafür das ein Philosophiestudium keinen zum Philosoph macht, im Gegenteil, Philosophie selten an Universitäten entsteht.
Wie komm ich dazu?
1. Was ist Philosophie/ein Philosoph
2. Hirnforschung
näher erkläre ich das gern wenn gewünscht
ni
Ist "engstirnig" ein Begriff aus der Hirnforschung? "Selbsternannt" ist unzutreffend. Was wäre respektabel? Vielleicht bringen Sie mal ein Beispiel. "Unbestechliches Indiz"? Indizien sind interpretierbare Hinweise, aber nicht unbestechlich.
Was macht einen Philosophen zu einem Philosophen, und was hat das alles mit der hermeneutig vorm Spiegel zu tun, Hirnforschung genannt? Ziemlich dürre Argumentation, finde ich.
Warum so Schopenhauer?
Ist "engstirnig" ein Begriff aus der Hirnforschung? "Selbsternannt" ist unzutreffend. Was wäre respektabel? Vielleicht bringen Sie mal ein Beispiel. "Unbestechliches Indiz"? Indizien sind interpretierbare Hinweise, aber nicht unbestechlich.
Was macht einen Philosophen zu einem Philosophen, und was hat das alles mit der hermeneutig vorm Spiegel zu tun, Hirnforschung genannt? Ziemlich dürre Argumentation, finde ich.
Warum so Schopenhauer?
Philosophie ist, wenn man "beweist", dass es zwischen zwei Planeten (die Daten, um welche Planeten es sich handelt, habe ich leider vergessen, können aber bei Popper nachgelesen werden) notwendigerweise kein dritter existieren kann (Hegel, "bewiesen" mit Hilfe der Dialektik), dabei aber übersehend, dass genau so einer schon kurz vorher entdeckt wurde. Physik ist, wenn man nach schwierigsten Überlegungen die Lichtablenkung im Gravitationsfeld ausrechnet und diese Lichtablenkung kurze Zeit später gemessen wird (Einstein, Eddington). Genügt das?
Hegel, dem immer wieder unterstellt wird, er habe diese Beweisführung erbracht, hat darauf hingewiesen, dass der seinerzeit herangezogene Lehrsatz zur "Berechnung" des Planeten (der später zwar entdeckt, sich aber als Nicht-Planet herausgestellt hat) nichts tauge, weil er eine bloß akzidentelle Verallgemeinerung war. Er hat nicht dialektisch zu beweisen versucht, dass der Planet nicht vorhanden sein könne.
Überhaupt finden sich in Hegels Werk (Vorlesungsmitschriften zählen nur bedingt) keine Aussagen von prophetischer Funktion. Vielleicht ist sein Werk gerade deshalb so überdenkenswert. ;)
Hegel, dem immer wieder unterstellt wird, er habe diese Beweisführung erbracht, hat darauf hingewiesen, dass der seinerzeit herangezogene Lehrsatz zur "Berechnung" des Planeten (der später zwar entdeckt, sich aber als Nicht-Planet herausgestellt hat) nichts tauge, weil er eine bloß akzidentelle Verallgemeinerung war. Er hat nicht dialektisch zu beweisen versucht, dass der Planet nicht vorhanden sein könne.
Überhaupt finden sich in Hegels Werk (Vorlesungsmitschriften zählen nur bedingt) keine Aussagen von prophetischer Funktion. Vielleicht ist sein Werk gerade deshalb so überdenkenswert. ;)
Ist "engstirnig" ein Begriff aus der Hirnforschung? "Selbsternannt" ist unzutreffend. Was wäre respektabel? Vielleicht bringen Sie mal ein Beispiel. "Unbestechliches Indiz"? Indizien sind interpretierbare Hinweise, aber nicht unbestechlich.
Was macht einen Philosophen zu einem Philosophen, und was hat das alles mit der hermeneutig vorm Spiegel zu tun, Hirnforschung genannt? Ziemlich dürre Argumentation, finde ich.
Ich meinte: ... der hermeneutischen Übung ... Sorry.
Sie habe vollkommen Recht wen sie meine Argumentation als dürre bezeichnen. Sie ist schließlich sehr emotional.
Woher kommt diese Emotionalität?
Nungut:
"Selbsternannt" ist für mich nicht unzutreffend, da er es nicht dementiert. Daraus ziehe ich den Schluss, das er sich selbst als Philosoph betrachtet. Das Bedeutet wiederum, dass sei Ego sich zum Philosophen ernannt haben muss.
Sicherlich könnte man sich um den Prozess des Ernennens streiten; für mich jedoch kann nur ernannt werden, wer sich ernennenswert fühlt.
Respektabel wäre für mich, wenn er die Schlechten Fragen desEr JournalistIn als solche gekennzeichnet hätte:
"Was man der Philosophie vorwerfen kann, ist, dass sie nie zu einem Ergebnis kommt. Sie hat in knapp 2500 Jahren nicht eine einzige Gewissheit produziert."
Welche Gewissheit produziert die Quantenmechanik oder eine Atombombe?
Was Ist ein Ergebnis? Warum muss man sich Ungewissheiten vorwerfen?
etc...
Was er hat in keiner Weise verständlich gemacht warum Philosophie(u.a.Religion als Teil) unabdingbar ist, notwendig, da uns ständig umgebend, bestimmend für unser aller Zusammenleben.
Und warum ist er dazu nicht in der Lage?
Weil seine Universitäre Engstirnigkeit (kein Begriff der Hirnforschung glaube ich, aber eine Möglichkeit) ihn nicht erkennen lässt was Philosophie noch ist, als die Interpretation "Etwa inwiefern sich Humes Begriff des Guten von dem Kants unterscheidet".
Philosophie ist das Medium zwischen Rationalität und Emotionalität, zwischen gedachtem und gefühlten. Sie ist die Sprache im Menschen.
Und ein Philosoph ist jemand der dieses Medium gestaltet.
Respektabel wäre, wenn er die Wichtigkeit dieses Mediums verstehen würde.
Ein unbestechliches Indiz für mich... ich bitte um Entschuldigung für meinen mangelnde Subjektivität.
Zur Erklärung:
die Punkte 1. und 2. sind die Texthinweise welche mich zu meiner Einschätzung bringen.
Zur Hirnforschung:
Die klassische Einstellung die er zu den Erkenntnissen der Hirnforschung vertritt sind für mich maßgeblich für meine Einschätzung von oben.
Philosophie hat die Aufgabe die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse in Einklang mit den emotionalen Realitäten zu bringen und nicht diese aufgrund ihres Widerspruchs zu jenen zu missachten. Dies höchst unreflektierte verhalten ist traurig und seit 100 Jahren überholt (Zumindest in den nat. Wiss. , Welle-Teilchen Dualismus)
so nur ein paar kurze Gedanken dazu.
ni
Ich meinte: ... der hermeneutischen Übung ... Sorry.
Sie habe vollkommen Recht wen sie meine Argumentation als dürre bezeichnen. Sie ist schließlich sehr emotional.
Woher kommt diese Emotionalität?
Nungut:
"Selbsternannt" ist für mich nicht unzutreffend, da er es nicht dementiert. Daraus ziehe ich den Schluss, das er sich selbst als Philosoph betrachtet. Das Bedeutet wiederum, dass sei Ego sich zum Philosophen ernannt haben muss.
Sicherlich könnte man sich um den Prozess des Ernennens streiten; für mich jedoch kann nur ernannt werden, wer sich ernennenswert fühlt.
Respektabel wäre für mich, wenn er die Schlechten Fragen desEr JournalistIn als solche gekennzeichnet hätte:
"Was man der Philosophie vorwerfen kann, ist, dass sie nie zu einem Ergebnis kommt. Sie hat in knapp 2500 Jahren nicht eine einzige Gewissheit produziert."
Welche Gewissheit produziert die Quantenmechanik oder eine Atombombe?
Was Ist ein Ergebnis? Warum muss man sich Ungewissheiten vorwerfen?
etc...
Was er hat in keiner Weise verständlich gemacht warum Philosophie(u.a.Religion als Teil) unabdingbar ist, notwendig, da uns ständig umgebend, bestimmend für unser aller Zusammenleben.
Und warum ist er dazu nicht in der Lage?
Weil seine Universitäre Engstirnigkeit (kein Begriff der Hirnforschung glaube ich, aber eine Möglichkeit) ihn nicht erkennen lässt was Philosophie noch ist, als die Interpretation "Etwa inwiefern sich Humes Begriff des Guten von dem Kants unterscheidet".
Philosophie ist das Medium zwischen Rationalität und Emotionalität, zwischen gedachtem und gefühlten. Sie ist die Sprache im Menschen.
Und ein Philosoph ist jemand der dieses Medium gestaltet.
Respektabel wäre, wenn er die Wichtigkeit dieses Mediums verstehen würde.
Ein unbestechliches Indiz für mich... ich bitte um Entschuldigung für meinen mangelnde Subjektivität.
Zur Erklärung:
die Punkte 1. und 2. sind die Texthinweise welche mich zu meiner Einschätzung bringen.
Zur Hirnforschung:
Die klassische Einstellung die er zu den Erkenntnissen der Hirnforschung vertritt sind für mich maßgeblich für meine Einschätzung von oben.
Philosophie hat die Aufgabe die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse in Einklang mit den emotionalen Realitäten zu bringen und nicht diese aufgrund ihres Widerspruchs zu jenen zu missachten. Dies höchst unreflektierte verhalten ist traurig und seit 100 Jahren überholt (Zumindest in den nat. Wiss. , Welle-Teilchen Dualismus)
so nur ein paar kurze Gedanken dazu.
ni
Den Ansatz finde ich gut, Aphroditechen. Ich weiß noch nicht, ob man darin die passende Erklärung für die Philosophie gefunden hat. Es würde sich aber lohnen, ein paar Gedanken darüber zu verschwenden.
Zufällig habe ich gerade Platon ("Der Staat") angefangen zu lesen. In dem Thrasymachos den Sokrates kritisiert:
"Was für ein Geschwätz hält euch da so lange auf, Sokrates! Und wie einfältig benehmt ihr euch denn mit euren Verbeugungen voreinander! Wenn du schon wirklich das Wesen ges Gerechten wissen willst, dann frag nicht nur und lege deinen Ehrgeiz nicht auf die Widerlegung der Antwort - denn wisse wohl: fragen ist leichter als antworten! -, sondern antworte auch selber und sage einmal deine eigene Meinung über das Gerechte."
Am Ende des Gesprächswechsels dieser Außeinandersetzung mit der Kritik antwortet Sokrates dann:
"Wie könnte denn, mein Liebster [...] ein Mensch antworten, wenn er erstens nichts weiß, dies ja auch gar nicht behauptet, zweitens aber, sobald er etwas nur vermutet, es ihm verboten ist, seine Vermutung auszusprechen, verboten von einem nicht geringen Mann! Denn du behauptest ja, es zu wissen und es mitteilen zu können. Darum sperre dich nicht, erweise dich mir gefällig durch deine Antwort und neide auch deine Lehre nicht dem Glaukon hier und den anderen!"
Woraufhin Sokrates den Thrasymachos dazu bringt dessen Antwort zu äußern, ihn in der gerade kritisierten Weise korrigiert und neue Türen aufstößt.
Neue Erkenntnisse durch nicht aufhörendes Fragen?
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