Zu dem geplanten Volkstribunal kommt es nicht. Der März 2008 wird zum schwärzesten Monat der Rebellengruppe: Drei hochrangige Anführer der Farc sterben innerhalb eines Monats, die Guerilla ist geschwächt. Doch was ist mit Tanja Nijmeijer? Kolumbiens Präsident Uribe verkündet im Radio: »Wir sehen sie als Sklavin der Farc an. Sie kann nicht ihre eigenen Entscheidungen fällen.« Es gibt keine Lebenszeichen von ihr, aber auch keine Nachricht, dass sie tot sei. Zumindest noch nicht. Denn Beobachter sind sich einig: Sollte sie nicht fliehen, wird sie getötet – entweder vom Militär oder von ihren Kameraden.
»Ich möchte von hier weg, zumindest in eine andere Einheit. Aber gleichzeitig weiß man, dass man nicht mehr ist als ein Gefangener.« [24. November 2006]
Anfang 2009 dann die Überraschung: Tanja wird in Abwesenheit angeklagt. Der Geheimdienst hält sie für die rechte Hand von Farc-Vize Mono Jojoy. Sie soll Bombenanschläge auf eine Polizeistation, einen Supermarkt und eine Buslinie in Bogotá verübt haben. Sie wird per Steckbrief gesucht. Tot oder lebendig.
Aufgeschreckt von dieser Nachricht, fliegt Tanjas Mutter erneut nach Kolumbien. Sie reist tief in den Dschungel, direkt ins Rebellengebiet. Über einen Radiosender der Armee schickt sie ihrer Tochter eine verzweifelte Nachricht: »Liebes Mädel! Wir vermissen dich sehr. Komm bitte zurück zu uns! Melde dich!«
Am 15. März 2010 erklärt Tanjas Vater in der niederländischen Presse, dass seine Tochter noch lebe. Ob sie immer noch freiwillig bei der Farc sei, sagt er nicht.
- Datum 13.08.2010 - 11:07 Uhr
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- Quelle ZEIT Campus 04/2010
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Das Scheitern steht zwischen den Zeilen und so sehr man mit Tanja mitfühlen mag, es macht sich bei mir auch Wut breit:
"Warum muss sie den Kampf anderer Leute führen?"
"Warum muss sie ihr Leben und damit das Leben ihrer Eltern aufs Spiel setzen?"
"Warum so etwas auswegloses?"
"Wie kann man so naiv sein mit Mord und Terror noch immer eine tote Idee zu verfolgen?"
Geh nach Hause kleines, bürgerliches Mädchen. Geh zu deinen Eltern und entschuldige dich? Das kleine Mädchen wirst du nicht mehr sein, Mord und Totschlag verjährt nicht, auch nicht wenn man denkt, dass die Mordopfer sinnvoll gestorben sind.
Genau das habe ich auch gedacht, als ich den Artikel gelesen habe.
Wut über ihre schein-überlegene Arroganz, mit der sie über die Entscheidung dieser Frau urteilen.
Diese Entscheidung wurde beinflusst von Umständen, die wir uns nicht einmal vorstellen können.
Die beschriebene frau ist keine geistig Zurückgebliebene oder ein kleines Mädchen, ich möchte ihnen in keinster Weise ihr Recht diese Frau zu kritisieren absprechen, aber bitte wahren sie doch den nötigen Respekt.
... an jemanden der all die Annehmlichkeiten aufgibt, kommt schon ein bißchen sehr klebrig und hochnäsig daher.
Erinnert so ein bißchen an das berühmte "Dann sollen sie halt Kuchen essen" Zitat.
Genau das habe ich auch gedacht, als ich den Artikel gelesen habe.
Wut über ihre schein-überlegene Arroganz, mit der sie über die Entscheidung dieser Frau urteilen.
Diese Entscheidung wurde beinflusst von Umständen, die wir uns nicht einmal vorstellen können.
Die beschriebene frau ist keine geistig Zurückgebliebene oder ein kleines Mädchen, ich möchte ihnen in keinster Weise ihr Recht diese Frau zu kritisieren absprechen, aber bitte wahren sie doch den nötigen Respekt.
... an jemanden der all die Annehmlichkeiten aufgibt, kommt schon ein bißchen sehr klebrig und hochnäsig daher.
Erinnert so ein bißchen an das berühmte "Dann sollen sie halt Kuchen essen" Zitat.
Genau das habe ich auch gedacht, als ich den Artikel gelesen habe.
und wuetentend absolut, denn googelt biiet mal Sarko und Roma oder Roms...
was kann man hier machen..
heute die, wer morgen, wann kommt die Fremdempolizei wieder,
arbeiten bis 70...WAS, WO
Ich schließe mich den ersten beiden Kommentaren. Idealismus kann auf seltsame Pfadeführen.
Zum Artikel: Ich halte es für wirklich schlechten Stil, die kritischen Auszüge aus dem Tagebuch chronologisch an den Anfang des Artikels und im zweiten Teil dann die resignieten zu stellen, obwohl diese chronologisch vor die kritischen gehören. Damit wird ein falsches Bild gebastelt, welches zwar zur Geschichte passt, welches das Tagebuch so aber nich hergibt. Es kommt meiner Meinung nach nur den zu erwartenen Empfindungen der Leser entgegen!
Interessant zu wissen!
Und was auch zu sagen ist: Ob RAF oder Farc - immer nach außen hin die Moral und mit der Moral Leute mobilisieren und drinnen geht`s zu wie Sau: Machtkämpfe, Unterdrückung kapital. Ausbeutung! Eine Sauerei, wenn Menschen wie Tanja mit ihrem Idealismus auf der Suche nach Mögl. zu helfen in so eine Bande geraten!
Interessant zu wissen!
Und was auch zu sagen ist: Ob RAF oder Farc - immer nach außen hin die Moral und mit der Moral Leute mobilisieren und drinnen geht`s zu wie Sau: Machtkämpfe, Unterdrückung kapital. Ausbeutung! Eine Sauerei, wenn Menschen wie Tanja mit ihrem Idealismus auf der Suche nach Mögl. zu helfen in so eine Bande geraten!
Eine spannende Geschichte ist das. Bewundernswert ist der Mut und die Entschlossenheit, mit denen diese Frau sich ins Unbekannte wagt...um ihren Idealen sowas wie "Hand und Fuss" zu geben; jedenfalls sitzt sie nicht hintern Sofa und palavert von linker "Revolution" und "Kampf". Dass sie dabei bemerkt, dass diese "kommunistischen" Kämpfer nichts anderes wollen, als die "Armen" (oder nur sich selbst) dahin zu führen, wo die Reichen jetzt sind - die Herrschaft der "Arbeiter- und Bauern" quasi als umgepolte Kapitalisten-Machenschaften-Diktatur - ist zwar nicht neu..., aber da muss sie halt durch jetzt. Dieses "Man muss was tun für die Befreiung", anarchistische Bestrebungen, die unbedingt aktionistische Eingriffe herbeitsehnen und proben, hatten wir so vor knapp 100 Jahren schonmal kollektiv: die ganze Intelligenz plus Bevölkerung wollte - romantisch wie auch die Dame hier - ein aufbruchsvolles Wir-Gefühl beleben...im Kampf...der in den Ersten Weltkrieg führte. Dass das dann alles andere als die romantische Erneuerung der "Volksgemeinschaft" wurde, sahen wenige vorher...nicht mal Thomas Mann.
Interessant zu wissen!
Und was auch zu sagen ist: Ob RAF oder Farc - immer nach außen hin die Moral und mit der Moral Leute mobilisieren und drinnen geht`s zu wie Sau: Machtkämpfe, Unterdrückung kapital. Ausbeutung! Eine Sauerei, wenn Menschen wie Tanja mit ihrem Idealismus auf der Suche nach Mögl. zu helfen in so eine Bande geraten!
"Heute Nacht gab es ein Fest. Selbstverständlich hatten die Kommandanten und ihre Frauen eine eigene Privatparty, was meiner Meinung nach total korrupt ist. Die anderen, die Truppe, die regulären Guerilleros niedrigen Ranges, dürfen nun das trinken, was die anderen gestern nicht saufen konnten.« [15. April 2007]"
so sieht gelebter Kommunismus aus.
ob man das so einfach als Sinnfindungsmission einer Frau abtun kann, die in ihrem Leben in Europa vielleicht nicht den richtigen Sinn gesehen hat.
Ich weiss von Leuten die in den 70gern in Nicaragua bei verschiedenen Hilfsorganisationen gearbeitet haben, und die nach einiger Zeit erleben mussten wie die Korruption der herrschenden Klasse keine wirkliche Hilfe für die arme Bevölkerung zugelassen hat. Einige dieser Leute haben sich der FSLN-Guerilla angeschlossen und haben gegen das Somoza Regime gekämpft.
Ich bin grundsätzlich kein Verfechter des bewaffneten Kampfes, aber mir ist auch klar dass das eine Einstellung ist die damit zu tun hat dass im sicheren Europa lebe.
Diese Menschen suchen nach Sinn - kein Zweifel.
Das war übrigens nicht nur negativ gemeint. Die Dame hat sich verirrt, aber die Suche nach Sinn ist nicht das falscheste.
Vor 30 Jahren für den Sozialismus gekämpft zu haben ist anders als das heute zu tun. Man wusste doch damals noch nicht, dass der Sozialismus im Rennen um das bessere System verlieren würde. Heute braucht es eine gehörige Portion Ignoranz für Sozialismus zu kämpfen.
Ich habe mich vor etlichen Jahren in meiner Suche nach Sinn der Ökobewegung angeschlossen und fühle mich in meinem Wunsch nach Nachhaltigkeit bestätigt, auch wenn ich mich an vielen Punkten getäuscht habe. Nicht jede Sinnsuche muss so "sinnlos" sein, wie die von Tanja.
Von daher: Nur Mut, glaubt an eure Ideen, prüft sie ausführlich aber kämpft auch dafür. Bitte aber friedlich, im 20. Jahrhundert haben nur die friedlichen Revolutionen Bestand gehabt.
Bei aller Bewunderung für die Konsequenz dieser Dame,darf man nicht vergessen, wer die FARC sind. Die FARC finanzieren sich durch Drogenplantagen und Entführungen. Und sie wenden brutale Gewalt gegen die Zivilbevölkerung an. Die Mehrheit der Kolumbianer hat schlicht Angst vor den FARC!
Natürlich könnte man dagegen halten, dass die Paramilitärs noch viel schlimmer sind, dass die höheren Ziele der FARC ehrenwert sind, dass eine linke Opposition in Kolumbien nur um Urwald möglich ist, etc.
Aber all das ist keine Rechtfertigung für den Horror, den die FARC täglich anrichten.
Der Idealismus der Dame, für ihre Ziele ihr bürgerliches Leben komplett aufzugeben mag imponieren. Aber der schwierigste Schritt ist nicht immer der beste.
Diese Menschen suchen nach Sinn - kein Zweifel.
Das war übrigens nicht nur negativ gemeint. Die Dame hat sich verirrt, aber die Suche nach Sinn ist nicht das falscheste.
Vor 30 Jahren für den Sozialismus gekämpft zu haben ist anders als das heute zu tun. Man wusste doch damals noch nicht, dass der Sozialismus im Rennen um das bessere System verlieren würde. Heute braucht es eine gehörige Portion Ignoranz für Sozialismus zu kämpfen.
Ich habe mich vor etlichen Jahren in meiner Suche nach Sinn der Ökobewegung angeschlossen und fühle mich in meinem Wunsch nach Nachhaltigkeit bestätigt, auch wenn ich mich an vielen Punkten getäuscht habe. Nicht jede Sinnsuche muss so "sinnlos" sein, wie die von Tanja.
Von daher: Nur Mut, glaubt an eure Ideen, prüft sie ausführlich aber kämpft auch dafür. Bitte aber friedlich, im 20. Jahrhundert haben nur die friedlichen Revolutionen Bestand gehabt.
Bei aller Bewunderung für die Konsequenz dieser Dame,darf man nicht vergessen, wer die FARC sind. Die FARC finanzieren sich durch Drogenplantagen und Entführungen. Und sie wenden brutale Gewalt gegen die Zivilbevölkerung an. Die Mehrheit der Kolumbianer hat schlicht Angst vor den FARC!
Natürlich könnte man dagegen halten, dass die Paramilitärs noch viel schlimmer sind, dass die höheren Ziele der FARC ehrenwert sind, dass eine linke Opposition in Kolumbien nur um Urwald möglich ist, etc.
Aber all das ist keine Rechtfertigung für den Horror, den die FARC täglich anrichten.
Der Idealismus der Dame, für ihre Ziele ihr bürgerliches Leben komplett aufzugeben mag imponieren. Aber der schwierigste Schritt ist nicht immer der beste.
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