Arbeitgeber Uni Die fünf Verbote
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Sein eigener Chef werden

Sein eigener Chef werden. Wissenschaftler haben oft Ideen, aus denen eine Firma entstehen kann; es müssen ja nicht immer Mikrochips oder Astronautenanzüge sein. Das Exist-Programm der Bundesregierung unterstützt Gründer mit Geld, mit Beratung und mit Büros an der Uni (www.exist.de) . »Wir prüfen die Geschäftsidee und stellen mit den Gründern einen Businessplan auf«, sagt die Berliner Exist-Mitarbeiterin Karin Kricheldorff. Gefördert werden neue Produkte und Dienstleistungen. Bedingung: Die Zeit an der Uni darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Aus welchem Fach die Gründer kommen, ist egal. »Es gibt einen Schwerpunkt bei den Technik- und Naturwissenschaften«, sagt Krichelsdorff. Aber auch andere Antragsteller haben Erfolg: Architekten, die virtuelle Galerien entwerfen, oder Filmstudenten, die 3-D-Filme produzieren. Selbst kuriose Dienstleistungen haben es in die Förderung geschafft – etwa eine Agentur, die Testkunden an Ladenbesitzer vermittelt, die dort einkaufen, anrufen oder etwas klauen.

Der Abschied von der Wissenschaft ist für viele schmerzhaft. Kian-Harald Karimi überlegt eine Weile. Berufswechsel und Existenzgründung – für ihn sei das nichts. Dafür liebe er seine Arbeit einfach zu sehr. »Wenn mir Studenten nach der Vorlesung danken, rührt mich das richtig. Dann denke ich: Verdammt noch mal, du kannst nicht einfach alles hinschmeißen!« Und wenn Studenten selbst in die Wissenschaft wollen und ihn um Rat fragen? Dann antwortet Karimi allen Rückschlägen zum Trotz: »Es wird nicht einfach, aber wenn du es wirklich willst, probier es!«

 
Leser-Kommentare
    • FahadA
    • 29.06.2010 um 10:42 Uhr

    "Während seiner letzten Arbeitslosigkeit hat der promovierte Astronom Freistetter ein Blog angefangen. Weil das gut lief, plant er heute, Artikel für Zeitschriften zu schreiben, vielleicht auch ein Buch."

    Ich dachte, das wäre eine Voraussetzung, um als Wissenschaftler zu gelten, Artikel schreiben, auch ein Buch.

  1. 130.000 WissenschaftlerInnen warten auf eine von 38.000 Professuren. Ist das jetzt neuerdings ein Defekt des Systems? Oder hat das nicht System?
    Artikel wie dieser suggerieren es sei eine Tugend, sich in die Karrieremechanismen des dt. Hochschulwesens einzufügen. Händeschütteln statt Literaturlisten abschreiben! Nur aufgrund von Qualifikation sind noch die wenigsten Stellen vergeben worden! Wer kann sich schon leisten die Frage zu stellen, ob die Selektionsmechanismen in Wissenschaft und Hochschule die richtigen sind, wenn er auf gerade diese angewiesen ist?
    Wenigstens wird im Artikel noch darauf hingewiesen, dass der richtige Zeitpunkt für den Absprung nicht verpasst werden darf. Denn wie der Vizepräsident meiner Universität kürzlich bemerkte: "Wer noch mit 40 Jahren auf einer Lehrbeauftragtenstelle sitzt, der hat versagt." Der behält mit viel Glück seinen Idealismus, geht gar (zwangsweise) eher Lehrtätigkeiten nach als karriereförderlicher Forschung. Dass es eben diese Menschen sind, die der modernen Massenuniversität allen Widrigkeiten und eigenen Nachteilen zum Trotz noch ein wenig Leben einhauchen, bleibt totgeschwiegen. Von den Führungsriegen der Unis, die sich sonst z.T. selbst in Frage stellen müssten. Von der Politik, die nicht nur das Geld für Veränderungen nicht haben möchte, sondern sich ohnehin unter dem Slogan "Autonomie der Hochschule" aus der Verantwortung zieht. Nicht von denen, die ohnehin keine Perspektive mehr für sich sehen: intelligenzija.jimdo.com

    • gkuehn
    • 29.06.2010 um 12:34 Uhr

    Selbstverständlich muss man beweglich sein, will man an die Hochschule und Karriere machen, aber der Ratschlag ins Ausland zu gehen ist nur bedingt richtig.

    Erstens hängt es sehr stark von der Disziplin ab. Ich kenne viele Fälle in denen -gute- Dozenten und Professoren ernsthafte Schwierigkeiten hatten und haben nach Deutschland zurück zu kommen.
    Dann muss man auch bedenken: die "Höhere Töchter" Uni in Bahrain oder sonstwo ist in aller Regel als eben das in der "Szene" bekannt. Havard, MIT oder Oxford sind natürlich gern gesehen.
    Von dort aus Netzwerke zu pflegen oder gar aufzubauen ist fast unmöglich. Wer ohne Netzwerke ins Ausland geht wird in aller Regel im Ausland bleiben, dort eventuell von Uni zu Uni ziehen. Auch sind die in Deutschland wichtigen Netzwerke von dort eben genau nicht erreichbar, da man nicht mal eben auf einen Kongress nach Düsseldorf fahren kann, aber kaum ein deutscher Akademiker abseits der wirklichen Spitzen beständig auf Kongressen im Ausland weilt. Dummerweise werden auch Lehrpositionen in der überwiegenden Mehrzahl auf Grund persönlicher Empfehlung besetzt, daran ändert das komplizierte wie langwierige Berufungsverfahren nichts.
    Ferner ist zu bedenken, dass der Gang ins Ausland auch für den beruflichen Einstieg abseits der Hochschulen nicht ohne Risiko ist, da er die gefühlte "Berufsferne" der akademischen Bewerber aus Sicht der Personaler nur noch unterstreicht. Dies haben mir viele Arbeitsvermittler und Personalchefs genau so bestätigt.

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    Viele Kommentare kann hier menschlich sehr gut nachvollziehen, aber es hilft nur wirklich, wenn man ganz nuechtern analysiert, was man mit seinem Leben anfaengt: Wer sich berufen fuehlt und den Traum in seinem Gebiet als Wissenschaftler/Hochschullehrer zu arbeiten hat, der kann nicht davon ausgehen, dass er sein Leben in Deutschland verbringen wird. Man muss ehrlich klaeren, was einem wichtiger ist. Ins Ausland zu gehen, um spaeter bessere Karten in Deutschland zu haben, ist kein guter Rat, da versagt der Artikel total. Wissenschaft fordert diese totale Hingabe an das gewaehlte Fach. Prof-Stellen (besonders in D) sind Fuehrungspositionen, d.h. nicht jeder wird zum Zuge kommen koennen. Das Problem in D ist, dass es keine backup in niedrigen Positionen an der Uni gibt. Um dies zu aendern, duerfen deutsche Uni-Absolventen das Spiel der dt. Unis nicht mehr mitmachen. Ins Ausland gehen oder Uni verlassen und in der Privatwirtschaft sein Glueck versuchen - alles andere ist Selbstbetrug. Nur bei Mangel werden die Bedingungen in D besser. Wer nicht ins Ausland moechte, dem ist sein Fach auch nicht ganz so wichtig - Wissenschaft erfordert diese Hingabe. Wer eine permanente Anstellung in welchem Land auch immer in seinem Fachgebiet hat, der ist sehr erfolgreich und privilegiert, da er seinem Traum nachgehen kann. Wie alles im Leben kommt dies nicht ohne einen Preis zu zahlen. Wer dazu nicht bereit ist, sollte Uni umgehend verlassen.

    Viele Kommentare kann hier menschlich sehr gut nachvollziehen, aber es hilft nur wirklich, wenn man ganz nuechtern analysiert, was man mit seinem Leben anfaengt: Wer sich berufen fuehlt und den Traum in seinem Gebiet als Wissenschaftler/Hochschullehrer zu arbeiten hat, der kann nicht davon ausgehen, dass er sein Leben in Deutschland verbringen wird. Man muss ehrlich klaeren, was einem wichtiger ist. Ins Ausland zu gehen, um spaeter bessere Karten in Deutschland zu haben, ist kein guter Rat, da versagt der Artikel total. Wissenschaft fordert diese totale Hingabe an das gewaehlte Fach. Prof-Stellen (besonders in D) sind Fuehrungspositionen, d.h. nicht jeder wird zum Zuge kommen koennen. Das Problem in D ist, dass es keine backup in niedrigen Positionen an der Uni gibt. Um dies zu aendern, duerfen deutsche Uni-Absolventen das Spiel der dt. Unis nicht mehr mitmachen. Ins Ausland gehen oder Uni verlassen und in der Privatwirtschaft sein Glueck versuchen - alles andere ist Selbstbetrug. Nur bei Mangel werden die Bedingungen in D besser. Wer nicht ins Ausland moechte, dem ist sein Fach auch nicht ganz so wichtig - Wissenschaft erfordert diese Hingabe. Wer eine permanente Anstellung in welchem Land auch immer in seinem Fachgebiet hat, der ist sehr erfolgreich und privilegiert, da er seinem Traum nachgehen kann. Wie alles im Leben kommt dies nicht ohne einen Preis zu zahlen. Wer dazu nicht bereit ist, sollte Uni umgehend verlassen.

    • Bestie
    • 29.06.2010 um 17:41 Uhr

    Schon interessant, in welcher Weise da über "uns" Wissenschaftler geschrieben wird. Es wäre schön, wenn talentierten Studienanwärtern schon vor dem Studium gesagt würde, welche Hindernisse sie erwarten, besonders, wenn sie Frauen sind. Leider findet man das erst heraus, wenn es für eine andere Ausbildung schon zu spät ist, denn die Uni-Industrie züchtet sich den Nachwuchs zum Verheizen mit Bedacht, das Kleingedruckte wird gerne unterschlagen.

    Auch im obigen Artikel ist mit keiner Silber erwähnt, dass ein Mensch in der Regel auch noch andere Ziele hat neben der wissenschaftlichen Karriere. Diese sind aber für viele mit der Wissenschaft unvereinbar. Versuchen Sie einmal, als Frau eine Familie zu gründen, wenn sie Hauptverdienerin sind, aber nur befristete Verträge bekommen und nicht wissen, ob sie im nächsten Jahr ans andere Ende des Landes (oder der Welt?) ziehen müssen, um Mann und Kinder zu ernähren. Das ist für einen männlichen Prof, der seine jüngere Sekretärin heiratet, bedeutend einfacher. Die Professorinnen in meinem Fachbereich (Anglistik), die mir näher bekannt sind, sind fast alle kinderlos und haben oft keine engeren persönlichen Beziehungen.

    Das 6. Gebot fehlt also noch: Schlag dir die Familie und ähnliche Hobbies aus dem Kopf und verbringe statt dessen deine Freizeit mit den Kongresskontakten an der Hotelbar.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • M.v.L.
    • 30.06.2010 um 23:21 Uhr

    Ihnen ist hoffentlich klar, dass Sie - wem auch immer - Sexismus unterstellen, indem sie behaupten, dass Frauen per se benachteiligt werden und dabei selbst sexistisch werden. Wer sich über die schlechte Behandlung der Frauen erregt und dabei Männern unterstellt, sie würden ihre sexy junge Sekretärin ehelichen, weil das so einfach ist, braucht sich nicht zu wundern, wenn man nicht ernst genommen wird.
    Selbst im Fall der Übertreibung - wovon ich im Übrigen stark ausgehe - braucht man sich darüber nicht zu wundern. Denn durch sachliche Auseinandersetzung hat man sich dabei auch in diesem Fall nicht hervorgetan.

    PS: Die Sekretärinnen an meinem Institut sind übrigens alle jenseits der 40.

    • M.v.L.
    • 30.06.2010 um 23:21 Uhr

    Ihnen ist hoffentlich klar, dass Sie - wem auch immer - Sexismus unterstellen, indem sie behaupten, dass Frauen per se benachteiligt werden und dabei selbst sexistisch werden. Wer sich über die schlechte Behandlung der Frauen erregt und dabei Männern unterstellt, sie würden ihre sexy junge Sekretärin ehelichen, weil das so einfach ist, braucht sich nicht zu wundern, wenn man nicht ernst genommen wird.
    Selbst im Fall der Übertreibung - wovon ich im Übrigen stark ausgehe - braucht man sich darüber nicht zu wundern. Denn durch sachliche Auseinandersetzung hat man sich dabei auch in diesem Fall nicht hervorgetan.

    PS: Die Sekretärinnen an meinem Institut sind übrigens alle jenseits der 40.

    • M.v.L.
    • 30.06.2010 um 23:21 Uhr

    Ihnen ist hoffentlich klar, dass Sie - wem auch immer - Sexismus unterstellen, indem sie behaupten, dass Frauen per se benachteiligt werden und dabei selbst sexistisch werden. Wer sich über die schlechte Behandlung der Frauen erregt und dabei Männern unterstellt, sie würden ihre sexy junge Sekretärin ehelichen, weil das so einfach ist, braucht sich nicht zu wundern, wenn man nicht ernst genommen wird.
    Selbst im Fall der Übertreibung - wovon ich im Übrigen stark ausgehe - braucht man sich darüber nicht zu wundern. Denn durch sachliche Auseinandersetzung hat man sich dabei auch in diesem Fall nicht hervorgetan.

    PS: Die Sekretärinnen an meinem Institut sind übrigens alle jenseits der 40.

    Antwort auf "Aspekt vergessen"

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