Auslandserfahrung: Überraschung!
Im Ausland ist vieles anders. Aber nicht überall droht deshalb ein Kulturschock. Studenten sagen, worauf man gefasst sein muss
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Glück brauchts im Auslandssemester auch, aber vor allem gute Vorbereitung
Fabian Niedballa, 23,Tsinghua University, Peking
Ich wollte China erleben und mich in den Uni-Alltag integrieren: zusammen wohnen, zusammen lernen, zusammen feiern. So wie ich das aus Deutschland kenne. Das war schwerer als gedacht: Wir ausländischen Studenten lebten in separaten Unterkünften. Meine chinesischen Kommilitonen waren zu viert in einem Zimmer untergebracht; ich hatte ein Zimmer für mich allein, das auch noch täglich von einer Putzfrau gesäubert wurde. Die Chinesen bemühten sich sehr, ein positives Bild ihres Landes zu vermitteln. Die Integration blieb dabei auf der Strecke. Ich bin deshalb dem Uni-Wanderklub beigetreten, um Chinesen kennenzulernen. Erst dort bekam ich das Gefühl, dazuzugehören.
Katharina Theil, 22, Université Cheikh Anta Diop, Dakar
Ende November kam ich im Senegal an, musste mich mit dem Studium aber erst mal gedulden. An meiner Uni wurde gestreikt. Die Professoren streikten zuerst – weil der Staat ihre Gehälter zu spät zahlte. Danach streikten die Studenten – weil ihre Stipendien zu spät gezahlt wurden. Der Senegal hat überhaupt eine ausgeprägte Streikkultur. Man sollte deshalb lieber zwei als nur ein Semester einplanen. Dann kann man eine wunderbare Zeit erleben, ob mit oder ohne Streik. Als die Vorlesungen im Januar anfingen, passten die vielen Studenten kaum in die Hörsäle. Wer nicht lange vor Vorlesungsbeginn erschien, der musste stehen. Warum hat dagegen eigentlich niemand gestreikt?

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Marie-Luise Martin, 22, City College of New York
Amerika, heißt es, sei das Land der Freiheit. Das trifft vielleicht das Lebensgefühl in den USA, aber nicht das Studentenleben. Der Uni-Alltag ist stark reglementiert. In meinem Studiengang in Deutschland hatte ich nur eine Prüfung am Ende des Semesters, die Amerikaner aber haben viele, und die verteilen sich über das ganze Jahr. Klausuren, Hausaufgaben, Projekte, ständig ist man im Stress. Unser Studiensystem gefällt mir besser. Studieren heißt für mich nicht nur lernen, sondern auch Zeit zum Leben zu haben. Das sollte man auch in den USA nicht vergessen. Immer wenn es mir zu viel wurde, bin ich raus aus der Bibliothek und mit dem Auto nach City Island zum Entspannen gefahren.
Ludwig Straub, 22, University of Cambridge, UK
Wenn in München zwei Klausuren auf einen Tag fielen, ließen die Professoren immer mit sich reden. Häufig wurde eine Klausur dann verlegt. In England ist das anders. Die Termine stehen Anfang des Semesters fest. Ich muss dieses Semester vier dreistündige Klausuren innerhalb von zwei Tagen schreiben. Meine englischen Kommilitonen stellen das nicht groß infrage. Sie sind obrigkeitshöriger als die Studenten in München. Vielleicht stehen Engländer deshalb auch so gerne in Schlangen an. Ich habe mich mittlerweile angepasst und diese stoische Einstellung übernommen. Das empfehle ich jedem. Danach kann einem die Warteschlange in einem deutschen Supermarkt nichts mehr anhaben.
Protokolle: Justus Bender









und die Geschichte dazu ist ja auch ganz nett, aber der Senegal dürfte in summa zu den weniger frequentierten Auslandssemesterzielen gehören. Jetzt wüßte ich gern noch, was Frau Theil denn dort studierte?
Eigentlich ganz spannend, aber die vier Berichte gehören mal wieder zur Kategorie: flach, flacher, ...
Flach, flacher,... ja das stimmt wohl. Noch ärgerlicher ist aber, dass ich irgendwie das Gefühl habe, genau diesen Artikel oder teile davon auf dieser Seite schon gelesen zu haben.
Ich hoffe ich irre mich, aber auch dann bleibt ein schlechter Nachgeschmack.
Was ist daran verkehrt, wenn Auslandsstudenten einen Kulturschock erleben? Ich dachte immer, das sei der Zweck der Übung. (Ich bin ein ehemaliger Austauschschüler.) Und dann, bei der Rückkehr, der Gegenkulturschock (counter culture shock), wenn man sich an die alte Heimat gewöhnen muss.
Also, bitte ungeschützt immer voll rein! Sonst könnt ihr ja gleich zu Hause bleiben.
Vier Beispiele. VIER. Und zwei davon, UK und USA, sind kulturell noch nicht mal so weit weg.
Es tut mir leid, aber dieser Artikel ist und bleibt völlig belanglos, so lange nicht eine umfassendere Anekdotensammlung zu Stande kommt. Es sollte zumindest jede Weltreligion und -region abgedeckt sein: Naher/Mittlerer Osten (z.B. Arabien, Israel, Türkei, vielleicht Iran), Nordafrika (z.B. Marokko, Ägypten) Südafrika (z.B. Namibia, Zimbabwe), Südasien (z.B. Indien, Thailand) Zentralasien (z.B. Usbekistan, Mongolei), Ostasien (z.B. China, Korea, Japan), Pazifik (z.B. Mikronesien, Australien, Neuseeland), Südamerika (z.B. Ecuador, Argentinien), Nordamerika (USA, Kanada), sowie der europäische Mikrovergleich Süd-, West-, Nord-, und Osteuropa.
Damit könnte man dann was anfangen.
Dieser Artikel hier liest sich dagegen wie eine Kommentarsammlung auf einer vergessenen Pinnwand vom Akademischen Auslandsamt.
bitte, wenn man am Semesterende nur EINE Prüfung schreiben muss? Ich finde die Menge eigentlich ganz und gar nicht schlimm, die Marie-Luise in NY an Klausuren bewältigen musste. In Dtl. ist das Standard für mich und meine Kommilitonen!
Und ich stimme meinem Vorredner vollkommen zu!
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