Bildungspolitik: Schweden-Export
Schweden schickt seinen Nachwuchs zum Studieren in andere Länder. Damit spart die Regierung Geld – auf Kosten des Auslands

Tschüss, Schweden: Studenten kriegen jeden Monat 300 Euro von der Regierung, wenn sie zum Studium das Land verlassen
Weil in Schweden die Studienplätze genauso knapp sind wie in Deutschland, hatte die dortige Regierung schon vor Jahrzehnten eine Idee: Sie schickt Studenten zum Studieren einfach ins Ausland. Nicht für ein Semester, sondern für das gesamte Studium.

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Seither bekommen Studenten von der Schwedischen Zentralstelle für Ausbildungsförderung knapp 300 Euro pro Monat geschenkt, wenn sie im Ausland studieren. Hinzu kommen Extragelder für Versicherung und Reisen und die Option für ein zinsloses Darlehen über 600 Euro im Monat. Einzige Bedingung: Die Studenten müssen jedes Semester einen Leistungsnachweis nach Schweden schicken, und nach zwölf Semestern ist Schluss.
Die Staaten, in denen sie studieren, finanzieren den Studienplatz, bekommen aber keine Absolventen, die mit ihren Steuern die Investition zurückzahlen. Kaum einer der Schweden möchte später in Deutschland leben. Auch Johannes Hallquist nicht, der mit dem Stipendium sein Medizinstudium in Gießen finanzierte und heute in Schweden als Arzt arbeitet. Für ihn ist die Motivation hinter dem Förderprogramm vollkommen klar: »Der schwedische Staat spart gewaltig«, sagt er.
Mal nachgerechnet: Der Studienplatz von Johannes Hallquist kostete Deutschland jährlich 25.210 Euro, für sein Stipendium zahlte sein Heimatland Schweden hingegen nur 3600 Euro im Jahr. Differenz: 21.610 Euro pro Jahr. Bei rund 29.600 Schweden, die das Programm derzeit nutzen, spart Schweden viele Millionen Euro – alles auf Kosten der Nachbarländer. Die Bildungsministerien in Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen reagieren gelassen: In der Europäischen Union dürfe eben jeder dort studieren, wo er wolle, heißt es auf Anfrage. Vielleicht sind deutsche Politiker aus gutem Grund vorsichtig. Österreich klagt seit Jahren über die vielen Deutschen, die dort nur studieren, weil sie in Deutschland keine Studien- plätze bekommen.










meiner Ansicht nach ist der Artikel auch aus anderem Grund etwas irreführend: Der schwedische Staat "schenkt" allen Studenten etwa 300 Euro im Monat, unabhängig davon ob sie in Schweden studieren oder im Ausland. Dies geschieht im Rahmen des Studiengeldes, was in Schweden das Kindergeld ab 16 ersetzt. Wenn man ab 16 arbeitet, bekommt man halt kein Kindergeld/Studiengeld mehr.
Ansonsten ist das journalistische/politische Ziel des Artikels nebulös... wie schon angemerkt studieren auch in Schweden Deutsche... und Deutsche deren Eltern mehrere Jahre in Schweden Steuern gezahlt haben, bekommen auch schwedisches Studiengeld.
Wer der Argumentation des Artikels folgt, sollte sich fragen ob er/sie in einer EU leben will die Bewegungsfreiheit für alle Unionsbürger garantiert.
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