Lexikon der Arbeitswelt Sag beim Abschied leise Servus!

Es gibt Phänomene, die sind in allen Berufen gleich. Der ZEIT-Feuilletonchef Jens Jessen beschreibt sie für uns. Diesmal: Der Ausstand nach dem Praktikum

Mit selbst gebackenem Kuchen macht man sich nicht unbedingt beliebt

Mit selbst gebackenem Kuchen macht man sich nicht unbedingt beliebt

Denken wir uns einmal eine große Firma, in der ein Praktikant mehrere, vielleicht fünf oder sechs Abteilungen durchläuft – es wäre seltsam unangemessen, fast ein Zeugnis von Größenwahn, wenn er zum Ende seines Praktikums eine Büroparty veranstaltete. Es sähe so aus, als glaubte er wirklich, dass sich alle, mit denen er je zu tun gehabt hatte, seiner erinnerten und wehmütig Abschied nehmen wollten. Und wenn er tatsächlich bekannt geworden wäre wie ein bunter Hund, dann läge noch immer der Verdacht nahe, dass es schon vorher an der gebotenen Zurückhaltung gefehlt hätte.

Ganz anders liegt der Fall in einer kleinen Firma oder bei einem Praktikum, das nur in einer, vielleicht fast familiären Abteilung verbracht wurde. Hier wäre ein Abschied ohne Fest im Gegenteil ein großer Affront. Es empfiehlt sich allerdings auch dort, nach den Gepflogenheiten zu fragen. Selbst gebackener Kuchen zum Beispiel lässt nicht überall die Wertschätzung steigen. Als ich zum Ende meiner Hospitanz bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mehrere Bleche Pflaumenkuchen servierte, wurde dieser zwar gerne gegessen – aber vielleicht auch zu gerne, denn der Feuilletonchef verabschiedete mich mit den Worten, dies sei der beste Artikel, den ich bisher abgeliefert hätte.

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Ich war gekränkt, aber auch nicht so entmutigt, dass ich mein nächstes Praktikum bei einer Bäckerei versucht hätte. Vielmehr verzichtete ich in Zukunft auf Praktika, und bei den festen Stellen, die ich später antrat, kehrte sich das Ritual um: Jetzt hat nicht mehr der Gehende, sondern die Firma das Abschiedsfest auszurichten. Wie sich dies gestaltet, hängt natürlich von dem Maß des Bedauerns ab. Wer in Unfrieden scheidet, darf nicht auf mehr als ein heimliches Besäufnis mit den letzten Getreuen hoffen, vielleicht am Rande des Fuhrparks oder am Kiosk gegenüber.

Es kann aber auch rauschende Abschiedsfeste geben, bei denen Chefs, von denen sich der Scheidende bisher missbilligt fühlte, plötzlich Tränen der Rührung (hoffentlich nicht der Erleichterung) zeigen. Ein solches habe ich bei der Berliner Zeitung erlebt. Es erschütterte den Abschiednehmenden derart, dass er noch selbigen Abends erwog, vielleicht doch zu bleiben oder jedenfalls bald wiederzukommen. Er hat es wenige Tage später tatsächlich getan. Selbstredend gab es ein Willkommensfest, das der Abschiedsparty in nichts nachstand. Einige Kollegen argwöhnten, dass es in diesem Fall überhaupt nur um die Inszenierung großer Gefühle und großer Partys ging.

Solche Erwartungen sollte der Praktikant nicht hegen. Es kann aber auch ihm geschehen, dass er in den Genuss unerwarteter Sympathiebekundungen, wertvoller Telefonnummern oder großzügiger Förderungsangebote kommt. Für solche Wertschätzungsbeweise ist die Abschiedsparty wahrscheinlich überhaupt der einzig denkbare Ort– deswegen sei sie jedem empfohlen, der sie einigermaßen schicklich veranstalten zu können glaubt.

 
Leser-Kommentare
    • K2K87
    • 30.08.2010 um 15:45 Uhr

    Äh ja nun...Inhalt? Gibts da was?

    Eine Leser-Empfehlung
  1. Tut mir leid, aber diese Arbeitsweltartikel sind durchweg von einem erschreckend niedrigen Niveau. Sowas erwarte ich in irgendeiner Klatschillu zu lesen, aber nicht in der ZEIT (Print oder Online egal).

    Reisst euch am Riemen oder stampft die Rubrik ein. Reine Zeitverschwendung so etwas anzuklicken.

  2. ...pflaumenkuchen backen...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ..vllt. doch bei der bäckerei versuchen!..

    Autor, bitte nicht entmutigt fühlen, aber was das soll, hab ich auch nicht verstanden. Shit happens!

    ZEIT, darf ich auch mich als Autor bewerben? Ich meine es ernst, hab schon Erfahrung für einen russischen Online Magazin. Mein Schreibstil ist sch***e außergewöhnlich!

    ..vllt. doch bei der bäckerei versuchen!..

    Autor, bitte nicht entmutigt fühlen, aber was das soll, hab ich auch nicht verstanden. Shit happens!

    ZEIT, darf ich auch mich als Autor bewerben? Ich meine es ernst, hab schon Erfahrung für einen russischen Online Magazin. Mein Schreibstil ist sch***e außergewöhnlich!

  3. ..vllt. doch bei der bäckerei versuchen!..

    Autor, bitte nicht entmutigt fühlen, aber was das soll, hab ich auch nicht verstanden. Shit happens!

    ZEIT, darf ich auch mich als Autor bewerben? Ich meine es ernst, hab schon Erfahrung für einen russischen Online Magazin. Mein Schreibstil ist sch***e außergewöhnlich!

    Antwort auf "dann besser doch..."
  4. ...und es steckt ja auch Wahrheit dahinter :)

    Wieso müssen die Kommentare hier immer so missbilligend sein?? Es muss sich nicht immer alles um Mord, Politik und Krieg drehen- ab und an darf es auch mal ein wenig leichtere Kost sein.
    Das gilt nicht nur für die Zeit, sondern auch für die FAZ, TAZ, Spiegel, Focus, Stern, Süddeutsche etc - die Zeitungen setzen sich ja nicht automatisch auf's BILD-Niveau...

    ;)

  5. Könnte der Autor das Rezept von dem Pflaumenkuchen bitte anfügen? Das Highlight wurde den Lesern, scheint's, vorenthalten.

  6. Da hat man sich als Praktikant in jeder Hinsicht ausnutzen lassen, wird entweder als flexibler 8-12h pro Tag Kaffeeholer unter dem Deckmantel der Ausbildung mißbraucht, oder, was inzwischen sehr viel häufiger vorkommt, als Arbeitskraft mit allen Pflichten eines fest Angestellten, was einem bei jenen einen noch schlechteren Ruf einbringt, denn als beinahe kostenloser Ersatz ist man nicht sonderlich beliebt. Dann soll man beim Gehen besser keinen Größenwahn entwickeln, alldieweil einen jeder (zu Recht) für auswechselbar hält. Das ist ein guter Rat. Er hilft dem Praktikanten von heute. Das kann er (sie) sich merken fürs nächste Praktikum, das bei der vorherrschenden Stellenlage eh wahrscheinlich die einzige Möglichkeit darstellt, irgendwo zu arbeiten. Da macht man es mit so einem wertvollen Rat in der Tasche bestimmt besser. Versprochen.
    Ich höre gerade einen Justin Bieber Song um 800% verlangsamt. Klingt wie Sigur Ros. Ist toll...

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    an b-Bolle, zu Recht? zu Recht? Das es so ist, heisst nicht, dass es zu Recht ist, heisst aber schon, dass zu viel Eifersucht und Missgunst an der Tagesordnung ist. Beobachtet habe ich das sehr häufig, nicht als Praktikant aber als Angestellte, die hier und da in den Hilfsdienstleistungs-Genuss kam. Dabei "vertun" die lieben Kollegen so einen Aufwärts-ins-Leben-Starter sehr oft, weil sie Angst um sich selbst haben. Schande ist das.

    Schlimm ne, immer mieszumachen. Obwohl ich dank meiner Quali auch oft dazu verdammt bin - doch das ist erzieherisch und nicht gegen eine Person.

    an b-Bolle, zu Recht? zu Recht? Das es so ist, heisst nicht, dass es zu Recht ist, heisst aber schon, dass zu viel Eifersucht und Missgunst an der Tagesordnung ist. Beobachtet habe ich das sehr häufig, nicht als Praktikant aber als Angestellte, die hier und da in den Hilfsdienstleistungs-Genuss kam. Dabei "vertun" die lieben Kollegen so einen Aufwärts-ins-Leben-Starter sehr oft, weil sie Angst um sich selbst haben. Schande ist das.

    Schlimm ne, immer mieszumachen. Obwohl ich dank meiner Quali auch oft dazu verdammt bin - doch das ist erzieherisch und nicht gegen eine Person.

  7. ...von Jens Jessen

    Ich fand ihn lustig, und wie sich in den Kommentaren manche aufregen und schlaumeiern ist fast noch lustiger :)

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    Das sehe ich genauso. Ich habe echt geschmunzelt, danke, Herr Jessen! :) Ich finde die Tatsache, dass ein ZEIT-Redakteur auch schon auf die Schnauze gefallen ist, lässt das Leben doch ein bisschen gelassener erleben...

    Das sehe ich genauso. Ich habe echt geschmunzelt, danke, Herr Jessen! :) Ich finde die Tatsache, dass ein ZEIT-Redakteur auch schon auf die Schnauze gefallen ist, lässt das Leben doch ein bisschen gelassener erleben...

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  • Quelle DIE ZEIT, 17.08.2010 Nr. 05
  • Kommentare 16
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