Rechtswissenschaften Von hier an blind
Ein Jurastudium gilt als solide, der Berufseinstieg als problemlos. Das ist fatal! Ein Aufruf, rechtzeitig die Zukunft zu planen.

Auf Justitia, Göttin der Gerechtigkeit und des Rechtswesens, sollte man sich nicht allein verlassen
"Jura, wie schön!" Genau so, mit einer Mischung aus Bewunderung und Zustimmung, reagieren viele, wenn man sagt, dass man Jura studiert: Das ist mal was Solides! Anspruchsvoll zwar, aber dafür seriös und handfest. Andere dagegen wittern karrieregetriebenes Langweilertum. Immer aber gilt die Entscheidung für Jura als Vernunftentscheidung. Anders als Ethnologie-, Ägyptologie- oder Germanistikstudenten müssen sich angehende Juristen nicht fragen lassen: Was willst du denn damit mal werden? Im Gegenteil: Eltern raten oft zu einem Rechtsstudium, nach dem Motto: Mach doch etwas Ordentliches! Jura scheint da genau das Richtige zu sein.
"Ein Jurastudium lohnt sich für fast jeden. Ihnen steht eine breite Palette der unterschiedlichsten Berufe offen, die zum Teil allerhöchste Anerkennung in Staat und Gesellschaft genießen. Viele der Absolventen erhalten gutes Einkommen. Ein ausgebildeter Jurist ist nie wirklich 'arbeitslos'."
So wirbt die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder fürs Rechtsstudium, und so oder ähnlich hören es viele Interessenten in ganz Deutschland. All das klingt gut: Anerkennung, Geld und keine Angst vor Arbeitslosigkeit. Schade nur, dass die Realität oft anders aussieht. Christoph Hommerich, Leiter des Soldan Instituts für Anwaltmanagement in Essen, erforscht den Berufsbeginn von Junganwälten seit Jahren. Sein Fazit: Der Einstieg wird immer schwieriger. "Es gibt viel zu viele Juristen, und die Sicherheit, die ein Jurastudium früher brachte, ist längst nicht mehr gegeben."
Anna-Laura Rinckens, 26, hat gerade in Münster ihr erstes Staatsexamen hinter sich gebracht. Sechs Jahre hat sie jetzt Jura studiert – wo das Studium sie einmal hinführen soll, weiß sie noch nicht so genau. "Um ehrlich zu sein, habe ich mir darüber nie ganz konkret Gedanken gemacht", sagt sie. "Man hat dann ja auch noch die zwei Jahre Referendariatszeit, um sich zu entscheiden."
So wie ihr geht es vielen. Erst ist der Berufseinstieg noch ewig weit weg – schließlich folgt auf das eigentliche Studium meist noch ein Jahr Prüfungsvorbereitung und nach den Prüfungen das Referendariat. Und wenn der Abschluss dann näher und näher rückt, steckt man mittendrin im exzessiven Dauerlernen und im Kampf um gute Noten. Etwas für die berufliche Zukunft tun bedeutet für viele dann auch schlicht: möglichst gut durchs Examen kommen! Die Fragen "Warum habe ich mich für Jura entschieden? Was will ich damit machen, und wie kann ich mein Ziel erreichen?" rücken in den Hintergrund.
Justitia trägt ihre Augenbinde, weil sie sich ganz auf den rechtlichen Sachverhalt konzentrieren soll, den sie zu beurteilen hat, ohne Ansehen der Person. Die Gefahr ist groß, dass Jurastudenten selbst blind werden für die Welt jenseits der Rechtsanwendung und die Augen erst wieder öffnen, wenn sie die Uni verlassen. Veranstaltungen zum Berufseinstieg etwa fänden während des Studiums nahezu keinen Zulauf, sagt Christoph Hommerich. Viele Jungjuristen seien äußerst erfolgreich darin, das Thema bis zum Abschluss des zweiten Staatsexamens zu verdrängen.
Die Hoffnung auf einen der begehrten Posten als Richter oder Staatsanwalt erfüllt sich für die wenigsten. Dafür braucht man ein "voll befriedigend" oder besser, und das gelingt nicht einmal 20 Prozent der Studenten. Rund 30 Prozent fallen beim ersten Examen durch, jeder sechste bei der Zweiten Juristischen Prüfung, ohne die die klassischen Rechtsberufe verschlossen sind. Eine "sichere Sache" ist Jura so betrachtet nicht gerade.
- Datum 17.11.2010 - 09:32 Uhr
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- Quelle ZEIT Campus 06/2010
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aber dazu gehört leider nicht "strukturelles Denken". Im Gegenteil: Chaos ist Programm.
Wissenschaftliche Methoden, fachübergreifende Erkenntnisse, Logik, Einfachheit, sprachliche Klarheit und Grobstrukturen werden systematisch vernachlässigt zugunsten von fachspezifischen Traditionen.
Diese Traditionen sind zT beim Verständnis der Materie eher hinderlich zB die unfreiwillig komische Kunstprache der Juristen ("Schicksalsgemeinschaft" zwischen den von einer Bauplanung Betroffenen).
Eine weitere das Verständnis der Materie erschwerende Tradition ist zB, dass das Recht nicht als ganzes sondern vornehmlich im Detail in Teilgebieten anhand pseudowissenschaftlicher Theorien erfasst wird, die nicht zuletzt deswegen enstehen, weil auch Rechts"wissenschaftler" so tun müssen, als würden sie forschen.
Allzu wissenschaftlich kann man aber im Detail mit dem zT stümperhaften Gesetzesmaterial und widersprüchlicher Rechtsprechung gar nicht arbeiten.
Gerade deswegen ist das Jurastudium ein verdammt Dickes Brett, welches nicht jeder durchbohren kann. Würden Systematik, Einfachheit und sprachliche Klarheit nicht zugunsten von zweifelhaften fachspezifischen Traditionen und Stoffmenge vernachlässigt wäre Jura aus meiner Sicht nicht besonders schwierig zu erlernen. Logik sollte im ersten Semester Jura zum Pflichtfach werden. Auch für die Lehrenden.
Ich muss Ihnen uneingeschränkt zustimmen! Ich hätte es nicht besser zum Ausdruck gebracht.
MfG
Auch ich bin ein Jurastudent..
Und treffender als Veil of Ignorance hätte man es wirklich nicht ausdrücken können.
Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter sagte mal in den Anfangstagen meines Studiums: "Um Jura zu studieren müssen Sie nicht besonders intellektuell sein. Schauen Sie doch mal die Professoren an. Da ist keiner ne große Leuchte. Es zählt vielmehr Fleiß und Disziplin."
Heute stimme ich ihm hundertprozentig zu.
Tischnachbar offenbart hingegen völlige Unkenntnis.
wer in einem Jura Studium strukturelles Denken nicht lernt studiert falsch.
Ich bin Jura Student in Bayern in einem fortgeschrittenen Semester. Es ist unzweifelhaft das die Fülle an Stoff erheblich ist. Gerade deswegen ist strukturelles Denken gefragt.
Wer der Ansicht ist, ein Jura Studium sei bar jeder Logik, scheint nicht weit genug in die Materie vorgedrungen zu sein.
Die Ausnahmen der Rspr. ergeben sich in fast allen Fällen aus logischer Schlussfolgerung warum etwas wie zu sein hat.
Fachübergreifende Kenntnisse können an bestimmten Universitäten im wirtschaftlichen Bereich erworben werden. Die Kritik ist jedoch schon im Kern zweifelhaft:
Welches klassische Studium vermittelt zwingend fachübergreifende Kenntnisse. Weswegen sind für einen Juristen solche Kenntnisse notwendig? Er studiert Jura.
Hinsichtlich der "pseudowissenschaftlichen Theorien" scheinen diese nicht durchdrungen worden zu sein. Diese Theorien sind mögliche Antworten auf juristische Probleme. Sie heißen daher zu Recht "Meinungen". Denn Sie legen nur einen Sichtweise dar.
Die Errungenschaft der abstrakten Gesetzestexte wird hier zudem in Frage gestellt. Wir sollten froh sein, dass wir kein "Case-Law" haben, was der Autor im Endeffekt einfordert wenn er "Einfachheit, Klarheit" verlangt. Sich selbst widersprechend fordert er dann "Systematik".
Mit der Ausnahme des deutschen Steuerrechts ist deutsches Recht systematisch aufgebaut.
Daher kann ich diese Sichtweise nicht nachvollziehen.
Nomen est omen (aber nicht im Rawlschen Sinne)? :)
Natürlich lässt sich auch Jura mit viel Fleiß und Pauken studieren, das gilt für fast alle Fächer. Ein gutes Examen ist damit allerdings nicht zu schaffen.
Gerade Jura ist ein Fach, welches den Studenten systematisches Denken und eine methodische Herangehensweise an das Recht und an Lebenssachverhalte abverlangt. Die Logik bildet dabei das Fundament jeder juristischen Arbeit. Ohne eine Kenntnis der Grobstrukturen und der Zusammenhänge ist ein Durchdringen der Materie überhaupt nicht möglich. Ihnen zuzugeben sei allein der Vorhalt, dass viele Professoren zwar die Dogmatik erwähnen, diese aber nicht erklären. Dabei befinden sie sich auch in einem Dilemma: Sollen sie mit den knappen zwei Semesterwochenstunden Wissen oder Methodik vermitteln? Meist (und oft mit guten Gründen) entscheiden sie sich für das Wissen, denn ohne ein gewisses Maß an Wissen ist Denken nicht möglich.
Es darf auch nicht vergessen werden, dass ein Studium kein Schulunterricht ist und daher von dem Studenten auch eigenständiges Denken und Arbeiten abverlangt. Es gibt eine Fülle an Literatur zum Thema Dogmatik und wissenschaftliche Methode in der Rechtswissenschaft. Nebenbei bemerkt, ist Jura nicht mehr, aber gewiss auch nicht weniger "wissenschaftlich" als Soziologie, Psychologie, Philosophie oder andere Geisteswissenschaften.
Ich muss Ihnen uneingeschränkt zustimmen! Ich hätte es nicht besser zum Ausdruck gebracht.
MfG
Auch ich bin ein Jurastudent..
Und treffender als Veil of Ignorance hätte man es wirklich nicht ausdrücken können.
Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter sagte mal in den Anfangstagen meines Studiums: "Um Jura zu studieren müssen Sie nicht besonders intellektuell sein. Schauen Sie doch mal die Professoren an. Da ist keiner ne große Leuchte. Es zählt vielmehr Fleiß und Disziplin."
Heute stimme ich ihm hundertprozentig zu.
Tischnachbar offenbart hingegen völlige Unkenntnis.
wer in einem Jura Studium strukturelles Denken nicht lernt studiert falsch.
Ich bin Jura Student in Bayern in einem fortgeschrittenen Semester. Es ist unzweifelhaft das die Fülle an Stoff erheblich ist. Gerade deswegen ist strukturelles Denken gefragt.
Wer der Ansicht ist, ein Jura Studium sei bar jeder Logik, scheint nicht weit genug in die Materie vorgedrungen zu sein.
Die Ausnahmen der Rspr. ergeben sich in fast allen Fällen aus logischer Schlussfolgerung warum etwas wie zu sein hat.
Fachübergreifende Kenntnisse können an bestimmten Universitäten im wirtschaftlichen Bereich erworben werden. Die Kritik ist jedoch schon im Kern zweifelhaft:
Welches klassische Studium vermittelt zwingend fachübergreifende Kenntnisse. Weswegen sind für einen Juristen solche Kenntnisse notwendig? Er studiert Jura.
Hinsichtlich der "pseudowissenschaftlichen Theorien" scheinen diese nicht durchdrungen worden zu sein. Diese Theorien sind mögliche Antworten auf juristische Probleme. Sie heißen daher zu Recht "Meinungen". Denn Sie legen nur einen Sichtweise dar.
Die Errungenschaft der abstrakten Gesetzestexte wird hier zudem in Frage gestellt. Wir sollten froh sein, dass wir kein "Case-Law" haben, was der Autor im Endeffekt einfordert wenn er "Einfachheit, Klarheit" verlangt. Sich selbst widersprechend fordert er dann "Systematik".
Mit der Ausnahme des deutschen Steuerrechts ist deutsches Recht systematisch aufgebaut.
Daher kann ich diese Sichtweise nicht nachvollziehen.
Nomen est omen (aber nicht im Rawlschen Sinne)? :)
Natürlich lässt sich auch Jura mit viel Fleiß und Pauken studieren, das gilt für fast alle Fächer. Ein gutes Examen ist damit allerdings nicht zu schaffen.
Gerade Jura ist ein Fach, welches den Studenten systematisches Denken und eine methodische Herangehensweise an das Recht und an Lebenssachverhalte abverlangt. Die Logik bildet dabei das Fundament jeder juristischen Arbeit. Ohne eine Kenntnis der Grobstrukturen und der Zusammenhänge ist ein Durchdringen der Materie überhaupt nicht möglich. Ihnen zuzugeben sei allein der Vorhalt, dass viele Professoren zwar die Dogmatik erwähnen, diese aber nicht erklären. Dabei befinden sie sich auch in einem Dilemma: Sollen sie mit den knappen zwei Semesterwochenstunden Wissen oder Methodik vermitteln? Meist (und oft mit guten Gründen) entscheiden sie sich für das Wissen, denn ohne ein gewisses Maß an Wissen ist Denken nicht möglich.
Es darf auch nicht vergessen werden, dass ein Studium kein Schulunterricht ist und daher von dem Studenten auch eigenständiges Denken und Arbeiten abverlangt. Es gibt eine Fülle an Literatur zum Thema Dogmatik und wissenschaftliche Methode in der Rechtswissenschaft. Nebenbei bemerkt, ist Jura nicht mehr, aber gewiss auch nicht weniger "wissenschaftlich" als Soziologie, Psychologie, Philosophie oder andere Geisteswissenschaften.
....wenn man nichts für andere Menschen tut und dafür göttlich belohnt wird.
Wer nichts für andere tut, wird nicht bezahlt und macht keine Karriere.
zahlt tut damit sehr viel für die Gesellschaft.
Wer nichts für andere tut, wird nicht bezahlt und macht keine Karriere.
zahlt tut damit sehr viel für die Gesellschaft.
eine allgemeingültige Aussage.
Jeder Uni-Abschluss macht noch keine Karriere.
"Ein Jurastudium hat den Vorteil, dass es die Absolventen nicht auf juristische Berufe festlegt."
Genau das ist der Fehler am Jurastudium !
Das Jurastudium gehört reformiert.
Jura könnte man in einen Allgemeinen Teil und einen Besonderen Teil wunderbar aufteilen.
Der Allgemeine Teil über 2 Semester könnte aus allgemeiner Methodenlehre, Rechtsphilosophie, Rechtsgeschichte und Praktika (in den Ferien) bestehen.
Danach der besondere Teil:
Ausbildung zum
- Verwaltungsjuristen
- Rechtsanwalt (Fachanwalt oder Wald und Wiesenanwalt)
- Richter/Staatsanwalt
Dann wäre das Jurastudium einmal etwas handfestes.
Aber Justitia ist bekanntlich blind !
Hallo.
Also ich studier in Sachsen-Anhalt Jura und bei uns ist es so aufgeteilt, dass wir ein Grundlagenfach belegen müssen für die Zwischenprüfung. Das sind dann Fächer wie Rechtsgeschichte, Rechtsphilo. und Rechtstheorie und sowas. Dann muss man für das Staatsexamen eine Schlüsselqualifikation ablegen. Das sind dann Fächer wie anwaltliche Praxis, Praxis der Vertragsgestaltung, Mediation und sowas. Und zu guter letzt dann noch einen Sprachschein zb in anglo american law. Ich seh bei uns aner Uni nicht das Problem, dass wir nicht praxisorientiert arbeiten würden. Viele Vorlesungen werden von Praktikern gehalten zb von einem Fachanwalt für Insolvenzrecht. Achso und bei uns ist es sowieso vorgeschrieben, dass man 3Praktikas machen muss bis zum Examen (Rechtsberatung, Gericht und Verwaltung). Hinzu kommen zahlreiche Exkursionen zum Bundesarbeitsgericht, BGH, BVerwG. Vielleicht mag es anderen Universitäten anders aussehen, aber wir profitieren auch davon, dass wir nicht zu den überfüllten Studiengängen gehören.
Mfg
Mag sein, dass das Jurastudium reformiert gehört. Den Abschied vom Generalistenstudium halte ich aber für wenig zielführend. Es eröffnet eine breite Palette von Berufschancen
und zwingt die Studenten nicht dazu, sich frühzeitig auf eine Laufbahn festzulegen - was sie mangels EInblicks in die Praxis auch gar nicht können. Auch sind die fachlichen Anforderungen beispielsweise an Verwaltungsrichter, Behördenjuristen und Verwaltungfachanwälte nicht derart grundverschieden, dass Spezialstudiengänge sinnvoll wären.
Einblick in methodische, rechtphilosophische und rechtshistorische Grundlagen ist sicher immer wünschenswert; nur sollte es parallel zum Studium erfolgen, nicht vorneweg. Wer mit dem Rechtsalltag nicht vertraut ist, kann so manch abgehobenes Thema gar nicht verstehen; etwa die der Kontroverse zwischen Kelsen und Jellinek zugrundeliegende Frage, inwieweit soziologisch-empirische Erkenntnisse die Rechtsanwendung beeinflussen dürfen.
Hallo.
Also ich studier in Sachsen-Anhalt Jura und bei uns ist es so aufgeteilt, dass wir ein Grundlagenfach belegen müssen für die Zwischenprüfung. Das sind dann Fächer wie Rechtsgeschichte, Rechtsphilo. und Rechtstheorie und sowas. Dann muss man für das Staatsexamen eine Schlüsselqualifikation ablegen. Das sind dann Fächer wie anwaltliche Praxis, Praxis der Vertragsgestaltung, Mediation und sowas. Und zu guter letzt dann noch einen Sprachschein zb in anglo american law. Ich seh bei uns aner Uni nicht das Problem, dass wir nicht praxisorientiert arbeiten würden. Viele Vorlesungen werden von Praktikern gehalten zb von einem Fachanwalt für Insolvenzrecht. Achso und bei uns ist es sowieso vorgeschrieben, dass man 3Praktikas machen muss bis zum Examen (Rechtsberatung, Gericht und Verwaltung). Hinzu kommen zahlreiche Exkursionen zum Bundesarbeitsgericht, BGH, BVerwG. Vielleicht mag es anderen Universitäten anders aussehen, aber wir profitieren auch davon, dass wir nicht zu den überfüllten Studiengängen gehören.
Mfg
Mag sein, dass das Jurastudium reformiert gehört. Den Abschied vom Generalistenstudium halte ich aber für wenig zielführend. Es eröffnet eine breite Palette von Berufschancen
und zwingt die Studenten nicht dazu, sich frühzeitig auf eine Laufbahn festzulegen - was sie mangels EInblicks in die Praxis auch gar nicht können. Auch sind die fachlichen Anforderungen beispielsweise an Verwaltungsrichter, Behördenjuristen und Verwaltungfachanwälte nicht derart grundverschieden, dass Spezialstudiengänge sinnvoll wären.
Einblick in methodische, rechtphilosophische und rechtshistorische Grundlagen ist sicher immer wünschenswert; nur sollte es parallel zum Studium erfolgen, nicht vorneweg. Wer mit dem Rechtsalltag nicht vertraut ist, kann so manch abgehobenes Thema gar nicht verstehen; etwa die der Kontroverse zwischen Kelsen und Jellinek zugrundeliegende Frage, inwieweit soziologisch-empirische Erkenntnisse die Rechtsanwendung beeinflussen dürfen.
Hallo.
Also ich studier in Sachsen-Anhalt Jura und bei uns ist es so aufgeteilt, dass wir ein Grundlagenfach belegen müssen für die Zwischenprüfung. Das sind dann Fächer wie Rechtsgeschichte, Rechtsphilo. und Rechtstheorie und sowas. Dann muss man für das Staatsexamen eine Schlüsselqualifikation ablegen. Das sind dann Fächer wie anwaltliche Praxis, Praxis der Vertragsgestaltung, Mediation und sowas. Und zu guter letzt dann noch einen Sprachschein zb in anglo american law. Ich seh bei uns aner Uni nicht das Problem, dass wir nicht praxisorientiert arbeiten würden. Viele Vorlesungen werden von Praktikern gehalten zb von einem Fachanwalt für Insolvenzrecht. Achso und bei uns ist es sowieso vorgeschrieben, dass man 3Praktikas machen muss bis zum Examen (Rechtsberatung, Gericht und Verwaltung). Hinzu kommen zahlreiche Exkursionen zum Bundesarbeitsgericht, BGH, BVerwG. Vielleicht mag es anderen Universitäten anders aussehen, aber wir profitieren auch davon, dass wir nicht zu den überfüllten Studiengängen gehören.
Mfg
kein Latinum, oder? Wieder einmal ein Beispiel, das heute viel zu fachspezifisch ohne solide Grundlage studiert wird.
kein Latinum, oder? Wieder einmal ein Beispiel, das heute viel zu fachspezifisch ohne solide Grundlage studiert wird.
Ich muss Ihnen uneingeschränkt zustimmen! Ich hätte es nicht besser zum Ausdruck gebracht.
MfG
"prinzipiell auch vorstellen, in die PR zu gehen"
Warum nicht irgendwas mit Medien? Oder irgendwas für eine internationale Organisation?
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Jura ist von den Anforderungen her kein soo dickes Brett. Es ist halt viel Stoff, aber den kann man sich für einiges Geld bei Repetitoren einpauken lassen. Praktizieren schon seit Jahrhunderten mittelmäßige Studenten mit Erfolg. Die Durchfallquoten sind eher niedriger als bei technischen Fächern; dank der vielen Verlegenheits- und (vermeintlich-) Sicherheitsstudenten sollte sie eigentlich noch viel höher sein.
Auch ich bin ein Jurastudent..
Und treffender als Veil of Ignorance hätte man es wirklich nicht ausdrücken können.
Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter sagte mal in den Anfangstagen meines Studiums: "Um Jura zu studieren müssen Sie nicht besonders intellektuell sein. Schauen Sie doch mal die Professoren an. Da ist keiner ne große Leuchte. Es zählt vielmehr Fleiß und Disziplin."
Heute stimme ich ihm hundertprozentig zu.
Tischnachbar offenbart hingegen völlige Unkenntnis.
Nach dem Vorbild von USA und UK (Länder, die sich auf diese Weise selbst ins Nirwana manövrieren) haben sich inzwischen in Deutschland die Juristen schneller vermehrt als die Karnickel in Australien.
Man muss es sich mal vorstellen: Z.z. Kommen auf einen Ingenieurstudenten jeweils 3 BWLer und 1 Jurist.
Deutschland schafft sich auf diese Weise ab, nicht allein mit der vom Sarrazin beschriebene Komponente.
wo ist die Pointe, wenn auf einen Ingenieurstudenten auch nur ein Jurist kommt?
wo ist die Pointe, wenn auf einen Ingenieurstudenten auch nur ein Jurist kommt?
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