Studentenjobs Herr W. verleiht Flügel
Hochzeitstauben finanzieren einem Studenten sein Wirtschaftsstudium.
Man muss nicht BWL studieren, um zu verstehen, dass man Träume anderer Menschen zu Geld machen kann. Markus Weigl liefert Romantik auf Bestellung: 900 weiße Tauben starten für seine Firma »Hochzeitstauben Sachsen«. Angefangen hat Weigl die Zucht als Zwölfjähriger, nachdem er zwei Vögel auf einem Kleintiermarkt gewonnen hatte.
Bei einem Praktikum nach dem Abi fragte ihn eine Kollegin, ob er seine Tauben nicht bei der Hochzeit ihrer Tochter steigen lassen wolle. Weitere Aufträge folgten, und Markus Weigl, inzwischen doch BWL-Student, arbeitete einen Businessplan für seine tierische Geschäftsidee aus. Bei einer Standardhochzeit schickt er 20 Tiere, die gibt es ab 160 Euro. Mit jedem Kilometer Entfernung vom Taubenschlag steigt der Preis. Die Tiere leben auf acht Standorte verteilt.
Heute ist der 25-Jährige ein Spezialist in Sachen Märchenhochzeiten, sein Angebot passt er gern an den Stil der Heirat an: Für ein Paar aus der Gothic-Szene setzte er die schneeweißen Tauben in den Beiwagen eines Motorrads. Normalerweise warten sie in einem mit Blumen geschmückten Weidenkorb– aber nur wenn es nicht regnet oder stürmt. Denn wichtiger als die Romantik für die Eheleute sei ihm das Wohl der Tiere, sagt der Jungunternehmer. Deshalb würde er auch nie einen Kredit aufnehmen: »Auf den Tauben soll kein Druck lasten.« Etwa 80 Euro pro Schnabel seien die Vögel wert. Aber eigentlich könne man das so nicht rechnen, denn schließlich habe er sie selbst gezüchtet. »Das sind so schöne und treue und kluge Tiere«, schwärmt er.
Solange Weigl seinen Master an der Handelshochschule Leipzig macht, vereinbart seine Freundin Antje Termine mit den Hochzeitspaaren, schreibt Rechnungen, stellt Mitarbeiter ein. 14 Studenten jobben mittlerweile im Tauben-Business, saisonal, denn Ehen sind ein Sommergeschäft. Im Winter fährt Weigl zu Heiratsmessen und trainiert Jungvögel für ihren Einsatz im siebten Himmel. Er selbst hat noch Großes vor: »Wenn ich einmal heirate, dann sollen mindestens 500 weiße Tauben aufsteigen.«
- Datum 01.11.2010 - 19:25 Uhr
- Quelle ZEIT Campus 06/2010
- Kommentare 5
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:










der Markt gesättigt ist ?
Wer kümmert sich dann um das Getier?
.
.
.
.
.
.
Der Deutsche Tierschutzbund bemägelt seit Jahrzehnten Taubenmissbrauch in Deutschland. Soviel Hobbyzüchter wie dieser hier verantworten immer häufiger in den städten gestrandete tauben.
Tauben sind kein Hochzeitsinventar sondern lebende Tiere und verdienen nicht für solche niederen Belange ihrer Würde beraubt zu werden. Warum auch? Es ist genau so bescheuert wie mit Reis zu werfen. Deswegen finde ich im übrigen Traditionen in vielen fällen gefährlich., Sie fordern Handlungen, die nach neuen Erkenntnissen und Entwicklungen schlicht falsch sind.
Friedenstaube? Turteltaube? Und wer interessiert sich dann für die Tauben mit verstümmelten Beinen in den Innenstädten? Nur wenige Aktivisten, die die Städte dazu anhalten Taubenschläge zu erreichten um die Geburten zu regulieren. Das sind eine Hand voll Städte. Der rest lässt es einfach zu, dass sie sich wie wild vermehren und dass leute wie dieser student hier, die Tiere aussetz indem er sie fliegen lässt. es kommt eben immer häufiger vor, dass diese Tiere davonfleigen.
Ich rate also als student und Tierfreund auf derartige Tiraden zu verzichten und endlich die Rechte der Tiere einzufordern die uns mit der einführung des Tierschutzes im grundgesetz versprochen wuren!
.
.
.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren