Peters: Bei uns bekommt jeder einen Platz in seinen Pflichtveranstaltungen. Probleme entstehen aber, wenn die Studenten sich gar nicht erst anmelden. Also informieren Sie sich rechtzeitig!

6. Prüfungen verschleppen, weil man sich selbst unterschätzt

Das halbe Skript hat man schon gelernt, der Rest ist kaum mehr zu schaffen – also lieber die Prüfung im nächsten Semester schreiben? Jeder kennt das: Bevor man etwas Schlechtes abgibt, startet man lieber noch einmal neu. "Das können Sie schon machen", sagt die Diplompädagogin Elke Muddemann-Pulla vom Akademischen Beratungs-Zentrum der Uni Duisburg-Essen. "Es gibt sogar Studenten, die den Prüfungsbogen am Ende durchstreichen, weil sie nur zwei von fünf Fragen beantworten konnten. Bei der Wiederholung wissen sie dadurch schon genauer, was drankommen kann." Nur: Auch im folgenden Semester stehen Klausuren an, es wird nicht leichter, sondern eher schwieriger, den Berg der aufgeschobenen Prüfungen zu bezwingen, und man wird Opfer der eigenen hohen Ansprüche. "Mehr als zwei Prüfungen zu verschleppen ist nicht gut", sagt Muddemann-Pulla. "Wenn der Berg zu hoch wird, müssen Sie sich ein Semester extra nehmen, in dem Sie die Prüfungen abarbeiten."

Oder das Problem gleich richtig angehen und den eigenen Perfektionismus hinterfragen. Natürlich will man jede Prüfung möglichst gut machen, was sonst in einem System, in dem jede Note für den Abschluss zählt? Aber manchmal kann es auch besser sein, wenn man ein Problem los ist, statt es auf später zu vertagen. Weg damit, beim nächsten Mal läuft’s besser! Jeder muss seinen persönlichen Mittelweg zwischen Noten und Studiendauer finden. Es ist schön, wenn man große Ideale hat und alles gut und gründlich machen will, aber man darf auch ab und zu ein bisschen gnädig mit sich selbst sein, sich mittelprächtige Ergebnisse erlauben und sollte vor allem nach vorn schauen. Mit dieser gelassenen Einstellung studiert sich’s oft leichter.

7. Den Kopf hochrüsten und den Körper vergessen

In Prüfungsphasen vor lauter Arbeit auf Sport verzichten? Keine gute Idee. Denn das schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch der Note. Eine Stunde Laufen kann mehr bringen als eine Stunde zusätzliches Lernen. Eine Studie der Uni Ulm hat gerade wieder bestätigt, dass Menschen, die sich körperlich fit halten, bestimmte Reize schneller und effektiver verarbeiten. Eins muss der Studienleiter Ralf Reinhardt aber zugeben: Am Lernen führt kein Weg vorbei. "Nur Laufen reicht auch nicht."

8. Glauben, man käme in der Bibliothek allein zurecht

ZEIT CAMPUS: Christiane Holtz, Sie arbeiten in der Uni-Bibliothek Bonn. Buch holen, lesen – was kann man da schon falsch machen?

Christiane Holtz: Viele Studenten fragen zu wenig, und sie unterschätzen oft die Komplexität einer großen Uni-Bibliothek. Sie informieren sich nicht genug. Dadurch entgehen ihnen viele unserer Angebote.

ZEIT CAMPUS: Und wie lerne ich, wie mans besser macht?

Holtz: Es gibt eine Menge Hilfstexte im Internet. Wer sich da nicht durchklicken möchte, dem bieten wir Schulungen auf ganz verschiedenen Niveaus an: von Erstsemester-Veranstaltungen bis hin zur Einführung in die Literaturprogramme. Die Studenten können sich mit ihren Fragen außerdem immer an die Informationsstellen wenden.

ZEIT CAMPUS: Welche Angebote machen Sie konkret?

Holtz: Zum Beispiel die Doktoranden-Sprechstunden der Fachreferenten und die Fachschulungen. In den Schulungen lernen die Studenten, mit den Datenbanken ihrer Fachrichtung umzugehen. In den Sprechstunden helfen die Mitarbeiter den Studenten bei ihrer Recherche. Da können übrigens nicht nur Doktoranden hingehen, sondern alle Studenten, die an ihrer Abschlussarbeit schreiben. Die Fachreferenten sind nämlich mit der Literatur des konkreten Studienfaches sehr genau vertraut.

ZEIT CAMPUS: Wie praktisch – Sie erstellen mir die gesamte Literaturliste!

Holtz: Das könnten wir natürlich tun, machen wir aber nicht – schließlich gehört die Suche nach Literatur auch zum wissenschaftlichen Arbeiten. Da kommen die Studenten nicht drumherum. Wir geben ihnen aber gerne Hilfestellung.