9. Aus der Bachelorarbeit ein Forschungsprojekt machen

Und dann ist sie da, die Abschlussarbeit, das Meisterstück am Ende! Das Thema sollte nicht irgendeins sein, sondern richtig spannend, und dann steckt man in der dritten Überarbeitung und... Studenten seien oft nicht in der Lage, ihre Abschlussarbeit abzugeben, "weil sie eine große emotionale Bindung zu ihr entwickelt haben", sagt Matthias Karmasin. Er lehrt Medienwissenschaften an der Universität Klagenfurt und hat ein Buch über Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten geschrieben. Im Prinzip sei es ja lobenswert, wenn sich jemand solche Mühe gebe. "Aber in so einem Fall wird die Arbeit Ihren Ansprüchen womöglich nie genügen." Damit es gar nicht erst so weit kommt, empfiehlt er vor allem eines: "Fragen Sie sich: Was will ich mit dieser Arbeit?" Ohne Zweifel lernt man eine Menge, und es macht auch Spaß, wenn man mal richtig tief in ein Thema einsteigt. Wer aber merkt, dass ihn die Arbeit quält: Los, abgeben!

10. Den Betreuer nach seiner Reputation auswählen

Ein großer Name auf dem Abschlusszeugnis sieht gut aus – also bittet man die Koryphäe des Instituts persönlich, einen zu betreuen. Das kann nach hinten losgehen: Ein Prof kann bei der Abschlussarbeit richtig Schwierigkeiten machen, vor allem, wenn man ihn nicht einschätzen kann. Am Anfang sagt er womöglich gar nicht, was er will. Und am Ende ist die Note plötzlich schlecht, weil er viel mehr verlangt als andere. Man kann dann versuchen, Arbeitgebern zu erklären, wie wichtig Herr Müller auf seinem Gebiet ist und wie anspruchsvoll. Wird aber schwierig. Oder aber man sucht sich gleich einen Betreuer, mit dem man sich versteht (siehe Punkt 3). "Nur wer später in seinem Themenfeld weiterforschen will, muss sich an einen Spezialisten wenden, der in der Wissenschaft bekannt ist", rät Anika Limburg vom Schreibzentrum der Uni Bochum.

11. Die Abschlussarbeit auf den letzten Drücker fertig machen

ZEIT CAMPUS: Bernd Golgert, als Besitzer von "Happy Copy" nahe der Hamburger Uni erleben Sie immer wieder Dramen mit Abschlussarbeiten. Erzählen Sie doch mal ein bisschen!

Bernd Golgert: Während unseres Notdienstes bin ich nachts einmal mit einem Jurastudenten zum Gericht gefahren, wo er eine Arbeit einwerfen musste, die gerade noch fertig geworden war. Der war so durch den Wind, der hat nicht mal mehr den Briefkasten gefunden.

ZEIT CAMPUS: Kommen denn viele Studenten kurz vor Abgabeschluss?

Golgert: Bei mir ist das schon jeder Vierte, würde ich sagen. Juristen und Sozialpädagogen liegen übrigens ganz vorne.

ZEIT CAMPUS: Können Sie eine 30-Seiten-Arbeit in fünf Minuten drucken?

Golgert: Nur wenn sie richtig formatiert ist. Die meisten Studenten schreiben ihre Arbeiten aber mit Word, ohne das Programm richtig zu beherrschen. Da gibt es so viele Funktionen, die stehen nicht mal im Handbuch, da kann beim Ausdrucken vieles verrutschen.

ZEIT CAMPUS: Lässt sich das korrigieren?

Golgert: Ja, aber das kostet Zeit und Geld. Manches kann man auch nicht mehr retten, etwa wenn sich bei der Seitennummerierung im Inhaltsverzeichnis ein Fehler eingeschlichen hat.

ZEIT CAMPUS: Was raten Sie mir also?