StudienfinanzierungWelche Stipendien kann ich bekommen?

Für ein Stipendium braucht man nicht unbedingt einen Einser-Schnitt – auch andere Qualitäten zählen. Man muss nur die richtige Stiftung für sich finden von 

Ein Student hält ein Plakat mit der Aufschrift "Hab kein Geld" hoch.

Viele Studenten können ein Studium nicht aus eigener Tasche bezahlen. Daher lohnt es sich, sich um ein Stipendium zu bemühen  |  © dpa/David Ebener

Für die Besten

Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist mit mehr als 10.500 Stipendiaten das größte deutsche Begabtenförderungswerk. Für ein Stipendium muss man vorgeschlagen werden, zum Beispiel vom Prof. "Wir fördern nur die Besten eines Jahrgangs", sagt die Sprecherin Cordula Avenarius. Außerdem müsse der Bewerber Engagement und Initiative zeigen. "Ob in einer Jazzband oder in der Fachschaft, ist zweitrangig", sagt Avenarius. Wichtig sei, dass er vielseitig interessiert sei und soziale Verantwortung übernehme. Wer aufgenommen wird, erhält 80 Euro Büchergeld und – je nach Einkommen der Eltern – bis zu 585 Euro pro Monat. Außerdem können Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt werden.

Für Politische

Dieselben Zuschüsse gibt es auch bei den übrigen großen Förderwerken. Dazu zählen die Stiftungen, die den politischen Parteien nahestehen. Wer sich von ihnen fördern lassen will, muss nicht in der Partei sein. Aber er sollte mit ihren Werten übereinstimmen. Außerdem erwarten alle von ihren Bewerbern überdurchschnittliche Noten – "zwischen eins und zwei", wie Martina Seul von der Konrad-Adenauer-Stiftung konkretisiert – und besonderes Engagement, ob politisch, kirchlich, kulturell oder sozial.

Anzeige

Und diese Stiftungen gibt es: die Friedrich-Ebert-Stiftung , SPD-nah, die Konrad-Adenauer-Stiftung , CDU-nah, die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung , die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung , die FDP-nahe liberale Friedrich-Naumann-Stiftung und die linke Rosa-Luxemburg-Stiftung . Über die finanzielle Unterstützung hinaus bieten viele Stiftungen Austauschprogramme, umfangreiche Kontaktnetzwerke und die Betreuung durch sogenannte Vertrauensdozenten. Die Auswahlverfahren dauern etwa drei bis vier Monate. Politische Kontakte spielen dabei durchaus eine Rolle. Wer welche hat, sollte sich auf jeden Fall ein Empfehlungsschreiben ausstellen lassen.

Für Überzeugte

Weitere große Studienwerke gehören den Kirchen: das katholische Cusanuswerk , das Evangelische Studienwerk und das jüdische Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk .

Unternehmen engagieren sich ebenfalls, mit der Stiftung der Deutschen Wirtschaft , die Gewerkschaften mit der Hans-Böckler-Stiftung . Auch hier sollte man die Werte seiner Förderer teilen.

Leserkommentare
  1. Alles kurz und knapp. Danke!

  2. Der richtige Link zur Friedrich-Ebert-Stiftung sollte
    https://www.fes-studienfoerderung.de/
    lauten.

    Aus meiner Erfahrung mit einer der größten politischen Stiftung möchte ich betonen, dass die Mehrheit (2/3) nicht formal mit der assoziierten Partei verbündet ist.

  3. "Eine davon ist die Franz-Marie-Christinen-Stiftung für bedürftige Katholiken, die einen "tadellosen Lebenswandel" vorweisen."

    Lach! Ja, typisch katholisch! Auf den Lebenswandel kommt es an. Deswegen ist auch vor ein paar Jahren die Putzfrau unseres Pfarrheims entlassen worden, weil sie eben keinen katholischen Lebenswandel mehr vorweisen konnte. Auch einer Küsterin erging es so. Insofern ist das Gebaren einer solchen kath. Stiftung nur richtig: nur derjenige kriegt ein Stipendium, der den gottgefälligen, oder besser: papstgefälligen Lebenswandel vorweisen kann. Ansonsten könnte es ja noch passieren, dass ein Student dieses Stipendium doch tatsächlich für BEGABUNG und LEISTUNG abstauben könnte! Und das womöglich noch als Homosexueller! Nein, bitte nicht die Tüchtigen, sondern nur nur die Züchtigen fördern! Wenn's bei der Priesterauswahl schon nicht klappt, will man offenbar wenigstens kath. Vorzeige- Stipendiate haben. Also ums kurz zu sagen: Geld fürs Züchtigsein. Das klappt doch noch nicht mal bei den Priestern, ihr Leute!

    Also wirklich unfassbar.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service