MasterstudiumWoran erkenne ich einen guten Studiengang?

Über die Qualität eines Studienprogramms geben viele Kriterien Auskunft, die man sich vor der Wahl genau ansehen sollte. Hier sind die sechs wichtigsten von Katrin Brinkmann

Ein Student sitzt vor einem Stapel Bücher

Studieren ja, aber wo – diese Frage beschäftigt viele angehende Studenten  |  © photocase/AllzweckJack

1. Die Akkreditierung sichert einen Mindeststandard

Im Jahr 1998 wurde in Deutschland der sogenannte Akkreditierungsrat von Bund, Ländern und Wirtschaft gegründet. Er überprüft mithilfe von Agenturen die Qualität der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge. Dafür werden die Lehre, die Mobilität der Studenten, die internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse und deren Aufbau unter die Lupe genommen. Ist ein Studiengang akkreditiert, heißt das, dass er in diesen Bereichen die Mindestanforderungen erfüllt. Dies gilt mittlerweile für insgesamt 2850 Masterstudiengänge von staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen. Eine vollständige Liste aller akkreditierten Studiengänge steht unter www.akkreditierungsrat.de . Trotzdem bleibt die Akkreditierung nichts anderes als die Garantie eines Mindeststandards. Ist ein Studiengang nicht akkreditiert, heißt das nicht automatisch, dass er schlecht ist. Vielleicht wurde seine Qualität bislang nur noch nicht festgestellt.

2. Das Professorenkollegium steht für Forschungsqualität

Die Masterstufe erfordert Dozenten, die mehr Forschungskompetenz haben als ihre Kollegen in den Bachelorprogrammen. Einen Überblick darüber bietet die Liste der Professoren und Dozenten auf der Internetseite des Fachbereichs oder im Vorlesungsverzeichnis. Vielleicht sind einige Namen dabei, die Ihnen bereits aus dem Bachelorstudium bekannt sind.

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Andernfalls können Veröffentlichungen Auskunft über die fachlichen Kompetenzen eines Lehrenden geben: Wie viele Publikationen kann er vorweisen? Sind Artikel in renommierten Fachzeitschriften darunter? Google Scholar gibt einen ersten Eindruck. Ein zusätzlicher Vorteil kann es sein, wenn sich das Kollegium aus jungen Wissenschaftlern mit neuen Ansätzen und älteren Professoren mit viel Erfahrung zusammensetzt. Wer wissen will, was die Studenten von ihren Dozenten halten, kann dies auf Meinprof.de überprüfen.

Leserkommentare
    • jojo08
    • 05. April 2010 22:17 Uhr

    Ich finde die Schlussfolgerung, dass bekannte Professoren auch für einen guten Studiengang sorgen, sehr irreleitend und auch falsch.
    Sicherlich ist es schön, wenn man später berichten kann, bei irgendeinem renommiertem Wissenschaftler die Prüfungen abgelegt zu haben. Praktisch bedeutet das aber auch, mit einem viel beschäftigten Professor zu tun zu haben, der eigene Publikationen und Forschungen in den Vordergrund stellt und Lehre und Studenten gerne vernachlässigt.
    So zumindest meine Erfahrung.

  1. ... was für einen durchschnittlich intelligenten Studenten wirklich von Interesse ist, ist die Zahl der Frühabbrecher und "Herausgeprüften". Die zeigt was für ein Geist in dem Studiengang/Uni weht: bekommt man Hilfe oder nur Kopfnüsse, wird Bildung vermittelt oder ist das ganze nichts weiter als ein überdimensionierter Intelligenztest, IQ-Darwinismus sozusagen (nicht selten wird diese menschenverachtende Praxis dann von UNI-Seite als "hohe Leistungsanforderungen" beschönigt).

    Jeder der beim Abitur keinen 15 Punkte Abschluß (oder welche Bewertung da gerade modern ist) hinlegt, sollte sich den Spaß mal erlauben und beim Tag der offenen Tür ganz unverblümt nach den Durchfallerquoten fragen und dann amüsiert beobachten, wie die Verantwortlichen mit ihrer Propaganda aus dem Tritt geraten und sich in durchsichtigen Ausflüchten und Gegenangiffen verheddern. Immer ein Lacher wert und tausendmal aufschlußreicher als die Anzahl der Veröffentlichungen eines Profs (den man eh fast nie zu Gesicht bekommt) oder die vielen bunten verlogenen Broschüren...

  2. jojo08 es geht doch auch nicht darum was ist. Es geht um das was andere sehen. Und dass mein Studium ganz toll war, mein Prof sich viel Zeit genommen hat und ich viel gelernt habe kann ich zwar sagen, aber auf meinem CV oder im Bewerbungsgespräch nicht wirklich unter Beweis stellen. Dass mein Professor eine renommierte Persönlichkeit und Koryphäe auf seinem Gebiet ist, lässt sich recht einfach prüfen. Und das versteht sogar der Chef/Personaler/HR-Manger/Vorgesetzte, der von meinem Fachgebiet keine Ahnung hat. Insofern hast du Recht, dass das Studium nicht besser wird. Aber in 99% aller Situationen wird das Studium von anderen besser angesehen.

  3. die Tipps zur Masterwahl sind sicherich gut, aber es wird höchste zeit, dass die Zeit auch mal darüber berichten wie intransparent und kompliziert die masterbewerbung ist bzw. wird.
    Ich kann das am Beispiel im fach Psychologie mal erläutern:

    * die BA- Abschlüsse in PSY sind nicht vergleichbar, die Unis entwickeln eigene Aufnahmeverfahren für den Master und fordern unterschiedliche BA- Profile a la XY Credits in Fach A etc. wer die nicht hat, kann sich nicht berwerben.

    *durch die speziellen profile haben bachelorabsoventen der eigegen uni klaren heimvorteil bei der masterbewerbung, werden zum teil automatisch in den master umgeschrieben! klare wettbewerbverzerrung!

    * mal werden zusätzliche praktika, zusätzliche credits oder besondere eignung berückscithgt etc. wo ist hier die transparenz? mal gibts für ne 1.0 extrapunkte, mal zählt die ba- note gar nicht.

    * weiterhin sollte man auch üpber die bewerbungsfrsiten nachdenken (in D meist 15.7., in NL 15.4., in A voraussichtich 1.6.), sodass man auch direkt nach bachlorabscluss (meist ja juni /juli) sich bewerben kann und nicht ein jahr aussetzten muss, und die jüngeren jahrgänge nachrücken.

    * wann kommen berufsbegleitende masterprogramme, wo doch der bachlor berufsqualifizieren ist (ohne sich natürlcih als psychologe laut berufsverbände ausweisen zu dürfen). usw. usw. usw.

    ich denke, wer früher das vordiplom gut abgeschlossen hatte, konnte sicherlich einfacher in das hauptstudium an einer anderen uni wechseln.

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