Masterstudium Woran erkenne ich einen guten Studiengang?
Über die Qualität eines Studienprogramms geben viele Kriterien Auskunft, die man sich vor der Wahl genau ansehen sollte. Hier sind die sechs wichtigsten
1. Die Akkreditierung sichert einen Mindeststandard
Im Jahr 1998 wurde in Deutschland der sogenannte Akkreditierungsrat von Bund, Ländern und Wirtschaft gegründet. Er überprüft mithilfe von Agenturen die Qualität der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge. Dafür werden die Lehre, die Mobilität der Studenten, die internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse und deren Aufbau unter die Lupe genommen. Ist ein Studiengang akkreditiert, heißt das, dass er in diesen Bereichen die Mindestanforderungen erfüllt. Dies gilt mittlerweile für insgesamt 2850 Masterstudiengänge von staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen. Eine vollständige Liste aller akkreditierten Studiengänge steht unter www.akkreditierungsrat.de. Trotzdem bleibt die Akkreditierung nichts anderes als die Garantie eines Mindeststandards. Ist ein Studiengang nicht akkreditiert, heißt das nicht automatisch, dass er schlecht ist. Vielleicht wurde seine Qualität bislang nur noch nicht festgestellt.
2. Das Professorenkollegium steht für Forschungsqualität
Die Masterstufe erfordert Dozenten, die mehr Forschungskompetenz haben als ihre Kollegen in den Bachelorprogrammen. Einen Überblick darüber bietet die Liste der Professoren und Dozenten auf der Internetseite des Fachbereichs oder im Vorlesungsverzeichnis. Vielleicht sind einige Namen dabei, die Ihnen bereits aus dem Bachelorstudium bekannt sind.
Andernfalls können Veröffentlichungen Auskunft über die fachlichen Kompetenzen eines Lehrenden geben: Wie viele Publikationen kann er vorweisen? Sind Artikel in renommierten Fachzeitschriften darunter? Google Scholar gibt einen ersten Eindruck. Ein zusätzlicher Vorteil kann es sein, wenn sich das Kollegium aus jungen Wissenschaftlern mit neuen Ansätzen und älteren Professoren mit viel Erfahrung zusammensetzt. Wer wissen will, was die Studenten von ihren Dozenten halten, kann dies auf Meinprof.de überprüfen.
3. Die Bewerberzahl zeugt vom Ruf eines Programms
Allgemein gilt: Je mehr Bewerber und je geringer die Quote der Angenommenen, desto besser ist oft der Ruf eines Studiums. Hohe Abbrecherquoten dagegen sind nicht gerade ein Aushängeschild für ein Programm – oder für eine gute Vorauswahl der Studenten. Den besten Eindruck liefert immer noch eine Recherche vor Ort: Wie setzt sich ein Jahrgang in der Hochschule der Wahl zusammen? Gibt es ausländische Studenten, zeugt das von einer internationalen Ausrichtung. Kommen viele Studenten aus der Umgebung, ist das nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass sie die Hochschule aus akademischen Gründen gewählt haben.
4. Das Vorlesungsverzeichnis spiegelt das Niveau
Es klärt die Frage: Bauen die Seminare und Vorlesungen inhaltlich aufeinander auf? Und ebenso wichtig: Interessieren mich die Inhalte? Außerdem lässt sich anhand der Literaturlisten schon einmal abschätzen, wie anspruchsvoll die einzelnen Veranstaltungen sind.
5. Die Prüfungsordnung zeigt Freiheiten und Zwänge auf
Sie gibt Auskunft über Aufbau, Inhalt, Wahlmöglichkeiten und Anforderungen eines Studiengangs. Hier gilt: Das Verhältnis von Pflicht- und Wahlfächern sollte ungefähr ausgeglichen sein, damit jeder Student noch eigene Schwerpunkte setzen kann. Meist ist die Prüfungsordnung über die Homepage der Hochschule abrufbar, andernfalls erhält man alle Informationen im Dekanat der Fakultät. Auch wenn das Bürokratendeutsch zunächst abschreckend wirkt: Um zu wissen, welche Rechte und Pflichten es gibt, lohnt sich ein genauer Blick ins Kleingedruckte!
6. Die Bestenliste ist nicht mehr als ein Anhaltspunkt
Wer hofft, mithilfe von Rankings den besten Studiengang von allen zu finden, dem sei gesagt: Den gibt es nicht! Der Grund ist ganz einfach: Jeder Student hat seine eigenen Interessen und Schwerpunkte, die nicht unbedingt mit denen eines Rankings übereinstimmen müssen. Natürlich lassen sich bestimmte Kriterien ansetzen, mit deren Hilfe am Ende die Uni X als beste ermittelt werden kann. Aber auf diese Weise den individuellen Wunschstudiengang zu finden wird schwer. Nützlich sind bei der Suche Angebote, bei denen man aus verschiedenen Beurteilungskriterien wählen kann, wie etwa die Rankings des CHE, das auch gerade an einem Masterranking arbeitet. Wem etwa die persönliche Betreuung wichtig ist, die Größe der Bibliothek aber egal, dem kann ein in Faktoren gegliedertes Ranking bei der Entscheidung helfen. In jedem Fall aber dienen die Bestenlisten nur als Anhaltspunkte für die Qualität von Lehre, Forschung und Betreuung. Entscheidend ist, die Ergebnisse mit den eigenen Wünschen abzugleichen.
- Datum 31.03.2010 - 12:46 Uhr
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- Quelle ZEIT Campus Ratgeber 2010
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Ich finde die Schlussfolgerung, dass bekannte Professoren auch für einen guten Studiengang sorgen, sehr irreleitend und auch falsch.
Sicherlich ist es schön, wenn man später berichten kann, bei irgendeinem renommiertem Wissenschaftler die Prüfungen abgelegt zu haben. Praktisch bedeutet das aber auch, mit einem viel beschäftigten Professor zu tun zu haben, der eigene Publikationen und Forschungen in den Vordergrund stellt und Lehre und Studenten gerne vernachlässigt.
So zumindest meine Erfahrung.
... was für einen durchschnittlich intelligenten Studenten wirklich von Interesse ist, ist die Zahl der Frühabbrecher und "Herausgeprüften". Die zeigt was für ein Geist in dem Studiengang/Uni weht: bekommt man Hilfe oder nur Kopfnüsse, wird Bildung vermittelt oder ist das ganze nichts weiter als ein überdimensionierter Intelligenztest, IQ-Darwinismus sozusagen (nicht selten wird diese menschenverachtende Praxis dann von UNI-Seite als "hohe Leistungsanforderungen" beschönigt).
Jeder der beim Abitur keinen 15 Punkte Abschluß (oder welche Bewertung da gerade modern ist) hinlegt, sollte sich den Spaß mal erlauben und beim Tag der offenen Tür ganz unverblümt nach den Durchfallerquoten fragen und dann amüsiert beobachten, wie die Verantwortlichen mit ihrer Propaganda aus dem Tritt geraten und sich in durchsichtigen Ausflüchten und Gegenangiffen verheddern. Immer ein Lacher wert und tausendmal aufschlußreicher als die Anzahl der Veröffentlichungen eines Profs (den man eh fast nie zu Gesicht bekommt) oder die vielen bunten verlogenen Broschüren...
jojo08 es geht doch auch nicht darum was ist. Es geht um das was andere sehen. Und dass mein Studium ganz toll war, mein Prof sich viel Zeit genommen hat und ich viel gelernt habe kann ich zwar sagen, aber auf meinem CV oder im Bewerbungsgespräch nicht wirklich unter Beweis stellen. Dass mein Professor eine renommierte Persönlichkeit und Koryphäe auf seinem Gebiet ist, lässt sich recht einfach prüfen. Und das versteht sogar der Chef/Personaler/HR-Manger/Vorgesetzte, der von meinem Fachgebiet keine Ahnung hat. Insofern hast du Recht, dass das Studium nicht besser wird. Aber in 99% aller Situationen wird das Studium von anderen besser angesehen.
Sicherlich gibt es immer noch Unis, die einen besseren Ruf haben als andere und das definitiv auch zurecht. Das Model der Eliteunis mit bekannten Professoren ist aber in meinen Augen völlig überbewertet.
Ich kann nur für meinen Bereich (Informatik/Ingenieurwesen) sprechen, aber dort verbaut sich niemand eine angestrebte Karriere, wenn er an einer eher kleineren/unbekannteren und damit weniger renommierten Uni studiert.
Das ist lediglich die beschönigte Phantasie abgehobener Professoren, die ihren eigenen Studiengang als das Nonplusultra betrachten.
die Tipps zur Masterwahl sind sicherich gut, aber es wird höchste zeit, dass die Zeit auch mal darüber berichten wie intransparent und kompliziert die masterbewerbung ist bzw. wird.
Ich kann das am Beispiel im fach Psychologie mal erläutern:
* die BA- Abschlüsse in PSY sind nicht vergleichbar, die Unis entwickeln eigene Aufnahmeverfahren für den Master und fordern unterschiedliche BA- Profile a la XY Credits in Fach A etc. wer die nicht hat, kann sich nicht berwerben.
*durch die speziellen profile haben bachelorabsoventen der eigegen uni klaren heimvorteil bei der masterbewerbung, werden zum teil automatisch in den master umgeschrieben! klare wettbewerbverzerrung!
* mal werden zusätzliche praktika, zusätzliche credits oder besondere eignung berückscithgt etc. wo ist hier die transparenz? mal gibts für ne 1.0 extrapunkte, mal zählt die ba- note gar nicht.
* weiterhin sollte man auch üpber die bewerbungsfrsiten nachdenken (in D meist 15.7., in NL 15.4., in A voraussichtich 1.6.), sodass man auch direkt nach bachlorabscluss (meist ja juni /juli) sich bewerben kann und nicht ein jahr aussetzten muss, und die jüngeren jahrgänge nachrücken.
* wann kommen berufsbegleitende masterprogramme, wo doch der bachlor berufsqualifizieren ist (ohne sich natürlcih als psychologe laut berufsverbände ausweisen zu dürfen). usw. usw. usw.
ich denke, wer früher das vordiplom gut abgeschlossen hatte, konnte sicherlich einfacher in das hauptstudium an einer anderen uni wechseln.
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