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Sie sind oft überarbeitet, unterbezahlt und abhängig von ihrem Chef – schließlich vergibt der häufig auch die Abschlussnote. Dass sich die Mühen für studentische Hilfskräfte aber mittelfristig auszahlen, belegt jetzt eine Untersuchung von jungen Wissenschaftlern der Uni Freiburg. Der Soziologe Christian Schneickert und der Volkswirt Alexander Lenger haben sich in ihren Abschlussarbeiten mit der Situation von Hiwis beschäftigt und herausgefunden, dass diese auf zweierlei Weise von ihrem Job profitieren.

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Das erste Plus ist das »soziale Kapital«, das sie einstreichen: die Kontakte zu Profs oder der privilegierte Zugang zu Bibliotheken. Noch wichtiger als das soziale ist nach Ansicht der Forscher aber das »kulturelle Kapital«, das Hiwis ansammeln können: Wenn studentische Hilfskräfte in Forschung und Lehre am Institut eingebunden sind, erfahren sie, wie Doktoranden und Professoren ihre Studien vorantreiben und wie man publiziert.

»Studentische Hilfskräfte bekommen ein realistisches Bild davon, was es bedeutet, wissenschaftlich zu arbeiten«, sagt Schneickert. Das gilt allerdings nur für Hiwis, die wirklich in Forschung und Lehre eingebunden sind. Wer beispielsweise wegen seiner Programmierkenntnisse eingestellt wird und nur die Instituts-Website pflegt, bleibt vom kulturellen Kapital ausgeschlossen. Die Autoren schlagen für solche Tätigkeiten die Bezeichnung »studentische Angestellte« vor und sprechen von Lohndumping: »Durch studentische Angestellte werden reguläre Stellen verdrängt.«

Dass die Stellen trotz der mageren Bezahlung begehrt sind, beruht laut Christian Schneickert auf einem Abkommen: »Studentische Hilfskräfte sind prekär beschäftigt, sie sind insgesamt aber– ebenso wie die Professoren – sehr zufrieden.« Es seien informelle Arbeitsverhältnisse, über negative Aspekte wie die zu langen Arbeitszeiten herrsche Stillschweigen. Ein Schweigen, das sich in vielen Fällen in Form einer Karriere in der Wissenschaft auszahlt. Immerhin haben von vier Doktoranden drei zuvor als Hiwi gearbeitet.