Lexikon der Arbeitswelt Schon morgens einen im Tee
Jens Jessen beschreibt die Phänomene des Büroalltags. Diesmal: Drogen
Kaffee ist die häufigste Droge am Arbeitsplatz. Keine Werkstatt, von Büros ganz zu schweigen, wo er nicht jederzeit verfügbar wäre. Ubiquitär sind selbst die Automaten, die auf Knopfdruck Espresso erzeugen; in manchen Umgebungen ist ihr heiser brüllendes Mahlwerk sogar die einzig verbliebene Lärmquelle.
Fast gänzlich vertrieben ist dagegen der Tabak, der einst so selbstverständlich war, dass man ihn nicht mehr zu den Drogen rechnete. Und selbst der Alkohol wird heute nur verschämt gereicht. In meinen Lehrjahren habe ich noch eine Redaktion kennengelernt, in der sich an prominenter Stelle des Großraumbüros die Flaschen zu einer wahren Schnaps- und Likörorgel türmten, an der sich die Redakteure ganze Fugen und Toccaten komponierten.
Interessanter als der Verfall dieser Kulturtechnik ist jedoch das Schicksal des Tees. Von niemandem verdächtigt, trotz seiner psychotrophen Wirkung, wird er doch an keiner Arbeitsstelle in diskutabler Qualität angeboten. Tee kann keine Kantine; und das ist wahrscheinlich der Grund, warum er nie ins Gerede kam. Der Teetrinker, der ihn sich selbst braut, bleibt darum selbst in extremen Rauschzuständen (dem Allmachtsgefühl der Kokser ähnlich) unerkannt und unbelehrt.
Jens Jessen ist Feuilleton-Chef der ZEIT. Lesen Sie weitere Folgen aus Jens Jessens Kolumne unter www.zeit.de/campus/jessen
- Datum 16.06.2011 - 08:37 Uhr
- Serie Lexikon der Arbeitswelt
- Quelle ZEIT Campus
- Kommentare 18
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Eine nette Einleitung, aber wo ist der Inhalt?
auch gerne eine Pointe!
...dass die Metapher, in der sich "die Flaschen zu einer wahren Schnaps- und Likörorgel türmten, an der sich die Redakteure ganze Fugen und Toccaten komponierten" nicht mehr überbietbar schien, und man soll ja bekanntlich aufhören, wenns am schönsten ist. :=)
...ist der kleine Text auf der Zeit.de-Startseite "Auch Studenten müssen irgendwann mal arbeiten gehen. Jens Jessen beschreibt die Phänomene des Büroalltags. Diesmal: Drogen". Herr Jessen, stammt das von Ihnen? Falls ja: Was soll dieser süffisant-joviale Ton des in der 'Arbeitswelt' seiner Hörner verlustig gewordenen 'alten Hasen', dass 'auch Studenten' (Ach? Wer dachte denn, dass diese dies nicht tun müssen?) 'mal' 'arbeiten' müssen? Was heißt 'mal' - ist das Studium keine Arbeit, sondern Arbeitsvortäuschungsmaßnahme? Gibt es keine Studenten, die in mies bezahlten Nebenjobs sich ihren Lebensunterhalt dazuverdienen müssen? Sind Sie, Herr Jessen, so alt geworden (oder fühlen Sie sich so?), dass Sie aus der Perspektive des 'Gereiften' die faulen, verträumten, verfilzten Dauerstudenten indirekt -quasi als Zucker in Ihrem Tee- aufs Korn nehmen müssen? Mein Fazit: Nein danke. Dann lieber Noam Chomsky...
Welche Teesorte ist hier gemeint?
Übrigens ist die Qualität des Kaffees in Deutschland meist genauso mangelhaft, wie die des Tees. Nur scheint es niemanden zu stören.
Waren Sie schonmal in Skandinavien, bzw. Finnland?
Der Kaffee dort biegt einem die Zehennägel auf. Noch nie habe ich mich so nach gutem deutschen Filterkaffee gesehent als dort oben.
Waren Sie schonmal in Skandinavien, bzw. Finnland?
Der Kaffee dort biegt einem die Zehennägel auf. Noch nie habe ich mich so nach gutem deutschen Filterkaffee gesehent als dort oben.
In Ihrem Interesse Herr jessen hoffe ich, dass es sich bei ihrem Tee um normalen Schwarz- oder Grüntee handelt und nicht etwa um einen, sagen wir Engelstrompetenaufguss. Der "psychotrophe" Inhaltstoff von Schwarz- und Grüntee ist ein alter Bekannter der sich hinter der Wortschöpfung "Teein" verbirgt, nämlich das Koffein, somit ist der Teegenuss in seiner Wirkung auch nicht anders zu bewerten als der Kaffeegenuss.
Probieren sie aus Enttäuschung über diese Erkenntnis aber bitte nicht die Varianten Engelstrompete, Stechapfel, Tollkirsche und co. aus den führen über einen kurzen LSD-artigen Rausch zu Schmerzen, Atemlähmung und zum Tod ;)
Halt Stop!
Die Wirkung von Teein und Koffein unterschiedlich - denn obwohl es sich um den gleichen Wirkstoff handelt, ist das Teein an Polyphenole gebunden, und das Koffein an einen Chlorogensäure-Kalium-Komplex, der schon im Magen abgebaut wird und das Koffein damit schneller wirkt als das Teein, dessen Träger erst im Darm abgebaut werden. Damit ist die Wirkung des Tees sanfter (erhabener?) als die des Kaffees.
Aber mal ehrlich, Koks? ne.
Halt Stop!
Die Wirkung von Teein und Koffein unterschiedlich - denn obwohl es sich um den gleichen Wirkstoff handelt, ist das Teein an Polyphenole gebunden, und das Koffein an einen Chlorogensäure-Kalium-Komplex, der schon im Magen abgebaut wird und das Koffein damit schneller wirkt als das Teein, dessen Träger erst im Darm abgebaut werden. Damit ist die Wirkung des Tees sanfter (erhabener?) als die des Kaffees.
Aber mal ehrlich, Koks? ne.
etwas zu schnell abgeschickt, natürlich muss es ... denn die führen über einen kurzen . . . heißen
Jens, erzähl mehr aus der ZEIT- Redaktion. Früher, jaaaaaaahhhhhh !!!!!
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