"Ich wollte an der Gemeinsamkeit festhalten"
ZEIT CAMPUS: Was hat Ihre Freundin dazu gesagt, dass Sie die ganze Zeit fotografiert haben?
Klos: Sie fand es interessant und hat mir vertraut. Am Ende fand sie die Bilder sehr schön.
ZEIT CAMPUS: Hat Ihnen das Fotografieren beim Abschiednehmen geholfen?
Klos: Es hat gutgetan. Ich konnte damit ausdrücken, was ich fühlte. Ich wollte an der Gemeinsamkeit festhalten, aber es ging nicht. Die Kamera hat genau das Gleiche versucht: festzuhalten. Die Motive gleiten einem aber trotzdem aus den Händen, und es bleiben keine Informationen hängen, genauso wie die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit.
ZEIT CAMPUS: Wir reden hier viel über die Liebe. Geht es in der Serie eigentlich auch um Finnland?
Klos: Es ist natürlich unsere Geschichte an diesem Ort. Aber man erfährt nur im Titel eines einzigen Bildes, auf welche Insel wir mit der Fähre fahren, nämlich Suomenlinna, sonst erwähne ich den Ort nicht, und damit ist er austauschbar. Und so eine Bootsfahrt könnte ebensogut irgendwo in Südeuropa stattfinden.
ZEIT CAMPUS: Die Serie umfasst mehr Bilder, als Sie hier zeigen. Wie wählten Sie die Momente aus?
Klos: Alle Bilder sind in den letzten zehn Tagen entstanden. Es sind alltägliche Tätigkeiten, sozusagen ein typischer Tagesablauf: schlafen, Ausflug, Abendessen, duschen, Film schauen.
ZEIT CAMPUS: Typisch für Ihre Beziehung?
Klos: Typisch für uns, aber andere Leute können sich damit auch identifizieren.
ZEIT CAMPUS: Weil man Sie nicht richtig erkennt?
Klos: Ja, die Serie ist einerseits persönlich, weil ich unsere Geschichte erzähle, andererseits bleibt sie aber offen, weil wir durch die Überbelichtung nur schemenhaft zu erkennen sind. Dadurch haben andere die Möglichkeit, sich mit den Bildern zu identifizieren, zum Beispiel weil ihre eigene Beziehung auch an der Distanz gescheitert ist.
Interview: Kathrin Spirk
- Datum 24.05.2011 - 11:17 Uhr
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- Quelle ZEIT Campus
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...ein schönes Bild. Ich wünschte, Bilder von intensiven Beziehungen könnten so schnell verblassen wie seine Fotos - damit es nicht so weh tut.
echt ne tolle idee. die meisten fotoarbeiten hier sind ziemlich einfallsloser käse aber das hier ist schön und einzigartig, glückwunsch.
Ganz toll, wirklich sehr schön : )
Auch die Idee dahinter
Das ist eine sehr schöne Arbeit mit einer tollen Metaphorik.
Mich hätten ergänzend ein paar technische Details interessiert, wie zB die Blende und Belichtung. Es macht ja einen Unterschied, ob man 20 Minuten im hellen Cafe sitzt oder 90 Minuten TwinPeaks in der dunklen Kammer anschaut.
Mich erinnern die Arbeiten an Gerhard Richter, der mit dem "Verwischen der Spuren" ja ganz groß geworden ist (wenn auch mit einer anderen Technik).
Wer an dem Einfangen der Zeit in den Gesichtern von Menschen grundsätzlich interessiert ist und "die dunkle Ansicht" bevorzugt, der mag gerne einen Blick auf meine Portrait-Arbeiten werfen.
Ronald "Daedalus" Vogel
http://www.daedalus-v.de
Wie kann es sein, dass auf einem Foto, das 20 Minuten (!) auf einem Flughafen belichtet wurde, nicht Hunderte Leute durchs Bild huschen?? Gut, sicher könnte man 12 Min. relativ bewegungslos an einer Reling stehen, das ist noch nachvollziehbar, aber die restlichen Bilder sind -sofern, wie behauptet, die ganze Zeit belichtet wurde- nicht zu glauben.
Das schöne an Langzeitbelichtung ist, dass nur die Dinge auf dem Foto erscheinen, die eben lange in der Szene vorhanden sind. Vorbeihuschende Menschen auf dem Flughafen gehören nicht dazu. Deswegen sieht man sie auch nicht. Die Masse der Passagiere sorgt höchstens für ein verschwommenes Rauschen. Da die Fotos aber sehr hell sind und man zudem den realen Ort nicht kennt, fällt es dem Betrachter schwer zwischen Flughafenkulisse und diesem Rauschen zu unterscheiden.
Vielleicht war auf einem der größeren Flughäfen eines 6-Millionen-Einwohner-Landes auch gerade nichts los.
Das schöne an Langzeitbelichtung ist, dass nur die Dinge auf dem Foto erscheinen, die eben lange in der Szene vorhanden sind. Vorbeihuschende Menschen auf dem Flughafen gehören nicht dazu. Deswegen sieht man sie auch nicht. Die Masse der Passagiere sorgt höchstens für ein verschwommenes Rauschen. Da die Fotos aber sehr hell sind und man zudem den realen Ort nicht kennt, fällt es dem Betrachter schwer zwischen Flughafenkulisse und diesem Rauschen zu unterscheiden.
Vielleicht war auf einem der größeren Flughäfen eines 6-Millionen-Einwohner-Landes auch gerade nichts los.
Das schöne an Langzeitbelichtung ist, dass nur die Dinge auf dem Foto erscheinen, die eben lange in der Szene vorhanden sind. Vorbeihuschende Menschen auf dem Flughafen gehören nicht dazu. Deswegen sieht man sie auch nicht. Die Masse der Passagiere sorgt höchstens für ein verschwommenes Rauschen. Da die Fotos aber sehr hell sind und man zudem den realen Ort nicht kennt, fällt es dem Betrachter schwer zwischen Flughafenkulisse und diesem Rauschen zu unterscheiden.
Vielleicht war auf einem der größeren Flughäfen eines 6-Millionen-Einwohner-Landes auch gerade nichts los.
dass man sich so trennt, so einvernehmlich, wegen der Entfernung. Als ob die Liebe eine Sache wäre, die man so einfach beschließt und wieder aufgibt. Wie soll man mit dieser Weltsicht ein Leben lang treu sein?
Abschied von der "Ex-Freundin". Ex war sie doch erst nach dem Abschied. Oder vielleicht doch schon vorher? Komische Idee, Intimität vor laufender Kamera. Aus den jungen Leuten kann noch was werden.
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