Studienreform Die Kopfgeldjäger

Hochschulen wollen Studenten zu Unternehmern machen. Doch Skeptiker befürchten, dass die Ökonomisierung der Forschung schadet.

Kalifornische Studenten auf dem Weg zur "Cash for College" in Los Angeles, einer Karriere-Messe für Studenten.

Kalifornische Studenten auf dem Weg zur "Cash for College" in Los Angeles, einer Karriere-Messe für Studenten.

Wer etwas erfindet, was alle wollen, hat ausgesorgt. Klingt nach einer schlichten Bauernweisheit, und doch ist die Sache manchmal komplizierter. Der MP3-Player etwa wurde an einem Fraunhofer-Institut erfunden, dann aber von einem koreanischen und einem amerikanischen Unternehmen auf den Markt gebracht. Die Fraunhofer-Gesellschaft verdiente zwar viele Millionen Euro an Lizenzeinnahmen – dieser Betrag ist aber nur ein Bruchteil des Riesengeschäfts, das andere mit der Erfindung machen. Damit sich die Geschichte des MP3-Players nicht wiederholt, wollen deutsche Forscher in Zukunft einiges anders machen. Die Universitäten bemühen sich, Forschungsergebnisse selbst in Geschäftsmodelle umzusetzen, um mehr von ihren eigenen Ideen zu profitieren. Viele haben Institute eingerichtet, die Forschern helfen sollen, Ideen zu Geld zu machen. Der Staat unterstützt solche Initiativen finanziell.

Manche finden das falsch. Vor allem Geisteswissenschaftler kritisieren die Ökonomisierung der Hochschulen und fordern eine klare Trennung von Forschung und Wirtschaft. Die Erfinder selbst dagegen haben meist kein Problem damit, ihre Forschungsergebnisse zu Geld zu machen.

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Lars Hoffmann und seine ehemaligen Studienkollegen haben einen Weg gefunden, wie man Windkraft besser nutzen kann. »Mit unseren Glasfasersensoren lässt sich messen, wie der Wind die Rotorblätter von Windkraftanlagen belastet«, erklärt Hoffmann. Mit der neuen Messtechnik lässt sich jedes Rotorblatt einzeln optimal zum Wind ausrichten. So könnten Windräder bald mehr Energie erzeugen und sich gleichzeitig weniger abnutzen.

Die Erfindung überzeugte das Zentrum für Innovation und Gründung an der TU München, es will den Nachwuchsforschern helfen, ihr Produkt auf den Markt bringen. Hoffmann hat an der TU München studiert und promoviert, dann arbeitete er zwei Jahre lang bei einer Unternehmensberatung. Seit dem vergangenen Herbst ist er wieder an der TU München angestellt und baut mit seinen Kollegen das Unternehmen Fos4x auf, das die neue Technik an die Betreiber von Windkraftanlagen verkaufen will.

ZEIT Campus 4/2011

Das Gründerzentrum unterstützte die Forscher dabei, ihr Geschäftsmodell zu verbessern, Businesspläne zu schreiben und einen Antrag für Exist zu stellen – ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Mit diesem Geld finanzieren sich die Jungunternehmer im Moment. Die TU München begleitet sie bei der Gründung ihrer Firma: Sie berät die Mitglieder von Fos4x und lässt sie Labore und Räume der Universität nutzen. Ohne diese Hilfe könnten die Forscher ihre Erfindung kaum fertig entwickeln und auf den Markt bringen.

»Die TU legt hier vor, das ist klar«, sagt Hoffmann. Dafür verlangt sie eine Gegenleistung: Was die Mitarbeiter erforschen, ist geistiges Eigentum der Universität, sie hält auch die Patente an der Windkraft-Erfindung. Sobald Hoffmann und seine Kollegen damit Geld verdienen, müssen sie einen Teil ihres Gewinns an die TU München abtreten – so haben sie es zumindest für das erste Patent ausgehandelt. Irgendwann, hoffen sie, werden sie der TU die Patente abkaufen. In jedem Fall verdient die Universität an den Forschungsergebnissen.

Einige Hochschulen wollen sich sogar an solchen Spin-offs – Unternehmen, in denen Studenten, Doktoranden oder Forscher ihre Ergebnisse vermarkten – beteiligen. Hier verschwimmt die Grenze zwischen Wissenschaft und Wirtschaft endgültig. Die Universität Potsdam zum Beispiel, die es in einem Ranking zur Gründungsförderung auf den ersten Platz geschafft hat, plant gerade eine solche Beteiligung. Das bedeutet fürs Erste: Geld geben. Die Hochschule schießt einen fünfstelligen Betrag in die Gründung einer Firma – und hofft darauf, mit dieser Investition in ein paar Jahren ein Vielfaches an Geld zu verdienen.

Eine so starke Verflechtung von Wissenschaft und Wirtschaft geht Skeptikern zu weit. »Manche befürchten, dass sich der Fokus der Forschung verschiebt – Wissenschaftler und Politiker könnten sich auf Bereiche konzentrieren, in denen sich kurzfristig das beste Geschäft machen lässt, und dadurch andere vernachlässigen, die vor allem langfristig einen höheren Erkenntnisgewinn versprechen«, sagt Stefan Heumann, Wirtschaftsgeograf an der Universität München. Er erstellt mit Kollegen das Ranking, in dem alle zwei Jahre die Hochschulen mit der besten Gründungsförderung aufgelistet werden. Ein weiteres Argument gegen die unternehmerischen Ambitionen von Hochschulen: Eigentlich gehört es zu den Aufgaben der Universitäten, der Gesellschaft Wissen zur Verfügung zu stellen. »Indem die Hochschulen aber verstärkt Forschungsergebnisse patentieren lassen, wird der Gesellschaft Wissen entzogen«, sagt Heumann.

Führen all die Bemühungen der Hochschulen und des Staates am Ende dazu, dass der nächste MP3-Player in Deutschland produziert wird? »Ich bin zuversichtlich«, sagt Stefan Heumann. Die Fraunhofer-Gesellschaft rechtfertigt die Panne mit dem MP3-Player unter anderem damit, dass es keine Investoren gegeben habe. Heumann lässt dieses Argument nicht gelten. »Wenn die Erfindung gut ist, findet man Geld«, sagt er. Entscheidend ist für ihn ein anderer Aspekt: »In Deutschland entsteht eine neue Kultur des Unternehmertums – ein Gefühl dafür, dass wir etwas machen müssen aus Erfindungen.« Trotz aller Kritik.

 
Leser-Kommentare
    • 4bad
    • 13.07.2011 um 9:44 Uhr

    "Ein Patent ist ein hoheitlich erteiltes gewerbliches Schutzrecht für eine Erfindung. Der Inhaber des Patents ist berechtigt, anderen die Benutzung der Erfindung zu untersagen."

    Ich wundere mich eigentlich bloß, dass sich solche Entwicklungen nicht schon eher abzeichneten. Was wird denn mit einem womöglich Patent ausser der eigenen Schöpfung noch geschützt? Gesellschaftliche Disparitäten. Zumindest gibt es an dieser Stelle keine Kontrolle. Man kann nur hoffen, dass der Urheber ein altruistisches, also weises, mit Weitblick ausgestattetes Verständnis besitzt. Was meiner Erfahrung nach von Mangel ist. Ich bin ohnehin geprägt vom Selektionismus, der in unserer Gesellschaft tief verankert ist. Anstatt jedem den Zugang auf die Arche zu gestatten, wird reaktionäre Türpolitik betrieben. Ich sehe mich deshalb dem Open Access - Gedanken verpflichtet.

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    Ihre Definition eines Patentes ist korrekt. Die Ablehnung dieser Einrichtung aber kann ich nicht teilen. Der Patentinhaber will die Nutzung meist nicht untersagen, sondern lizenzieren, also daran verdienen.
    Um eine neue Technik zu entwickeln, ist häufig erheblicher Forschungsaufwand, auch finanzieller Art, nötig.
    Wer diesen Aufwand betreibt, um etwas Neues, Sinnvolles, zu erfinden, der tut das wohl nicht ausschließlich, um die Welt zu verbessern, sondern auch, um Geld zu verdienen. Und wer ein Produkt schafft, das Leute kaufen wollen, der soll das Geld dafür auch bekommen - und eben nicht derjenige, der das Produkt kopiert hat.
    Open Source ist eine feine Sache, und ich nutze sie gerne - aber sollte alles damit entwickelt werden, würde man nie zu Potte kommen - so viele Altruisten gibt es nicht.

    An den Unis ist die Realität so, dass die Studiengebühren gestrichen werden und die Länder ihre Zuwendungen pro Student reduzieren. Gleichzeitig wird von den Universitäten gute Forschung und Lehre gefordert.
    Die Idee, dass Forschung sich selbst und auch einen Teil der Lehre finanzieren könnte, finde ich klasse. Die Gesellschaft als Ganzes erhält durch die Unis einen größeren Nutzen, weil die Ideen nicht im Keller versauern, die Studenten und Jungforscher bekommen praktische, fachübergreifende Einblicke, und es geht auch noch weniger Steuergeld dafür drauf.

    Ob es dann auch funktioniert, muss man noch schauen. Die Idee aber finde ich gut. Sie sollte nicht gleich wieder zerredet werden.

    Ihre Definition eines Patentes ist korrekt. Die Ablehnung dieser Einrichtung aber kann ich nicht teilen. Der Patentinhaber will die Nutzung meist nicht untersagen, sondern lizenzieren, also daran verdienen.
    Um eine neue Technik zu entwickeln, ist häufig erheblicher Forschungsaufwand, auch finanzieller Art, nötig.
    Wer diesen Aufwand betreibt, um etwas Neues, Sinnvolles, zu erfinden, der tut das wohl nicht ausschließlich, um die Welt zu verbessern, sondern auch, um Geld zu verdienen. Und wer ein Produkt schafft, das Leute kaufen wollen, der soll das Geld dafür auch bekommen - und eben nicht derjenige, der das Produkt kopiert hat.
    Open Source ist eine feine Sache, und ich nutze sie gerne - aber sollte alles damit entwickelt werden, würde man nie zu Potte kommen - so viele Altruisten gibt es nicht.

    An den Unis ist die Realität so, dass die Studiengebühren gestrichen werden und die Länder ihre Zuwendungen pro Student reduzieren. Gleichzeitig wird von den Universitäten gute Forschung und Lehre gefordert.
    Die Idee, dass Forschung sich selbst und auch einen Teil der Lehre finanzieren könnte, finde ich klasse. Die Gesellschaft als Ganzes erhält durch die Unis einen größeren Nutzen, weil die Ideen nicht im Keller versauern, die Studenten und Jungforscher bekommen praktische, fachübergreifende Einblicke, und es geht auch noch weniger Steuergeld dafür drauf.

    Ob es dann auch funktioniert, muss man noch schauen. Die Idee aber finde ich gut. Sie sollte nicht gleich wieder zerredet werden.

  1. In der Tat ist die "Ökonomisierung der Hochschulen" ein zweischneidiges Schwert, aber ich sähe wichtige Patente doch lieber in den Händen der Universitäten, als in denen von gewinnmaximierenden, lobbyistischen Großunternehmen.
    Das Unis mit Erfindungen Geld verdienen, entzieht der Gesellschaft nicht ZWANGSLÄUFIG Wissen. Dies kann im besten Fall sogar der Weiterfinanzierung von Forschungs-Projekten dienen.

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  2. ... hat das fraunhofer institut nicht eher das format mp3 erfunden?

    die sache mit den playern hat zwar damit zu schaffen, ist aber wieder eine ganz andere geschichte.

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    Zudem war es jahrelang bis zum Beginn der Nullerjahre unmöglich, portable mp3-player zu bauen, da günstiger Speicherplatz noch nicht verfügbar war.
    Das war deswegen eine ganz eigene Herausforderung, mit der deutsche Unis nichts zu tun hatten.

    Zudem hat das mp3-Patent und die teuren Lizenforderungen vielen Open-Source-Projekten das Leben ganz schön schwer gemacht und diese Formate tun es immer noch. Ein Debian Linux und auch Ubuntu wird wegen des Fraunhofer-Patents immer noch von Haus aus ohne mp3-Unterstützung ausgeliefert.

    Nicht zuletzt kämpft google nun gegen diese patentierten Codecs. Aber das ist ja egtl. eine ganz andere Geschichte.

    Zudem war es jahrelang bis zum Beginn der Nullerjahre unmöglich, portable mp3-player zu bauen, da günstiger Speicherplatz noch nicht verfügbar war.
    Das war deswegen eine ganz eigene Herausforderung, mit der deutsche Unis nichts zu tun hatten.

    Zudem hat das mp3-Patent und die teuren Lizenforderungen vielen Open-Source-Projekten das Leben ganz schön schwer gemacht und diese Formate tun es immer noch. Ein Debian Linux und auch Ubuntu wird wegen des Fraunhofer-Patents immer noch von Haus aus ohne mp3-Unterstützung ausgeliefert.

    Nicht zuletzt kämpft google nun gegen diese patentierten Codecs. Aber das ist ja egtl. eine ganz andere Geschichte.

  3. Was man leicht übersieht: Das MP3-Format wäre niemals so erfolgreich geworden, wenn es nicht lange Zeit ohne irgendwelche Lizenzen und Beschränkungen hätte benutzt werden können. Das war gerade ein Vorteil von MP3. Es war ohne Probleme verfügbar.

  4. wenn in Folge nur noch geforscht wird nach Dingen, die unmittelbar Geld bringen, wird bald nach wichtigen Dingen nicht mehr geforscht.
    Archäologie und Geschichte, Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaften, Kunst, Grundkagenforschung in der Psychologie, Rehabilitationswissenschaften - diese Wissenschaften sind am Verschwinden.

    Und wenn in der Medizin nur noch zugunsten von Patenten geforscht wird, kann das Ergebnis katastrophal sein.

    Wir waren doch mal weiter.

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    • joflo
    • 13.07.2011 um 13:26 Uhr

    Naja, Wissenschaftler sind auch nur Menschen und richten sich daher immer nach Trends - egal ob das mit Geld verbunden ist oder nicht. Meistens ist das ja auch nicht schlecht, denn es gibt ja Gründe, warum ein bestimmtes Thema gerade besonders beliebt ist.

    Desweiteren lässt sich ja nur mit Dingen Geld verdienen, die auch benötigt oder zumindest gewünscht werden. Insofern lässt sich damit erreichen, dass Forschung auch Sinn ergibt. Zum Beispiel ist es zwar nett zu wissen, wie der Urknall funktionierte, aber wenn ich Krebs habe, würde ich dieses Wissen doch gerne für ein Medikament aufgeben.

    Und drittens ist noch zu bedenken: Wenn die Erkenntnisse der Unis zu Gewinnen bei Unternehmen führen, dann werden diese Unternehmen das gesamte Geld in Dividenden oder weitere angewandte Forschung stecken. Bei den Unis hingegen würde ein Teil des Geldes auch in Grundlagenforschung oder unpopuläre Forschungsfelder gesteckt.

    Kritisch wird es erst, wenn die Unis jegliche Grundlagenforschung verhindern und nur noch auf Patente und Unternehmensgründungen aus sind. Solange aber Wissenschaftler in den akademischen Senaten sitzen, ist das eher nicht zu erwarten.

    • joflo
    • 13.07.2011 um 13:26 Uhr

    Naja, Wissenschaftler sind auch nur Menschen und richten sich daher immer nach Trends - egal ob das mit Geld verbunden ist oder nicht. Meistens ist das ja auch nicht schlecht, denn es gibt ja Gründe, warum ein bestimmtes Thema gerade besonders beliebt ist.

    Desweiteren lässt sich ja nur mit Dingen Geld verdienen, die auch benötigt oder zumindest gewünscht werden. Insofern lässt sich damit erreichen, dass Forschung auch Sinn ergibt. Zum Beispiel ist es zwar nett zu wissen, wie der Urknall funktionierte, aber wenn ich Krebs habe, würde ich dieses Wissen doch gerne für ein Medikament aufgeben.

    Und drittens ist noch zu bedenken: Wenn die Erkenntnisse der Unis zu Gewinnen bei Unternehmen führen, dann werden diese Unternehmen das gesamte Geld in Dividenden oder weitere angewandte Forschung stecken. Bei den Unis hingegen würde ein Teil des Geldes auch in Grundlagenforschung oder unpopuläre Forschungsfelder gesteckt.

    Kritisch wird es erst, wenn die Unis jegliche Grundlagenforschung verhindern und nur noch auf Patente und Unternehmensgründungen aus sind. Solange aber Wissenschaftler in den akademischen Senaten sitzen, ist das eher nicht zu erwarten.

  5. Ihre Definition eines Patentes ist korrekt. Die Ablehnung dieser Einrichtung aber kann ich nicht teilen. Der Patentinhaber will die Nutzung meist nicht untersagen, sondern lizenzieren, also daran verdienen.
    Um eine neue Technik zu entwickeln, ist häufig erheblicher Forschungsaufwand, auch finanzieller Art, nötig.
    Wer diesen Aufwand betreibt, um etwas Neues, Sinnvolles, zu erfinden, der tut das wohl nicht ausschließlich, um die Welt zu verbessern, sondern auch, um Geld zu verdienen. Und wer ein Produkt schafft, das Leute kaufen wollen, der soll das Geld dafür auch bekommen - und eben nicht derjenige, der das Produkt kopiert hat.
    Open Source ist eine feine Sache, und ich nutze sie gerne - aber sollte alles damit entwickelt werden, würde man nie zu Potte kommen - so viele Altruisten gibt es nicht.

    An den Unis ist die Realität so, dass die Studiengebühren gestrichen werden und die Länder ihre Zuwendungen pro Student reduzieren. Gleichzeitig wird von den Universitäten gute Forschung und Lehre gefordert.
    Die Idee, dass Forschung sich selbst und auch einen Teil der Lehre finanzieren könnte, finde ich klasse. Die Gesellschaft als Ganzes erhält durch die Unis einen größeren Nutzen, weil die Ideen nicht im Keller versauern, die Studenten und Jungforscher bekommen praktische, fachübergreifende Einblicke, und es geht auch noch weniger Steuergeld dafür drauf.

    Ob es dann auch funktioniert, muss man noch schauen. Die Idee aber finde ich gut. Sie sollte nicht gleich wieder zerredet werden.

  6. Kein Start-up kann Massenprodukte wie eine mp3-Spieler, Heizungen oder Autos produzieren.

    Der mp3-markt ist an uns vor-übergegangen weil sich kein großes Unternehmen fand was bereit war zu investieren und Risiken einzugehen.

    Der Innovations--Förderung in der genannten Art ist aussichtsreich für Unternehmungen die mit vergleichsweise wenig Investitionen auskommen, Software, Dienstleistungen, Produkte für kleine hoch spezialiesierte Märkte (Messtechnik, Entwicklungswerkzeuge, etc).

    Probleme von der Art des mp3-nicht-verwertungs-Desasters kann nur die Industrie lösen, was sich nicht abzeichnet.

    Eine Leser-Empfehlung
    • snm81
    • 13.07.2011 um 12:53 Uhr

    ist eng mit dem kapitalismus und der kommerzialisierung von entwicklung, mithin mit exklusivität von macht verbunden. das verwickelte daran erkennt man wenn man dieses prinzip gedanklich mal in die frühgeschichte verpflanzt. ( nur so zum spass) die entdeckung einer technologie ( bewässerung, ackerbau) war auch da schon mit gesellschaftlichen machtstrukturen verbunden- so entstanden z.b. die orientalischen despotien. der jetzige streit um geistiges eigentum scheint mir wie ein verteilungskampf ( in bezug auf china wie ein rückzugsgefecht der westlichen entwicklungsvorsprünge )! wie wäre es denn mit einem neuen, am netz orientierten, ethos der offenen weiterentwicklung und der sozialisierung von innovationgewinnen. aber ach- ich romantisiere wohl...

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