Informatik Ihr coolen Streber!

Früher galten Nerds als Außenseiter. Jetzt spielen sie Hauptrollen in Serien und Filmen, und alle wollen ihre Brillen tragen. Was ist da los?

IT-Spezialisten und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

IT-Spezialisten und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

Hallo, IT – haben Sie es schon mit Aus- und Einschalten versucht? Das ist stets der erste Satz, wenn IT-Experte Moss nach dem zehnten Klingeln doch ans Telefon geht. Er und sein Kollege Roy sind die Helden der Sitcom The IT Crowd, die seit 2006 sehr erfolgreich im britischen Privatfernsehen läuft. Sozial dysfunktional und völlig realitätsfremd, hausen sie im Untergeschoss eines Großunternehmens. Als es einmal brennt, schreibt Moss eine E-Mail an die Feuerwehr: »Sehr geehrte Damen und Herren: Feuer! Feuer! Helfen Sie mir! Ich freue mich auf Ihre Antwort. Mit freundlichen Grüßen, Maurice Moss.« Roy und er sind Nerds, wie sie im Buche stehen, und damit Inkarnationen einer Figur, die etwa seit den achtziger Jahren die Popkultur bevölkert. Eine Nerd-Dichte, wie wir sie derzeit beobachten können, ist trotzdem ein Novum. Ob im Kino, im Fernsehen oder in bis dato so nerdfreien Musikgenres wie Hip-Hop: Wohin man sich wendet, überall sind diese Charaktere, die aussehen, als würden sie beim »500 Points Nerdity Test«, einem Online-Fragebogen zur Bestimmung der eigenen Nerdigkeit, die volle Punktzahl erreichen.

Früher waren Nerds die Außenseiter schlechthin, jetzt scheinen sie auf einmal cool zu sein.

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In der US-Serie Big Bang Theory sind es zwei theoretische Physiker, die gemeinsam in einer WG wohnen und ihre Abende damit verbringen, Star Trek- Folgen mitzusprechen und selbst gebaute Kampfroboter gegeneinander antreten zu lassen. Die Serie läuft in den USA in der vierten Staffel und wurde bereits für drei weitere verlängert. Jim Parsons hat für die Rolle des hyperneurotischen Sheldon, eines Stringtheorie-Spezialisten mit »unmessbarem« IQ und einer pathologischen Unfähigkeit, normalen Humor nachzuvollziehen, den Emmy und den Golden Globe erhalten.

ZEIT Campus 4/2011

Neben dem Fernsehen und dem Kino, wo im vergangenen Jahr mit The Social Network und Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt gleich zwei Nerd-Epen zu sehen waren, hat das Nerdtum auch in Bastionen Einzug gehalten, wo man es kaum für möglich gehalten hätte: Im Hip-Hop entstand vor einigen Jahren das Subgenre Nerdcore. Statt über ihren Alltag im Ghetto, Ärger mit der Polizei oder andere genrespezifischen Themen rappen die Protagonisten der Szene wie MC Frontalot, MC Hawking oder die selbst ernannte »First Lady of Nerdcore« MC Router über Quantenphysik, Online-Rollenspiele und Herr der Ringe. Über die Dinge also, die Nerds begeistern. Weil die Nerdcore-Künstler fast ausschließlich weiß sind, hat ihnen das den Vorwurf des Rassismus oder zumindest der respektlosen Vereinnahmung schwarzer Kultur eingebracht. Prince Paul, legendärer Hip-Hop-DJ und Produzent, findet dagegen, Nerdcore sei eher eine Rückbesinnung auf das, worum es im Hip-Hop einmal ging, bevor Leute erschießen und Bling zu den wichtigsten Themen wurden: Man selbst zu sein und davon zu sprechen, was einen interessiert. Er sagt: »Wer das macht, ist sich selbst treu. Das ist für mich wahrer Hip-Hop.«

Leser-Kommentare
  1. Ein netter und interessanter Artikel, der das Nerdtun in ein differenziertes Licht rückt und aufzeigt, dass nicht alle die sich für Nerds halten auch welche sind. Schön wäre es gewesen einen Versuch zu wagen Nerds von Geeks zu unterscheiden.

    Davon ab ist aber auch auf ein paar faktische Fehler hinzuweisen: (zumindest in der Originalfassung) sind die beiden WG Genossen in "The Big Bang Theory" zwar beide Physiker, aber der eine, Sheldon, ist theoretischer Physiker und der andere, Lennard, ist experimental Physiker - was auch der Witz in vielen Episoden ist. Darüber hinaus ist gerade in dieser Serie auch ein weiblicher Nerd eingeführt worden, Sheldons "Freudin" Amy Farrah Fowler, die fast die "Nerdigkeit" von Sheldon erreicht.

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    ... spart mir die Schreibarbeit :-)

    Und Sheldons IQ ist nicht unmessbar, sondern liegt bei 187...

    Der Rest der Schreibarbeit wurde mir allerdings auch erspart!

    nicht zu vergessen. :)

    Recht inhaltsleerer Artikel. Da hätte man noch das Aperger-Syndrom reinbringen können. Dann hätte es zum "Bingo" gereicht.

    ... spart mir die Schreibarbeit :-)

    Und Sheldons IQ ist nicht unmessbar, sondern liegt bei 187...

    Der Rest der Schreibarbeit wurde mir allerdings auch erspart!

    nicht zu vergessen. :)

    Recht inhaltsleerer Artikel. Da hätte man noch das Aperger-Syndrom reinbringen können. Dann hätte es zum "Bingo" gereicht.

  2. nerdiger Kommentar, Hut ab :-)

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    Der Kommentar wäre eines Nerds würdig, wenn der Autor sich nicht direkt im ersten Absatz outen würde, dass er eigentlich nur ein oder zwei Folgen von The IT Crowd gesehen hätte. Und die auch nur halbherzig! Wenn er mehr gesehen hätte, wüsste er, dass Roy sich mit "Hello IT" meldet und nicht Maurice. Zudem bin ich zwar ein Verfechter der deutschen Syncronisation in Filmen und Serien, aber bei The IT Crowd mache ich eine Ausnahme!! Die geht nur in Englisch. Dann ist auch die E-Mail in der Maurice die Feuerwehr ruft lustig exclamation mark exclamation mark exclamation mark

    Der Kommentar wäre eines Nerds würdig, wenn der Autor sich nicht direkt im ersten Absatz outen würde, dass er eigentlich nur ein oder zwei Folgen von The IT Crowd gesehen hätte. Und die auch nur halbherzig! Wenn er mehr gesehen hätte, wüsste er, dass Roy sich mit "Hello IT" meldet und nicht Maurice. Zudem bin ich zwar ein Verfechter der deutschen Syncronisation in Filmen und Serien, aber bei The IT Crowd mache ich eine Ausnahme!! Die geht nur in Englisch. Dann ist auch die E-Mail in der Maurice die Feuerwehr ruft lustig exclamation mark exclamation mark exclamation mark

  3. ... spart mir die Schreibarbeit :-)

  4. Zukerberg ist eine Inszenierung. Hinter seinem reichlich trivialen Konzept standen von Anfang brutale finanzielle Unterstützer. Um Facebook herum arbeitet seit den Anfangstagen ein System, dass alles plattmacht, was sich ihm in den Weg stellt. Zukerberg ist der Anti-Nerd, er spuckt auf persönlichen Datenschutz und verkauft seine Nutzer an Goldman & Sachs. Zukerberg ist sowas von Anti-Nerd, aber der durchschnittliche deutsche Journalist schluckt jeden Dreck, dem man ihm vorwirft, ohne auch nur ein einziges mal kritisch zu hinterfragen.

    14 Leser-Empfehlungen
  5. Meiner Meinung nach kann der von den Medien stilisierte Nerd nicht funktionieren, da ein echter Nerd in erster Linie das Gegenteil vom "Smartguy" und damit nicht (Massen-)medientauglich ist.

  6. Dollhouse ist doch seit fast zwei Jahren abgesetzt und eingestellt. Läuft die jetzt erst im deutschen Fernsehen?

  7. Danke dafür, dass das Thema mal angesprochen wird. Die Berliner Modeszene ist wirklich von Pseudonerds überflutet.
    Aber man sieht den Unterschied recht gut: Der Nerd hat meist den Kopf gesenkt, trägt keinen Stoffbeutel - dafür ein T-Shirt mit Bluescreenmeldung und weniger H&M. Soviel zur Mode.
    In der Filmbranche waren Geeks/Nerds schon seit den 80igern ein Thema: Pi, 23, Matrix, Password Swordfish - um nur einige Beispiele zu nennen.

    Die zentrale Aussage sollte doch sein: Der Computer rückt immer mehr in den Fokus. Wir beschäftigen uns damit und sei es via Facebook.

    Zum Nersein ein schöner Spruch:
    There are 10 kind of person on the planet: The one, who are able to count till 2 - and those who are not.

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    Es muesste heissen:

    There are 10 types of people in the world: Those who understand binary, and those who don't...

    Ihre ist die verständliche Version ;)

    Es muesste heissen:

    There are 10 types of people in the world: Those who understand binary, and those who don't...

    Ihre ist die verständliche Version ;)

  8. Auch wenn in den Medien weibliche Nerds immer noch in der Minderheit sind: Meiner Erfahrung nach sind sie damit immer noch massiv überrepräsentiert.

    Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Semester im Informatik-Studium:
    Unter 140 Informatik-Studienanfängern waren genau 5(!!!) Frauen. Nach einem Semester waren es sogar nur noch zwei. Und die eine davon hatte von Informatik nicht den geringsten Schimmer - dafür aber dicke Brüste...
    ...was, wie sich herausstellte, völlig ausreichend war um die ersten drei Semester zu überstehen: sie war nicht einmal hübsch, und trotzdem standen die Jungs Schlange, um ihr bei absolut Allem zu helfen.

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    Männer, die ich kenne, schimpfen über den "Tittenbonus" ;)

    Als ich vor etwas mehr als 12 Jahren Informatik in einer Fachhochschule studierte, waren wir ca. 30 Kerle und eine Frau. Und diese studierte auch nur, weil ihr Jemand erzählt hatte, das mache sich besser für einen anderen Beruf, den sie eigentlich ergreifen wollte. Sie hatte auch keinerlei besondere Beziehung zu Computern.
    Später wunderte mich, dass angeblich mehr als 50% der Softwareentwickler weiblich sind. Kennen gelernt habe ich eine Informatikerin in der freien Wildbahn aber noch nie. Das scheint wohl eher im Ausland der Fall zu sein und nicht in Deutschland.

    Ich schaue mir Sendungen wie TBBT sehr gern an und fühle mich das erste Mal ein wenig "zuhause" in einer Serie. Leider bin ich mit meinen 46 Jahren scheinbar ein totaler Außenseiter, weil ich FB, Twitter, 4square, Qype, iPad und Android Smartphone benutze. Meine Bekannten sind bei Nokia Handys und Emails stehen geblieben.

    Richtig "nerdig" werde ich für die jüngere Generation, wenn ich von Zeiten vor DOS 3.0 erzähle, als es noch keine Grafik, keine Maus und keinen Sound gab und man noch alles eintippen musste. :-D
    Damals erschienen zu einem deutschlandweiten Treffen der Computerbenutzer unserer Schulen ca. 100 Menschen.

    Männer, die ich kenne, schimpfen über den "Tittenbonus" ;)

    Als ich vor etwas mehr als 12 Jahren Informatik in einer Fachhochschule studierte, waren wir ca. 30 Kerle und eine Frau. Und diese studierte auch nur, weil ihr Jemand erzählt hatte, das mache sich besser für einen anderen Beruf, den sie eigentlich ergreifen wollte. Sie hatte auch keinerlei besondere Beziehung zu Computern.
    Später wunderte mich, dass angeblich mehr als 50% der Softwareentwickler weiblich sind. Kennen gelernt habe ich eine Informatikerin in der freien Wildbahn aber noch nie. Das scheint wohl eher im Ausland der Fall zu sein und nicht in Deutschland.

    Ich schaue mir Sendungen wie TBBT sehr gern an und fühle mich das erste Mal ein wenig "zuhause" in einer Serie. Leider bin ich mit meinen 46 Jahren scheinbar ein totaler Außenseiter, weil ich FB, Twitter, 4square, Qype, iPad und Android Smartphone benutze. Meine Bekannten sind bei Nokia Handys und Emails stehen geblieben.

    Richtig "nerdig" werde ich für die jüngere Generation, wenn ich von Zeiten vor DOS 3.0 erzähle, als es noch keine Grafik, keine Maus und keinen Sound gab und man noch alles eintippen musste. :-D
    Damals erschienen zu einem deutschlandweiten Treffen der Computerbenutzer unserer Schulen ca. 100 Menschen.

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