ZEITCampus: Sie haben in Ihrer Ghostwriter-Karriere über 80 wissenschaftliche Arbeiten für andere geschrieben, weshalb wir Ihren Namen hier auch verschweigen. Solche Arbeiten einzureichen ist illegal!

Antwort: Das stimmt. Deshalb sagen Ghostwriter auch allen Kunden: Wir geben euch hier nur ein Beispiel, wie eine solche Arbeit aussehen könnte. Das kann euch dabei helfen, selbst auf eine Idee zu kommen, aber bitte reicht es nicht unter eurem Namen ein.

ZEITCampus: Aha, ja klar. Hält sich natürlich jeder dran.

Antwort: Wahrscheinlich eher nicht.

ZEITCampus: Sie haben Psychologie studiert, haben Sie also auch nur Psychologiearbeiten geschrieben? 

Antwort: Nein, das waren sehr viele Literaturarbeiten, Philosophie, etwas Pädagogik und auch medizinische Themen. Ich habe fast nur über Themen geschrieben, die mich interessierten. Das war ja das Schöne an dem Job. Wenn mir ein Thema zu langweilig war, habe ich den Auftrag abgelehnt.

40 Seiten bei 25 Euro pro Seite, das sind 1.000 Euro.
Ghostwriter

ZEITCampus: Wie lange bräuchten Sie denn zum Beispiel für eine 40 Seiten lange Bachelorarbeit?

Antwort: Hm. 40 Seiten bei 25 Euro pro Seite, das sind 1.000 Euro. Vollzeit schaffe ich das in zwei Wochen.

ZEITCampus: Bitte? Wie geht das?

Antwort: Ich arbeite sehr systematisch. Wenn ich ein Thema bekomme, beginne ich mit der Basisrecherche. Ich verschaffe mir einen Überblick, schaue mir an, was es bereits alles dazu gibt, und kläre schon einmal die Definitionen der wichtigsten Begriffe.

ZEITCampus: Mit Wikipedia?

Antwort:Wikipedia ist ein erster Schritt, da findet man schon mal das eine oder andere Standardwerk, das man sich dann schnell besorgen und überfliegen sollte. Vielleicht gibt es das ja sogar als Scan im Netz. Gut ist auch, bei Google nach dem Thema in Kombination mit »file: pdf« zu suchen. So findet man meist ein paar Aufsätze, idealerweise sind ein, zwei Übersichtstexte darunter. Bei der Lektüre merkt man dann: Bestimmte Begriffe tauchen immer wieder auf. Dann googelt man noch einmal das Thema in Kombination mit diesen Begriffen. Manchmal habe ich natürlich auch Bücher ausgeliehen oder bekam welche von den Kunden geschickt. 

ZEITCampus: Was ist der nächste Schritt?

Antwort: Wenn ich einen Überblick habe, dann überlege ich mir eine ganz präzise Fragestellung. Am besten eine, von der ich weiß, dass es auch genug Material dazu gibt. Und ich überlege mir, welche Haltung ich zu der Frage einnehmen möchte. Man muss sich knallhart für einen Aspekt, einen Blickwinkel entscheiden und den durchziehen. Daran scheitern sehr viele! Professoren hassen schwammige Arbeiten, die aus verschiedenen Fragmenten einen Wust an Argumenten zu unklaren Fragestellungen anhäufen. Es ist besser, sich das Ziel und das Ergebnis der Arbeit am Anfang wirklich klarzumachen und dann so schnell wie möglich die Struktur zu bauen. Die ist das Wichtigste.