UnternehmensberaterTraum oder Albtraum?

Für die eine ist Beratung der Job ihres Lebens, der andere hatte genug davon: Eine Aufsteigerin und ein Aussteiger berichten. von Kathrin Fromm

Die Aufsteigerin:

Ich war schon bei den Praktika während meines Studiums begeistert vom Beratungsberuf , und das setzt sich bis heute fort. Mittlerweile bin ich Associate Principal, stehe also nur eine Stufe unter den Partnern.

ZEIT Campus 2/2012
ZEIT Campus 2/2012

Was mir am Beraterdasein so gefällt? Dass ich mit hohem analytischem Anspruch an ein Problem rangehen kann und ständig interessanten Menschen begegne. Manche ehemalige Klienten sind richtige Freunde geworden. Außerdem habe ich viele Freiheiten, meinen Berufsweg zu gestalten. Als einige meiner Kollegen im dritten Jahr eine Pause einlegten, um den Doktor oder MBA zu machen, wollte ich weiterarbeiten, allerdings am liebsten in New York. Das ging. Auch von meinen Ideen für die Nachwuchswerbung wurden einige aufgegriffen. Und schließlich konnte ich mich auf das spezialisieren, was mich am meisten interessiert: Ich bin in Mailand aufgewachsen, Mode ist mein Ding. Jetzt berate ich Modeunternehmen, vor allem in Marketing- und Vertriebsfragen.

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Das viele Reisen belastet mich nicht. Das gehört einfach irgendwie dazu. Außerdem schlafe ich ja nur von Montag bis Donnerstag im Hotel. Wenn ich am Wochenende daheim in München bin, fahre ich in die Berge oder koche Marmelade ein. Diese Zeit gehört mir. Beim Klienten allerdings arbeite ich viel. Eine 40-Stunden-Woche ist einfach unrealistisch. Trotzdem gehe ich Dienstag und Donnerstag morgens laufen. In jeder Stadt entdecke ich Neues. Mal jogge ich am Fluss, mal am Rapsfeld. Ansonsten bleibt unter der Woche kaum Zeit für Hobbys. Unterm Strich stimmt die Balance.

Linda Dauriz, 29, hat in Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen studiert und arbeitet seit fünf Jahren bei McKinsey

Leserkommentare
  1. dieses Berufs wird hier leider nichts verraten.
    Aber darum geht es ja auch nicht. Bei Consultern geht es eigentlich nie darum. Sondern nur um Kariere. Und toll, man reist so viel, und man arbeitet so konzentriert.....

    Die ZEIT war schon eimal besser unterwegs was den Stellenwert dieser Branche betrifft.

    Ich habe mir jahrelang aus nächster Nähe anschauen dürfen wie da gearbeitet wird.
    Wie soll ein Mitte oder Ende 20 Jährige überhaupt wissen wie die Dinge funktionieren?
    Sie weiß es nicht und kompensiert das mit Frechheit und der Gewissheit das die Firmenleitung schon hinter Ihr steht. Der Wirkungsgrad Ihrer Arbeit geht gegen null.
    Consulter, PM und Marketing sind die "Stock" Berufe unserer Zeit: Billig zu kriegen aber ohne tieferen Wert.
    Und mich wundert immer wieder das die ZEIT diesen Berufsgruppen so einen breiten Raum gibt. So viel Abziehbilder und so wenig Realität.

    Eine Leserempfehlung
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    • JD
    • 05. November 2011 14:08 Uhr

    "Consulter, PM und Marketing sind die "Stock" Berufe unserer Zeit: Billig zu kriegen aber ohne tieferen Wert."

    Consulter sind für die Katz. Aber PM und Marketing braucht im Grunde jedes Unternehmen (zumindest ab MB) in dieser Zeit ohne Umweg. Andernfalls ist man weg vom Fenster wenn man nicht gerade ein absolutes Alleinstellungsmerkmal hat. Und wie viele Unternehmen haben das schon...

    Also ein wenig mehr Reflektion tät dabei gut und nicht einfach so die Phrasen raushauen.

  2. in mehrere Firmen schon Bekanntschaft machen mit Unternehmensberatern.. Den einzigen Vorteil den diese Leute genießen ist die Erwartung der Firmenleitung nach einem (oder mehreren) Verbesserungsvorschlägen.
    Ich habe aber bisher noch nie den Knaller oder die zündende Idee gesehen, die daraus hervorgegangen ist. Das hätte man von den Mitarbeitern viel viel günstiger haben können, wenn man sie mal gefragt hätte.
    Und wie mein Vorposter schon schön angemerkt hat, wie soll ein Mensch mit gerade 20/30 Jahren genug Lebenserfahrung und Ausstrahlung haben um zu überzeugen? Es gibt immer Ausnahmen, aber in den meisten Fällen ist da nur heiße Luft..

  3. Ich muss meinem Vorschreiber leider widersprechen: das Problem ist leider nicht, dass man diesen sehr intelligenten, aber unerfahrenen und teils unreifen Youngstern NICHT glaubt oder sie NICHT überzeugen, sondern das Gegenteil: einfallslose Altmanager werfen sich im Auftrag der Eigentümer genau diesen an den Hals, weil Ihnen qua Marke "McKinsey" Weisheit, Kompetenz und Innovationsfähigkeit attribuiert werden - was aber leider nur ein Wunschtraum ist.

    McKinsey lebt wie keine andere Beratung von ihrem Nimbus. Aber das haben sie wirklich perfektioniert.

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    ...und woher haben Sie die Weisheiten, dass die Jungen BWL-Primaten tatsächlich gute Ideen haben könnten? Die HABEN nun einmal keine Erfahrung.

    Die werden nur irgendwelchen Müll vorschlagen, wie eine facebook-Seite machen. Toll.

    Warum ist es denn so, dass die dritte Generation eines Unternehmers die Firma idR. wieder ruinuert?

    Was Sie ansprechen ist sicherlich auch nicht ganz falsch, aber das liegt daran, dass nur verantwortungslose Manager diese Leute beauftragen.

    Ein echter Unternehmer braucht keine Hampelaffen von McKindergarten.

    Sie verkennen das Spiel zwischen Management und Beratern. Das Management weiss i.d.R. genau, was sie wollen. Sie suchen nur einen Berater, der ihnen bestätigt, was sie schon beabsichtigen. Deshalb ist das Renommée von Beratungsfirmen wie McKinsey so entscheidend. Wenn das Management Personal abbauen will, ist die Unterstützung durch McKinsey viel mehr wert als die Beratung der Hans Müller Consulting aus dem Dorf nebenan.

  4. Manager mit Millionengehalt fürchten sich eine Entscheidung zu treffen und deswegen wird mit weiteren Millionen eine Firma beauftragt, die ein Müllachten erstellt. Wenn es denn später in die Hose geht, dann heisst es, der Manager hätte sich nach dem Gutachten gerichtet und McKindergarten sagt, es war nur ein Gutachten und keine Garantie...

    Ausbaden muss es der Arbeiter mit seinen 2400€ Brutto.

    [...]

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine neutrale Wortwahl. Danke, die Redaktion/mo.

  5. ...und woher haben Sie die Weisheiten, dass die Jungen BWL-Primaten tatsächlich gute Ideen haben könnten? Die HABEN nun einmal keine Erfahrung.

    Die werden nur irgendwelchen Müll vorschlagen, wie eine facebook-Seite machen. Toll.

    Warum ist es denn so, dass die dritte Generation eines Unternehmers die Firma idR. wieder ruinuert?

    Was Sie ansprechen ist sicherlich auch nicht ganz falsch, aber das liegt daran, dass nur verantwortungslose Manager diese Leute beauftragen.

    Ein echter Unternehmer braucht keine Hampelaffen von McKindergarten.

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    Ich bin junger BWL-Absolvent...und Berater. Glauben Sie mir, als Einsteiger bekommt man keine Projekte anvertraut. Entscheidungen werden von erfahrenen Beratern ausgearbeitet, Einsteiger arbeiten zu.

  6. Sie verkennen das Spiel zwischen Management und Beratern. Das Management weiss i.d.R. genau, was sie wollen. Sie suchen nur einen Berater, der ihnen bestätigt, was sie schon beabsichtigen. Deshalb ist das Renommée von Beratungsfirmen wie McKinsey so entscheidend. Wenn das Management Personal abbauen will, ist die Unterstützung durch McKinsey viel mehr wert als die Beratung der Hans Müller Consulting aus dem Dorf nebenan.

  7. Unternehmensberatung ist nichts anderes als professionelle Abzocke des Managements von großen, halb-verbeamteten Unternehmen, denn hier geht es um sehr hohe Summen.

    Das Grundproblem ist, dass immer mehr Manager nicht mehr "von der Pike auf" gelernt haben und ihr Unternehmen nicht verstehen. Diese vertrauen dann auf Unternehmensberatung und können damit auch geschickt Verantwortung abschieben, da Sie ja im Versagensfall falsch beraten wurden.
    Die Unternehmensberater generieren sog. "Schrankware", Seitenweise Papier, welches Sie per copy-paste zusammenklauben und verkaufen dies dann für teures Geld an unfähige Manager.
    Da kein Ende beim Trend der Monopolisierung und Verbeamtung der großen Unternehmen abzusehen ist, wird auch die Unternehmensberatung eine blühende Zukunft mit haben.

    Jungen Leuten kann man diesen Berufszweig nur empfehlen!

    • lepkeb
    • 27. Oktober 2011 9:31 Uhr

    der jedoch der Branche gerecht wird. Habe letzten im Flieger nach D-land auch eine Consulterin getroffen, die auch für ihren Beruf gelebt hat, jetzt mit 40 war ihr dann aufgegangen, dass sie nichts vom Leben hatte und der Zug in Sachen Fam.-planung (keinen Partner und keine Kinder und kaum Freunde) auch abgefahren war.
    Es muss aber jeder selber wissen, was man will und der junge Mann hat imho die richtige Entscheidung getroffen.

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