TagebücherTanz auf dem Vulkan

Selten werden so viele Drogen genommen wie im Studium. Vier Tagebücher zwischen Höhenflug und Absturz

Katharina: »Fröhliche Dekadenz und ausufernder Spaß«

Montag 9:30 Der Wecker klingelt. Ich muss im Café arbeiten. Es könnte auch Freitag sein, oder Samstag. Ich bin sowieso jeden Tag in Bars, entweder zum Arbeiten oder zum Feiern. Manche Leute nehmen Drogen, um ihre Komplexe zu kompensieren. Ich nehme Drogen, weil ich keinen Grund sehe, etwas nicht zu nehmen, das gut ist. Das ist ein großer Unterschied. 20:00 Sitze im Garten und trinke Aperol Sprizz. Sandra kommt vorbei und wir beschließen, ins Mar zu fahren, ein Club.

22:00 Heute sind einfach alle im Mar! Die vielen Menschen machen mich nervös. Eigentlich befinde ich mich immer in einem von drei Zuständen: a) nervös b) müde c) happy. 0:45 b) müde. 1:30 Der lustige Benny ist da, ich frage ihn, ob er Speed hat oder Bock, welches zu kaufen. »Klar –«, sagt Benny, »ist ja auch der beste Zeitpunkt für Speed: Dienstag morgens, halb zwei.« Blödmann. 2:00 Breche meinen Schwur, niemals Shots zu trinken. 2:30 Shots sind ja fast so gut wie Drogen! 3:30 Irrtum. Mir ist schlecht.

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Dienstag 14:30 Kolloquium verpennt. Ärgerlich! Wann werde ich eigentlich erwachsen? Hoffentlich nie. 15:30 Mache mir einen Espresso. 18 weitere folgen, nur, damit ich normal bin. Eigentlich die Definition von Sucht, oder? 18:30 Telefoniere mit Carlos, wir quatschen über Drogentypen. Ich bin der helle Typ. Ich mag klare Getränke und weiße Drogen. Carlos ist der dunkle Typ und mag braune Getränke und bunte Drogen. Wir mögen uns trotzdem.

Mittwoch 15:00 Heute ist nur Kaufrausch: vier Kleider. 18:00 Mein Hals kratzt! Glaube, man wird häufiger krank, wenn man öfter was zieht. Warum? Müsste das nicht, äh, desinfizieren oder so?

Donnerstag 16:30 Wieder den Tag verschlafen. Gut, dass ich Kunst studiere! 17:30 Bandprobe mit Adrian. Er will mir kein Ritalin geben. »Weißt Du, wie schwer es ist, da ranzukommen?«, fragt er. Also, wenn Adrian rankommt, kann es nicht so schwer sein! 23:00 Obwohl ich todmüde bin, gehe ich zur Vernissage von Jens. 23:45 Zaro ist da! 23:50 Zaro gibt mir Speed. Sehr gutes Speed. Er lacht mich aus, weil ich die Reste vom Tisch lecke. 0:15 Wir tanzen zu Doris Day. 2:00 Wow, wie schnell ich Fahrrad fahren kann!

Freitag 12:00 Aus meiner Nase kommt was in der Farbe von Maracujasaft. 15:00 Bin c) happy, vollkommen ohne Drogen. 19:00 Verabrede mich mit Carlos. Es macht einen Heidenspaß, mit ihm unterwegs zu sein, weil er schön ist und für jeden Scheiß zu haben. Wir treffen auch Zaro. Super! Carlos und Zaro sind meine Lieblingskombination für den Abend, wie MDMA und Speed! 0:00 Wir ziehen den letzten Rest Speed. 0:30 Ich glaube, es ist diese Idee von ausuferndem Spaß und fröhlicher Dekadenz, die uns vereint. Es geht darum, einen elitären Kreis zu schaffen, in dem alles geht, grenzenlose Stimulation. 1:30 Yes, ich habe zwei Hemos im Arm. So nenne ich Typen, die hetero sind, aber auch miteinander knutschen, wenn ein Girl dabei ist. Wir fahren ins Mar und knutschen zu dritt auf der Tanzfläche. Dann fahren wir zu mir und schmeißen dort noch Tramadol, ein Schmerzmittel. 2:30 Kuschelig.

ZEIT Campus 5/2011

Samstag 13:00 Uuuaaahh, was ist nur los? Mein Gehirn ist ein Kaugummi. Ich fühl mich wie mit Blei gefüllt. Scheiß Tramadol. In meinem Zimmer habe ich zwei Schuhkartons. In einem sind die gesunden Tabletten und in einem die ungesunden (Arzttochter, hey!). Gesund: Antihistaminika, Biotin, Kieselerde, Lachsöl, Vitamin C, Eisen. Ungesund: Ibu800, Ritalin, Diazepam, Tramadol, Ephedrin, Oxazepam. Ratet mal, wo ich heute reingreife. Richtig! 19:00 Party in einer Werbeagentur. Haha, Werber sind so doof! Aber manche sehen echt gut aus. Ich gehe mit dem Hübschesten noch ins A&B. 2:30 Alle ballern sich mit Ketamin zu. Bitte! Wir sind doch nicht in einem Gay-Club im London der 90er! Der Werber zaubert tatsächlich etwas Koks her. Es ist gut. 3:05 Oh Mist, es ist zu gut. Überdosiert. 3:10 Uah. 3:15 Aiaiaiai, mein Herz. Der Werber nervt. Ich geh noch ins Mar. Es geht mir jetzt fantastisch. Ich tanze so schnell ich kann! Champagner! Treffe Mat, er erzählt was von Open Air, MDMA hat er auch. Wir radeln hin. 5:15 Die Sonne scheint! 5:20 Ich bin c) happy und alles ist atmosphärisch dicht. Küsse Mat.

Sonntag 16:30 Sonntags trinke ich nicht mal Kaffee. Entgiftung.

Leserkommentare
    • tuo
    • 07.10.2011 um 12:53 Uhr

    Ich weiß schon länger, dass ich langweilig bin, aber dass mein Leben offenbar überhaupt nicht stattfindet? Ketamin? MDMA? Ich hab noch zu Schulzeiten mit dem Kiffen und Rauchen aufgehört. Die Leute reden von Parallelgesellschaften unter den Immigranten, aber wenn diese Geschichten wahr sind, dann gibt es die definitiv auch unter den Studenten.

    "Dass ich mich nicht wegschädeln will, nur um irgendwelche Partys auszuhalten?"

    Der einzige Satz, den ich 100%ig nachvollziehen kann. Nachdem Dope und Kippen abgewöhnt waren, folgte zum Ende des Studiums auch der Alkohol aus exakt dem selben Grund. Warum wo hingehen, um dort was zu nehmen, damit ich dieses "dort" dann aushalten kann?

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    sind eine extrem heterogene Gruppe, deren einziges gemeinsames Merkmal ist, dass sie eine Hochschule besuchen. Von daher kann man nicht sagen "unter Studenten" oder "in studentischen Kreisen".

    Recht aber haben Sie, es wird "sowas" auch unter Studenten geben. Denn Charaktermerkmale sind mehr oder weniger gleich verteilt, wenn die Gruppe groß genug ist. Will heißen Sie finden genauso hinterlistige oder ehrliche, offenherzige oder verschlossenen Menschen in jeder Gruppe. Diese Leute würden woanders genauso scheitern, wie an der Uni.

    Aich haben Sie im letzten Teil völlig Recht. Die meisten Menschen probieren in ihren Teenagerjahren einiges aus. Wir waren (fast) alle mal blau wie eine Strandhaubitze.
    Aber Menschen entwickeln sich. Die meisten Menschen werden "ruhiger", haben zwar immer noch Spaß am feiern, aber eben mit dem rechten Maß.

    Die hier porträtierten Menschen wollen nicht "erwachsen" werden. Gut, das will ich (21) auch nicht. Ich will nicht in irgendwelche verknöcherten Strukturen reinwachsen, ich will meinen Spaß im Leben haben. Der allerdings nicht nur aus Rausch besteht.
    Andererseits muss ich Verantwortung für mich übernhemen. Und das hat auch viele Gute Seiten. Bei diesen Menschen ist der Wille zur Leistung, der Wille zu Selbstverwirklichung, ja Neugier, Forscherdrang all das, was das Leben interessant macht, verloren. Und das mit voller Absicht.

    sind eine extrem heterogene Gruppe, deren einziges gemeinsames Merkmal ist, dass sie eine Hochschule besuchen. Von daher kann man nicht sagen "unter Studenten" oder "in studentischen Kreisen".

    Recht aber haben Sie, es wird "sowas" auch unter Studenten geben. Denn Charaktermerkmale sind mehr oder weniger gleich verteilt, wenn die Gruppe groß genug ist. Will heißen Sie finden genauso hinterlistige oder ehrliche, offenherzige oder verschlossenen Menschen in jeder Gruppe. Diese Leute würden woanders genauso scheitern, wie an der Uni.

    Aich haben Sie im letzten Teil völlig Recht. Die meisten Menschen probieren in ihren Teenagerjahren einiges aus. Wir waren (fast) alle mal blau wie eine Strandhaubitze.
    Aber Menschen entwickeln sich. Die meisten Menschen werden "ruhiger", haben zwar immer noch Spaß am feiern, aber eben mit dem rechten Maß.

    Die hier porträtierten Menschen wollen nicht "erwachsen" werden. Gut, das will ich (21) auch nicht. Ich will nicht in irgendwelche verknöcherten Strukturen reinwachsen, ich will meinen Spaß im Leben haben. Der allerdings nicht nur aus Rausch besteht.
    Andererseits muss ich Verantwortung für mich übernhemen. Und das hat auch viele Gute Seiten. Bei diesen Menschen ist der Wille zur Leistung, der Wille zu Selbstverwirklichung, ja Neugier, Forscherdrang all das, was das Leben interessant macht, verloren. Und das mit voller Absicht.

  1. Drei zerstörte Menschen. Allerdings völlig selber schuld. Und am Ende zahlt der Staat...

    Es macht mich traurig zu lesen, wie diese Menschen ihr vielleicht vorhandenes Potential so einfach wegwerfen.

    Ich bin kein Abstinenzler und feiere auch gerne aber als Student sollte man alt genug sein, zu wissen, dass alles sein Maß hat und dass es krasse Konsequenzen hat, wenn dieses Maß überschritten wird.

    Wer sich so selbst belügt, wie die erste Person, die behauptet nicht süchtig zu sein, sondern Drogen nimmt, "weil es keinen Grund gäbe, sie nicht zu nehmen" muss einfach sehr sehr dumm sein. Gut ist an harten Drogen und vor allem ihrem Umfeld gar nichts.Auf welche Art auch immer schwache Menschen sind anfällig für Drogen und kommen alleine nicht wieder raus. Wer als Betroffener die Notwendigkeit da wieder raus zu kommen nicht sieht, ist einfach dumm. Es handelt sich ja hier nicht um Klischeé-Junkies sondern immerhin angehende Akademiker.

    "Es geht darum, einen elitären Kreis zu schaffen, in dem alles geht, grenzenlose Stimulation. "
    Wer dumm genug ist, dass zu glauben, ist ein vielversprechender Anwärter für den Darwin Award. Welch geistlose Dummheit hinter dieser Aussage steckt. Was ist elitär an einem Kreis hirnloser Idioten, die nur dann das Selbstbewusstsein haben, zu sein, wer sie sein wollen, wenn sie ihr Gehirn abschalten?

    Was das alerdings speziell mit Studium zu tun hat, verstehe ich nicht.

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    • UW666
    • 07.10.2011 um 15:51 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/se

    Sie sagen, es mache sie "traurig, zu lesen, wie diese Menschen ihr vielleicht vorhandenes Potential so einfach wegwerfen."

    Wozu sollen diese denn "ihr vielleicht vorhandenes Potential" ihrer Meinung nach nutzen? Ja.. wozu?

    • UW666
    • 07.10.2011 um 15:51 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/se

    Sie sagen, es mache sie "traurig, zu lesen, wie diese Menschen ihr vielleicht vorhandenes Potential so einfach wegwerfen."

    Wozu sollen diese denn "ihr vielleicht vorhandenes Potential" ihrer Meinung nach nutzen? Ja.. wozu?

  2. Gerade in besonders elitären Kreisen von Politik, Werbe- und Kunstszene (Musik sowieso) ist Koks doch mittlerweise gesellschaftsfähig. Wie war das nochmal...auf allen Toiletten im Bundestag hat man Kokainspuren gefunden?

    Sicherlich ist Kokain gefährlich, aber verglichen mit dem billigen Speed oder Extasy nur einen Bruchteil so gesundheitsschädlich.

    Leider für die meisten studenten wohl zu teuer. Da muss dann das billige Zeug her...

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    • sauce
    • 11.10.2011 um 18:38 Uhr

    Das Allerschlimmste am teuren Koks ist doch, daß die Konsumenten sich elitär fühlen und nicht gefährdet.
    Wenn man (wie ich) keine eigene Erfahrung damit hat, so bleiben doch die übereinstimmenden Aussagen jetzt cleaner Koks-Konsumenten : Man wird keines falls kreativer - man verliert nur jegliche Selbstkritik und hält sich für einzigartig.
    Das finde ich nicht besonders erstrebenswert.

    • sauce
    • 11.10.2011 um 18:38 Uhr

    Das Allerschlimmste am teuren Koks ist doch, daß die Konsumenten sich elitär fühlen und nicht gefährdet.
    Wenn man (wie ich) keine eigene Erfahrung damit hat, so bleiben doch die übereinstimmenden Aussagen jetzt cleaner Koks-Konsumenten : Man wird keines falls kreativer - man verliert nur jegliche Selbstkritik und hält sich für einzigartig.
    Das finde ich nicht besonders erstrebenswert.

  3. sind eine extrem heterogene Gruppe, deren einziges gemeinsames Merkmal ist, dass sie eine Hochschule besuchen. Von daher kann man nicht sagen "unter Studenten" oder "in studentischen Kreisen".

    Recht aber haben Sie, es wird "sowas" auch unter Studenten geben. Denn Charaktermerkmale sind mehr oder weniger gleich verteilt, wenn die Gruppe groß genug ist. Will heißen Sie finden genauso hinterlistige oder ehrliche, offenherzige oder verschlossenen Menschen in jeder Gruppe. Diese Leute würden woanders genauso scheitern, wie an der Uni.

    Aich haben Sie im letzten Teil völlig Recht. Die meisten Menschen probieren in ihren Teenagerjahren einiges aus. Wir waren (fast) alle mal blau wie eine Strandhaubitze.
    Aber Menschen entwickeln sich. Die meisten Menschen werden "ruhiger", haben zwar immer noch Spaß am feiern, aber eben mit dem rechten Maß.

    Die hier porträtierten Menschen wollen nicht "erwachsen" werden. Gut, das will ich (21) auch nicht. Ich will nicht in irgendwelche verknöcherten Strukturen reinwachsen, ich will meinen Spaß im Leben haben. Der allerdings nicht nur aus Rausch besteht.
    Andererseits muss ich Verantwortung für mich übernhemen. Und das hat auch viele Gute Seiten. Bei diesen Menschen ist der Wille zur Leistung, der Wille zu Selbstverwirklichung, ja Neugier, Forscherdrang all das, was das Leben interessant macht, verloren. Und das mit voller Absicht.

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    Antwort auf "Irgendwie verstörend!"
  4. wird ja selten als Droge stilisiert. Geschweige denn Tabak. Wer am Wochenende nicht mehr feiern gehen kann ohne Alkohol zu trinken - gilt dieser dann auch als Süchtig? In der Gesellschaft wohl eher nicht.
    Hiermit möchte ich aber keines Falls andere Drogen verharmlosen.

    2 Leserempfehlungen
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    Natürlich ist Alkohol rein biologisch betrachtet eine "Droge". Und die Folgen von Alkoholmissbrauch sind die Folgen von Drogenmissbrauch.

    Ich sehen den Unterschied darin, dass die meisten "Drogen" schneller und stärker wirken und in ihrer Wirkung meist recht unvorhersehbar sind.(Ich nehme hier den "normalen" Konsum als Grundlage, nicht Koma-Saufen oder so)

    Ein nettes Bierchen oder zwei, dann und wann ein Glas Wein, ist zwar streng genommen auch eine absichtliche Vergiftung. Allerdings unterscheiden sich die Motive: Es geht beim geselligen, maßvollem Umgang nicht um Realitätsflucht und jedem ist bewusst, was genau er da tut (so zumindest der Idealfall)

    Das Verhalten von Teenagern würde ich auch nicht als Durchschnitt ansehen, denn "wir waren (sind) alles mal jung". Die meisten Menschen entwickeln sich.

    Außerdem, rein pragmatisch: Alkohol ist Teil unserer Kultur, der Umgang damit ist bekannt, seine Wirkung ist bekannt. (Jedes Jahr wieder ein Highlight gewesen: Austauschschüler aus des USA zwischen 18 und 21 in deutschen Kneipen...)
    Das mag man bewerten, wie man möchte, Faktum bleibt es.

    Natürlich ist Alkohol rein biologisch betrachtet eine "Droge". Und die Folgen von Alkoholmissbrauch sind die Folgen von Drogenmissbrauch.

    Ich sehen den Unterschied darin, dass die meisten "Drogen" schneller und stärker wirken und in ihrer Wirkung meist recht unvorhersehbar sind.(Ich nehme hier den "normalen" Konsum als Grundlage, nicht Koma-Saufen oder so)

    Ein nettes Bierchen oder zwei, dann und wann ein Glas Wein, ist zwar streng genommen auch eine absichtliche Vergiftung. Allerdings unterscheiden sich die Motive: Es geht beim geselligen, maßvollem Umgang nicht um Realitätsflucht und jedem ist bewusst, was genau er da tut (so zumindest der Idealfall)

    Das Verhalten von Teenagern würde ich auch nicht als Durchschnitt ansehen, denn "wir waren (sind) alles mal jung". Die meisten Menschen entwickeln sich.

    Außerdem, rein pragmatisch: Alkohol ist Teil unserer Kultur, der Umgang damit ist bekannt, seine Wirkung ist bekannt. (Jedes Jahr wieder ein Highlight gewesen: Austauschschüler aus des USA zwischen 18 und 21 in deutschen Kneipen...)
    Das mag man bewerten, wie man möchte, Faktum bleibt es.

  5. Natürlich ist Alkohol rein biologisch betrachtet eine "Droge". Und die Folgen von Alkoholmissbrauch sind die Folgen von Drogenmissbrauch.

    Ich sehen den Unterschied darin, dass die meisten "Drogen" schneller und stärker wirken und in ihrer Wirkung meist recht unvorhersehbar sind.(Ich nehme hier den "normalen" Konsum als Grundlage, nicht Koma-Saufen oder so)

    Ein nettes Bierchen oder zwei, dann und wann ein Glas Wein, ist zwar streng genommen auch eine absichtliche Vergiftung. Allerdings unterscheiden sich die Motive: Es geht beim geselligen, maßvollem Umgang nicht um Realitätsflucht und jedem ist bewusst, was genau er da tut (so zumindest der Idealfall)

    Das Verhalten von Teenagern würde ich auch nicht als Durchschnitt ansehen, denn "wir waren (sind) alles mal jung". Die meisten Menschen entwickeln sich.

    Außerdem, rein pragmatisch: Alkohol ist Teil unserer Kultur, der Umgang damit ist bekannt, seine Wirkung ist bekannt. (Jedes Jahr wieder ein Highlight gewesen: Austauschschüler aus des USA zwischen 18 und 21 in deutschen Kneipen...)
    Das mag man bewerten, wie man möchte, Faktum bleibt es.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Aber, Alkohol..."
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    ..ist ebenso Teil unserer Kultur. Und Mariuana? Sie werden nicht glauben, wie viele Menschen in der deutschen (und europäischen) Gesellschaft ab und zu einen Joint rauchen. Was die harten Drogen angeht, kann man durchaus sagen, dass es sich um eine Parallelgesellschaft handelt. Allerdings haben viele dieser Leute zwei Seiten im Leben. Der Student beispielsweise muss sich unter der Woche auch mal um sein Studium kümmern, ein Jurist arbeitet 50 Std die Woche, um dann aber am Wochenende voll mit Ketamin in einer Schwulen-Disko die Sau rauszulassen. Das hat Helene Hegemann 2010 doch wunderbar beschrieben. (H. Hegemann: Axolotl Roadkill).

    Mit freundlichen Grüßen.

    Was wäre denn für Sie ein normaler Cannabis- oder Ketaminkonsum? In unserer Gesellschaft ist der illegale Konsum doch per se unnormal.

    Die vier Bier mit den Freunden in der Kneipe sind genau so Realitätsflucht wie die Nase Koks. Selbst der Abend vo dem Fernseher ist eine Realitätsflucht. Oder wie es früher noch hieß, es ist eine Zerstreuung. Warum geht man den mit Freunden aus? Weil man dem Alltag entkommen will, Gesellschaft will, sich unterhalten, feiern. Diese Gründe treffen auf die Menschen die anderen Drogen nutzen auch zu, nur mit dem Unterschied, dass ihnen bekannt ist, dass sie Drogen nehmen und sich nicht wie der durschnittliche Alkoholtrinker vorgaukeln, dass Alkohol keine Droge ist. Alkohol ist eine Droge, er wird aus den gleichen Gründen wie alle anderen Drogen konsumiert, der einzige unterschied ist der Rechtliche und das war es auch schon

    ..ist ebenso Teil unserer Kultur. Und Mariuana? Sie werden nicht glauben, wie viele Menschen in der deutschen (und europäischen) Gesellschaft ab und zu einen Joint rauchen. Was die harten Drogen angeht, kann man durchaus sagen, dass es sich um eine Parallelgesellschaft handelt. Allerdings haben viele dieser Leute zwei Seiten im Leben. Der Student beispielsweise muss sich unter der Woche auch mal um sein Studium kümmern, ein Jurist arbeitet 50 Std die Woche, um dann aber am Wochenende voll mit Ketamin in einer Schwulen-Disko die Sau rauszulassen. Das hat Helene Hegemann 2010 doch wunderbar beschrieben. (H. Hegemann: Axolotl Roadkill).

    Mit freundlichen Grüßen.

    Was wäre denn für Sie ein normaler Cannabis- oder Ketaminkonsum? In unserer Gesellschaft ist der illegale Konsum doch per se unnormal.

    Die vier Bier mit den Freunden in der Kneipe sind genau so Realitätsflucht wie die Nase Koks. Selbst der Abend vo dem Fernseher ist eine Realitätsflucht. Oder wie es früher noch hieß, es ist eine Zerstreuung. Warum geht man den mit Freunden aus? Weil man dem Alltag entkommen will, Gesellschaft will, sich unterhalten, feiern. Diese Gründe treffen auf die Menschen die anderen Drogen nutzen auch zu, nur mit dem Unterschied, dass ihnen bekannt ist, dass sie Drogen nehmen und sich nicht wie der durschnittliche Alkoholtrinker vorgaukeln, dass Alkohol keine Droge ist. Alkohol ist eine Droge, er wird aus den gleichen Gründen wie alle anderen Drogen konsumiert, der einzige unterschied ist der Rechtliche und das war es auch schon

  6. Ich finde es egrade sehr gut, dass auch alkohol, tabak und kaffee als drogen mit aufgefuehrt werden. sie gehoeren wie gras zu den weichen drogen und es ist immernoch nicht klar, ob gras wirklich schaedlicher ist als alkohol...
    ich stimme dem auch zu, dass diese vier menschen weit weg von repraesentativ fuer die gesamte studentenschaft sind. Jeden dieser vier typen kann man in jedem milleu antreffen-genau deshalb wurden sie sicherlich auch ausgewaehlt!
    Die meisten menschen sind am anfang ihrer 20 (manche auch noch darueber hinaus) sehr mit sich slebst beschaeftigt und inzwischen ist es so leicht an drogen zu kommen. die frage ist meiner meinung nach nicht ob jemand drogen nimmt, sondern warum und ob es sein leben negativ beeinflusst. es heisst ja auch drogen MISSbruach ind nicht gebrauch.

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    Die Unterscheidung zwischen weichen und harten Drogen kann nur zur Verharmlosung führen. Alkohol ist ganz sicherlich keine "weiche" Droge, MDMA ist da ganz bestimmt "weicher". Nikotin ist von der stärke des "Cravings" vergleichbar mit Crack, somit würde ich es auch nicht als weich bezeichnen.

    Ansonsten gebe ich ihnen Recht. Eine ziemlich gute Studie zur Gefährlichkeit der einzelnen Drogen in UK wurde einmal im Lancet veröffentlicht: http://www.thelancet.com/...

    Die Unterscheidung zwischen weichen und harten Drogen kann nur zur Verharmlosung führen. Alkohol ist ganz sicherlich keine "weiche" Droge, MDMA ist da ganz bestimmt "weicher". Nikotin ist von der stärke des "Cravings" vergleichbar mit Crack, somit würde ich es auch nicht als weich bezeichnen.

    Ansonsten gebe ich ihnen Recht. Eine ziemlich gute Studie zur Gefährlichkeit der einzelnen Drogen in UK wurde einmal im Lancet veröffentlicht: http://www.thelancet.com/...

  7. Immer wieder die selbe Leier. Auch nach Jahren des Versuches der Aufklärung über Drogen kommen Leute wie unser Nicht-Leiter (Dielektrikum) an und versuchen sich über alle "Süchtigen" zu stellen. Nein, LSD macht nicht süchtig! MDMA auch nicht. Das läßt die Wirkweise im Gehirn überhaupt nicht zu. Diese so genannten harten Drogen sind keinesfalls auch nur annähernd so gefährlich wie Alkohol oder Zigaretten es sind. Verteufelt werden sie trotzdem noch immer und für Alk und Ziesen wird aller Orts Werbung gemacht. Schizophrene Gesellschaft, also informieren und nicht bloß daher labern!

    Bitte belegen Sie Ihre Behauptungen anhand seriöser Quellen. Danke. Die Reaktion/wg

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    • tuo
    • 07.10.2011 um 13:38 Uhr

    Ich verteufele Drogen ebenfalls nicht. Sie bedeuten mir halt nur nichts (mehr). Oder anders: Es macht mir keinen Spaß, sie zu nehmen.

    Aber was LSD angeht, so ist der Vergleich mit Alkohol doch recht verharmlosend. Die Gefahr einer Psychose nach mglw. überdosierte LSD-Einnahme ist absolut real, wohingegen eine Alkoholpsychose nur nach jahrelangem Missbrauch besteht. Insofern denke ich, dass da doch ein Unterschied besteht.

    ich mag zwar insgesamt nicht leiten, dafür allerdings polarisieren^^

    Sie missverstehen mich, ich stelle mich über niemanden. Alle Menschen sind gleich viel wert. Trotzdem nehme ich mir das Recht, zu sagen, was ich für falsch halte. Genau das ist ja der Sinn einer Diskussion.

    Sie mögen Recht haben, es gibt Studien, die eine physische Abhängigkeit bei einigen der sog. harten Drogen anzweifeln. Als gesichert geltende Resultate gibt es allerdings nicht.

    Was sie aber vergessen ist, dass die Sucht an sich aus zwei Komponenten besteht. Der physischen sowie der pyschischen Abhängigkeit. Die gibt es natürlich auch beim Alkohol und Sie haben meine volle Unterstützung, wenn Sie gegen Alkohol- und Tabakwerbung sind.

    Aber den bekannten Teufel durch einen kaum einschätzbaren Bezelbub zu ersetzen halte ich für falsch.
    Sie können ja im Artikel lesen, wie sehr das Leben dieser Menschen objektiv ruiniert ist. Das gleiche würde natürlich für Alkoholiker auch gelten. Subjektiv mögen die Menschen es toll finden, von Party zu Party zu hasten, schnell einen chemischen Helfer zu nehmen und dann ist alles gut. Nur macht das erstens der Körper und zweitens die Psyche nicht lange mit. Was sie mit Ende 20 vor sich haben, sind gescheiterte Menschen, im besten Falle, im Schlimmsten Pflegefälle. Das gleiche gilt natürlich auch für Alkohol.

    Alkohol ist eine gesllschaftlich etablierte Droge. Schlimm genug. Deswegen andere Drogen freizugeben halte ich für falsch.

    Um mal provokant zu fragen: Was bringt Ihnen eine gesunde Leber, wenn Sie Ihre psychische Gesundheit riskieren? Was bringt es Ihnen, nicht "körperlich süchtig" zu sein, wenn Sie ohne zu kiffen nicht mehr einschlafen können?

    Ja, es ist wirklich immer wieder dieselbe Leier: Nur weil Alkohol eine gefährliche Droge ist und Nikotin unheimlich schnell süchtig macht, meinen manche Leute, andere Drogen verharmlosen und verteidigen zu müssen. Drogen, die völlig unterschiedlich wirken, miteinander vergleichen zu wollen, ist aber von vornherein Blödsinn.
    Und natürlich ist es jedem selbst überlassen zu entscheiden, was er kosumieren will. Aber soll man deswegen andere Leute nicht mehr vor Drogen warnen dürfen, die man (aus gutem Grund!) für gefährlich hält?

    • tuo
    • 07.10.2011 um 13:38 Uhr

    Ich verteufele Drogen ebenfalls nicht. Sie bedeuten mir halt nur nichts (mehr). Oder anders: Es macht mir keinen Spaß, sie zu nehmen.

    Aber was LSD angeht, so ist der Vergleich mit Alkohol doch recht verharmlosend. Die Gefahr einer Psychose nach mglw. überdosierte LSD-Einnahme ist absolut real, wohingegen eine Alkoholpsychose nur nach jahrelangem Missbrauch besteht. Insofern denke ich, dass da doch ein Unterschied besteht.

    ich mag zwar insgesamt nicht leiten, dafür allerdings polarisieren^^

    Sie missverstehen mich, ich stelle mich über niemanden. Alle Menschen sind gleich viel wert. Trotzdem nehme ich mir das Recht, zu sagen, was ich für falsch halte. Genau das ist ja der Sinn einer Diskussion.

    Sie mögen Recht haben, es gibt Studien, die eine physische Abhängigkeit bei einigen der sog. harten Drogen anzweifeln. Als gesichert geltende Resultate gibt es allerdings nicht.

    Was sie aber vergessen ist, dass die Sucht an sich aus zwei Komponenten besteht. Der physischen sowie der pyschischen Abhängigkeit. Die gibt es natürlich auch beim Alkohol und Sie haben meine volle Unterstützung, wenn Sie gegen Alkohol- und Tabakwerbung sind.

    Aber den bekannten Teufel durch einen kaum einschätzbaren Bezelbub zu ersetzen halte ich für falsch.
    Sie können ja im Artikel lesen, wie sehr das Leben dieser Menschen objektiv ruiniert ist. Das gleiche würde natürlich für Alkoholiker auch gelten. Subjektiv mögen die Menschen es toll finden, von Party zu Party zu hasten, schnell einen chemischen Helfer zu nehmen und dann ist alles gut. Nur macht das erstens der Körper und zweitens die Psyche nicht lange mit. Was sie mit Ende 20 vor sich haben, sind gescheiterte Menschen, im besten Falle, im Schlimmsten Pflegefälle. Das gleiche gilt natürlich auch für Alkohol.

    Alkohol ist eine gesllschaftlich etablierte Droge. Schlimm genug. Deswegen andere Drogen freizugeben halte ich für falsch.

    Um mal provokant zu fragen: Was bringt Ihnen eine gesunde Leber, wenn Sie Ihre psychische Gesundheit riskieren? Was bringt es Ihnen, nicht "körperlich süchtig" zu sein, wenn Sie ohne zu kiffen nicht mehr einschlafen können?

    Ja, es ist wirklich immer wieder dieselbe Leier: Nur weil Alkohol eine gefährliche Droge ist und Nikotin unheimlich schnell süchtig macht, meinen manche Leute, andere Drogen verharmlosen und verteidigen zu müssen. Drogen, die völlig unterschiedlich wirken, miteinander vergleichen zu wollen, ist aber von vornherein Blödsinn.
    Und natürlich ist es jedem selbst überlassen zu entscheiden, was er kosumieren will. Aber soll man deswegen andere Leute nicht mehr vor Drogen warnen dürfen, die man (aus gutem Grund!) für gefährlich hält?

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