Professoren-Kolumne: "Müssen Studenten erwachsen sein?"
Studenten fragen, Professor Breithaupt antwortet:
Neulich hat einer was an die Tafel gekritzelt: »Puck the Frofs!« Später behauptet ein Student, seine Prüfung verpasst zu haben, weil es ein Schaltjahr war, und besteht auf einem neuen Termin. Ein fortgeschrittener Student verlegt das von ihm geleitete Tutorium in seine Lieblingskneipe. Nein, erwachsen sind diese Studenten leider wirklich nicht, da sind sich meine Kollegen schnell einig. Und jedem fällt noch eine Anekdote ein.
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Campus Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen
Dummerweise kann ich da nicht mitreden. Ich muss daran denken, dass ich mir als Student wie Daniel Düsentrieb ein riesiges Modellflugzeug an die Mütze geklebt habe. Das muss in den Juravorlesungen schon komisch gewirkt haben. Und die Büroklammer in meinem Ohr sah für den Professor sicher auch seltsam aus. Dann waren da noch die Uni-Streiks, die uns Spaß gemacht haben, weil sie wild waren, und nicht, weil wir wirklich die Welt retten wollten.
Vielleicht sollte ich zu diesem Thema lieber schweigen. Wer sagt überhaupt, dass man im Studium besonders reif tun muss? Kreativ studieren kann man auch, ohne das Erwachsensein der Profs zu imitieren. Deshalb: Lieber eine Düsentrieb-Mütze auf dem Kopf als mit 20 Jahren sein Referat schon im Jackett halten. Zum Erwachsensein wird man in seinem Leben noch genug Zeit haben!
Professor Fritz Breithaupt, 43, erklärt in ZEIT CAMPUS regelmäßig das Innenleben der Profs. Er lehrt an der Indiana University, USA.









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