StudienbeginnWir stürmen die Uni!

Noch nie gab es so viele Studenten wie in diesem Jahr. 24 Tipps, mit denen man den Überblick behält und trotzdem Spaß hat von Lars Gaede und

1. Wie erringe ich einen Platz im vollen Hörsaal?

»Ein Griff, der Ringern immer hilft, ist der Rumreißer mit Handgelenk-Oberarm:

1. Ausgangsstellung: frontal zum Gegner, Beine hüftweit auseinander, Knie leicht gebeugt. Dann: Mit der rechten Hand das linke Handgelenk des Gegners greifen und seinen Arm leicht nach oben ziehen.

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2. Jetzt greift die linke Hand zum linken Oberarm des Gegners.

3. Mit beiden Händen den linken Arm des Gegners zur Körpermitte ziehen und seinen Oberkörper verdrehen.

4. Das Handgelenk loslassen. Die Drehbewegung mit der Hand am Oberarm weiterführen und mit der freien Hand um die Hüfte des Gegners fassen.

5. Einen Sprung hinter den Gegner machen und beide Arme fest um seine Hüfte schließen. In dieser Position den Gegner mit dem eigenen Körpergewicht zu Fall bringen.

6. Den Gegner über den eigenen Rücken abrollen und sein Gesicht zum Boden drücken.

7. Loslassen. Sitzplatz einnehmen.«

Alexander Leipold ist Bundestrainer der deutschen Freistilringer

2. Wie schaffe ich es, meine Bücher schneller zu lesen?

ZEIT Campus 6/2011
ZEIT Campus 6/2011

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Campus Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen

Profi-Schnellleser schaffen bis zu 3.000 Wörter (etwa zehn Buchseiten) pro Minute. Als normaler Leser kann man immerhin trainieren, sein Tempo von etwa 250 Wörtern pro Minute auf 500 Wörter zu verdoppeln. Ob man bei dieser Geschwindigkeit auch was versteht, ist allerdings nicht bewiesen. Besser ist es, wenn man von einem Buch Inhaltsverzeichnis, Einleitung und Zusammenfassung liest und nur gezielt einzelne Kapitel durcharbeitet. Das genügt vollkommen, und es bleibt noch Zeit, um in andere Bücher hineinzuschauen.

3. Muss ich wirklich alles mitschreiben?

»Nein! Wer alle Details mitschreibt, kann nicht mehr richtig zuhören. Denken Sie in Fragestellungen: Um welche Fragen geht es im Vortrag, und welche könnten in einer Prüfung drankommen? Notieren Sie die dazugehörige Antwort erst, wenn der Dozent einen Sinnabschnitt beendet hat.«

Werner Stangel lehrt am Institut für Pädagogik und Psychologie der Johannes Kepler Universität Linz

4. Wie bleibe ich im vollen Hörsaal wach?

»Eine Dröhnung Kaffee mit viiieeel Zucker. Wenn das nicht hilft, sorry, Arme verschränken, Kopf drauf, 5 Minuten Powernap... Immer noch besser als 45 Minuten dämmern!«

Ursula von der Leyen, Bundesarbeitsministerin

5. Wie erreiche ich den überlasteten Prof?

»Oft braucht man seinen Professor gar nicht. Viele allgemeine Infos bekommt man bei Einführungsveranstaltungen. Auch Tutoren oder die Fachschaft sind gute Ratgeber und leichter erreichbar. Den Professor würde ich nur bei dringenden Fragen, die kein anderer beantworten kann, in der Sprechstunde besuchen. Bei kleinen Anliegen (zum Beispiel, wenn der Schein fehlt) am besten eine Mail schreiben. Dann hat man auch einen schriftlichen Beweis, dass man rechtzeitig darauf hingewiesen hat.«

Stephanie Wagner arbeitet als Sekretärin am Institut für Politikwissenschaft der Uni Tübingen

6. Wie bleibe ich beim Referat vor vielen Leuten ruhig?

»Wenn man vor einer großen Menschenmenge etwas Wichtiges vortragen soll, ist man immer aufgeregt. Das ist eine ganz normale Reaktion auf eine unnormale Situation. Selbst mir als Schauspielerin geht das so, obwohl es mein Beruf ist, vor Publikum zu sprechen. Das Einzige, was mir gegen Lampenfieber hilft, ist eine perfekte Vorbereitung. Ich muss meinen Text gut kennen, sonst werde ich unsicher. Außerdem schaue ich mir den Raum, ich dem ich sprechen werde, genau an und probiere ihn aus: Wie laut muss ich sprechen, um bis nach hinten durchzudringen? Bei Referaten sollte man alle technischen Dinge frühzeitig klären: Brauche ich einen Beamer? Funktioniert die Steckdose? Wie nah muss ich das Mikrofon halten? Die Aufregung ist zu Beginn des Vortrags am schlimmsten, deshalb würde ich die ersten zehn Sätze regelrecht auswendig lernen. Wenn man weiß, dass die richtig sitzen, wirkt das wie ein Gerüst, das einen hält. Und sobald man erst mal angefangen hat, ist alles nur noch halb so wild. Versprochen.«

Anna Böger ist Schauspielerin am Schauspielhaus Köln und Coach für Stimm- und Sprechtraining

Leserkommentare
    • MeÖz
    • 28. November 2011 16:56 Uhr

    Den gleichen Artikel hab ich in der neuesten Zeit Campus gesehen.

    Naja, tolle Tipps - Ausnahmen gibt es.

  1. Vintage?
    Cool?
    Köstlich amüsiert, danke.

  2. Die Gazette für die eingebildeten Gebildeten :)

    Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen an der Diskussion. Danke, die Redaktion/se

  3. Ehrlich gesagt erschließt sich mir den Sinn dieser Artikel nicht. Als die klügsten Köpfe in der Geschichte der Menschheit ihr Studium führten gab es keinerlei Studiumführer oder ähnliche Kompendien von Ratschlägen, welche Studenten das Leben leichter machen sollten. Ich bin stark gegen diese Behandlung von Studenten als wären sie noch an der Schule. Gerade in dieser Phase ihres Lebens sollten sie lernen, mit Schwierigkeiten und Hüren umzugehen und daraus zu lernen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Natürlich meinte ich am Ende "um daraus zu lernen"

    • Bastie
    • 17. Februar 2012 16:18 Uhr

    Bitte bemühen Sie sich um konstruktive Beiträge und verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Danke, die Redaktion/fk.

  4. Wenn mich nicht alles täuscht, dann sehe ich in diesem "überfüllten Hörsaal" mehrere freie Plätze. Nun sollte man sich fragen ob sich vielleicht mehrere Leute synchron bücken um etwas vom Boden aufzuheben (was unwahrscheinlich ist) oder ob es den Studenten mangelnde Sozialkompetenz unmöglicht macht, die anderen Studenten anzusprechen um sich auf einen der freien Plätze zu setzen...Viel wahrscheinlicher ist wohl jedoch, dass die meisten der auf der linken Seite zu sehenden Studenten verspätet die Vorlesung betreten haben, was natürlich jegliche Besetzung eines mittig liegenden Platzes zu auffällig macht.
    Aber eines ist dieser Hörsaal garantiert nicht. Überfüllt.

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    • Entity
    • 29. November 2011 1:31 Uhr

    "Nun sollte man sich fragen ob sich vielleicht mehrere Leute synchron bücken um etwas vom Boden aufzuheben"

    Muahahahahahhaha, sehr witzig! Danke :)

  5. 6. Fehler

    Natürlich meinte ich am Ende "um daraus zu lernen"

    Antwort auf "Konstruktiver Beitrag"
    • Entity
    • 29. November 2011 1:31 Uhr
    7. hahaha

    "Nun sollte man sich fragen ob sich vielleicht mehrere Leute synchron bücken um etwas vom Boden aufzuheben"

    Muahahahahahhaha, sehr witzig! Danke :)

  6. Ich kann mich erinnern, dass es mal in den achtziger Jahren (als ich noch Schüler war) ein ganzes Zeitmagazin über die Uni gab, in der Studenten über ihren Alltag berichten durften. Leider war kein Naturwissenschaftler und kein Ingenieur dabei. Nur ein Mediziner durfte was schreiben ... über die Mensa.

    Also Zeit, hat sich nix geändert! Die wichtigsten Fächer bleiben weiter aussen vor.

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