Was kann ich?

Bei der Suche nach dem passenden Job fängt man am besten bei sich selbst an. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die eigenen Stärken zu erkennen, man kann Tests machen, Assessment-Center durchlaufen. Dabei geht es aber immer um eine Fremdeinschätzung, deren Ergebnisse man als Testperson oft schlecht nachvollziehen kann. Es ist gar nicht so einfach, seine eigenen Talente zu sehen – weil einem das, was man gut kann, auch leichtfällt. Man merkt also gar nicht, was man da leistet. Deshalb rate ich eher dazu, sich zu überlegen, was man in der Vergangenheit gut gemacht hat, worauf man stolz ist – egal, ob im Job oder privat. Das kann eine super Seminararbeit sein oder eine gelungene Geburtstagsrede. Wenn man das sammelt, kristallisieren sich bald bestimmte Talente heraus – manche sind vielleicht sogar überraschend.

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Was mache ich gerne?

Viele Menschen sind Generalisten, und gerade Fächer, die einem noch alle Möglichkeiten offenlassen, wie etwa BWL, sind sehr beliebt. Das ist völlig in Ordnung, wenn man sich mit dem Berufseinstieg zu spezialisieren beginnt und sich dann genau überlegt, ob man lieber rechnet oder verkauft. Um herauszufinden, welche Talente man in seinen Beruf einbringen möchte und sollte, muss man sie gewichten: Bei was für einer Aufgabe hatte ich wirklich Spaß? Was hat mich so begeistert, dass ich komplett die Zeit vergessen habe? Die persönlichen Vorlieben sind deshalb so wichtig, weil man nur das, was man gern macht, wirklich richtig gut machen kann. Sonst kann man sich nicht von der Masse abheben, bleibt in seinem Feld nur mittelmäßig und kommt entsprechend langsamer voran.

Wo brauche ich das?

Wer seine Talente und Vorlieben kennt, kann sich nach der passenden Tätigkeit umschauen. Dazu fragt man sich: Welche meiner Fähigkeiten möchte ich auch beruflich nutzen? Für welche möchte ich tatsächlich bezahlt werden? Viele Menschen kochen gern, aber nur die wenigsten wollen Koch werden. Manche reisen gern oder fahren mit Begeisterung Auto. Wer das hauptberuflich machen will, wird Reiseleiter oder Testfahrer. Für die anderen sind Berufe ideal, in denen man auch rumkommt – zum Beispiel in einer Unternehmensberatung oder im Außendienst. Um herauszufinden, welche Berufe das sein könnten, hilft ein Brainstorming, am besten mit Freunden. So erhält man eine Liste, die man immer wieder anpassen kann – und auf ihre Machbarkeit hin prüfen sollte.

Welches Umfeld passt?

Ein Punkt, an den viele bei der Berufswahl überhaupt nicht denken, sind die Arbeitsbedingungen. Dabei sind sie ganz entscheidend dafür, ob man sich an seinem Arbeitsplatz wohlfühlt – und ob das Berufsleben, das man einmal führen will, auch zu allen anderen Lebenswünschen passt. Zu den Arbeitsbedingungen gehört zum Beispiel die berühmte Chemie: Was für Typen arbeiten in dieser Firma, kreative Chaoten oder pedantische Bürokraten? Passe ich da hinein? Dann ist da das konkrete Arbeitsumfeld: Werde ich in einem Großraumbüro glücklich? Wem Geld wichtig ist, der achtet auf den Verdienst, aber auch andere Arten der Belohnung oder Anerkennung können eine Rolle spielen. Und wie sehen die Aufstiegschancen für mich in diesem Unternehmen aus? Schließlich die persönliche Situation: Finde ich Ortswechsel spannend, oder bleibe ich lieber in meiner Heimatstadt? Entspricht der Beruf meinen persönlichen Werten? Diese Fragen sollte man sich systematisch nacheinander stellen, um einen Arbeitgeber zu finden, der zu einem passt.